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Wenn Evaluierung zum Programm wird

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Gerade gestern erst habe ich darüber geschrieben, wie wichtig es ist, die eigenen Ziele klar und eindeutig zu formulieren. Kenne ich meine Ziele, werde ich versuchen, sie zu erreichen, um dann am Ende eine Bewertung vorzunehmen, ob ich meine Ziele auch erreicht habe.

In der Politik (zumindest in der österreichischen, denn um die geht es hier) scheint dieses Prinzip noch nicht angekommen zu sein, wenn man sich das Kapitel Kunst und Kultur im Regierungsprogramm (zum Download steht es unter anderem hier und hier zur Verfügung) von SPÖ und ÖVP anschaut. Hier wird die Evaluierung zum Programm erhoben, selbst in einzelnen Überschriften taucht der Begriff auf. Heißt das nun, dass der Künstlersozialversicherungsfonds oder auch die Bundestheater vier Jahre lang evaluiert werden? Und sonst passiert in diesen Bereichen nichts? Gibt es keine Ideen, wie etwa soziale Absicherung im Kunst- und Kulturbereich aussehen könnte? Über die Wege dorthin lässt sich ja dann durchaus diskutieren, aber zumindest ein Ziel sollten die Parteien anpeilen.

Aber warum sollte das diesmal auch anders sein als in der Vergangenheit. Die Bereiche Kunst und Kultur tauchen – wie immer – erst im hintersten Teil des Programms auf und die Phrasen, die dort zu finden sind, lassen sich an Beliebigkeit nicht überbieten. So heißt es dort etwa:

„Kulturpolitik ist angesichts der fortschreitenden Globalisierung und der zunehmenden Heterogenität europäischer Gesellschaften vor besondere Aufgaben gestellt.“ (Seite 155)

Jetzt wäre es halt interessant zu wissen, wie diese besonderen Aufgaben aussehen. Aber da sind wir wieder bei den Zielen…

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