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Kulturangebote für Menschen mit Behinderungen?

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Michaela Braunreiter beschäftigt sich in ihrem MAIN-blog mit dem Thema Barrierefreiheit. In ihrem gestern verfassten Beitrag „PR-Strategien, die noch fehlen“ stellt sie nicht nur fest, dass PR-Strategien für barrierefreie Kulturangebote fehlen, sondern auch die Angebote selbst Mangelware sind:

„Kulturangebote und maßgeschneiderte Infos für mich als Vertreterin der so genannten ,Zielgruppe‘ der Menschen mit Behinderungen sind keineswegs die Regel, sondern wenn es diese gibt leider noch eine freudige Überraschung.“

Als eine der Aufgaben von KulturmanagerInnen wird immer wieder das „Managen von Schnittstellen“ genannt. Diese Schnittstelle aber wird häufig vergessen.

Barrierefreiheit ist eines unserer wichtigsten Zukunftsthemen. Knapp 40 Millionen Menschen mit verschiedensten Behinderungen gibt es in Europa. Der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt ständig zu, mehr als 20 Prozent sind bereits über 60 Jahre alt, Tendenz steigend.

Der barrierefreie Zugang zum Internet wird immer häufiger thematisiert. Für den Zugang zu Kunst und Kultur gilt das noch nicht. Zwar gibt es mittlerweile Projekte, die sich an die Zielgruppe der SeniorInnen wenden, zum Beispiel „Kultur auf Rädern„, ein Projekt von KulturKontakt Austria. Von Barrierefreiheit ist dort aber nicht die Rede. Und daher gibt es auch keine barrierefreie Kommunikation.

Hier sind KulturmanagerInnen gefordert, schließlich sind ältere Menschen für viele Kunst- und Kultureinrichtungen eine wichtige Zielgruppe.

Wie integrative und barrierefreie Medienarbeit aussehen kann, erfährt man übrigens auf der Website des Vereins MAIN_Medienarbeit Integrativ. Er betreibt auch das oben zitierte MAIN_blog. Und mit LINK_pr bietet der Verein auch einen berufsbegleitenden Lehrgang an.

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  1. Pingback: Erstellung einer Website « Kulturmanagement

  2. Das Echo zu meinem Beitrag ist sehr erfreulich. Denn, dass Barrierefreiheit im Kulturbereich kaum Thema ist, ist nicht auf Böswilligkeit sondern auf das geringe Bewusstsein und Wissen über die Bedürfnisse behinderter Menschen zurückzuführen.

    Barrierefreier Zugang ist oft negativ besetzt oder wird in der to-do-Liste ganz zum Schluss angesiedelt. Wer aber Angebote für möglichst viele Kundinnen und Kunden zugänglich macht, schafft nicht nur Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen, sondern verbessert das Angebot für alle Gäste.

    Internationale Vorbilder zeigen, dass barrierefreie Angebote in Museen zum Service gehören. Zwei Beispiele für recht umfassende Zugänge wie ein Prozess hin zu Barrierefreiheit reaisiert werden kann sind das Victoria & Alberts Museum in London und der Louvre in Paris. Beiträge daszu sind auch unter http://www.mainweb.at/blog zu finden. Diese Beispiele zeigen, dass barrierearme Angebote innovativ und attraktiv sind.

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