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Warum ich blogge

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Nachdem ich so halbwegs regelmäßig mein Blog mit Beiträgen fülle, stelle ich mir natürlich schon immer wieder mal die Frage, warum ich das eigentlich mache. Ein Artikel in der Wochenendausgabe der NZZ hat diese Frage wieder mal aufkommen lassen. In seinem Beitrag „Die mehr oder weniger denkende Hülle“ verweist Uwe Justus Wenzel unter anderem auch auf Pierre Teilhard de Chardin, von dem er schreibt:

„Die gesamte kosmische Evolution, nicht nur die der Erde, sah er gleichsam im menschlichen Zentralorgan, im Gehirn, kulminieren: Die Einzelhirne schliessen sich, indem sie an denselben Problemen arbeiten, zu «Funktionskomplexen» zusammen und bilden die «graue Substanz der Menschheit».“

Für mich stellt sich die Frage, ob die Blogosphere ebenso funktioniert? Geht es darum, über den Zusammenschluss mit anderen ein großes Ganzes zu schaffen? Oder ist Bloggen doch etwas für Narzissten, die einsam vor sich hinschreiben und auf Anerkennung hoffen? Ein Gedanke, den Geert Lovink in „Blogging, the nihilist impulse“ anspricht (Wenzel verweist auf diesen Text, den es hier auch in einer deutschen Zusammenfassung gibt).

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie so oft in der Mitte. Blogger sind irgendwo Narzissten, denn wenn man sich anschaut, wer Blogbeiträge kommentiert, kann man feststellen, dass es sich hauptsächlich um Blogger handelt. Von anderen Menschen, die „nur“ mitlesen, höre ich oft, dass sie Hemmungen haben, sich in der Öffentlichkeit zu äußern. Mir macht es Spaß, gelesen zu werden, Standpunkte zu vertreten, Diskussionen zu führen.

Auf der anderen Seite ist mein Blog eine Art Wissensspeicher. Hier finde ich Themen, Beiträge und auch Links, die für mich interessant oder wichtig sind. Auf Texte, die im Blog stehen, kann ich leicht verweisen. Die Kommunikation mit anderen wird dadurch erleichtert, schließlich muss ich maximal einen Link schicken. Meist reicht aber der Verweis auf das Blog.

Aber die oben zitierte „graue Substanz der Menschheit“ ist schon auch ein Thema. Die Verknüpfung mit anderen Blogs, Websites, etc. ergibt ein Mehr an Wissen, erschließt mir neue Inhalte und vergrößert dadurch meinen Speicher, mein Wissen. Die Frage ist, ob ich deshalb ein Weblog betreiben muss, denn schließlich genügt es ja auch, Blogs zu lesen. Aber das ist dann wahrscheinlich wieder die narzisstische Ader, die zum Vorschein kommt.

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