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Second Life: Chance für Museen?

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Ich gebe es zu: Von Second Life halte ich (bis jetzt) ziemlich wenig. Zwar haben sich, wenn man der Einstiegsseite dieser digitalen 3D-Welt Glauben schenken darf, bereits mehr als 6,5 Mio. Menschen angemeldet, aber jetzt, wo ich diesen Beitrag schreibe, sind gerade mal knapp 40.000 von ihnen in dieser Online-Welt unterwegs. Ich habe es einmal versucht und war enttäuscht von der Ödnis, auf die ich dort gestoßen bin. Als Mario Sixtus im März in seinem Blog einen Beitrag über Second Life veröffentlichte, sprach er mir aus der Seele. Er beschrieb Second Life als „die letzte Bastion des 20-ten Jahrhunderts“.

Nun habe ich in Nina Simons überaus lesenswertem Blog Museum 2.0 einen Gastbeitrag von Sibley Verbeck entdeckt, in dem er aufzeigt, welches Potenzial Second Life für Museen hat. Vor allem ein Satz erscheint mir wichtig und hat mich überzeugt:

„While the Web allows for information and communication about museums and exhibits, the virtual world could actually contain museums themselves.“

Damit hat er meiner Meinung nach Recht und auch wenn ich eher skeptisch bin, was die Zukunft dieser virtuellen Welt angeht, so darf man doch nicht die Augen verschließen vor den Möglichkeiten, die sich den Museen hier eröffnen. Übersichtlich und klar legt er dar, worin das Potenzial von Second Life besteht, wobei er auch offen auspricht, dass wir mit der Entwicklung virtueller Welten noch ganz am Anfang stehen und diese noch nicht unbedingt als sehr userfreundlich bezeichnet werden können.

Aber es muss ja gar nicht Second Life sein. Virtuelle Welten lassen sich auch jenseits davon kreieren. Das virtuelle Museum Karlsruher Türkenbeute ist dafür ein Beispiel. Insofern lohnt es sich auf alle Fälle, den Beitrag von Sibley Verbeck zu lesen.

4 Comments Join the Conversation

  1. Vielfach wird Second Life eher negativ gesehen, weil Vieles in dieser virtuellen Welt noch nicht so erscheint, wie es vielleicht sollte. Diese Kritik verkennt aber den Faktor Zeit.

    Das Internet ein bis zwei Jahre nach seiner Einrichtung (also etwa 1992) hatte mit dem Internet wie wir es heute kennen auch nicht viel gemeinsam! Und: Auch damals waren jede Menge Skeptiker unterwegs, die den Sinn dieses neuen Mediums nicht sehen konnten.

    Also lassen wir den virtuellen Welten ruhig noch etwas Zeit. Ich freue mich jedenfalls schon auf (virtuelle) Museumsbesuche, die ich jetzt aufgrund großer Entfernungen so nicht durchführen kann. Am Sonntag-Nachmittag mal für eine Stunde in den Louvre oder ins MoMA in New York – das ist doch eine tolle Perspektive, oder?

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  2. Ja stimmt. Natürlich besteht die Gefahr, dass man persönliche Vorlieben oder Abneigungen dafür verwendet, um etwas als ganz toll oder völlig überflüssig anzusehen.

    Das Second Life von heute wird wahrscheinlich mit dem von Morgen oder Übermorgen nicht viel gemeinsam haben. Oder es verschwindet ganz, weil wir virtuelle Welten in dieser Form nicht mehr benötigen.

    Vielleicht resultiert meine Abneigung aus den zahllosen Presseaussendungen, in denen PR-Agenturen, Zeitschriften und seit kurzem auch die Deutsche Bank erzählen, dass sie nun auch in Second Life vertreten sind. Wozu brauche ich eine Bank in der virtuellen Welt? Mir fällt nichts dazu ein, genausowenig wie bei PR-Agenturen. Eine virtuelle Presseaussendung unterscheidet sich in nichts von einer realen.

    Eine virtueller Museumsbesuch erscheint mir da wesentlich gewinnbringender und wenn es in dieser Hinsicht spannende Projekte gibt, bin ich der erste, der Abbitte leistet und sich auch einen Avatar zulegt bzw. den alten reaktiviert (so das möglich ist).

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