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Online-Fundraising: ganz so einfach ist es nicht

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Web 2.0: neue Chancen für das Fundraising“ habe ich vor einiger Zeit einen Beitrag zum Thema Online-Fundraising überschrieben und darin berichtet, wie sich Social Networks für das Fundraising einsetzen lassen. Brigitte Reiser sieht das auf ihrem Blog Nonprofits-vernetzt.de genauso und warnt in ihrem Beitrag „Fundraising im Netz“ NPOs davor, diesen Trend nicht zu verschlafen. Der Grund: der Rückgang öffentlicher Mittel kann durch private Spenden nicht ausgeglichen werden. Daher prophezeit sie den NPOs:
„Wenn sie die interaktiven Instrumente, die das neue Web bietet, in den nächsten 5 Jahren nicht aufgreifen und für sich und ihre Stakeholder nutzen, dann werden sie in 10 Jahren nicht da stehen, wo sie eigentlich hin möchten. Sie werden vielleicht noch existieren, aber mehr schlecht als recht.“
Das stimmt schon, aber was ist zu tun? Es stimmt natürlich, dass das Web 2.0 hier jede Menge Möglichkeiten anbietet und Brigitte Reiser weist ja auch auf die diversen Plattformen hin, über die mittlerweile ganz ordentliche Beträge umgesetzt werden. Nur sollten wir auch so fair sein und berücksichtigen, dass das Online-Spenden im angelsächsischen Raum schon weit verbreitet war, bevor es das Web 2.0 gab. Dieser Transaktionsweg hat also nicht unbedingt etwas mit Social Networks, Blogs, etc. zu tun. Was haben wir denn für Bilder vor uns, wenn wir ans „Spenden sammeln“ denken? Bei mir ist es noch eher die Sammelbüchse und nachdem ich erst vor ein paar Tagen genau so eine Büchse vor die Nase gehalten bekommen habe, ist das nicht nur eine Erinnerung an Kindheitstage. Es reicht also nicht, sich auf MySpace oder Facebook eine entsprechende Seite einzurichten, sie mit Widgets zu versehen und dann darauf zu warten, dass das Geld fließt. Es stimmt, wer junge Menschen ansprechen will, der muss ins Internet gehen. Aber man muss auch wissen, wie man sie anspricht. Und das funktioniert nicht mehr so wie früher. Da ist Kreativität gefragt, die viele NPOs nicht haben. Weil diese Art von Kreativität auch nicht nötig und gefragt war. Vielleicht sollten NPOs auch gar nicht mehr alleine losziehen, sondern Allianzen schmieden. Ich habe vor einiger Zeit auf das Projekt „The 1 Second Film“ hingewiesen. Für mich ein Beispiel, wie Ideen heute aussehen müssen, um Menschen dazu zu bringen, sich an einem Projekt zu beteiligen, zu spenden. Wie gelingt das? Indem man Menschen für eine Idee begeistert. Das hat mit der Mitleidsschiene, wie wir sie kennen, nicht mehr viel zu tun. Und am Ende muss noch ein weiterer wichtiger Punkt bedacht werden: Im deutschsprachigen Raum sind wir, wenn es darum geht, Geld zu überweisen, noch eher traditionell eingestellt. Auch hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, nicht nur von NPOs. Und es ist kein Zufall, dass Brigitte Reiser nur englischsprachige Plattformen nennt, über die Spendengelder fließen und mit betterplace die erste deutsche Spendenplattform vorstellt, die seit ein paar Monaten existiert. Am Internet führt also kein Weg vorbei, nur ist der wahrscheinlich mühsamer als wir uns das vorstellen.

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