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Aktueller Call im EU-Förderprogramm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“

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Dieses Programm ist ein ganz schönes Beispiel für Programme, in denen sich durchaus auch Kunst- und Kulturprojekte unterbringen lassen. Wichtig ist, dass man sich bei Programmen, in denen es primär nicht um Kunst und Kultur geht, genau deren Ziele und Inhalte anschaut. Das eigene Projekt muss in diesen Rahmen reinpassen, sonst kann man es bleiben lassen. In diesem Fall ist die Sache relativ einfach, denn der Begriff der Kultur taucht in den Zielformulierungen auf, da das Programm
„Aktionen, Diskussionen und Überlegungen zur europäischen Bürgerschaft und zur Demokratie, zur Wertegemeinschaft und zur gemeinsamen Geschichte und Kultur durch die Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen auf europäischer Ebene fördern (soll).“
Beginnen wir aber erst einmal mit den allgemeinen Zielen des Programms, für das in den nächsten sechs Jahren 215 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Das Programm soll dazu beitragen, heißt es auf der Website,
  • „Bürgern die Möglichkeit zur Interaktion und zur Partizipation an einem immer engeren Zusammenwachsen eines demokratischen und weltoffenen Europas geben (…);
  • ein Verständnis für eine europäische Identität entwickeln, die auf gemeinsamen Werten, gemeinsamer Geschichte und gemeinsamer Kultur aufbaut;
  • bei den Bürgern ein Verständnis für die gemeinsame Verantwortung für die Europäische Union fördern;
  • die Toleranz und das Verständnis der europäischen Bürger füreinander vergrößern, dabei die kulturelle und sprachliche Vielfalt achten und fördern und zugleich zum interkulturellen Dialog beitragen.“
Ich denke, ein Projekt, das sich um Kunst und Kultur dreht und partizipative Ansätze enthält, könnte man in diesem Programm unterbringen. Aber schauen wir uns die spezifischen Ziele des Programms an. Die Idee ist es, mit den geförderten Projekten:
  • „Menschen aus lokalen Gemeinschaften aus ganz Europa zusammenbringen, damit sie Erfahrungen, Meinungen und Wertvorstellungen austauschen und gemeinsam nutzen, aus der Geschichte lernen und die Zukunft gestalten können;
  • Aktionen, Diskussionen und Überlegungen zur europäischen Bürgerschaft und zur Demokratie, zur Wertegemeinschaft und zur gemeinsamen Geschichte und Kultur durch die Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen auf europäischer Ebene fördern;
  • Europa den Bürgern näher bringen, indem europäische Werte und Errungenschaften gefördert werden und gleichzeitig die Erinnerung an die Vergangenheit Europas bewahrt wird;
  • die Interaktion zwischen den Bürgern sowie Organisationen der Zivilgesellschaft aus allen Teilnehmerländern fördern, dabei zum interkulturellen Dialog beitragen und sowohl die Vielfalt als auch die Einheit Europas betonen; besonderes Augenmerk gilt hierbei Aktivitäten, durch die engere Beziehungen zwischen den Bürgern der Mitgliedstaaten der Europäischen Union bis zum 30. April 2004 und denen der Mitgliedstaaten, die seither beigetreten sind, hergestellt werden sollen.“
Wenn Sie sich in das Programm einlesen wollen, laden Sie sich am besten den Programmleitfaden herunter, der das Programm auf 138 Seiten im Detail beschreibt oder begeben sich auf die Startseite des Programms. Ähnlich wie im Kulturförderprogramm – Sie erinnern sich vielleicht noch – gibt es auch hier wieder verschiedene Aktionslinien, in denen jeweils ganz bestimmte Aktionsformen gefördert werden. Diese sind: Ich denke, ich liege nicht ganz daneben, wenn ich behaupte, dass vor allem Aktion 1 und 2 für den Kunst- und Kulturbereich von Interesse sind. Der aktuelle Call gilt aber nur den Aktionslinien 2 und 4, das heißt, auf Aktion 1 – aktive BürgerInnen für Europa müssen wir in diesem Fall verzichten. Um jetzt nicht alle Informationen in diesen Beitrag zu packen und ihn damit wahrscheinlich unleserlich werden zu lassen, picke ich mir den Call der Aktionslinie 2 heraus, denn in dem werden ganz konkret kulturelle Aktivitäten gefördert. Und das vor dem Hintergrund der allgemeinen und der speziellen Programmziele, die ich oben angeführt habe. Im Rahmen dieser Veranstaltung fördert die EU Projekte, bei denen es entweder um
  • Veranstaltungen (Konferenzen, Workshops, und eben unter anderem auch kulturelle Aktivitäten) oder
  • Produkte (darunter versteht die EU unter anderem Websites, Radio- bzw. TV-Sendungen oder Studien)
geht. Alle dazu notwendigen Unterlagen finden Sie hier. Wissen sollten Sie, dass
  • die Einreichfrist am 15. Februar 2008 endet;
  • das Projekt zwischen dem 1. August 2008 und dem 31. Juli 2009 realisiert werden muss;
  • das Vorhaben von mindestens zwei Partnern aus mindestens zwei verschiedenen Ländern durchgeführt werden muss;
Etwas ungewohnt ist die Berechnung der Fördersumme. Um das bürokratische Prozedere zu vereinfachen, gibt es bei diesem Call Pauschalbeträge. Und zwar für jede/n TeilnehmerIn an einer Veranstaltung pro Tag. Maximal gefördert werden 400 Teilnehmertage. Ein Tag, an dem eine Person an der Aktivität teilnimmt, ist ein Teilnehmertag. Dauert die Aktivität zwei Tage, würden pro teilnehmende Person je zwei Teilnehmertage gerechnet werden. Ähnlich wird die Erstellung einer Website, etc. be- und abgerechnet. Die Details (und da wird das Prinzip auch wieder etwas verständlicher) können Sie hier ab Seite 96 nachlesen. Vor allem das Beispiel auf Seite 100 veranschaulicht das Prinzip recht gut. Wenn man es verstanden hat,wird die ganze Angelegenheit wirklich einfacher. ;-) Und am Ende möchte ich Sie noch auf den schon angesprochenen Call im Rahmen von Aktion 4 hinweisen. Ausführliche Informationen finden Sie wieder im Programmleitfaden, die Antragsformulare gibt es hier. Und falls Sie darüber hinaus Fragen haben, auch zu Ihren Projektideen, dann schicken Sie mir einfach eine Mail.

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