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People don’t want to connect to art

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Mit so einem Satz in die entsprechenden Diskussionen zu gehen, muss interessant sein. Denn natürlich provoziert er die Frage, mit wem oder was die Menschen denn verbunden sein wollen?

Via Theatreforte bin ich auf Adam Thurman gestoßen, der auf seinem „The Mission Paradox Blog“ eine Antwort auf diese Frage gibt.

Thurman erzählt von einem Freund, den er schon recht lange kennt. Natürlich hat er auch andere Freunde, aber die kennt er eigentlich vor allem über diesen einen Freund, den er deshalb als „hub“ bezeichnet, als Knotenpunkt. Freunde seien sie nicht nur, weil sie eine enge Beziehung zueinander hätten, sondern auch wegen der Vielzahl an Kontakten (Freunden), die über diese Beziehung laufen.

Thurmans Frage, was das nun mit der Kunst zu tun habe, ist rhetorisch. Denn ob wir über sinkende Zuschauerzahlen oder die Eintrittspreise reden:

„I think we may have missed the point of the arts.“

Denn, so Thurman weiter:

„We keep talking about finding ways for people to connect with our particular art form. But people don’t want to connect to art . . . they want to connect to other people.“

Ein interessanter und obendrein provokanter Gedanke, den er mit der Aufforderung verbindet:

„So instead of a theatre company seeing their performance on stage that night as the point of the evening, perhaps they should just see themselves as the hub . . . as the thing that connects all the people in the audience to each other.“

Ist es das wirklich? Thurman weiß, dass er mit seiner Behauptung auch auf Widerspruch stößt und bringt ein Beispiel aus dem Kinobereich, das seine These stützen soll.

Die Fansite des neuen, noch nicht angelaufenen Indiana Jones Films dient seiner Meinung nach weder dazu, Harrison Ford zu glorifizieren, noch dem Ticketverkauf.

„The point is to allow Indiana Jones fans to connect. Will that help ticket sales? Of course it will. But that’s not why it is there.“

Seine Aufforderung lautet also, die BesucherInnen zu vernetzen, ihnen die Möglichkeit zur Kommunikation untereinander zu verschaffen. An diesem Punkt wird der Kulturbetrieb zum Hub. Der Erfolg besteht dann darin, dass aus der losen Menge der BesucherInnen eine Community, ein Netzwerk wird. Und die Kunst hält sie zusammen.

So ganz überzeugt bin ich noch nicht davon, muss ich gestehen. Obwohl ich diesem Ansatz schon etwas abgewinnen kann.

Kunst, wenn sie nicht reiner Selbstzweck ist, bedeutet Kommunikation, schließlich ist sie an die BesucherInnen adressiert. Geht es nun darum, die Menschen über das Medium Kunst miteinander zu verbinden? Kunst also als „Schmiermittel“? Oder müssen wir uns den Hub eher als Ort vorstellen, wo die Menschen sich vernetzen können? Für mich sind das zwei verschiedene Ansätze, von denen ersterer der interessantere ist, oder?

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  1. Hallo Christian, ich finde schon, dass er recht hat: Versammle die Leute, gib Ihnen ein Totem (ein Logo, eine gemeinsame Idee, Interesse, Identität, geteilte Wirklichkeit etc.) und Du hast eine „Tribe“. Und jeder Stamm benötigt schließliche seinen Schamanen und Zeremonienmeister. Das ist der „Job“ des Künstlers ;-)

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