Monthly Archives of: April 2008

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Wie baue ich eine Community auf?

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Als sich das unkultur-Blog vor einigen Tagen die Frage gestellt hat, auf welche Art und Weise wir der Gesellschaft die Bedeutung von Kunst und Kultur begreiflich machen können, habe ich mir auch meine Gedanken dazu gemacht. Der von unkultur ins Spiel gebrachte Vergleich von Kunst und Umwelt zeigt aber auch die Unterschiede auf. Wie wichtig eine intakte Umwelt für uns ist, haben wir mittlerweile alle kapiert und dieser Konsens erlaubt auch konzertierte Aktionen wie beispielsweise von mehreren Organisationen getragene (Werbe)-Kampagnen.

Soweit sind wir aber im Kunst- und Kulturbereich noch nicht, daher glaube ich, sind zentral ausgerichtete Aktionen zumindest derzeit Wunschmusik. Warum aber nicht einen ganz anderen Ansatz wählen, der einerseits das Interesse an Kunst und Kultur auf einer allgemeinen Ebene weckt und andererseits der jeweiligen Kultureinrichtung nützt? Chris Brogan hat mich durch seinen Blogeintrag „On Managing A Community“ darauf gebracht. Wählen wir doch einen dezentralen Ansatz. Wenn Kultureinrichtungen beginnen, ihre eigenen Communitys aufzubauen und diese im Laufe der Zeit immer mehr Berührungspunkte finden und so ein großes Netzwerk bilden, dann habe ich eigentlich den gleichen Effekt erreicht.

Wie aber baue ich eine solche Community auf? Stichpunktartig könnte das Prozedere im virtuellen Raum so aussehen, natürlich gibt es auch andere Szenarien:

  1. Das Ziel ist der Aufbau einer Community, die aus den Menschen bestehen soll, die sich allgemein für Kunst/Kultur und im speziellen für meine Kultureinrichtung und die Ergebnisse meiner künstlerischen Arbeit interessieren. Das Problem dabei: viele interessieren sich noch gar nicht dafür, ihr Interesse muss also erst geweckt werden. Diejenigen, die sich dafür interessieren, muss ich erst einmal finden bzw. sie müssen mich finden.
    Dieses Ziel kann ich nun konkretisieren, indem ich mir einerseits überlege, wie groß die Community werden soll, andererseits muss ich mir Erfolgskriterien erarbeiten, also z.B. die Anzahl und die Qualität der Rückmeldungen. Mit wie vielen Menschen gelingt es mir, ins Gespräch zu kommen?
  2. Im nächsten Schritt überlege ich mir, über welche Kanäle ich die Menschen ansprechen und erreichen möchte. Chris Brogan listet hier neben den Social Networks Facebook, LinkedIn und Ning noch Twitter, YouTube und den Google Reader auf. Für den deutschsprachigen Raum und hier speziell für den Kunst- und Kulturbereich sieht die Auswahl wahrscheinlich etwas anders aus. Statt LinkedIn nutze ich Xing, das im deutschsprachigen Raum wesentlich verbreiteter als LinkedIn ist. Je internationaler ich agiere, desto wichtiger ist Facebook und abhängig von meinen Zielgruppen können auch Netzwerke wie StudiVZ oder MySpace ein Thema sein. Eine Präsenz auf Ning aufzubauen heißt, ich klinke mich nicht in ein großes bestehendes Netzwerk ein, sondern schaffe mein eigenes.
    Wahrscheinlich macht es Sinn, im ersten Schritt auf den großen Netzwerken eine Präsenz aufzubauen und nach einer gewissen Zeit auf Ning ein eigenes Netzwerk zu gründen, auf dem die Kontakte natürlich wesentlich enger sein können.
    Während Twitter wohl noch kein Thema ist, zumindest für den Kunst- und Kulturbereich, ist YouTube ein interessanter Kanal, den immer mehr Kultureinrichtungen nutzen. Der Vorteil: die Videos, die ich dort online stelle lassen sich leicht auf andere Websites einbinden, können also von anderen übernommen werden und sorgen so für die Verbreitung meiner Videos.
    Ein weiterer wichtiger Kanal kann ein Blog sein, über das ich die Möglichkeit habe, auch längere anspruchsvollere Texte zu veröffentlichen. Wichtig ist, den LeserInnen zu erklären, wie ein RSS-Reader funktioniert (Chris Brogan erwähnt den Google Reader), damit sie einfach und schnell herausfinden, ob neue Inhalte zur Verfügung stehen. Unter Umständen kann ich auch einen RSS-Feed anbieten, in den die Informationen aus sämtlichen Kanälen einfließen. Ich erfahre also nicht nur vom neuen Blogeintrag, sondern auch vom Video, das auf YouTube online gestellt worden ist.
  3. Dann geht es an die Inhalte. Wie viele Videos werden produziert, wie viele Blogposts erscheinen und habe ich so viel Content, dass ich auf Facebook oder Xing eigene Gruppen eröffnen kann? Wichtiger ist es aber (vor allem anfangs), dass ich mich an den Gesprächen der Anderen beteilige.
  4. Wichtigster Punkt neben dem Content, der Zeitfaktor. Jemand, der eine Community auf diese Weise aufbauen soll, wird dafür jede Menge Zeit benötigen, mit ein oder zwei Stunden pro Woche ist es nicht getan. Und dieser Jemand wird auf die Unterstützung des gesamten Teams, der gesamten Kultureinrichtung angewiesen sein.
  5. Wer ein solches Projekt startet muss sich darüber klar sein, dass es etwas dauert, bis man wahrgenommen wird. Je kleiner und unbekannter ich bin, desto größer ist die Herausforderung. Und noch etwas ist gefragt: Flexibilität, denn es kann sich herausstellen, dass manche Dinge nicht so funktionieren wie ich mir das vorgestellt habe. Andere laufen dafür unter Umständen besser. Entscheidend ist aber: es geht um Gespräche, die mir als Kultureinrichtung helfen, mich weiter zu entwickeln, in dem ich ein Verständnis dafür bekomme, was andere Menschen über mich und meine Arbeit denken.

Enstehen mehrere solcher Communitys, lohnt sich natürlich die Zusammenarbeit zwischen den Kulturbetrieben, die Community-Building betreiben. Man kann Themen der anderen aufgreifen, weiterdiskutieren und erreicht so eine viel breitere Streuung. So entsteht auf der Ebene der Kulturbetriebe auch ein Netzwerk, das ganz andere Möglichkeiten hat, die Öffentlichkeit zu erreichen, denn jede daran beteiligte Einrichtung verfügt über mehrere gut funktionierende Kommunikationskanäle. Im Idealfall gelingt es dem Kunst- und Kulturbereich, viel präsenter zu sein und diese Präsenz dazu zu nutzen, um zu zeigen, wie wichtig Kunst und Kultur für uns sind.

Was mir an einem solchen Weg gefällt: wir brauchen keine Werbekampagne, um die Bedeutung von Kunst und Kultur zu zeigen, wir zeigen sie durch unsere tägliche Präsenz und das Leben in der Community.

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Wie entsteht Innovation? Die Wahrheit sieht ganz anders aus als wir glauben

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Da hat Jana Görs auf dem Blog Impulse für Innovation einen sehr interessanten Beitrag verfasst. „Mythen der Kreativität in der Organisationskultur“ ist er überschrieben und beschäftigt sich mit einer Arbeit von Terese Amabile, in der die Leiterin für Entrepreneurial Management an der Harvard Business School und Expertin für Kreativität in Unternehmen zeigt, dass unsere Vorstellungen, wie Kreativität entsteht, ziemlich falsch sind. Ihrzufolge ist es nicht richtig, dass

  1. Kreativität von kreativen Typen kommt,
  2. Geld ein Motivator für Kreativität ist,
  3. Zeitdruck die Kreativität fördert,
  4. Angst kreative Durchbrüche erzwingt,
  5. Wettbewerb besser ist als Kollaboration und
  6. eine stromlinienförmige Organisation eine kreative Organisation ist.

Punkt 5 ist in meinen Augen besonders interessant, denn der Kunst- und Kulturbereich zeichnet sich durch eines sicher nicht aus, durch ein hohes Maß an Zusammenarbeit. Görs fasst die Ergebnisse von Amabiles Abeit so zusammen:

  • „Die meisten Teams arbeiten besonders kreativ, wenn sie Ideen teilen und diskutieren.
  • Konkurrierende Teilnehmer teilen keine Informationen. Das ist destruktiv, weil niemand in einer Organisation alle benötigten Informationen kennt und die Puzzleteile für eine kreative Lösung zusammenfügen kann.“

Wäre das nicht der Moment für einen guten Vorsatz? Übrigens, der ganze Beitrag ist lesenswert.

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Die Frage nach dem Warum mit Hilfe des 4-Mat-Systems beantworten

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Als ich vor einigen Tagen einer Präsentation über neue Marketingansätze lauschen durfte, kam ich voll auf meine Kosten. Da wurde genau erklärt, was zum Beispiel virales Marketing ist und wie man eine solche Aktion plant.

Beim anschließenden „Networking“ zeigte sich dann aber, dass viele mit der Präsentation gar nicht zufrieden waren. Sie hatten zwar verstanden, was virales Marketing ist, aber was sollten sie jetzt damit anfangen? Irgendwie wussten sie nicht so ganz, ob das jetzt etwas für sie ist oder nicht. Wahrscheinlich werden sie etwas unbefriedigt nach Hause gegangen sein und sich nicht weiter mit dem Thema beschäftigen.

Woran lag es? Nein, im Unterschied zu vielen Präsentationen hatte diese nicht zu viele Folien, das war schon in Ordnung. Was aber fehlte, war die Antwort auf die Frage, warum wir virales Marketing überhaupt brauchen? Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Beitrag „Das 4-Mat-System: Erfolgreich präsentieren„, in dem ich geschrieben hatte, dass wir, wenn wir mit etwas Neuem konfrontiert werden, unterschiedliche Zugänge dazu haben. Mich faszinieren Theorien und daher konnte ich dieser Präsentation einiges abgewinnen, wurde in ihr doch versucht, virales Marketing mit anderen Marketing-Ansätzen zu vergleichen. Ich gehöre, um auf das 4-Mat-System zurückzukommen, zu den Was-Typen. Das heißt, ich konnte meinen Zugang zum Thema leicht finden, denn es war für mich „richtig“ aufbereitet. Auf die anderen Typen traf das aber nicht unbedingt zu. Wenn Sie ein Warum-Typ sind, werden Sie eine solche Situation unter Umständen schon mal erlebt haben. Sie hören jemandem zu und fragen sich, warum das jetzt für Sie wichtig sein soll. Erhalten Sie auf diese Frage keine befriedigende Antwort, wird das Thema an Ihnen vorbeiwandern, unabhängig davon, ob es Ihnen etwas bringen könnte oder nicht.

Noch einmal kurz zusammengefasst: das 4-Mat-System teilt uns in vier Grundtypen ein, wenn es um das Lernen geht:

  • Warum-Typ
  • Was-Typ
  • Wie-Typ
  • Was wäre wenn-Typ

Wer auf die Beantwortung der Frage nach dem Warum wartete, der wurde enttäuscht. Er bekam nichts darüber zu hören. Und dementsprechend konnten die Warum-Typen auch nicht für das Thema gewonnen werden. Aber durchschnittlich gesehen bilden sie im Vergleich der vier Typen die größte Gruppe. Schade, wenn sie nicht erreicht werden.

Wenn wir diejenigen sind, die etwas vorstellen wollen, ein neues Projekt, ein neues Konzept, etc. dann wissen wir in der Regel sehr genau, warum gerade das, was wir da entwickeln, seine Bedeutung hat. Nur vergessen wir häufig in unserer Begeisterung, dass die anderen sich ja noch nicht monatelang mit dem Thema beschäftigt haben und das daher noch gar nicht wissen können. Geben wir ihnen eine Chance und erzählen ihnen davon!

Die Argumente haben wir also (hoffentlich). Wie aber gelingt es uns jetzt, andere von unserem Vorhaben zu überzeugen? Wie beantworten wir die Frage nach dem Warum so, dass sich möglichst viele angesprochen fühlen? Ich kann meinen ZuhörerInnen oder LeserInnen das oder die Argumente an den Kopf werfen und darauf hoffen, dass alle so davon überwältigt sind, dass ich keine Überzeugungsarbeit leisten muss. Überlegen Sie mal, wie oft Sie bei Vorträgen, Konzepten, etc. überwältigt waren und Sie sofort wussten: das ist es jetzt? Eher selten, oder?

Das ist die inhaltliche Ebene. Daneben gibt es aber auch noch die formale Ebene. Wie bringe ich das, was ich mitteilen möchten, hinüber zu meinen ZuhörerInnen, Zuseherinnen oder LeserInnen? Für mich stellt sich immer wieder die Frage, ob ich eine inhaltliche Schwäche, um es mal vorsichtig zu formulieren, durch eine gute „Beschreibung“ wettmachen kann. Ist es also so, dass inhaltlich schlechtere Projekte sich gegenüber besseren durchsetzen können, weil sie besser präsentiert werden? Ich denke, aus einer grottenschlechten Idee kann auch die beste Beschreibung kein 1a-Projekt machen. Aber eine gute Beschreibung kann den Ausschlag geben, wenn man sich im Wettkampf mit qualitativ gleichwertigen Projekten befindet.

Wie gehe ich nun bei der Beantwortung der Frage nach dem Warum vor? Die folgenden drei Schritte bieten sich an:

  1. Stellen Sie Rapport zu Ihrem Zielpublikum her. Das heißt, Sie versuchen, auf der verbalen und – so es möglich ist – nonverbalen Ebene eine Beziehung aufzubauen. Das gelingt Ihnen zum Beispiel dadurch, dass Sie Gemeinsamkeiten herausstreichen, das Verbindende ansprechen. „Wir sitzen doch alle im gleichen Boot“ ist ein solcher Versuch, die ZuhörerInnen für sich zu gewinnen. Bringen Sie Beispiele, erzählen Sie Geschichten, durch die Ihrem Publikum klar wird, worum es geht. Auch auf diesem Weg lässt sich eine Verbindung aufbauen, vorausgesetzt, die Beispiele und Geschichten haben einen Bezug zu denen, für die sie bestimmt sind. Hier in diesem Beitrag ist es der Vortrag über virales Marketing, mit dem ich Sie ins Boot holen wollte, bei dem etwas nicht geklappt hat. Vielleicht haben Sie sich beim ersten Lesen gedacht: stimmt, habe ich auch schon mal erlebt. Das wäre ideal. ;-)
  2. Wecken Sie das Interesse für das, was dann kommt. Bis jetzt sind wir aber erst auf einer relativ allgemeinen Ebene. Nun geht es darum, die EmpfängerInnen Ihres Konzepts oder Ihrer Präsentation dazu zu bringen, Ihnen weiter Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Das schaffe ich, indem ich den konkreten Nutzen herausarbeite. Der Nutzen dieses Beitrags besteht hoffentlich darin, dass Sie mit Hilfe dieser drei Schritte die Frage nach dem Warum strukturierter angehen können.
    Nun lassen wir uns ganz unterschiedlich motivieren und nachdem ich nicht weiß, wie Sie als LeserIn „ticken“, muss ich versuchen, Anreize zu schaffen, mit denen ich möglichst viele von Ihnen erreichen kann. Manche von Ihnen werden sich denken: super, das habe ich noch nie wirklich hinbekommen. Mit diesen drei Schritten löse ich das Problem, dass mein Konzept oder meine Präsentation immer so unstrukturiert ist. Andere von Ihnen werden sich sagen: fein, damit schaffe ich es, noch mehr Projekte gefördert zu bekommen oder mehr neue KundInnen gewinnen zu können. Manche von Ihnen lassen sich also dadurch motivieren, dass ich Ihnen zeige, wie Sie ein Problem lösen können. Andere sprechen eher auf neue Ziele an, darauf es noch besser zu machen.
    Hier in diesem Beitrag habe ich versucht, Sie durch das Beispiel des Vergessens bzw. durch die Möglichkeit, sich gegenüber anderen durchzusetzen, zu erreichen bzw. zu motivieren. Wichtig zu wissen: es geht hier nicht darum, alle Menschen zu schubladisieren. In der Regel bewegen wir uns zwischen den beiden Polen und verändern unsere Position auch immer wieder. Daher ist es wichtig, die ganze Bandbreite abzudecken.
  3. Offenheit schaffen für das, was dann kommt. Der dritte Schritt stellt die Verbindung zum eigentlichen Inhalt her. Es handelt sich um den Punkt, an dem Ihr Publikum sich denkt: so, jetzt will ich aber wissen, was das für drei Schritte sind. Erreichen lässt sich das, indem man an dieser Stelle etwas von dem, was dann kommt, vorwegnimmt und seine LeserInnen oder ZuhörerInnen neugierig macht. Oder ich bereite mein Publikum auf das vor, was dann gleich kommt. Auch hier das Beispiel aus dem Beitrag: ich habe die drei Schritte angekündigt. Sie sehen, es sind keine Aufsätze nötig. Manchmal reicht auch schon ein einziger Satz.

Wenn Sie mit Hilfe der drei Schritte die Frage nach dem Warum beantwortet haben, dann werden bereits alle darauf warten, dass Sie zum Thema kommen. Probieren Sie es einfach mal aus. Sie können Ihre Projektbeschreibungen so anlegen, Präsentationen so aufbauen oder auch einfach ein Gespräch auf diese Weise führen. Eigentlich lässt sich dieses Prinzip immer dann anwenden, wenn Sie jemanden von etwas überzeugen möchten. Zugegeben, am Anfang ist es leichter, wenn man sich an Texten oder Präsentationen versucht, aber je öfter Sie es versuchen, desto leichter wird es Ihnen fallen.

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Kulturförderung: das Balgen am Futtertrog

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„Das Balgen am Futtertrog“, so beschreibt Hanspeter Gautschin das Tun der Kunst- und Kulturschaffenden in der Schweiz. Dabei bezieht er sich auf einen von Pius Knüsel, dem Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia verfassten und im Tagesanzeiger veröffentlichten Beitrag. Die staatliche Kulturförderung sorge zwar für ein reiches Angebot, schaffe aber auch Zwänge und Abhängigkeiten, so Knüsel.

Knüsel diagnostiziert ein intellektuelles Vakuum seitens der Intellektuellen und Visionäre und stellt sich die Frage, warum das Land kaum noch Köpfe hervorbringe,

„so mutig und so talentiert zugleich, dass sie sogar Politiker in Schach zu halten vermögen?“

Die Ursache sieht er in den staatlichen Förderungen, denn einerseits gewinne der Intellektuelle seine Autorität aus der Opposition zum herrschenden System, andererseits sei Förderung aber auf Integration und nicht auf Konfrontation angelegt. Das Problem dabei:

„Auch die garantierte Kunstfreiheit kann nicht verhindern, dass der Kulturschaffende ins Netz der vielen kleinen Abhängigkeiten gerät.“

Abhängig werden die Kulturschaffenden von einem System, das sie erstens nur mit kleinen Summen fördert, Knüsel spricht in diesem Zusammenhang von „Trostgeld“, und sie außerdem dazu verpflichtet zu produzieren, obwohl das Projekt häufig nicht ausfinanziert ist. Da trifft es sich gut, dass der Erfolg ja eigentlich gar nicht erwünscht ist, denn Erfolg , so Knüsel, stehe im Ruch des Populismus, sei also nicht förderfähig.

Doch was tun? Für Knüsel hat Erfolg mit Größe zu tun, aber die bedarf bestimmter Voraussetzungen:

„Zum Beispiel einer Kulturförderung, welche ihrerseits Position bezieht, Widerspruch fördert, durch Bevorzugung Zukunft schafft.“

Sie bedarf aber vor allem einer Kulturpolitik,

„welche nicht auf Menge, sondern auf Exzellenz aus ist. Und auf Kultur als öffentliches Geschehen. Dem entspräche eine Kunst, die sich den Fragen der Zeit zuwendet und stärker unser kollektives Funktionieren befragt. Und eine Förderpolitik, die von mitleidsloser Auswahl, Denken in Perspektiven statt in Projekten, Suche nach Widerspruch und Erfolg geprägt ist.“

Ich habe da, ehrlich gesagt, so meine Zweifel. Eine Gesellschaft, die sich weiterentwickeln will, ist auf Intellektuelle und Visionäre angewiesen, das ist keine Frage. Aber will die Gesellschaft sich überhaupt weiterentwickeln? Europa bunkert sich zunehmend ein, das Fremde wird fast ausschließlich als Bedrohung angesehen. Sprich, wir entwickeln uns in Richtung einer homogenen Gesellschaft. Nur ist die sicher kein Hort der Innovation, denn Innovation bedarf der Heterogenität.

Und weil man merkt, dass es nicht ganz passt, leistet man sich ein paar Kulturschaffende, die so quasi der Stachel im Fleisch sein dürfen. Aber bitte nicht zu viele und bitte nicht übertreiben.

Da hilft es dann auch nicht, wenn Knüsel eine Kulturpolitik fordert, die, wie oben zitiert, nicht auf Menge, sondern auf Exzellenz setzt. Exzellenz zu fordern und zu fördern ist schon in Ordnung, aber um Exzellenz zu erhalten, brauche ich eine kritische Masse an Kulturschaffenden. Auch im Forschungsbereich lässt sich Exzellenz nicht dadurch erzwingen, dass ich einen einzelnen Forscher, eine einzelne Forscherin engagiere, etwas Geld investiere und schon ist sie da, die Innovation.

Die Förderung von Exzellenz ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil, aber es geht nicht um ein entweder oder, sondern um ein sowohl als auch.

Kann man dann die Kulturschaffenden wirklich als eine „dumpfe Masse von Geldempfängern“ bezeichnen, wie Hanspeter Gautschin schreibt? Ich weiß ja nicht. Den Kunst- und Kulturbereich chronisch unterzufinanzieren und von den Kulturschaffenden die Visionen zu verlangen, um den Karren, den die Gesellschaft gerade in den sprichwörtlichen Dreck fährt, wieder herausziehen zu können, das empfinde ich als zynisch.

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Kunst und Design: Hochglanz per PDF

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Wenn ich hier auf PDFs verlinke, dann sind das in der Regel Studien, Berichte oder sonstige Texte mit jeder Menge Buchstaben. Fotos? Die kommen eher selten vor, wenn dann sind es Grafiken oder Tabellen.

Es geht aber auch ganz anders. Das Smashing Magazine hat eine ganze Liste mit PDF-Magazinen erstellt, in denen das einfache Schwarz-Weiß nicht vorkommt. Tolle Fotos, tolles Layout, einfach Klasse. Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie heute machen sollen, klicken Sie einfach mal rein. Besonders beeindruckt hat mich das BAK Magazine.

Via Upload

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Projektmanagement und Kuchen backen

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Wir alle sind ja häufiger mit dem Managen von Projekten beschäftigt als uns das bewusst ist. Ob es der nächste Urlaub ist, der Umbau der Wohnung oder einfach nur ein Kindergeburtstag, in allen Fällen lassen sich die Prinzipien des Projektmanagements anwenden und meist wenden wir sie auch (hoffentlich) an.

Ich verwende oft auch das Beispiel des Kuchenbackens und war ziemlich entrüstet, als ich im Beitrag „Warum Projekte scheitern“ von Rolf F. Katzenberger folgenden Satz fand:

„Wir glauben, Projekte durchführen sei wie Pizzabacken (…).“

Wie? Kuchen- bzw. Pizzabacken soll nicht als Projekt zu verstehen sein? Die Auflösung liefert der zweite Teil seines Satzes:

„(…) dabei ähnelt es mehr dem Erfinden von Pizzarezepten.“

Wenn man bedenkt, dass ein Merkmal von Projekten die Einzigartigkeit ist, dann stimmt dieser Vergleich. Diese Einzigartigkeit ist logischerweise mit Ungewissheit verbunden, denn wir wissen nicht, was am Ende herauskommt. Sonst wäre es ja nicht einzigartig.

Damit ist der Boden bereitet für den agilen Ansatz, den Katzenberger einfordert, um das Scheitern von Projekten und die folgenden vier Fehler zu verhindern:

  1. „Wir halten Prozesse und Tools für wichtiger als Individuen und Interaktionen.
  2. Wir halten umfangreiche Dokumentationen für wichtiger als das funktionierende, brauchbare Ergebnis.
  3. Wir stellen den Verhandlungspoker über die stetige Zusammenarbeit mit dem Kunden.
  4. Wir befolgen lieber einen einmal festgelegten Plan als mutig und offen für Änderungen zu sein.“

In seinem lesenswerten Beitrag rät Katzenberger stattdessen:

„Bleiben Sie agil! Konzentrieren Sie sich auf Individuen und Interaktionen, funktionierende und brauchbare Ergebnisse, stetige Zusammenarbeit zwischen Kunde und Dienstleister sowie Mut und Offenheit bei Änderungen. Alles andere ist nicht unwichtig, aber nur untergeordnetes Mittel zum Zweck.“

Und da, ganz am Ende, ist der Satz, der mich aufatmen lässt und mir mein Beispiel des Kuchenbackens wieder gibt. „Mittel zum Zweck“ heißt, ich muss natürlich die Kunst des Kuchenbackens beherrschen, bevor ich dann mit den Experimenten beginnen, neue Rezepte erfinden kann. Ich muss wissen, wie man einen Hefeteig, einen Mürbteig oder einen Rührteig herstellt. Erst wenn ich damit keine Probleme mehr habe, bin ich in der Lage, kreativ zu sein und z.B. einen ganz neuen Kuchen zu backen. Einen, den ich noch nie gebacken habe, den ich aber nur backen konnte, weil ich das Grundwissen habe, um überhaupt jenseits der Kochrezepte experimentieren zu können.

Übertragen auf das Projektmanagement heißt das: ich muss mit den Tools, die mir das klassische Projektmanagement zur Verfügung stellt, umgehen können. Sie geben mir erst die Freiheit, die agilen Methoden anzuwenden. Agiles Projektmanagement ist demzufolge eine Weiterentwicklung des klassischen Projektmanagements und steht nicht unbedingt im Gegensatz dazu. Der Plan bleibt weiterhin wichtig, aber der Reiz besteht darin, auf die Herausforderungen der Realität reagieren zu müssendürfen. Wird der Plan nur abgearbeitet, das Projekt verwaltet, geht die Einzigartigkeit verloren.

Wenn ich also zukünftig von Projektmanagement und Kuchenbacken erzähle, werde ich meine Geschichte um diesen zweiten Teil ergänzen. Das Know-how ist die Voraussetzung für einzigartige Ergebnisse. Sowohl beim Kuchenbacken als auch beim Projektmanagement.

Via Interessante Zeiten

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Herausforderungen für die Kulturvermittlung

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Vor ein paar Tagen habe ich die Arbeit von Max Wintersteller vorgestellt, in der es um Kunstvermittlung in Museen ging. Passend zum Thema habe ich in der aktuellen Ausgabe von „Transfer“, der Zeitschrift für Kulturvermittlung von KulturKontakt Austria einen sehr lesenswerten Beitrag von Birgit Mandel, Professorin am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, gefunden. In ihm beschäftigt sie sich mit den „Anforderungen an das Berufsfeld Kulturvermittlung“ und bietet darin einen sehr schönen Überblick über dessen Funktionen und Zielsetzungen.

Wenn ich mich an meine letzte Museumsführung erinnere, dann kann ich Mandel nur zustimmen, wenn sie schreibt:

„Ein Großteil der Vermittlungsansätze in den traditionellen Kulturinstitutionen arbeitet (oftmals nicht bewusst) mit der Idee der Übersetzung, der Erklärung des Sinns einer künstlerischen Produktion in einer autorisierten Fassung, ausgehend von dem Anspruch, dass sich Kunst ohne Vorwissen nicht erschließen lässt, oftmals auch davon ausgehend, dass es die eine „richtige“ Fassung der Entschlüsselung eines Kunstwerks gibt.“

Kulturvermittlung ist aber nicht nur als Kunstvermittlung zu verstehen, sondern kann auch dazu dienen, Menschen beim Erwerb kultureller Kompetenzen zu unterstützen. Dieser von Mandel als kulturpädagogisch beschriebene Ansatz wurde Anfang der 1970er Jahre noch erweitert, indem der Kulturvermittlung die Aufgabe zukam,

„Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu aktiv Mitgestaltenden zu machen“.

Seit dem Ende der 1980er Jahre bedeutete Kulturvermittlung, so Mandel, eher,

„Aufmerksamkeit, Interesse und Nachfrage für Kunst schaffen“,

wobei hier Formen von Marketing und PR an Bedeutung gewannen.

Und welche Ziele verfolgt die Kulturvermittlung heute? Mandel stellt fest, dass sie sich nicht auf die Kunstwertschätzung innerhalb der Kunstwelt beschränken dürfe:

„Ziele von Kulturvermittlung weisen deutlich über Kunst hinaus und bestehen etwa darin, Kommunikation und Gemeinschaft zu stiften, Lebensqualität zu erhöhen, Menschen zu ermutigen, neue Sichtweisen auf ihr Leben einzunehmen, sie zu stärken.“

Und nun kommt ein Satz, den ich für entscheidend halte:

„Gerade in ihrer Zweckfreiheit ist Kunst in einzigartiger Weise in der Lage, diese Prozesse zu stimulieren.“

Mandel ist der Überzeugung, dass Kunst und Kultur als wichtige gesellschaftliche Integrationsfaktoren anzusehen sind. Notwendig seien dafür aber auch neue Formen der Kulturvermittlung,

„die sich in besonderem Maße den Problemen der potenziellen Rezipienten zuwenden“.

Wenn dem so ist, dann bedeutet das in meinen Augen, dass erstens Kulturvermittlung und Kulturmanagement immer enger zusammenrücken bzw. die Schnittstellen zunehmen. Das heißt aber zweitens, dass hier auch die (Kultur)-Politik gefordert ist, entsprechende Ansätze zu unterstützen. Und zu finanzieren.

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Zwei Blogs zu Kulturmarketing und Sponsoring

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Vor zwei Wochen hat die Marketingberaterin Karin Janner ein Blog zum Thema Kulturmarketing aufgesetzt. Das Kulturmarketing Blog ist bereits ihr zweites Blog, sie betreibt nämlich schon seit einiger Zeit das NewMarketing Blog. Damit wird eine große Lücke geschlossen, denn die Suche nach Blogs, die sich mit dem Thema Kulturmarketing beschäftigen, führte bis jetzt immer zu eher unbefriedigenden Ergebnissen. Worum es in ihrem Blog gehen wird, darüber schreibt Karin in ihrem letzten Post „Warum ein Kulturmarketing Blog?„.

Schon etwas länger gibt es sponsoring-blog.de, das von Karsten R. Schäfer geführt wird und sich hauptsächlich auf die Musikbranche konzentriert.

„Der sponsoring-blog.de bietet und sucht Lösungswege zu Sponsoring-Partnerschaften für Musiker und Bands, die dauerhaft sowohl für Sponsoringgeber als auch den Sponsoringnehmern Nutzen bringen“,

schreibt Karsten selbst über sein Blog. Wer wissen will, wie seine zehn Schritte für die erfolgreiche Akquise von Sponsoren aussehen, sollte sich seinen Beitrag „Konzeption zur Sponsorensuche – oder – Aller Anfang ist schwer“ durchlesen.

Cool, wieder zwei Blogs aus dem Bereich Kulturmanagement. :-)

Update: Karsten scheint recht schnell wieder aufgegeben zu haben. Das Blog gibt es leider nicht mehr.

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SellaBand und Slicethepie: die Fans finanzieren die CD und verdienen dann mit

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Nachdem ich gestern über Spendenplattformen geschrieben habe, möchte ich heute einen ganz anderen Finanzierungsansatz aus dem Musikbereich vorstellen. Für viele Bands bleibt es ein unerfüllter Traum, ein eigenes Album zu produzieren und damit etwas vorweisen zu können. Denn dafür benötigt man Geld. Geld, das die wenigsten zusammenbekommen.

Wer die Band unterstützt, wird später an den Einnahmen beteiligt

Die holländische Gruppe So What hat dieses Problem seit vier Tagen nicht mehr, denn sie konnte auf SellaBand 5.000 sogenannte „believers“ finden, die in die Band je 10$ investiert haben. Mit den 50.000$ wird nun eine professionelle Studioaufnahme der besten Songs der Gruppe finanziert. Die „believers“ erhalten nicht nur eine Limited Edition der CD, sondern partizipieren außerdem an etwaigen Einnahmen der Band.

So What gehört zu mittlerweile 19 Musikgruppen, die die 50.000$-Hürde geschafft haben. Wer glaubt, dass das nur etwas für den angelsächsischen Raum ist, der irrt, denn unter den 19 Bands befinden sich mit Solidtube und ConFused5 auch zwei aus Österreich.

Finanziert wird SellaBand, wenn ich das richtig verstanden habe, über Werbung auf der Plattform. Um möglichst viele BesucherInnen dorthin zu locken, stehen alle Musiktitel zum kostenlosen Download bereit. Von den Werbeeinnahmen haben nicht nur die Betreiber von SellaBand etwas, sondern auch die MusikerInnen und die believers, denn das Geld wird zu gleichen Teilen zwischen Band, believers und SellaBand aufgeteilt.

Crowdfunding interessiert auch Investoren

Wie groß die Erwartungen in dieses Geschäftsmodell sind, zeigt das Interesse der Investoren. Anfang April beteiligte sich Prime Technology Ventures mit 3,5 Mio. Euro an der Plattform, berichtet The Next Web.

Übrigens: stimmen die Forenberichte, dann ist Angie Arsenault ein heißer Tipp, als nächste die 50.000$ Hürde zu schaffen. Vielleicht wollen Sie ja investieren?

Noch einen Schritt weiter geht Slicethepie. Hier werden die Fans bereits mit 5$ zu Investoren. Und auch Slicethepie scheint eine Erfolgsstory zu werden, berichtet Eliot Van Buskirk in einer der letzten Ausgaben von Wired. 30 CDs von Newcomerbands sollen dieses Jahr mit dem Geld der Fans produziert werden. Das wären mehr, so Van Buskirk, als die Großen Sony/BMG, Warner Music Group oder EMI im letzten Jahr auf den Markt gebracht haben. Im Unterschied zu Sellaband wird hier das Handeln mit Anteilen, den Backstage Pässen, ausdrücklich erwähnt. Slicethepie finanziert sich, indem es an den Einnahmen aus dem CD-Verkauf mitschneidet (2£ pro verkaufter CD).

Die Idee, sich die CD-Produktion von den Fans vorfinanzieren zu lassen, haben aber auch schon bekannte Bands wie Marillion aufgegriffen, berichtet Glenn Peoples auf seinem Blog Coolfer.

Beiden Plattformen SellaBand und Slicethepie ist gemeinsam, dass sie den direkten Kontakt zwischen den MusikerInnen und den Fans erlauben und einen neuen Ansatz schaffen, um Musik zu finanzieren. Eine spannende Entwicklung, die zeigt, dass die Zukunft der Musikbranche hier bereits begonnen hat. Halt ohne die „Großen“.

Titelbild: Markus Clemens (Unsplash)

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elargio: eine neue Spendenplattform

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Nun scheinen sie auch im deutschsprachigen Raum anzukommen, die Plattformen, die mit der Hilfe von Web2.0-Tools Spendengeber und -empfänger zusammenbringen wollen. Über betterplace habe ich ja schon vor einiger Zeit berichtet, nun geht elargio an den Start.

Zwei Punkte sind mir aufgefallen: erstens wird klar kommuniziert, dass von jeder Spende, die über elargio läuft, 3,4%, jedoch höchstens 6,80 Euro zur Kostendeckung der Plattform verwendet werden. Bei betterplace fällt keine Gebühr an, weil man dort auf ehrenamtliche Tätigkeit setzt und gleichzeitig Ausschüttungen der betterplace Solutions GmbH erhält. Aber solange das Thema transparent abgehandelt wird, sehe ich da keine Probleme, denn ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ein solches „Geschäft“ auch Geld kostet.

Zweitens scheint die Bandbreite der Vorhaben, die auf elargio vorgestellt werden, relativ breit angelegt zu sein. Hier kann man auch für die eigene Hochzeit um Unterstützung bitten, Kunst und Kultur sollten dort also auch unterkommen. Nachdem die Plattform aber neu ist, fehlt es natürlich noch an Projekten.

Entscheidend wird sein, dass es diesen Plattformen nun gelingt, nicht nur aufzuzeigen, wie leicht es ist, für etwas zu spenden, sondern dass sie vor allem das entsprechende Umfeld dafür schaffen. Sonst haben wir Plattformen, auf denen sich unzählige Projekte vorstellen, die um Geld bitten, aber keine SpenderInnen.

Gefunden auf BFS Fundraising Weblog