Monthly Archives of: April 2008

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Eine Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Kunstvermittlung in Museen

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„Die Kunstvermittlung an unserem Haus soll auf ganz unterschiedliche Art Brücken bauen, vom Kunstwerk zum Betrachter. Für uns ist es ein besonderes Geschenk, wenn Besucher wieder kommen, weil sie sich dem Abenteuer Kunst aussetzen.“

Dieses Zitat stammt von Agnes und Karlheinz Essl und ist auf der Website des Essl Museums zu finden. Für Max Wintersteller ist dieses Museum etwas besonderes. Im Unterschied zu den anderen österreichischen Museen sind dort nämlich die KunstvermittlerInnen auch in die Entwicklung und Konzeption von Ausstellungen, sonst Aufgabe der KuratorInnen, eingebunden, schreibt er in seiner Arbeit „Kunstvermittlung in Museen“. Mit dieser Arbeit schließt er seine zweijährige Ausbildung am Kolleg für Kunstmanagement an der Vienna Business School ab.

Ich finde es toll, dass er mir seine Arbeit zur Verfügung gestellt hat und auch damit einverstanden war, dass ich hier im Blog auf sie eingehe. So selbstverständlich ist das nämlich nicht und daher wandern die meisten Arbeiten nach ihrer Fertigstellung in irgendwelche Schubladen und geraten dort in Vergessenheit, obwohl sie häufig sehr viele Informationen und Anregungen enthalten.

Wintersteller konstatiert, dass sich die Kunstvermittlung im Bereich der Bildenden Kunst zu einem „eigenständigen und wichtigen Aufgabenbereich“ entwickelt habe, aus dem heraus ein neues Berufsbild entstanden sei. In seiner Arbeit beschreibt er die Grundprinzipien dieser Tätigkeit und beschäftigt sich außerdem mit neuen Entwicklungen im angelsächsischen Raum, Stichwort Audience Development.

Wie sehen eigentlich die Aufgabenbereiche in der Kunstvernittlung aus? Wintersteller listet vier Hauptpunkte auf:

  • Ausstellungstätigkeit
  • Veranstaltungsprogramm
  • Begleitmaterialien
  • Serviceeinrichtungen

Einen Aspekt möchte ich hier gerne herausgreifen. Wintersteller erwähnt in der Liste der möglichen Begleitmaterialien auch Audio- und Multimedia-Guides.

„Die Audio-Guides können Kommentare von Künstlern, Kuratoren und Kritikern enthalten, oder eigens für Kinder ausgerichtet sein. Sie dienen mit Filmpräsentationen, mechanisch oder elektronisch gesteuerten „Hands-on“-Installationen (frei übersetzt: Anfassinstallationen), um Abläufe oder Zusammenhänge zu präsentieren“,

schreibt er. Für ihn ist es aber fraglich, ob diese elektronischen Vermittlungsmedien helfen, im Museum „sehen zu lernen“. Das leuchtet mir nicht ganz ein. Ist es nicht so, dass die Herausforderung darin besteht, meine Zielgruppe auf dem Kanal anzusprechen, den diese bevorzugt? Ich behaupte, dass das mit der Hilfe von Broschüren, Foldern, etc. auch nicht besser funktioniert.

Hinzu kommt: so pauschal lässt sich das wahrscheinlich gar nicht sagen, denn jedes Medium hat seine Vor- und Nachteile. Die Sache steht und fällt mit der Frage, wozu ich das jeweilige Medium einsetze. Wintersteller erwähnt selbst eine Audio-Führung von Roger M. Bruegel, in der es ihm nicht darum ging, Bilder zu erklären,

„sondern auf die Ausstellung einzustimmen, Beziehungen zwischen Werkgruppen vorzustellen und die Besucher fantasievoll anzuregen.“

Gerade in dieser Hinsicht haben Audio- und Videoelemente klare Vorteile gegenüber einem Printformat, denke ich. Die Kunst ist nur, diese Elemente so einzusetzen, dass das Kunstwerk im Vordergrund bleibt, wie Wintersteller fordert. Das ist richtig, denn natürlich besteht die Gefahr, dass plötzlich die Audio- und Videofiles im Vordergrund stehen. Hier sehe ich die Herausforderung auf der konzeptiven Ebene, denn wie heißt es an anderer Stelle so schön:

„Laut Umfragen sind Museen bei Jugendlichen annähernd so beliebt wie Zahnarztbesuche.“

Da lautet die Frage ja dann eher, ob es mir überhaupt gelingt, das Interesse zu wecken?

Dafür sind dann Kunstvermittlungsprogramme da. Mit ihrer Hilfe solle es gelingen, Menschen zum Besuch von Museen zu motivieren, so der Autor. Dazu muss man aber auch wissen, warum Menschen in Museen gehen bzw. warum sie nicht in Museen gehen. Und noch etwas ist wichtig, nämlich die Frage, wie man an die jeweiligen Zielgruppen überhaupt herankommt.

Wie das funktionieren kann, zeigt Wintersteller am Beispiel des Victoria and Albert Museum in London. Im Rahmen eines EU-Projektes wandte man die sogenannte Keyworker Methode an, um bei Jugendlichen, die nicht mehr zur Schule gehen, das Interesse an Museen zu wecken. Informationen über Projekt und Methode enthält die im Rahmen des Projekts veröffentlichte Publikation „Museen, Keyworker und Lebensbegleitendes Lernen: Gemeinsame Erfahrungen in fünf Ländern„.

Wichtig ist in meinen Augen auch der Hinweis des Autors, dass Museen für Erwachsene auch eine soziale Rolle spielen. Nur die Hälfte der Zeit verbringen BesucherInnen in den Ausstellungsräumen. Museumsshop und Cafe sind also ebenso attraktiv und wichtig, daher sollte dieser Punkt bei der Entwicklung von Kunstvermittlungsprogrammen nicht unberücksichtigt bleiben, so Wintersteller, denn

„Menschen wollen sich untereinander vernetzen,“

und die Kunst könne dabei eine wichtige Rolle spielen. Das erinnert mich an Adam Thurman, der auf seinem The Mission Paradox Blog im Beitrag „Art as the Hub“ genau die gleiche These aufstellt. Konsequent weitergedacht müsste das heißen, dass Kunstvermittlungsprogramme auch diesen Aspekt berücksichtigen müssten. Zwar sind Führungen schon jetzt in der Regel dialogisch ausgerichtet, aber dabei steht nicht die Kommunikation zwischen den BesucherInnen im Vordergrund.

Im dritten Teil seiner Arbeit wendet sich Wintersteller dem Thema Audience Development zu und beschreibt, wie unterschiedlich die Konzepte in den USA und Großbritannien sind. Vor allem in den USA spielt natürlich das Marketing eine entsprechende Rolle. Wintersteller kommt darauf unter der Überschrift „‚Autonomie der Kunst‘ versus Marketing“ zu sprechen, womit das Problem auch gleich auf den Punkt gebracht ist.

Das Grundrecht der „Autonomie der Kunst“ und die damit verbundene Zweckfreiheit stehe, so zitiert er Birgit Mandel, im deutschsprachigen Raum im Vordergrund und deswegen habe eine Besucherorientierung einen geringeren Stellenwert. Die Freiheit der Kunst solle nicht durch Publikumsbedürfnisse und -wünsche tangiert werden.

„Zugleich führt die traditionelle Angebotsorientierung der öffentlichen Hand, also die Überzeugung, dass der Staat für seine Bürger Kulturangebote, ungeachtet deren Nachfrage, vorhalten muss, zu einer Vernachlässigung der Nutzerorientierung.“

Ich habe den Eindruck, hier werden entweder-oder-Positionen aufgebaut, die es so eigentlich nicht geben müsste. Wintersteller erwähnt netterweise meine Meinung in der Arbeit, daher nur soviel: Auf die Bedürfnisse meiner BesucherInnen einzugehen heißt nicht, dass ich mich an sie verkaufe und nur das produziere, was ihnen gefällt. In wie vielen Gesprächen wollen wir andere Menschen von unserer Meinung überzeugen und bei ihnen einen guten Eindruck hinterlassen? Ist das Eingehen auf mein Gegenüber dabei mit einem Aufgeben der eigenen Positionen und „Qualitätsverlust“ verbunden? Ich denke nicht.

Ich habe vielmehr den Eindruck, dass eine solche Aussage ein Zeichen für geringe Wertschätzung ist. Wintersteller zitiert in diesem Zusammenhang Alberto Meyer, Leiter der Abteilung für Marketing und Kommunikation des Museums für Kommunikation in Bern, der dazu meint:

„Dabei versteht es sich, dass dem Einfluss auf das Kernprodukt Ausstellung Grenzen gesetzt sind. Erweiterten Spielraum kann das Marketing jedoch erhalten beim Service Design, d.h. bei der Festlegung derjenigen Dienstleistungen, die um das eher statische Kernprodukt Ausstellung herum angeboten werden sollen.

Nett, aber kann es nicht sein, dass ich als Museum von meinen BesucherInnen lernen kann, wenn ich den Dialog mit ihnen suche? Dass die mehr oder anderes wissen als ich? Oder ist es wirklich so, dass ein Museum weiß, was gut für uns ist? Was meinen Sie?

PS: Die Arbeit steht als Word-Dokument zur Verfügung. Haben Sie Interesse an der Arbeit, können Sie Max Wintersteller hier eine Mail schicken.

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Was Spinnennetze und das Web 2.0 gemeinsam haben

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Das klingt sehr interessant:

Virtueel Platform (VP) is an internationally oriented, independent expertise centre. VP stimulates innovation and supports knowledge exchange in the field of e-culture in the Netherlands. Knowledge exchange between people and organisations across the whole spectre of culture that are involved in bringing the innovative qualities of e-culture to the arts and media sectors. VP is a matchmaker for anyone in search of partners for e-culture projects.“

Besonders neugierig hat mich der Bericht über die Cultuur 2.0 Konferenz gemacht, die im letzten Mai in Amsterdam stattgefunden hat. Eine spannende Lektüre, sieht man mal davon ab, dass ich bei einigen Beiträgen kapitulieren muss, weil ich der dortigen Landessprache nicht mächtig bin. Aber das ist schließlich meine Schuld.

What ist Web 2.0?“ fragt sich Marianne van den Boomen in ihrem Text, den sie als „Pamphlet“ bezeichnet. Für sie stellt der Begriff Web 2.0 eine Metapher dar. Metaphern, so van den Boomen, weichen einerseits den Fragen nach Wahrheit und Realität aus, andererseits schaffen sie Wahrheiten und Realitäten. Besonders hilfreich seien sie, wenn wir uns mit dem digitalen Code beschäftigen:

„We can interpret signs in almost any mode: graphic, pictorial, acoustic, object-like – some people are even able to interpret star constellations, iris patterns or coffee grounds. However we cannot interpret sets of digital numbers. We need metaphors to translate these numbers for us.“

Metaphern sind der Schlüssel, wenn wir die digitale Welt betreten wollen.

„They are the trans-coding interfaces between human information processing and machine information processing. They connect our minds and hands with the machine and vice versa.“

Auch das Web ist für sie eine Metapher. Zurückzuführen ist sie auf das Spinnennetz, so die Autorin. Nun könnte man meinen, dass das zentral gestaltete Spinnennetz und das dezentral aufgebaute Web völlig gegensätzlich sind. Aber beim zweiten Hinschauen könne man erkennen, dass sich ausgehend vom Spinnennetz sehr wohl Aussagen über die Architektur des Webs machen lassen.

Van den Boomen begründet dies unter anderem damit, dass das Web aus Servern und Clients bestehe, die hierarchisch verknüpft seien.

Die Web-Metapher lasse nun vermuten, dass wir die Spinnen seien, die in ihrem selbstgewebten Netz auf ein interessantes Opfer z.B. in Form einer Information warten. Das stimme aber nur teilweise, meint van den Boomen:

„But this only holds true when we maintain a website or a webserver ourselves. As web visitors we are not the spiders, we are the prey. I am not saying this is bad and that we should refrain from visiting websites.“

Van den Boomen sieht das also nicht negativ, nur solle man diesen Aspekt im Kopf behalten.

Auch das Web 2.0 ist für van den Boomen eine Metapher.

„Web 2.0 promises a new, revolutionary web where YOU as a user really matter (apparently, and retrospectively, web 1.0 did not fulfill its promises).“

Nur, wo kommen wir als UserInnen in dieser Metapher vor? Nirgends, meint die Autorin, denn bei der Metapher liege das Hautpaugenmerk auf dem 2.0 und das komme aus dem Bereich der Softwareentwicklung. Van den Boomen findet das merkwürdig, denn

„most metaphors indicating something digital lead our attention away from software but this one foregrounds it.“

Was unterscheidet die Software des Web 1.0 von der des Web 2.0? Van den Boomen:

„Without going too deeply into technical details we can say it is all about scripts and databases.“

Interessant die Erkenntnis, die die Autorin daraus gewinnt:

„We are still thinking in the metaphor of the page, but in fact the age of the page is over. What are delivered to YOU are recollections of floating signifiers: tagclouds, lists of bookmarks and affiliations, search and review results, RSS-feeds. YOU provide the content for these databases; YOU distribute your knowledge, your traffic data and your social relations over these databases. YOU become a distributed data body without organs; a body of data fragments, wrapped in script layers, like a mummy.“

Nicht zu Unrecht hat van den Boomen ihren Text als Pamphlet bezeichnet. Wenn also der Begriff Web 2.0 zu „technologielastig“ ist und uns als UserInnen nicht gerecht wird, dann stellt sich mir die Frage, ob es nun wirklich so ist, dass wir bildlich gesprochen in der Datenwolke aufgehen oder ob nicht einfach der Begriff Web 2.0 unglücklich gewählt ist? Es war ja auch nicht die Absicht, damit eine Entwicklung im WWW zu beschreiben, sondern einer Konferenz einen Namen zu geben.

Zuzustimmen ist Marianne van den Boomen, wenn sie am Ende ihres Beitrags meint:

„Thinking about the workings of web 2.0 software is a good thing. Connecting this to its effects upon YOU and Culture 1.0 is also good. What remains is the question – who are the spiders and who is the prey?“

Wer ist also die Spinne und wer das Opfer?

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Agiles Projektmanagement im Museumsbereich

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Als ich vor einiger Zeit über agiles Projektmanagement geschrieben habe, beklagte ich mich darüber, dass es bis jetzt keine Beispiele aus dem Kunst- und Kulturbereich gibt. Jetzt bin ich fündig geworden und das sogar bei einem Projekt, das ich schon vor mehr als einem Jahr vorgestellt habe. Steve ist ein Forschungsprojekt und beschäftigt sich mit Social Tagging.

„Steve is a collaboration of museum professionals and others who believe that social tagging may provide profound new ways to describe and access museum collections and encourage visitor enagement with museum objects. Our activities include researching social tagging and museum collections; developing open source software tools for tagging collections and managing tags; and engaging in discussion and outreach with members of the museum community who are interested in implementing social tagging for their own collections.“

Auf der Konferenz „Museums and the Web 2008„, die vor wenigen Tagen in Kanada stattfand, wurde auch dieses Projekt präsentiert. Dabei ging es um die Frage, wie sich ein solches Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit vielen Partnern organisieren und managen lässt? Im Abstract, das auf der Konferenzwebsite zur Verfügung steht, beschreiben Michael Jenkins, wie sie mit agilen Methoden das insgesamt zwei Jahre laufende Projekt zu managen versuchen.

Jenkins stellt anfangs fest, dass im Museumsbereich nicht alles planbar ist.

„Managing the unknowns of projects and budgets is a reality for most museum professionals, but delivering results that are on time and meet expectations is often a difficult task.“

Zwar ist Steve ein Forschungsprojekt, bei dem es zu einem Großteil um die Entwicklung von Software geht. Trotzdem ist es in meinen Augen ein wichtiger Schritt, um die Grundidee des agilen Projektmanagements weiter zu verbreiten und auch in anderen Bereichen anzuwenden. Denn ProjektleiterInnen, die mit diesem Ansatz ein Forschungsprojekt erfolgreich umgesetzt haben, werden ihre (positiven) Erfahrungen auch für andere Projekte nutzen.

Den Vorteil beschreibt Michael Jenkins, Autor des Papers so:

„agile methods directly address the roles of the customer in the planning and development process, as well as the probability of changes in assumptions and requirements that will undoubtedly occur in most projects.“

Wer wissen will, wie agiles Projektmanagement in der Praxis aussieht, sollte einen Blick in das Paper werfen. Gut gefällt mir, dass Jenkins am Ende aber auch darauf hinweist, dass diese Methode eine enorme Selbstdisziplin erfordert. Es ist nämlich nicht so, dass agiles Projektmanagement bedeutet, wir müssen nicht mehr planen. Nein, es wird nur anders geplant. Anders in dem Sinn, dass erstens alle Beteiligten permanent in die Prozesse eingebunden sind und zweitens Änderungen immer wieder möglich sind.

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25 Tools, die Ihnen das (virtuelle) Leben erleichtern

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Bevor es jetzt gleich zum Seminar Kulturfinanzierung nach Linz geht, möchte ich Sie gerne noch auf eine Linksammlung aufmerksam machen. Sie enthält 25 Tools, die Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen. Die Aufteilung gefällt mir:

  • The bare essentials
  • Keep yourself up-to-date
  • Manage your own productivity
  • Set up a blog, website and/or wiki
  • Share content with others
  • Build content and share it with others
  • Bring people together
  • Develop and manage courses

Aufgelistet werden keine Nischenprodukte, sondern Basistools für die (Online)-Arbeit, also z.B. der Firefox-Browser. Wenn man sich die Liste so durchschaut, kann man sehr schön erkennen, dass sowohl Programme als auch Inhalte immer häufiger auf fremden Servern lagern. Bei Texten, Tabellen und Präsentationen bin ich aber immer noch vorsichtig und speichere sie am eigenen Computer ab.

Mit zehn dieser bzw. ähnlicher Tools arbeite ich derzeit. Wie viele sind es bei Ihnen?

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Off-Off-Broadway: Was kosten eigentlich Theaterproduktionen?

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Bei uns ist es gar nicht so leicht, das herauszufinden. Rückschlüsse lassen sich unter Umständen aus den diversen Kunstberichten ziehen, in denen die Fördersummen für die einzelnen Projekte aufgelistet sind. Oder ein Theater nennt auf die konkrete Frage hin die Summe, die für die Realisierung notwendig war.

Je kleiner die Theatergruppen bzw. Theaterhäuser, desto weniger Zahlenmaterial steht zur Verfügung. Interessant wäre es ja schon zu wissen, wie hoch das Budget der einzelnen Produktionen ist, denn meistens handelt es sich gar nicht um so große Summen.

Für die New Yorker Off-Off-Broadway Szene gibt es diese Zahlen nun. Zu verdanken haben wir das der „New York Innovative Theatre Foundation„, die die Produktionsbudgets der Theatergruppen analysiert und in einem Report veröffentlicht hat. Während früher der Unterschied zwischen den Broadway-, den Off-Broadway- und denn Off-Off-Broadway-Bühnen darin bestand, wie weit sie jeweils vom „Broadway“ entfernt lagen, spielen die Bezeichnungen heute auf das Fassungsvermögen der Theaterhäuser an (Broadway: mehr als 500 Zuschauerplätze; Off-Broadway: zwischen 100 und 500 Zuschauerplätzen; Off-Off-Broadway: weniger als 100 Zuschauerplätze).

Der Report, der auch als PDF online abrufbar ist, liefert auf neun Seiten interessantes Zahlenmaterial.

Ein paar Punkte möchte ich gerne herausgreifen:

  • Die durchschnittlichen Kosten für eine Produktion liegen bei 18.000 USD. Bei 22% der Produktionen beträgt das Budget sogar weniger als 5.000 USD. Lediglich 4% der Produktionen verbrauchen mehr als 50.000 USD (Grafik 7).
  • Mit 36% geht mehr als ein Drittel des Budgets für die Raummiete drauf.
  • Wofür wird das Geld noch ausgegeben? Construction Materials (das sind unter anderem Technik und Kostüme): 16%; PR/Marketing: 19%; Sonstige Kosten wie Transport, Versicherung: 17%
  • Fehlen noch die KünstlerInnen: Von den 73 Theatergruppen, die den Fragebogen ausgefüllt zurücksandten (entspricht einer Rücklaufquote von ca. 20%), gaben 38% an, den KünstlerInnen gar kein Geld zu zahlen. Bei den anderen machten die Gagen für die SchauspielerInnen durchschnittlich 9% des Budgets aus. Pro Produktion sind das im Schnitt 2.110 USD, bei durchschnittlich 5 SchauspielerInnen pro Produktion bedeutet das 420 USD pro Person.
  • Und das Management? Im Report finden sich die folgenden Zahlen: Stage Manager/Crew: durchschnittlich 300 USD/Produktion, was einem Anteil von 2% des Budgets entspricht; Director: 500 USD/Produktion, entspricht 3% des Budgets.
  • Pro Jahr bringen die Theatergruppen durchschnittlich 3 Produktionen im Jahr heraus. 23% schaffen nur eine pro Jahr, 33% zwei und 29% zwischen 3 und 5 Produktionen.
  • Ganz interessant ist die Zahl der Aufführungen pro Produktion. 14 sind es im Schnitt, wobei 41% der Produktionen nur auf maximal 12 Vorstellungen kommen, 44% erreichen 16 Vorstellungen, 13% bis zu 24 und 6% mehr als 24 Vorstellungen.

Fazit: Reich wird hier niemand und interessanterweise ist der größte Ausgabeposten die Raummiete. Jetzt wäre es natürlich interessant, wenn man Vergleichszahlen aus dem deutschsprachigen Raum hätte, denn ich glaube, dass der Unterschied gar nicht so groß ist.

Lesetipp: Auch die New York Times berichtet darüber.

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Museen im Internet: eine Linkliste

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Vor einiger Zeit ist das Deutsche Historische Museum Berlin in einem Blogeintrag eher schlecht weggekommen. Heute gibt es ein großes Lob und Dankeschön für die umfangreiche Linkliste, die auf der Website des Museums zu finden ist.

Sie enthält nicht nur die Links zu Museen, sondern listet auch für den Museumsbereich relevante Websites auf. Eine wahre Fundgrube also. Nur eines vermisse ich darin: die Links zu Weblogs im Umfeld der Museen, zum Beispiel Museum 2.0 von Nina Simon oder die Kulturellen Welten von Joern Borchert.

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„Managers and Leaders: Are they different?“

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Als ich vor einigen Tagen über den Leader als sozialen Architekten geschrieben habe, kritisierte Christian Holst berechtigterweise in einem Kommentar die unpräzise Verwendung der Begriffe Management, Leadership und Führung. Nun hat George Ambler auf seinem Blog The Practice of Leadership noch einmal nachgelegt und sich die Frage gestellt, ob Leader und Manager wirklich so unterschiedlich sind?

Ambler ist der Meinung, dass es wichtig sei, zwischen Management und Leadership zu unterscheiden, um das eigene Verhalten immer wieder hinterfragen zu können. Was aber sind die Unterschiede?

Ambler zitiert Warren Bennis, der in seinem Buch „On Becoming a Leader “ die Unterschiede so beschrieben hat:

  • „The manager administers; the leader innovates.
  • The manager is a copy; the leader is an original.
  • The manager maintains; the leader develops.
  • The manager focuses on systems and structure; the leader focuses on people.
  • The manager relies on control; the leader inspires trust.
  • The manager accepts reality; the leader investigates it.
  • The manager has a short-range view; the leader has a long-range perspective.
  • The manager asks how and when; the leader asks what and why.
  • The manager has his or her eye always on the bottom line; the leader has his or her eye on the horizon.
  • The manager imitates; the leader originates.
  • The manager accepts the status quo; the leader challenges it.
  • The manager is the classic good soldier; the leader is his or her own person.
  • The manager does things right; the leader does the right thing.“

Nicht nur für Ambler ist diese Auflistung eine großartige Hilfe, über das eigenes Verhalten nachzudenken. Wo sehen Sie sich? Auf der linken oder auf der rechten Seite?

Wahrscheinlich werden Sie sich nicht festlegen können und sich manchmal mehr als Manager, dann wieder mehr als Leader sehen. Auch Ambler ist der festen Überzeugung, dass es des Managers und des Leaders bedarf, um erfolgreich agieren zu können:

„The fact is that leadership and management are both important, they are two distinctive systems of action, both are necessary, each seek to do different things.“

Ambler weiter:

„In the end, we need to be good at leading first and managing second, the what and why ….. then……. the how and the when!

Auf dieser Grundlage stellt Ambler uns zwei Fragen, über die wir nachdenken sollen:

„Where are you find yourself spending the majority of your time? Managing or leading?

Given that most organisations are „over managed and under led“, What two management tasks can delegate this week? What two leadership behaviour do you need to focus on and improve this week?“

Damit lässt sich, denke ich, hervorragend arbeiten. Als theoretisches Unterfutter liefert Ambler außerdem noch einen Hinweis auf einen Artikel von Abraham Zaleznik mit, in dem sich dieser die Frage stellt: „Managers and Leaders: are they different?“ Er ist zwar schon mehr als 30 Jahre alt, aber absolut lesenswert!

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Eine Studie untersucht Kultursponsoring in Oberösterreich

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Oft ist es doch so, dass man sich bei einer Tätigkeit viel leichter tut, wenn man weiß, wie andere das machen. Natürlich ist das auch beim Thema Kultursponsoring so. Nehmen wir nur zwei Beispiele: Angenommen Sie sind auf der Suche nach Sponsoren für Ihr neuestes Projekt. Sie haben auch bereits erste Kontakte geknüpft und sind nun am Überlegen, wie viel Geld Sie realistischerweise von einem Sponsor verlangen können. Sind es 500, 5.000 oder 20.000 Euro? In so einer Situation ist es doch sehr hilfreich, wenn man weiß, was Unternehmen bei ihren Sponsoringaktivitäten auszugeben bereit sind, oder?

Und ist die Information, was sich die Unternehmen von der Zusammenarbeit mit einer Kultureinrichtung erwarten, nicht auch extrem wichtig, wenn Sie gerade dabei sind, Ihre Sponsoringangebote zu entwickeln?

Anhaltspunkte liefert in dieser Hinsicht eine Studie, die das market Institut im Auftrag des Bundeslandes Oberösterreich im November 2007 veröffentlicht hat. Befragt wurden 402 Unternehmen mit Sitz in Oberösterreich, die mehr als 20 MitarbeiterInnen haben.

Das Ausmaß der Sponsoringaktivitäten hängt von der Unternehmensgröße ab

Von diesen betreiben fast zwei Drittel Sponsoring. Ob es Sponsoringaktivitäten gibt, hängt auch von der Größe des Unternehmens ab. Liegt der Prozentsatz bei Unternehmen mit 21-50 MitarbeiterInnen bei 49%, so steigt er bei Firmen mit mehr als 100 MitarbeiterInnen auf 60%.

Kultureinrichtungen, die sich auf die Suche nach Sponsoren machen, sollten wissen, dass es vor allem Banken, Versicherungen, der Handel, Gewerbe, Handwerk und Industrie sind, die dafür zu gewinnen sind.

Unternehmen, die Sponsoring betreiben, engagieren sich am ehesten im Sport- (73%) oder im Sozialbereich (18%). Erst dann folgen mit je 10% Kultur, Schulen und Universitäten und Vereine. Auf die Frage, welche Bereiche im Hinblick auf Sponsoringaktivitäten für das Unternehmen interessant seien, ergab sich folgende Reihenfolge:

  • Sport (53%)
  • Soziale Einrichtungen (27%)
  • Jugend (18%)
  • Gesundheit (14%)
  • Kultur (14%)
  • Forschung (7%)

Sowohl die Sponsoringaktivitäten im Kunst-und Kulturbereich als auch das Interesse daran halten sich also bei den Unternehmen in Oberösterreich in Grenzen. Die größten Konkurrenten sind der Sport- und der Sozialbereich.

Knapp 75% der Sponsoringbudgets liegen unter 10.000 Euro

Wie viele Unternehmen planen überhaupt Geld für solche Maßnahmen ein? Auf die Frage nach dem Sponsoringbudget gaben 44% der Befragten an, über ein solches zu verfügen. 45% meinten, dass könne man nicht abschätzen und 4% haben derzeit kein Geld für solche Maßnahmen eingeplant.

Ein Blick auf die Höhe des Budgets (von denen, die eines haben) zeigt, dass es eher um kleine Summen geht. In 31% der Fälle liegt es unterhalb von 2.500 Euro, ein Viertel der Budgets liegt zwischen 2.500 und 5.000 Euro, 20% der Unternehmen mit einem Sponsoringbudget geben bis zu 10.000 Euro aus und immerhin 24% mehr als 10.000 Euro. Diese Zahlen beweisen aber, dass es meist unrealistisch ist, sich von Unternehmen Beträge von mehreren zehntausend Euros zu erwarten.

Am liebsten sponsern die Unternehmen Musik

Welche Kunstsparten bevorzugen oberösterreichische Unternehmen, so sie Kultursponsoring betreiben? Klarer Favorit, nicht nur in dieser Befragung, ist die Musik mit 48%, gefolgt von der Darstellenden Kunst mit 42%. Die weitere Reihenfolge: Bildende Kunst (36%), Festivals (27%), Volkskultur (21%), Literatur und Museen (12%).

Wenn ein Unternehmen als Sponsor auftritt, dann geschieht das in der Mehrzahl der Fälle projektbezogen (61%). Nur in 14% der Fälle wird eine (längerfristige) Sponsoringpartnerschaft mit einer Kultureinrichtung eingegangen. Ein Viertel der Befragten hält sich beide Optionen offen. Es scheint also leichter zu sein, so die Studie, Sponsoren für einzelne Projekte zu suchen. Aber man sollte die Möglichkeit einer längerfristigen Zusammenarbeit und damit eines institutionbezogenen Sponsorings nicht ganz außer acht lassen.

Unternehmen, die in dieser Form mit einer Kultureinrichtung zusammenarbeiten, berücksichtigen vor allem diese Kriterien:

  • die Kultureinrichtung muss sympathisch sein (49%)
  • sie muss einen guten Ruf, ein gutes Image besitzen (44%)
  • die Zusammenarbeit muss gut funktionieren (44%)
  • die Kultureinrichtung muss zum Unternehmen passen (41%)

Auffällig ist, dass Kriterien wie ein hoher Bekanntheitsgrad (29%) oder ein großes Publikum (25%) nicht so wichtig zu sein scheinen.

Wer Sponsoren sucht, muss selbst aktiv werden

Wie kommen nun Sponsorgeber und Sponsornehmer zusammen? Die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet von den Kultureinrichtungen, dass diese auf sie zukommen, ein Fünftel wird selbst aktiv. Immerhin 10% der befragten Unternehmen fragen bei der öffentlichen Kulturverwaltung, bei der Kulturplattform, bei anderen Sponsoren nach oder recherchieren im Internet. Die Botschaft ist in diesem Fall sehr klar: Kultureinrichtungen, die Sponsoren suchen, können nicht damit rechnen, gefunden zu werden.

Ein gutes Image und ein hoher Bekanntheitsgrad als meistgenannte Sponsoringziele

Ist der Kontakt zustande gekommen, dann ist es hilfreich zu wissen, was ein Unternehmen von mir als Kultureinrichtung überhaupt erwartet? Die Reihung der Antworten ist keine große Überraschung:

  • eine positive Imagewirkung (78%)
  • Steigerung der Bekanntheit (71%)
  • engere Kundenbindung (33%)
  • hohe Medienwirkung (31%)
  • mehr soziale Kompentenz (31%)
  • preisgünstige Werbeaktivitäten (29%)
  • Erhalt und Förderung der kulturellen Landschaft in Oberösterreich (22%)

Auch die Frage, wie die Unternehmen die Kultureinrichtungen unterstützen, wird beantwortet. Am ehesten geschieht das mit Geld, 88% können sich finanzielle Unterstützung sehr gut oder gut vorstellen. Mit einigem Abstand folgt dann das Sachsponsoring und die Unterstützung in Sachen PR und Öffentlichkeitsarbeit.

Für Kultureinrichtungen, die gerade dabei sind, das Thema Kultursponsoring anzugehen bzw. ihre bisherige Strategie überprüfen wollen, ist diese Studie eine wertvolle Hilfe. Anlässlich einer Pressekonferenz veröffentlichte das Land Oberösterreich eine sechzehnseitige Information, in der nicht nur die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sind, sondern diese auch grafisch aufbereitet worden sind. Es lohnt sich also, dieses Paper abzuspeichern und für die eigene Sponsoringarbeit zu nutzen.

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Soziale Netzwerke als Gradmesser für die Transformation unserer Gesellschaft

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DE:BUG ist der Titel einer Zeitschrift, die sich mit elektronischen Lebensaspekten beschäftigt. Via MindSharing | get together bin ich nicht nur auf dieses Magazin gestoßen, sondern auch auf einen Artikel über Soziale Netzwerke.

Mercedes Bunz stellt sich darin die Frage, ob diese Netzwerke Fluch oder Segen für uns bedeuten. Sie merkt an, dass die Grenzen zwischen privat und öffentlich nicht zu ziehen sind und wir in Sozialen Netzwerken unsere „eigene private Öffentlichkeit aufmachen“.

„Hängengeblieben“ bin ich dann an der Feststellung, Soziale Netzwerke seien nicht nur einfach als eine neue Entwicklung im Internet zu verstehen, sondern seien als ein neues Paradigma unserer Gesellschaft zu lesen:

„Zentral auffällig ist da vor allem eins: Die Technik der Selbstdarstellung ist heute nicht mehr nur eine Angelegenheit des Künstlers, der damit früher einmal die eigenen Fähigkeiten ausstellte. Jeder mündige Bürger, nun gut, zumindest die jüngeren unter ihnen, sind heute zur Selbstdarstellung verpflichtet, einfach weil man gar nicht mehr daran vorbeikommt.“

Ist das der Grund, warum es KünstlerInnen heute so schwer haben, überhaupt wahrgenommen zu werden? Selbstdarstellung ist ja schon länger ein Thema. Die privaten Fernsehsender haben diese Entwicklung schon vor langer Zeit mit ihren diversen Fernsehshows aufgegriffen. Wenn wir uns das aktuelle Fernsehprogramm anschauen, dann funktioniert das öffentliche Zurschaustellen von Privatheit ja immer noch ganz gut. Sind Social Networks da nicht einfach die Übertragung dieses Prinzips in den virtuellen Raum? Die Frage ist nur: muss ich da mitmachen? Netzwerke sind ein Instrument und es liegt an den NutzerInnen, was sie damit anstellen. Mit einer Geige kann ich Menschen verzaubern, ich kann sie aber auch quälen.

Vielleicht ist es ein Fehler, dass sich der Kunst- und Kulturbereich am „schneller, höher, weiter“ beteiligt? Liegt die Einzigartigkeit der Kunst nicht wo ganz anders? Und ist es nicht die Aufgabe des Kulturmanagements, dafür neue Konzepte zu entwickeln? Damit sind wir wieder bei einem Thema, dass ich erst vor kurzem in einem Beitrag angesprochen habe.

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Es tut sich was im Kunst- und Kulturbereich

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Matthias Schwenk hat es vor einigen Tagen in einem Kommentar auf den Punkt gebracht:

„Das ist jetzt vielleicht etwas off-topic, aber täusche ich mich oder findest Du nicht so nach und nach immer mehr Anknüpfungspunkte und Verlinkungsmöglichkeiten in der Kulturszene?“

Er hat Recht, auch ich habe das Gefühl, dass es immer mehr Blogs gibt, in denen es um Kunst, Kultur oder verwandte Themen geht. Damit einher geht die Möglichkeit, Themen auch auf mehreren Blogs zu diskutieren.

Besonders freue ich mich über Michaels Blog Moving Culture. Wenn ich mich nicht täusche, ist es das erste Blog in der Slowakei, das sich des Themas Kulturmanagement annimmt. Bei einem Treffen letzte Woche haben wir uns überlegt, Themen auch blogübergreifend zu diskutieren. Zwar ist es gar nicht so einfach, auf zwei Blogs miteinander Themen zu diskutieren bzw. weiter zu entwickeln, aber ich glaube, das kann ganz spannend werden.

Petra Öllinger und Georg Schober habe ich bei der Präsentation des Logbuch Accessibility kennen gelernt. Zusammen betreiben sie das Blog Duftender Doppelpunkt, in dem wir „Infos aus Literatur und Wissenschaft“ finden können.

In den Startlöchern sitzt Michaela mit ihrem Blog Unternehmen Lyrik. Ich habe die Vorbereitungsphase miterleben dürfen und freu mich schon auf die ersten Blogeinträge. Ein Weblog, das sich mit dem Thema Lyrik und deren Vermittlung beschäftigt, ist eine Herausforderung, denn

„Professionalität und Poesie sind auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Gangarten“,

schreibt sie in ihrem Eröffnungsbeitrag.

Mit einem ganz anderen Thema beschäftigt sich Jennifer Hoffmann. Auf ihr Blog, das „Betrachtungen zum Kulturmarketing in der Hauptstadt“ anstellt, habe ich erst vor ein paar Tagen verwiesen.

Bleibt noch das Blog Wie wir die Welt sehen von Educult, einem „unabhängigen Institut für Kultur und Bildung“. Michael Wimmer macht sich anlässlich der Ratifizierung des „Vertrag von Lissabon“ im österreichischen Parlament in seinem Beitrag „Rettet Östereich! – Rettet uns vor den Rettern!“ Gedanken über das Ansinnen, so etwas wie eine europäische kulturelle Identität zu schaffen. Wimmer weist darauf hin, dass die Kultur in der europäischen Vergangenheit die verschiedenen Länder eher entzweit denn vereint hat.

Für ihn geht es darum, dass wir das nationalstaatliche Denken überwinden und uns für eine „universelle Zivilisation“ einsetzen. Das scheint mir ein ganz wichtiger Punkt zu sein, denn wenn wir uns als Europa weiter entwickeln wollen, müssen wir auf die Heterogenität setzen, nicht auf die Homogenität.

Es gibt also viel Neues zu entdecken auf den diversen Blogs, die im kulturellen Umfeld angesiedelt sind. Sie können frischen WInd in einen Bereich bringen, der das Internet bis jetzt noch nicht erobert hat. Schade, dass ein Portal wie vertikult seit fast einem Jahr einen Relaunch ankündigt und in den letzten Monaten nur durch Übertragungsgeschwindigkeiten auffällt, die mich an meine Modem-Zeit erinnern. Aber vielleicht bringt auch hier der Frühling frischen Schwung in die Sache, denn solche Seiten braucht der Kunst- und Kulturbereich.