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Wie viel sollen wir verdienen?

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„What would a ‚fair‘ wage per year for an actor be? Or What do we feel it to be?“

Diese Frage wurde Adam Thurman gestellt, der sie an die LeserInnen seines The Mission Paradox Blog weiter gegeben hat. In einigen Kommentaren wird seine Frage mit konkreten Zahlen beantwortet. Mal sind es 20.000 USD, mal 40.000.

Interessant ist aber der Kommentar von Michael Fiala, der 26 Jahre als Schlagzeuger gearbeitet hat und heute sein Geld in der Marketingbranche verdient. In den frühen 80er Jahren war die Bezahlung noch angemessen, schreibt er.

„Bigger artists payed more because they sold more tickets, records(remember them?), and merchandise, and knew they needed to pay more for my services to maintain the quality performance they needed to please their audiences.“

Aber die Rahmenbedingungen veränderten sich. Mehr Schlagzeuger boten ihre Leistungen an und da das Angebot (an Schlagzeugern) die Nachfrage überstieg, war es vorbei mit der angemessenen Zahlung. Warum das so ist, beschreibt Fiala so:

„It’s also important for artists to remember that it’s the responsibility of ANY manager – no matter how much they WOULD LIKE to pay their artists – to make a profit. And that means controlling costs. And labor is a cost. If the cost of labor is too high, the organization cannot, by definition, sustain itself.
So I don’t think arbitrarily setting wages („price-fixing“) works in a a free market, or fits well with a reasonable business model. Historically, price-fixing tends to lead to „outsourcing“, downsizing, or the organization closes its doors entirely.
My union tried to hold the line on wages in the 1980’s and failed every time, with the exception of a few major symphonies and major national touring, recording, television, and film contracts. In fact, wages usually went down when the musicians union interfered in the market.“

Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? Fiala weiter:

„I know creative people tend to think money grows on trees and „the man“ is sticking it to them, but the harsh reality is, the arts are a business just like any other … and must turn a profit to survive. So, if creatives don’t feel they’re getting paid enough, they have some choices:
1– improve your skills and try to get a better job;
2– If you feel you’re as good as the best in the business, move to the appropriate city and try to work your way up the ladder;
3– If that isn’t possible, try to find innovative, creative ways to bring added value to what you’re already doing. Try to attract more people to pay their hard earned money to see your performances.“

Was denken Sie? Stimmen Sie dieser Sichtweise zu? Und trifft das auch auf KulturmanagerInnen zu?

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  1. So ärgerlich es auch tönen mag: Es ist halt schon so. Diese erfrischend einfache US-Marketing-Philosophie ‚Mehrwert schaffen‘ trifft den Nagel exakt auf den Kopf. Und da könnten wir Europäer uns halt manchmal schon fragen: Pflegen wir nicht zu oft (noch) unser eigenes Gärtchen (eigene Vorlieben) mit Kultursubventionen? Wobei ich weiss, dass insbesondere der museale Bereich nie selbsttragend, geschweige denn gewinnbringend sein kann – auch nicht in USA.

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  2. Ich sehe das wie Du. Das Spiel funktioniert genau nach den oben genannten Kriterien. Allerdings behaupte ich, dass es noch eine vierte Möglichkeit gibt, nämlich zu erkennen, dass man nicht gut genug ist und Konsequenzen daraus zu ziehen, sprich, man sucht sich einen anderen Job. Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass sich jede/r im Kunst und Kulturbereich selbst verwirklichen darf und das mit Hilfe von Subventionen.

    Das heißt nun nicht, dass es keine Subventionen geben sollte, ganz im Gegenteil. Aber es ist Aufgabe der Gesellschaft eine Entscheidung zu treffen, was gefördert wird und was nicht. Mit Hilfe klarer Spielregeln sollte das doch möglich sein.

    In diesen Bereichen gibt es dann Fördergelder, aber auch hier gilt dann wieder: übersteigt das Angebot die Nachfrage, heißt das, dass einige in dem Bereich überflüssig sind.

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  3. Die vierte Möglichkeit gilt übrigens auch im subventionierten Bereich. Wenn das Geld nicht für alle reicht, gibt es eigentlich keine andere Alternative als auszusteigen.

    Stattdessen gewöhnen sich alle daran, mit immer weniger Geld auszukommen. Man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusehen, dass die Zahl derer, die von ihrer künstlerischen Arbeit nicht mehr leben können, auf diese Weise weiter ansteigen wird.

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  4. Ich bin einverstanden mit der vierten Möglichkeit – und werfe trotzdem einige Fragen ein:

    Liegt es wirklich daran, dass man zu wenig gut ist? Oder sehen die Förderer die Qualität nicht? Wie kommt man zur Selbsterkenntnis, nicht gut genug zu sein?

    Zurückziehen würden sich bei der vierten Möglichkeit hauptsächlich die ewigen Zweifler an sich selbst. Die Frage stellt sich: Wären das dann auch die richtigen, die den Rückzug antreten?

    Zum Geld verdienen in der Kunst / Kultur: Selbst wer seine Werke verkauft, kann oft nicht unbedingt davon leben. Ich denke, ein gesunder Realismus ist in dieser Branche nicht schlecht. Will heissen: Man muss sich bewusst sein, dass man sich zusätzliche Geldquellen erschliessen muss (heiraten ;-) / einen privaten Förderer finden / Nebenjobs annehmen).

    Frau Zappadong

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  5. Die Fragen sind berechtigt und ich bin mir darüber im Klaren, dass es schwer bzw. unmöglich ist, eindeutige Antworten zu finden.

    „Liegt es wirklich daran, dass man zu wenig gut ist?“ Nein, nicht unbedingt. Mein Beispiel im Blogpost beweist das Gegenteil. Daher gilt nicht nur meine Variante, sondern natürlich auch die drei aus dem Blogpost. Die Frage ist aber, was eigentlich mein Ziel ist? Wenn es mir egal ist, ob ich auch finanziellen Erfolg habe, dann gibt es keinen Grund aufzuhören. Sonst muss ich mir überlegen, welche der vier Optionen die richtige für mich ist.

    „Sehen die Förderer die Qualität nicht?“ Ich würde diese Frage mit „selten“ beantworten. Es muss vor allem neu sein. Beispiel: Du führst seit mehreren Jahren ein Musikprojekt durch, an dem Israeli und Palästinenser teilnehmen. Das Projekt bekommt eine Absage, weil da nichts Neues passiert.

    Thema Selbsterkenntnis: keine Ahnung, wie das geht. Ich selbst habe früher Studententheater gespielt und irgendwann mal festgestellt, dass ich nicht gut genug dafür bin. Deshalb ist es dann Kulturmanagement geworden. Aber wenn ich jetzt den Prozess beschreiben müsste, der mich zu dieser Erkenntnis geführt hat, dann könnte ich das nicht.

    Frage, ziehen sich die richtigen zurück? Wahrscheinlich nicht, denn da ist schon was dran, dass die Zweifler wahrscheinlich die ersten sind, die sich verabschieden. Das Problem: ob die Entscheidung richtig oder falsch war, wissen wir erst hinterher.

    Thema Geldverdienen: Wenn der „gesunde Realismus“ vorhanden ist, dann passt es ja. genau um den geht es mir ja eigentlich. Es spricht nichts dagegen, wenn jemand ganz bewusst das „Risiko“ eingeht, künstlerisch tätig zu sein. Ich denke aber vielmehr an die, die man quasi vor sich selbst schützen müsste. Die haben eben dann auch die Nebenjobs nicht.

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  6. Thema Selbsterkenntnis: Ich wäre ja gerne Rocksängerin, aber da ist mir fadenklar, dass mein Talent nicht reicht. Malen könnte ich nicht, denn da bin ich sogar eine talentfreie Zone. So weit, so einfach. Kommen wir zum Schreiben (das ist der Bereich, in dem ich tätig bin): Da ist es alles andere als einfach. Ich gehöre zu den ewigen Zweiflern und ich weiss, dass ich mich damit in recht guter Gesellschaft finde. Früher dachte ich, dass sich das legen würde, wenn ich erst einmal einen Verlagsvertrag habe (hat es nicht), wenn ich erst einmal das erste Buch raus habe (hat es nicht), wenn die Leser meine Bücher nicht in der Luft zerreissen, sondern mehrheitlich wohlwollend aufnehmen (hat es nicht), wenn ich erst einmal mit dem zweiten auf dem Markt bin (hat es NICHT!) Gut, es ist nicht mehr so schlimm, aber ich werde wohl ein Leben lang mit dem manchmal heftiger, machmal weniger heftigen Zweifel leben müssen – auch damit, dass ich Phasen habe, in denen ich an einen Rückzug denke. Ich finde das also eine sehr, sehr schwierige Frage.

    Thema Geldverdienen: Ich schreibe im Unterhaltungsbereich, und da ist es sämtlichen mir bekannten Kolleginnen und Kollegen klar, dass man seinen Brotjob erst an den Nagel hängt, wenn man so viel einnimmt, dass man davon leben kann. Bei mir persönlich würde das (im Moment noch und wohl auch lange Zeit noch) nicht reichen. Ich stelle aber häufig fest, dass im literarischen Bereich eine Anspruchshaltung da ist: Ich mache Kunst und ich möchte von der leben können. Als jemand mit Bodenhaftung muss ich dazu sagen: Wer alle zwei Jahre einen Lyrikband veröffentlicht, kann davon einfach nicht leben. Es geht nicht. Auch alle drei Jahre ein Prosawerk zu veröffentlichen reicht nicht für den Lebensunterhalt – nicht einmal MIT Subventionen. Und hier wird es für mich kritisch: Hier stellen sich für mich Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Kann / soll / muss die Kulturförderung hier einhängen und solchen Menschen mehr oder weniger ein Gehalt bezahlen?

    Es gibt viele Künstler, die sich mit ihrer Kunst, mit irgendwelchen Nebenjobs, evtl. mit zusätzlichen Kulturförderungsgeldern durchs Leben schlagen, aber es gibt eben unter den Künstlern – wohl mehr als bei allen anderen Berufsgattungen – Menschen, die nicht die Stärke oder die Kraft haben, sich zusätzliche Geldquellen zu erschliessen. Ich klammere hier bewusst den Willen aus, denn mit fehlendem Willen – wenn alles andere vorhanden wäre – habe ich meine liebe Mühe. Jemand, der aus Prinzip „nur Künstler“ sein will und dann über seine finanzielle Situation jammert, tut mir nicht leid.

    Bei jenen, die weder die Kraft noch die Stärke haben, wird es wohl so sein, dass sie früher oder später auf Sozialhilfe angewiesen sind – und da komme ich zurück auf meine Frage: Kann / soll / muss die Kulturförderung hier einhängen und solchen Menschen mehr oder weniger ein Gehalt bezahlen? Ein Gehalt hat einen anderen Stellenwert als Sozialhilfegelder, mindestens in den Augen des Empfängers.

    Und vielleicht landen wir hier bei der Frage eines Grundeinkommens für alle. Eine grosse Frage, über die es sich ernsthaft nachzudenken lohnt.

    Frau Zappadong

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  7. Danke für diesen langen Kommentar, Frau Zappadong!! Das ist ja eigentlich schon ein eigener Beitrag, der sehr viele bedenkenswerte Aspekte enthält.

    Selbstzweifel sind etwas, was wohl viele kennen, mich eingeschlossen. In einem Coachinggespräch habe ich mal versucht, diesen Zweifeln auf den Grund zu gehen. Ich habe daraus gelernt, dass es für mich in einer solchen Situation sehr hilfreich ist, sich die Frage zu stellen, welche Zweifel oder Ängste es konkret sind, von denen man sich „bedroht“ fühlt. Häufig komme ich dann zu dem Ergebnis, dass Angst oder Zweifel eigentlich gar nicht nötig sind, wenn ich mir vor Augen halte, was eigentlich konkret passieren kann.

    Nun gibt es aber auch noch eine andere Art von Zweifel, der mich produktiv antreibt und der für mich das Gegenteil von so etwas wie Überheblichkeit ist, die dazu führt dass ich „satt“ bin. Ich bin jetzt kein Künstler, aber kann es nicht sein, dass diese Form von Zweifel die Voraussetzung dafür ist, künstlerische Ergebnisse zu erzielen, mit denen man dann selbst zufrieden ist? Auf der einen Seite wären die Zweifel dann die Voraussetzung für künstlerisches Arbeiten, auf der anderen Seite zermürbt so etwas natürlich. Überwiegt der zermürbende Aspekt, wird der Leidensdruck unter Umständen so groß, dass man dann aussteigt. Das heißt, man bewegt sich permanent auf einem schmalen Grad und ist eigentlich nie ohne Zweifel. Interessant wäre es herauszufinden, ob es KünstlerInnen gibt, die diese Selbstzweifel nie haben? Wie sieht die Akzeptanz ihrer Werke aus? Sind sie „erfolgreicher“ als die mit Zweifel?

    Zum Thema Geld: Über 90% aller KünstlerInnen können nicht alleine von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben. Das ist ein Fakt, dem ich mich stellen muss, wenn ich in diesen Bereich hineingehe. Die Frage ist aber: wie gehe ich damit um? Ich kann Großprojekte konzipieren, in denen ich für mich ausreichend hohe Beträge kalkuliere, um davon leben zu können. Ich kann mich aber auch um einen anderen Job kümmern, mit dem ich mich finanziell über Wasser halten kann.

    Ich behaupte, viele machen sich darüber viel zu wenig Gedanken und glauben, dass sie nur das „richtige“ Projekt entwickeln müssen, um genügend Förderungen zu erhalten und dann davon leben zu können. Nur: welche Förderstelle gibt mir denn als NewcomerIn auf Anhieb 100.000 Euro für ein Projekt? So gut kann das Projekt gar nicht sein, das ist unrealistisch. Und das ist ein Punkt, den ich kritisiere. Ohne sich Gedanken darüber zu machen und ohne Plan in den Kunst- und Kulturbereich einzusteigen, das kann nicht gutgehen.

    Nun kann es natürlich sein, dass es da jemanden gibt, der so von seiner Kunst überzeugt ist, dass er sein Ding durchzieht. Und irgendwann stellt sich dann auch der Erfolg ein. Nur: wie viele KünstlerInnen sind wirklich so gut und schaffen es, so lange durchzuhalten? Viele glauben, dass genau sie diejenigen sind, auf die die Welt wartet. Aber da sind wir dann wieder beim Thema Selbsteinschätzung. :-)

    Wie soll aber die Kulturförderung damit umgehen? Ich tendiere eigentlich auch zu einer Art Grundeinkommen. Warum? Es gibt viele Tätigkeiten, die wichtig für unsere Gesellschaft sind, aber nicht adäquat bezahlt werden (können). Nachdem wir aber an den Punkt kommen, wo wir feststellen, dass es der Markt wohl doch nicht immer richtet, wie viele behaupten, könnte der Staat hier ansetzen und unter Umständen sogar wieder eine stärkere Rolle gegenüber „der Wirtschaft“ einnehmen.

    Gleichzeitig könnte er dafür sorgen, dass wieder mehr Menschen die Möglichkeit haben, das zu tun, was sie gerne tun. Meist kommt an dieser Stelle das Argument, dass viele Menschen gar nicht arbeiten wollen? mag sein, aber was sind die Gründe dafür?

    Aber mit einem Grundeinkommen läuft man natürlich auch Gefahr, dass so eine Art Gleichmacherei unser System bestimmt. Leistung sollte schon noch zählen, aber nicht in dieser ausschließlichen Art, die dazu führt, dass die Diskrepanz zwischen Arm und Reich immer weiter zunimmt. Wie das aussehen könnte weiß ich nicht, aber ich denke, dass es sich lohnt, daüber nachzudenken. Da sind wir wohl beide einer Meinung.

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  8. Pingback: Kulturförderung: geht es nicht auch anders? « Das Kulturmanagement Blog

  9. Und ich danke für die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Selbstzweifel. Angst habe ich keine (was u.a. daran liegt, dass ich nicht vom Schreiben leben muss und mir ein ausgefülltes Leben auch ohne – veröffentlichtes – Schreiben vorstellen kann). Vielleicht ist es wirklich ein „Antriebszweifel“ – was eigentlich nicht schlecht wäre; trotzdem könnte ich gerne ab und zu darauf verzichten.

    Thema Grundeinkommen: Ich war anfangs total dagegen und habe dann sehr spannende Diskussionen geführt, u.a. mit Hanspeter Gauschtin (der hier ebenfalls aktiv am Blog teilnimmt) und vor allem mit Philipp Meier vom Cabaret Voltaire, der mich mit seinen intensiven, kritischen Fragen und sehr viel Gedankeninput total in das Thema hereingezogen hat. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass ein Grundeinkommen sehr viele Probleme unserer Gesellschaft lösen könnte (nicht nur im Kulturbereich); ja, ich sehe im Grundeinkommen sogar ein Modell, das uns unendlich viele Türen in ein besseres Leben öffnet.

    Wer beim „Hängemattenargument“ stecken bleibt, verpasst eine Chance. Ich sehe auch bei einem Grundeinkommen die Möglichkeit jedes Einzelnen, nach „mehr“ zu streben, wobei „mehr“ nicht unbedingt Geld sein muss – aber durchaus Geld sein darf. Ein Grundeinkommen wäre ein minimales Einkommen, von dem man (bescheiden) leben könnte. Jeder Einzelne hätte dann die Möglichkeit, mehr zu verdienen – aber es müsste niemand mehr Existenzängste haben.

    Diskussionen haben mir aber gezeigt, dass gerade im Kulturbereich eine grosse Abwehrhaltung da ist, so nach dem Motto: „Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Geld erhält?“ Und auf der anderen Seite konnte ich kürzlich eine Gruppe Erwachsener (Teilnehmer eines Englischkurses und nun wahrlich keine Revolutionäre) total für diesen Gedanken begeistern.

    Frau Zappadong

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  10. Wenn wir mal davon ausgehen, dass keine Ängste im Spiel sind, die mir den Schlaf rauben oder mich sonstwie beeinträchtigen, dann sehe ich Selbstzweifel eigentlich als eine Art Korrektiv zwischen Selbst- und Fremdbild. Ich glaube, dass das wichtig ist, sonst läuft man Gefahr, den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren. Das Resultat sind dann Menschen, die der Überzeugung sind, sie seien die allergrößten. Nur stehen sie mit dieser Ansicht dann alleine da und das ist dann im Endeffekt „schädlicher“ als der Selbstzweifel. Insofern ist das für mich eigentlich gar nichts, was ich nicht haben möchte.

    Das Grundeinkommen würde ich auch nicht auf den Kunst- und Kulturbereich beschränken, ganz im Gegenteil. Arbeit könnte einen ganz anderen Stellenwert bekommen und es würde nicht mehr nur darum gehen, wer welche Funktion ausübt und wie viel Geld dafür bekommt. Das Streben nach „mehr“ wäre dann, so sehe ich das auch, wäre dann nicht unbedingt eines nach Geld. Womit wir dann beim Thema Sinnhaftigkeit wären.

    Die Abwehrhaltung im Kunst- und Kulturbereich habe ich auch schon erlebt und ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Aber vielleicht verstehe ich da was falsch. Schade ist es, finde ich, dass die Diskussion darüber nur in kleinen Zirkeln stattfindet und nicht öffentlicher geführt wird.

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  11. Danke für die Links. Die Kommentare sind in der Tat sehr positiv, das hätte ich so gar nicht erwartet. Wichtig ist aber, dass es beim Grundeinkommen eben nicht darum geht nie mehr zu arbeiten, sondern die Arbeit zu machen, die man gerne tut.

    Aber ein in den Kommentaren aufgetauchter Einwand scheint mir auch bedenkenswert: sind wir überhaupt noch dazu in der Lage, unser Leben in die eigenen Hände zu nehmen? Manchmal habe ich da so meine Zweifel.

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  12. Pingback: Fleischervorstadt-Blog - Geschichten aus Greifswald - polemisch - politisch - positioniert

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