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EU: Erasmus für KulturunternehmerInnen?

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© Fabio Sommaruga; Pixelio

Erasmus ist ein Programm der EU, um die Vernetzung zwischen den europäischen Universitäten und die Mobilität der StudentInnen zu unterstützen. Nun gibt es ein ähnliches Programm für UnternehmerInnen: „ERASMUS for young entrepreneurs„.

Der Call verfolgt eigentlich die gleichen Ziele wie das klassische Erasmus-Programm (halt für JungunternehmerInnen) und funktioniert auch so:

„Gegenstand dieses Aufrufs sind Finanzhilfen für Projekte, die Unternehmensgründern aus der EU — im Interesse des Erfahrungsaustauschs und der Vernetzung — Aufenthalte im Betrieb eines erfahrenen Unternehmers in einem anderen EU-Mitgliedstaat ermöglichen. Auf diese Weise sollen die unternehmerische Initiative, die Internationalisierung und die Wettbewerbsfähigkeit von neu gegründeten Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen sowie potentiellen neuen Unternehmensgründern aus der EU gefördert werden. Die Zielgruppe sind Menschen, die ein Unternehmen gründen möchten, und — in geringerem Umfang — Menschen, die vor kurzem ein Unternehmen gegründet haben.“

Einreichen können nun nicht die UnternehmerInnen selbst, sondern:

  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und ähnliche Einrichtungen,
  • Organisationen zur Unternehmensförderung und Gründerzentren,
  • Wirtschaftsverbände und Unterstützungsnetze für Unternehmen,
  • öffentliche Stellen, die Unternehmen Unterstützung anbieten,
  • (öffentliche, private, sektorale u. a.) Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung, die auf dem Gebiet der Unternehmensförderung tätig sind,
  • Einrichtungen, die Praktika vermitteln.

Gut, werden Sie sich denken, was hat das mit dem Kunst- und Kulturbereich zu tun? Wir sprechen die ganze Zeit davon, dass der Kunst- und Kulturbereich unternehmerischer denken und handeln sollte. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der KulturunternehmerInnen kontinuierlich erhöht. Und damit sind sie ganz normale UnternehmerInnen, nur leider fehlt es noch an entsprechenden Interessensvertretungen. Es gibt sie zwar für den Kunst- und Kulturbereich bzw. für die einzelnen künstlerischen Sparten und damit für die KünstlerInnen. Aber es gibt sie nicht für KulturunternehmerInnen. Mein Wunsch wäre, dass sich das zumindest mittelfristig ändert.

Auf den Call „ERASMUS for young entrepreneurs“ hat das aber keinen Einfluss. Das macht aber nichts, denn es gibt, wenn man sich die Liste der Institutionen anschaut, die einreichen können, schon jetzt Möglichkeiten, hier einen Antrag zu stellen. Es gibt mittlerweile zumindest in Deutschland Gründerzentren im Bereich Kulturwirtschaft, es gibt Interessensvertretungen und es gibt die öffentlichen Stellen.

Dieser Call ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie der Kunst- und Kulturbereich Geld aus „kunstfremden“ Förderprogrammen Geldmittel lukrieren kann. Wäre das nicht was? Hier gibt es die Infos zum aktuellen Call.

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