Monthly Archives of: Oktober 2008

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Warum es so schwierig ist, ein Konzept zu erstellen

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Der Newsletter von BusinessVillage gehört zu den wenigen, in denen ich immer wieder gute Tipps und Anregungen finde. Der aktuelle verweist auf ein Buch, das Sonja Ulrike Klug verfasst hat. Der Titel „Konzepte ausarbeiten – schnell und effektiv: Tools und Techniken für Pläne, Berichte und Projekte“ macht bereits klar, worum es darin geht.

Konzepte müssen die meisten von uns erstellen. Vielleicht nicht täglich, aber man kann schon sagen, dass das Schreiben von Konzepten zum Alltagsgeschäft gehört, gerade im Kunst- und Kulturbereich, wo viele Vorhaben auf Projektbasis realisiert werden. Aber wie das oft so ist, bleiben wir mit unseren Ideen irgendwo hängen und das ganze Vorhaben versandet. Eine der häufigsten Ursachen: niemand schafft es, ein Konzept dafür zu erstellen.

Klug spricht in diesem Zusammenhang von fünf Problemen und geht auf sie in ihrem Newsletter-Beitrag „Das perfekte Konzept – Die fünf Probleme“ ein.  Hier sind sie:

  1. „Meine Zeit reicht nicht aus“
  2. „Es ist viel zuviel“
  3. „Ich blicke nicht durch“
  4. „Ich bin nicht kreativ“
  5. „Ich kann nicht schreiben“

Wenn Sie sich die von ihr identifizierten Probleme anschauen, wird Ihnen wahrscheinlich das eine oder andere bekannt vorkommen. Mir ist es zumindest so gegangen.

Die Tipps, die Klug im Newsletter gibt, sind einleuchtend und machen Lust auf mehr. Wenn es Ihnen ähnlich ergeht, am Ende des Beitrags finden Sie den Link zur Buchbestellung, übrigens auch als PDF. Aber bei 125 Seiten bin ich konservativ und wähle die Printvariante.

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Kann die Werbebranche von der Kunst lernen?

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Martin Oetting beschwert sich in einem offenen Brief darüber, dass manche Werbekreative in Deutschland von Bloggern als „Army of Davids“ sprechen und deren Output abschätzig als „Loser Generated Content“ bezeichnen.

Ich finde es gut, dass sich jemand gegen solch abfällige Bemerkungen wehrt und das in Form eines Blogposts zu tun, hat noch zusätzlichen Charme. Ein Verständnisproblem habe ich mit der „Army of Davids“, denn mein erster Gedanke, was das denn bedeuten könnte, führte mich zur Geschichte von David und Goliath. Wenn ich da richtig assoziiert habe, dann ist das aber eigentlich eher ein Lob und keine Herabwürdigung. Aber vielleicht liege ich damit völlig falsch, dann wäre es nett, wenn mich jemand aufklärt, was damit wirklich gemeint ist.

Zurück zum offenen Brief: Oetting wirft all denen, die sich so abschätzig gegenüber den BloggerInnen äußern, Respektlosigkeit vor:

„Wenn Sie meinen, dass all diese Menschen und all die anderen, die das Web für sich und ihre ganz eigenen Ideen und Projekt entdeckt haben (dazu deren Freunde, Familien, Bekannten), nichts als Loser sind, dann bedeutet das letztlich, dass Sie Ihre Kunden für Loser halten.“

Seine Frage, wie man für Menschen arbeiten könne, die man nicht respektiert, ist berechtigt. Negative Konsequenzen dieser Respektlosigkeit kann Oetting bereits erkennen, denn

„die Menschen interessieren sich immer weniger für das, was da als kreative Glanzleistung im kleinen Kreis gefeiert, im großen aber ignoriert wird.“

Wenn diese Arroganz berechtigt ist und die Kreativen wirklich so viel besser als die „Loser“ sind, dann gilt es Oetting zufolge zwei Aufgaben zu lösen:

  1. „Geschichten, Ideen, Konzepte erfinden, die die Massen oder auch die Nischen elektrisieren. (…)
  2. Bei all dem müssen sie jedoch sicherstellen, dass diejenigen, die begeistert sind, später auch kaufen.“

Direkt anschließend findet sich ein Satz, der mich im ersten Moment verärgert hat:

„Denn wer für Passion und Begeisterung sorgt, aber keine Marktanteile bringt, der soll Künstler werden, nicht jedoch im Marketing arbeiten.“

Ging es nicht gerade darum, anderen gegenüber Respekt zu zeigen? Um noch einmal Punkt 1 in Erinnerung zu rufen. Es geht um Geschichten, Ideen und Konzepte, die andere elektrisieren sollen. Was elektrisiert da mehr? Musik von Mozart oder irgendein dämlicher Jingle? Ein spannender Roman oder der x-te Flyer? Noch mehr Beispiele gefällig?

Und wie ist das mit dem Verkaufen? Muss die Kunst nicht, kann sie auch gar nicht, schon klar. ;-) Und was ist mit Anna Netrebko, Madonna oder zeitgenössischen KünstlerInnen, deren Werke für mehr als 50 Mio. Dollar die Besitzer wechseln? Gut, die werden wahrscheinlich nicht gemeint sein, womit wir dann wieder beim Klischee vom armen Künstler, dem unerkannten Genie gelandet wären.

Klar gibt es die, dem Kunst- und Kulturbereich geht es auch nicht wirklich berauschend, aber mal ehrlich: wieviele Werbe-, Marketing- und ich weiß nicht was-Agenturen kämpfen ebenfalls ums Überleben? Außerdem behaupte ich, dass es in der nächsten Zeit eher mehr als weniger werden.

Das heißt, diese Bemerkung ist nicht nur respektlos, sondern sie ist auch inhaltlich nicht haltbar. Aber gut…

Wenn man sich den Brief von Martin Oetting durchliest, dann wird man feststellen, dass er – abgesehen von diesem Fauxpas – ja recht hat mit seiner Kritik und seinen Ratschlägen. Was die Ratschläge angeht: vielleicht sollte sich die Werbebranche den Kunst- und Kulturbereich genau anschauen und von ihm lernen, denn wie gesagt: wenn es darum geht, Menschen zu begeistern, zu elektrisieren, dann ist die Kunst unschlagbar. Niemand kann besser Geschichten erzählen.

Außerdem: KünstlerInnen zeichnen sich durch „Passion und Begeisterung“ aus und sie tun genau das, was Martin Oetting der Werbebranche rät, allerdings schon seit längerer Zeit:

  1. Kämpfen Sie um Geld zum Experimentieren (…)
  2. Kämpfen Sie mit sich selbst um Respekt vor den Kunden Ihrer Produkte. (…)
  3. Und kämpfen Sie drittens mit der gesamten Branche um mehr Neugier und Interesse an den Menschen.“

Vielleicht dämmert es dann, dass im Kunst- und Kulturbereich nicht nur ein paar arme mittellose Idealisten Leinwände bepinseln, Musik komponieren oder Bücher schreiben, sondern über Fähigkeiten verfügen, die wir alle ziemlich dringend brauchen. Das Überleben von Finanzkrisen lassen wir in diesem Fall mal weg, denn da verfügen viele KünstlerInnen auch über das entsprechende Expertenwissen.

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Ist es nicht nett, so geweckt zu werden?

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Die Diskussion über die Qualität der uns zugemutetenangebotenen Fernsehprogramme wird derzeit an anderer Stelle geführt. Da können manche Radiosender doch eine ganz andere Programmqualität vorweisen. Keine Werbung, tolle Beiträge und gute Musik. Ich finde, dafür sollten die öffentlich-rechtlichen Sender, in diesem Fall Ö1, auch gelobt werden.  So bin ich zum Beispiel heute morgen geweckt worden. Da kann schon fast nichts mehr schief gehen. ;-)

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Soft- und Hardwarespenden für gemeinnützige Organisationen

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© C.Nöhren; Pixelio

Wenn Sie eine gemeinnützige Kultureinrichtung sind, ihren Sitz in Deutschland haben und schon seit Jahren mit alter Soft- und Hardware arbeiten, dann könnte dieser Beitrag für Sie interessant sein. Seit gestern gibt es ein IT-Spendenprogramm für gemeinnützige Organisationen. Kunst- und Kultureinrichtungen zählen da natürlich auch dazu. Worum geht es?

„In Partnerschaft mit TechSoup Global und den ersten IT-Stiftern Business Objects von SAP, Cisco Systems und Microsoft bietet das Stiftungszentrum Stifter für Stifter deutschen Non-Profit-Organisationen Zugang zu Hard- und Softwarespenden der genannten Unternehmen“,

heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. TechSoup, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in San Francisco, unterstützt auf diese Weise schon seit mehreren Jahren NPO in den USA.

„Das TechSoup Programm läuft in den USA seit über fünf Jahren und hat Software im Wert von über 250 Mio. US-Dollar an rund 50.000 non-profit Organisationen verteilt. 2004 wurde das Progamm auf Kanada, 2006 auf Großbritannien, Belgien und Polen erweitert“,

kann man auf dem Online-Portal Stifter-helfen.de nachlesen. Eine tolle Idee, an der sich, so hoffen die Initiatoren, noch viel mehr IT-Firmen beteiligen werden. Das Prozedere ist eigentlich ganz einfach:

  1. Sie registrieren Ihre Organisation, wobei es vor allem darum geht, Ihren Status der Gemeinnützigkeit nachzuweisen.
  2. Sie beantragen Ihre IT-Spende und entrichten eine (geringe) Gebühr, mit der die Verwaltungskosten abgedeckt werden.
  3. Sie erhalten Ihre IT-Spende.

Die genauen – vom jeweiligen Unternehmen abhängigen – Förderkriterien sowie weitere Informationen finden Sie natürlich auch auf der Website. Welche Produkte derzeit erhältlich  sind und wie hoch die jeweilige Verwaltungsgebühr ist, erfahren Sie hier. Derzeit profitieren Sie vor allem von dem umfangreichen Softwareangebot von Microsoft. Im Hardwarebereich gibt es unter anderem Router, PC leider (noch) nicht. Aber das kann ja noch werden, schließlich läuft das Programm gerade mal 24 Stunden. Fazit: ein tolles Angebot, das hoffentlich viele NPO nutzen (vielleicht auch bald in Österreich und der Schweiz?).

Via BFS Fundraising Weblog

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Was sollen die Medien mit Ihrem Pressetext anfangen?

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Wenn Sie eine Ausstellung, eine Theaterinszenierung, eine Lesung oder sonst eine Veranstaltung planen, dann wollen Sie, dass möglichst viele Menschen davon erfahren. Und zwar so, dass sie dann auch Ihre Veranstaltung besuchen. Um diese Menschen zu informieren, setzen die meisten Kunst- und Kultureinrichtungen auf die klassischen Medien, meist auf die Tageszeitungen.

Das ist klug, denn Zeitungen werden auch heute, wo wir fast alle einen Internetzugang besitzen, noch mehr oder weniger ausführlich gelesen. Wer es  also schafft, seine Veranstaltung dort zu platzieren, hat gute Chancen, von einer relativ großen Leserschar wahrgenommen zu werden.

Nur: wie schaffen Sie es in die Zeitung? Meistens mit einem Pressetext. Das Problem: nicht nur Sie kommen auf diese Idee und so sehen sich die RedakteurInnen mit einer Vielzahl von Pressetexten konfrontiert, die sie z. B. auf Grund des fehlenden Platzes nicht alle veröffentlichen können.

Das heißt, Ihr Pressetext muss so gut sein, dass er alle anderen übertrifft und es bis in die Zeitung schafft. Nur wie tun Sie da am besten? Vereinfacht gesagt müssen Sie sich in die Rolle der RedakteurInnen versetzen und herausfinden, welche Inhalte für sie besonders interessant sind und wie diese Inhalte aufbereitet sein sollten.

Wie das geht? Kerstin Hoffmann ist im Rahmen ihres PR-Blog-Workshops bereits bei Folge 12 angekommen, in der sich alles um den Pressetext dreht. Welche Fragen müssen Sie beantworten, bevor Sie einen Pressetext erstellen und welche Fragen beantwortet der Text selbst? Kerstin Hoffmann hat eine sehr gute Anleitung verfasst, worauf es dabei ankommt.

Nicht dass Sie glauben, nur Sensationsstories schaffen es in die Zeitung, nein. Eigentlich besteht die Herausforderung darin, die banalsten Dinge so aufzubereiten, dass sie trotzdem spannend klingen und Aufmerksamkeit erregen. Das schaffen Sie, wenn es Ihnen gelingt, einen Aspekt herauszugreifen, der die Sache für die Medien interessant macht.

Um das herauszufinden ist es gut, wenn Sie es schaffen, zu „Ihrer“ Redaktion einen guten Kontakt aufzubauen. Im Gespräch erfährt man das nämlich am allerbesten. Ein weiterer Vorteil: auch JournalistInnen sind manchmal kurzfristig auf der Suche nach Themen und sprechen dann immer die Leute an, zu denen sie einen guten Draht haben.

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Zusammenarbeit mit Brasilien: sieben Projekte bekommen Geld von der EU

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Im März hatte ich auf die Ausschreibung hingewiesen, mit der Brüssel europäisch-brasilianische Kulturprojekte fördern wollte. Nun sind die Ergebnisse dieses Calls veröffentlicht worden. Sieben Projekte sind es insgesamt geworden, sechs von ihnen erhalten ca. 200.000 Euro, eines bekommt 150.000 Euro. Hier die Kurzbeschreibungen der sieben Projekte:

  1. Multimedia Amazon Opera (Coordinator: Münchener Biennale/München/DE): „In a combination of theatre and technology and science, a multimedia opera set up by Brazilian and European artists, experts and cultural institutions illuminates the world of the Amazon river’s region and the endangerment of its unique resources. (…) The opera’s world premier will take place in Munich at the Munich Biennale 2010 with subsequent performances in Sao Paulo, Lisbon and Rotterdam and other Brazilian cities.“
  2. Voix des Femmes : Identité, mémoire, imaginaire (Voix de Femmes asbl/ Liège/ BE): „The project aims at enhancing the role and the position of women in different cultures through the organisation of a cycle of artistic encounters (festivals) that will start in Brazil, will continue in Italy, Belgium and in the Netherlands and will return to Brazil to conclude. One of the project’s achievements will be the organisation of the 1st Festival ‚Voix des Femmes‘ in Brazil. The project intents to create a dialogue between Brazilian and European cultures through elements that belong to the traditional and popular heritage (Candamblé/ Taranta/ collection of songs). „
  3. Safe Harbour: Performing cultural dialogues across the Atlantic (Instituto Politecnico de Tomar/ Tomar/ PT): „The project selects a certain number of contexts, mainly in less advantaged areas, but also in main urban centres, which becomes the scenario for integrated activities and lasting programmes. These will merge artistic performances and installations, with archaeological heritage rescue and enhancement.“
  4. terraz : Territoires et Identités dans les mondes contemporains vus sous l’angle de la création artistique (Seconde Nature/ Aix-en- Provence/ FR): „This project aims to concentrate on the creation of a network emphasising on the artistic development and critical thinking between Brazil and Europe. Within their activities, the project wants to study the essence of new writings interlinking with technologies throughout time and territory.“
  5. BEU, Brazil Europe – A narrowed interposed ocean after 500 years (Provincia Autonoma di Trento – Assessorato alla Cultura/ Trento/ IT): „This project will be based on the Cathedral and the historical city centre of the city of Salvador de Bahia, both with studies and research and direct restoration activities. Such action will be carried out in constant cooperation with the local university in continuous future linkage with European scholars and professor in the field.“
  6. colaboraToRIO 09- 10 – European Afro Latin American Residencies Teresina Rio de Janeiro (Artsadmin/ London/ UK): „The project concerns the development of intercultural collaborative work and professional development of emerging artists in contemporary dance. Proposed by 3 European institutions with experience in Brazil, South America and Europe, it will open up possibilities for sustained activities after its conclusion, helping to maintain the exchange in many current highly discussed issues in the field of collaboration as well as in the artistic contemporary developments of this art form.“
  7. IV 99 09 : In Vitro 1999 2009 (Association Archaos/ Marseille/ FR): „Four European cultural operators, two Brazilian partners and three European circus schools come together to carry out the project. The major goal of the project are the professional integration of young circus artists; the questioning of the repertory, the writing and the dramaturgy in contemporary circus; and the mobility of works, of artists and professionals in Europe and Brazil.“

Die Projekte klingen alle vielversprechend und deshalb würde ich mir wünschen, dass man auch im Laufe ihrer Umsetzung wieder von ihnen hört.

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Impressumspflicht im Internet: Informationen für Deutschland und Österreich

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Es ist ja mittlerweile gar nicht mehr so leicht, den Überblick darüber zu bewahren, welche Informationen die eigene Website enthalten muss. Das deutsche Justizministerium hat einen Leitfaden veröffentlicht, in dem die wichtigsten Punkte enthalten sind. Hier steht er als PDF zur Verfügung.

Informationen über die Situation in Österreich finden Sie auf den Seiten der Wirtschaftskammer Österreich. Informationspflichten können nach dem eCommerce-Gesetz, der Gewerbeordnung und dem Unternehmensgesetzbuch bestehen. Wenn Sie sich darüber informieren wollen, ist diese Seite ein ganz guter Ausgangspunkt.

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Wenn den Sponsoren das Geld ausgeht

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Ob es eine Rezession oder nur eine Stagnation sein wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Klar ist aber, dass es den Unternehmen in den nächsten Monaten (und Jahren?) wirtschaftlich nicht besonders gut gehen wird. Das heißt, sie werden nicht unbedingt besonders viel Geld für die Unterstützung von Kunst und Kultur übrig haben.

Nun wird das Sponsoring meiner Meinung nach häufig überschätzt, denn in Deutschland stammen weit mehr als 50 Prozent der Gelder, die nicht von der öffentlichen Hand kommen, von Privatpersonen. Und nicht von den Unternehmen.

Vor allem kleinere Kunst- und Kultureinrichtungen vernachlässigen diese Tatsache oftmals sträflich und suchen mehr oder weniger verzweifelt nach dem einen Unternehmen, mit dem sie ins Geschäft kommen können und das ihnen die finanziellen Sorgen nimmt.

Das Problem: es ist gar nicht so einfach, die entsprechenden Gegenleistungen zu entwickeln, die so attraktiv sein müssen, damit ein oder gar mehrere Unternehmen anbeißen.

Denken Sie doch mal darüber nach, ob nicht die Gründung eines Fördervereins oder -kreises eine interessante Alternative für Sie sein könnte? Der Vorteil: Förderer unterstützen Sie aus ganz anderen Gründen als ein Unternehmen. Ihnen geht es nicht so sehr um einen Nutzen in Sachen Werbung, Image, etc., sondern diese Menschen finden Ihre künstlerische Arbeit toll und sind bereit, Sie darin zu unterstützen.

Maurice Lausberg hat in seinem Beitrag „Möglichkeiten des Fördervereins und der Alternativen“ (B 6.1-1) für das Handbuch „Erfolgreich Kultur finanzieren“ (leider nicht mehr erhältlich) geschrieben:

„Gerade kleineren Kultureinrichtungen fällt es leichter, viele private Geldgeber mit geringeren Beiträgen zu gewinnen, als Konzerne für Sponsoringpartnerschaften zu bgeistern (…)“

Es gehe daher, so Lausberg, nicht darum, den einen Konzern zu finden, der die Finanzierung des Vorhabens ermöglicht, sondern darum, möglichst viele Förderer zu gewinnen, die das Projekt oder die Kultureinrichtung mit häufig geringen Beträgen unterstützen und dafür auch nur geringe Gegenleistungen erhalten.

Lausberg stellt in seinem Beitrag fest, dass es neben dem Interesse am künstlerischen Produkt hauptsächlich emotionale und soziale Beweggründe seien, die jemanden zum Förderer werden lassen, während Unternehmen vor allem aus ökonomischen Gründen Sponsoring betreiben.

Denken Sie doch mal darüber nach, welche emotionalen und sozialen Beweggründe es gibt, um Ihre Kultureinrichtung zu unterstützen?

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Bis Montag ist hier Pause

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Die nächsten drei Tage werden Sie hier keine neuen Blogposts finden, ich mach mich auf Richtung Freiburg und Bregenz. Worauf ich mich ganz besonders freue: derzeit bespielt Jan Fabre das Kunsthaus in Bregenz. Auf fünf Ausstellungsebenen entfaltet Fabre

„eine berückende, mit herkömmlichen künstlerischen Maßstäben kaum fassbare und stets zwischen Realität und Traum changierende mythische Welt des Schreckens, der Schönheit und der Metamorphose. Die Inszenierung der Ausstellung folgt der Gestalt des menschlichen Körpers, in der die fünf Ausstellungsebenen im metaphorischen Gleichklang mit den verschiedenen Zonen des Körpers – beginnend mit den Füßen im Untergeschoss, endend mit dem Gehirn im obersten Geschoss – ein Gesamtkunstwerk von ungeheurer rätselhafter Komplexität bilden“,

heißt es im Pressetext. Und um das ganze etwas anschaulicher zu gestalten, gibt es hier ein kurzes Video dazu.

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Eine Frage des Standpunktes

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© Hanspeter Bolliger; Pixelio

Sehr spannend, worüber Martin Koser und Matthias Schwenk da berichten. Der David Report stellt die fünf Design Trends vor, die unsere Zukunft verändern werden:

  • „Cooltural
  • Rationaissance
  • Responsibiz
  • Sensuctive
  • Breaking Boundaries“

Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, erfahren Sie ab Seite 15.

Matthias Schwenk hebt in seinem Blogpost das Interview mit der Trendforscherin Faith Popcorn hervor. Die antwortet auf die Frage, was Unternehmen im Hinblick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage tun sollen:

„Recognize that this is not the beginning of the recession— this is the end of the world as we have known it.“

Klar, dass sie das vor allem als Chance sieht. Das bestärkt mich in meiner Ansicht, dass wir die derzeitige Finanzkrise als Chance betrachten sollten. Und eigentlich ist dieser Satz auch eine Antwort auf die von Brigitte Reiser im Rahmen der aktuellen NPO-Blogparade gestellten Frage, ob wir die Finanzkrise als Bedrohung oder Chance sehen sollen, oder?