Post Format

Das zweite Standbein von KünstlerInnen: Taxifahren oder Gastronomie

6 comments

Dass der Prozentsatz derer, die als KünstlerInnen tätig sind und nicht von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben können, sehr hoch ist (über 90%), ist den meisten wahrscheinlich bekannt. Um finanziell über die Runden zu kommen, verdient man sich halt noch etwas nebenher. Manche fahren Taxi oder arbeiten in der Gastronomie.

Ein Artikel in der Los Angeles Times zeigt nun, dass es auch anders geht. In dem Beitrag „Musicians add second careers to their repertoires“ werden einige Beispiele gezeigt, dass man auch auf seinem zweiten Standbein eine sehr erfolgreiche Karriere aufbauen kann.

Woran liegt es, dass so viele KünstlerInnen nur in Aushilfsjobs arbeiten? Im Kunst- und Kulturbereich ist der Anteil derer, die einen Hochschulabschluss haben, überdurchschnittlich hoch. Und trotzdem schaffen es die wenigsten, aus dem Mindestlohnsegment herauszukommen. Was läuft da schief?

6 Comments Join the Conversation

  1. Das ist mir übrigens auch schleierhaft. Taxifahren bringt doch auch gar nix an Rubel. Andererseits werden beispielsweise in der Schweiz händeringend ausgebildete ChorleiterInnen gesucht – auch im Jodelbereich. Oder in Sachen Stimmbildung wäre auch noch Einiges zu machen – auch RocksängerInnen möchten, dass ihre Stimme nicht in ein paar Jährchen flöten geht. Ich könnte da noch viele Verdienstmöglichkeiten für KünstlerInnen locker aufzählen. Einzige Voraussetzung: Den Dünkel beiseite schieben…

    Reply

  2. …oder ein weiteres Beispiel aus Wien: Der Mario Bottazzi – früher bei EAV – macht seit Jahren erfolgreiche Firmen-Seminare, u.a. mit seiner Rap und Music-Factory (Gemeinsam im Rhythmus sein…). Habe ich selbst auch schon mitgemacht.

    Reply

  3. Aber der Dünkel kann es doch eigentlich gar nicht sein, denn wenn ich einen schlecht bezahlten Job einem guten vorziehe (oder den guten gar nicht mitbedenke), dann ist das doch eher das Gegenteil von Dünkel, oder?

    Reply

  4. Nein, nicht ganz. Den Dünkel beziehe ich auf die „Verfremdung“ der künstlerischen Arbeit. Mit dem Billigjob kann ich mich ja entschuldigen, dass ich damit die Kunst nicht verrate. Wenn ich hingegen – beispielsweise als Schauspieler – Verkäufer/manager dahingehend schule, dass sie ihrer Körpersprache besser bewusst sind, kann da der Kunstdünkel durchaus spielen. Oder nicht?

    Reply

  5. Pingback: Michael K. Trout» Blogarchiv » Die Kultur des Schnorrens

  6. Pingback: Michael K. Trout» Blogarchiv » Manchmal ist mir Angst und Bang

Leave a Reply

Required fields are marked *.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.