Monthly Archives of: Juli 2009

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„What the f**k is social media?“

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Geht es Ihnen auch so? Was Web 2.0 ist, wissen Sie so ungefähr. Blogs, Twitter oder Facebook haben Sie schon mal gehört. Und weil in der letzten Zeit alle davon schwärmen und meinen, dass Social Media (schon wieder so ein Modewort) wichtig sei, wenn man als Unternehmen (und natürlich auch als Kulturbetrieb) Erfolg haben wolle, fängt man halt mal damit an.

Nur, was ist denn Social Media jetzt eigentlich und was genau macht man da? Marta Kagan hat sich diese Frage(n) auch gestellt und die Antworten in ihrer Präsentation „What the f**k is social media?“ zusammengefasst. Herausgekommen sind 83 sehenswerte Folien.

Via Econsultancy

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Welchen Werbeformen vertrauen wir?

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Die meisten Kulturbetriebe treibt die Frage um, wie sie ihre Besucherzahlen weiter steigern können. Aber wie versucht man, die potenziellen BesucherInnen anzusprechen? Haben die Printmedien wirklich schon ausgedient, lohnt es sich Online-Banner zu schalten und welche Bedeutung hat das gute alte Plakat?

Welche Werbeformen wie angenommen werden, dieser Frage ist das Informations- und Medienunternehmen Nielsen Company nachgegangen. Herausgekommen ist eine Studie, für die mehr als 25.000 InternetuserInnen aus mehr als 50 Ländern befragt wurden, wie es in der Presseaussendung des Unternehmens heißt.

Schaut man sich die weltweiten Ergebnisse an, dann fällt auf, dass den Empfehlungen von Bekannten am meisten vertraut wird, wie die Grafiken zeigen.

Noch bemerkenswerter ist aber, dass dann schon die Markenwebsites und die Online-Konsumentenbewertungen kommen. Das heißt, Bewertungsplattformen für z.B. Hotels oder auch die Buchkritiken auf Amazon genießen hohes Vertrauen. Mehr als etwa die redaktionelle Berichterstattung oder Werbung in den Printmedien oder im TV.

Etwas anders stellt sich die Situation in Deutschland dar. Hier liegen zwar auch die Empfehlungen von Bekannten weit vor allen anderen Werbeformen. Aber dann kommen schon die redaktionellen Berichte. Das heißt, die Arbeit der JournalistInnen und RedakteurInnen genießt in Deutschland (noch) sehr hohes Vertrauen.

Es lohnt sich, die Ergebnisse dieser Befragung genau zu studieren, erlauben sie doch wertvolle Aufschlüsse darüber, wie die Menschen auf die verschiedenen Werbeformen reagieren. Klar ist aber: es macht keinen Sinn, sich nur auf den Offline- oder den Online-Bereich zu konzentrieren.

Was heißt das für den Kunst- und Kulturbereich? Kulturbetriebe konzentrieren sich meist auf die redaktionelle Berichterstattung. Diesen Bereich nicht zu vernachlässigen, macht vor allem im deutschsprachigen Raum durchaus Sinn. Sehr viel mehr Beachtung verdient aber der Bereich der Online-Bewertungen. Ob das nun einfach die Möglichkeit zum Kommentieren ist oder „Contentschnipsel“, die man weiterleiten kann. Denken Sie doch mal darüber nach, ob Sie die positive Haltung Ihrer BesucherInnen nicht dementsprechend nutzen können.

Via Social Commerce Blog

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Museum, Kunst und Web2.0: die „Idioten“ kommen

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Als ich letzte Woche im Rahmen des Forschungsprojekts audience+ des Instituts für Design und Kunst an der Hochschule Luzern etwas über das Web2.0 und dessen Potenzial für Museen erzählte, tauchte am Ende die Frage auf, ob das Web2.0 nicht Museen überflüssig machen würde. Ich denke nicht, weil wir uns zum Beispiel von der Vorstellung verabschieden müssen, dass wir entweder zu Hause vor dem PC sitzen oder vor Ort im Museum sind. Vor allem das mobile Web wird dazu beitragen, dass die Online- und die Offline-Welt immer mehr verschmelzen werden (siehe dazu u.a. meinen Beitrag „Das Museum als ‚living internet environment‘„).

Zufällig bin ich jetzt beim Stöbern in den Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung auf einen Band gestoßen, der sich mit dem Thema „Museen und Gesellschaft“ beschäftigt und ein paar sehr gute Beiträge enthält. Ganz interessant ist, was Peter Weibel in seinem Essay „Das Museum im Zeitalter von Web 2.0“ geschrieben hat. In ihm zeigt er, dass sich einerseits die Rahmenbedingungen für Museen verändert haben, andererseits aber auch unser Kulturverhalten ein anderes geworden ist, für das hier der für das Web2.0 so wichtige user generated content steht.

Ausgangspunkt ist Weibels Feststellung, dass sich in den letzten Jahrzehnten das Verhältnis zwischen dem Markt, den Medien und den Museen verändert habe. Sowohl der Markt als auch die Medien leben vom Handel, vom Kauf und Verkauf und benötigen dafür Geld. Und das lässt sich vor allem dann verdienen, wenn man es schafft, Aufmerksamkeit zu produzieren. Oder, wie Weibel schreibt:

„Beide (Markt & Medien) verbindet die Gier nach Aufmerksamkeit, die durch Geld geliefert wird, und beide verbindet die Gier nach Geld, das durch Aufmerksamkeit produziert wird.“

Museen seien von diesem Kreislauf ausgeschlossen, weil ihnen das nötige Geld fehle, so Weibel. Nur wenn sie Sensationen liefern können, ziehen sie Aufmerksamkeit auf sich und haben, zumindest kurzfristig die Möglichkeit, das Spiel mitzuspielen.

Aber es gibt auch eine Kunst jenseits von Markt und Medien und um genau die sollten sich nach Weibels Ansicht die Museen kümmern. Ihre Vermittlungsarbeit bestehe darin, den verengten und verzerrten Blick, den Medien und Markt auf die Kunst werfen, zu erweitern und „damit den Zugang zur Welt, den die Kunst selbst öffnet, offen (zu) halten“.

Damit plädiert Weibel für eine Strategie, die ganz bewusst auf Sensationen verzichtet und stattdessen auf das Neue, das Unbekannte setzt. Das bedeutet auch, dass die Stars an Bedeutung verlieren und es zu einer Umorientierung in Richtung der Inhalte kommt.

Und noch etwas hat sich verändert und hier kommt nun das Web 2.0 ins Spiel. Weibel erkennt in der Kunst des 20. Jahrhunderts die Tendenz, den Betrachter selbst in den Mittelpunkt des Kunstwerks zu stellen und zitiert in diesem Zusammenhang Marcel Duchamp:

„Alles in allem wird der kreative Akt nicht vom Künstler allein vollzogen; der Zuschauer bringt das Werk in Kontakt mit der äußeren Welt, indem er dessen innere Qualifikationen entziffert und interpretiert und damit seinen Beitrag zum kreativen Akt hinzufügt.“ (Marcel Duchamp, The Creative Act, Rede, Convention of the American Federation of Arts, Houston, TX April 1957)

Mit dem Web 2.0 und dem Phänomen des User generated content wird aber ein nächster Schritt gesetzt. Bis jetzt seien, so Weibel,  Kunstwerke von Künstlern zum Benutzen des Betrachters geschaffen worden. Nun könne der Betrachter seine eigene Kunst ins Netz stellen, die dann wiederum von anderen betrachtet werden könne.

Für Weibel stellt sich die Frage, ob die Museen bereit sind, sich auf diese, wie er es nennt, „kulturelle Revolution“ einzulassen. Die Antwort liefert er gleich mit:

„Wenn wir in Museen weiter so verfahren wie ein Fernsehsender, dass wir dem Besucher Werke in einer bestimmten Reihenfolge und zu einer bestimmten Zeit zeigen, also kuratieren wie ein Programmdirektor und programmieren wie ein Kurator, und der Betrachter nicht die Möglichkeit hat, selbst ein Programm zusammenzustellen, dann wird das Museum obsolet.“

Ins Museum werde dann nur noch gehen, wer das Kulturverhalten des 19. und 20 Jahrhunderst verspüren wolle, so Weibel weiter.

Dass er mit dieser Sichtweise auf manchen Widerstand stoßen wird, ist klar, denn, so Weibel:

„(d)as bedeutet den Abschied von der Heuristik, der vielen Leuten nicht gefallen wird, aber es ist eine Revolution, durch die sich die Amateure, die „Idioten“, die Konsumenten – das ist mein Schlagwort – zum ersten Mal emanzipieren können. Die Konsumenten können versuchen, zu Experten zu werden.“

Mir fällt in diesem Zusammenhang mein Beitrag „‚Amateure im Web2.0‘: (k)ein Konferenzbericht“ und die sich daraus ergebende Diskussion in den Kommentaren ein. Bezogen auf das Web 2.0 geht es nicht nur um die Frage, wie es sich für Kulturbetriebe zu Marketing- oder PR-Zwecken einsetzen lässt, sondern um ein verändertes „Kulturverhalten“, wie es Weibel nennt. Was für Auswirkungen hat das Web 2.0 für die Kunst und nicht nur für das Marketing? Was für ein Spannungsverhältnis entsteht da zwischen denen, die sich KünstlerInnen nennen und denen, die sich als Amateure bezeichnen?

Interessant in diesem Zusammenhang: Simon A. Frank wird im Rahmen der stART.09 einen Vortrag halten, der den Titel trägt: „User-generated culture. Die inhärente Kompatibilität von Internetpraxis, Kunst- und Kulturtheorie als Fundament zukünftiger Kulturangebote.“ Darin wird er Ergebnisse aus einem aktuellen Forschungsprojekt präsentieren, „in dem historische und moderne Kunst- und Kulturkonzepte, die den aktuellen Diskurs des deutschsprachigen Kulturbetriebes dominieren, einem Re-Reading, einer erneuten Lektüre unter neuen Vorzeichen unterworfen werden“, wie er in seinem Abstract schreibt. Die Diskussion muss also erst einmal geführt werden.

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Wer bloggt, braucht einen langen Atem

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© Angela Parszyk; Pixelio

Als ich Anfang 2007 mit diesem Weblog startete, wusste ich nicht viel über das Bloggen beziehungsweise das Social Web. Ein Weblog war mir damals eine große Hilfe: Dosh Dosh von „Maki“, einem Philosophiestudenten aus Toronto. Fast jeden Tag ein neuer Beitrag voll mit Informationen, die für mich wirklich wertvoll waren. Wenn ich heute auf sein Blog schaue, dann ist es dort ruhig geworden. Im April kamen die Blogposts noch halbwegs regelmäßig. Im Mai erschien dann nur noch ein Beitrag, danach war Schluss.

Dass das kein Einzelfall ist, habe ich heute beim Durchforsten meiner Blogroll (hier rechts neben diesem Text, wenn Sie keinen RSS-Reader benutzen) festgestellt. Alle Blogs, die Sie dort finden, habe ich in die Blogroll aufgenommen, weil sie in regelmäßigen Abständen Beiträge veröffentlicht haben, die für mich wertvoll waren und die ich deshalb weiterempfehlen konnte.

Ich schreibe dies bewusst in der Vergangenheit, denn viele Blogs haben eine ähnliche Entwicklung genommen wie das Dosh Dosh Blog. Die Zahl der Beiträge ist zurückgegangen. Nicht so stark wie in der Grafik, aber doch wahrnehmbar. ;-) Natürlich ist meine Blogroll nicht repräsentativ, aber gewisse Tendenzen lassen sich, denke ich, schon ablesen.

Insgesamt enthältenthielt sie 68 Weblogs. Von diesen haben 26 in den letzten zehn Tagen keinen einzigen Beitrag veröffentlicht, während in zwanzig Blogs in diesem Zeitraum ein oder zwei Beiträge erschienen. Das sind, wenn man die Blogs zusammenzählt, zwei Drittel aller Blogs, die in meiner Blogroll gelistet sind. Auch die restlichen Zahlen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Elf Blogs haben in den letzten Tagen 3 bis 5 Beiträge veröffentlicht, in acht Blogs waren es sechs bis zehn Beiträge und drei Blogs schafften sogar mehr als zehn Beiträge in diesen zehn Tagen.

Zählt man die Beiträge der in der Blogroll angeführten Weblogs zusammen, kommt man auf insgesant 188 Beiträge in den letzten zehn Tagen, was bedeutet, dass auf jedem Blog durchschnittlich 2,76 Beiträge in diesem Zeitraum veröffentlicht worden sind. Das heißt, im Durchschnitt wird auf den Blogs aufgerundet jeden dritten Tag ein Beitrag online gestellt.

Ich habe mir die Blogs in meiner Blogroll noch nie so genau angeschaut und habe deshalb keine Vergleichszahlen. Aber rein gefühlsmäßig würde ich behaupten, dass die Zahl der Beiträge in den einzelnen Blogs zurückgegangen ist. Klar ist: daraus lassen sich keine Rückschlüsse auf die Qualität eines Blogs ziehen. Aber die Anzahl der Beiträge ist sicher für viele LeserInnen ein Kriterium, ob sie es lesen oder nicht. Häufig liegt dem gar keine bewusste Entscheidung zugrunde. Es wird einfach vergessen. Wer Blogs im RSS-Reader abonniert hat, kennt dieses Problem eher nicht. Ich habe Blogs abonniert, auf denen monatelang keine Beiträge erscheinen. Da ich aber sehe, wann dort ein neuer Beitrag erscheint, ist der Aufwand nicht groß. Allerdings tut man sich das nur an, wenn man das Blog schätzt und weiß, dass es nicht eingestellt worden ist. Wer nur ab und zu vorbeischaut, wird das irgendwann nicht mehr machen. Das war es dann.

Die Frage, in welchen Abständen die Blogposts erscheinen sollen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Das hängt ganz sicher von den Zielen und Inhalten des Blogs ab. Je mehr die einzelnen Beiträge Ankündigungscharakter haben, desto größer ihre Zahl. Nicht ohne Grund sind die Spitzenreiter, was die Zahl der Blogposts angeht, in meiner Blogroll Blogs, die auf Veranstaltungen hinweisen oder über sie berichten. Da kommt, wenn man den deutschsprachigen Raum abdeckt, schon was zusammen.

Schaut man sich die diversen Blogrankings an, dann fällt aber auf, dass die Blogs mit den höchsten Zugriffszahlen im Durchschnitt einen oder mehr Beiträge pro Tag veröffentlichen. Das heißt: die Anzahl der Beiträge hat Auswirkungen auf die Zugriffszahlen. Natürlich taucht in diesem Zusammenhang schnell das Gegenargument auf, dass es gar nicht so sehr um die Anzahl der BesucherInnen geht, sondern um die Qualität der Beziehung mit diesen. Aber diese Qualität muss erst einmal aufgebaut werden und dafür muss mein Blog entdeckt und gelesen werden.

Das heißt: wer mit einem Blog beginnt, steht vor vielen Herausforderungen. Zum einen muss die Anfangsphase erfolgreich gemeistert werden, wenn das Blog noch unbekannt ist und die Zugriffszahlen niedrig sind. Das heißt, Durchhaltevermögen ist gefragt. Das gilt auch dann, wenn das Bloggen zur Routine geworden ist und man eigentlich noch viele andere Dinge zu erledigen hat. Außerdem gibt es ja nicht mehr nur das Blog. Auch auf Twitter und in den diversen Netzwerken muss man sich zeigen. Alle diese Gründe haben wohl dazu geführt, dass es in den Blogs meiner Blogroll in den letzten Monaten immer ruhiger geworden ist. Ein paar nehme ich deshalb raus, aber dafür ist dann auch wieder Platz für neue und interessante Blogs. Schließlich ist eine Blogroll ja nicht in Stein gemeisselt. ;-) Und wo bitte steht geschrieben, dass man ein Blog sein Leben lang führen muss?

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Theater in Deutschland oder so großartig war die Vergangenheit gar nicht: ein Interview

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Im aktuellen Newsletter der Kulturpolitischen Gesellschaft habe ich den Hinweis auf ein Interview mit Bernd Wagner entdeckt, der sich als Leiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft mit dem deutschen Theater und den vielen Mythen, die es umgeben, beschäftigt.

So bringen wir ja das deutsche Theater immer wieder gerne mit der Aufklärung in Verbindung und heben die Bedeutung des deutschen Nationaltheaters für die „Nationenwerdung“ hervor. Wagner weist im Gespräch darauf hin, dass das deutsche Nationaltheater durchaus in diesem Zusammenhang gesehen werden kann. Aber es gab auch noch andere „handfeste“ Gründe für diese Entwicklung. So waren viele Theater nicht mehr in der Lage, die teuren Gastspiele aus Italien und Frankreich zu finanzieren. Da kam es ganz gelegen, sich mehr auf heimische Kunst zu konzentrieren.

Ein Irrglaube ist es auch, dass damals nur die „deutschen Klassiker“ gespielt wurden:

„Wenn man die Spielpläne der Hoftheater und der frühen sogenannten Stadttheater durchgeht, wird man feststellen, dass sie nahezu überall von Unterhaltungsstücken bestimmt waren“,

merkt Wagner dazu an. Besonders gut gefällt mir aber sein Hinweis, dass die Rückbesinnung auf deutsche Geschichte und Tradition im Rahmen der Integrationsdebatte eine Homogenität vorspiegele, die es so gar nicht gebe:

„Alle nationalen Kulturen setzen sich aus sehr unterschiedlichen Kulturen zusammen, die sich austauschen, durchdringen und gemeinsam die Kultur eines Land prägen. Das Bewusstsein dieser ‚interkulturellen Dimension‘ im eigentlichen Wortsinn und nicht nur bezogen auf die Menschen „mit Einwanderungsgeschichte“ oder mit „Migrationshintergrund“ setzt sich in der Kulturpolitik allmählich durch. Kurz: ’nationale‘ Kultur kommt nur im Plural vor. „

Sehr treffend fomuliert und als Voraussetzung für Innovation unerlässlich.

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Ein eBook erklärt Ihnen Facebook

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Wenn ich vor einem Jahr in Seminaren über Facebook sprach, wussten damit die wenigsten etwas anzufangen. Heute ist das ganz anders. Das Social Network hat sich rasant entwickelt und zählt mittlerweile mehr als 200 Mio. Mitglieder (wer sich für Statistiken interessiert wird bei Georg Holzer und Bernd Schmitz fündig).

Kennen ist die eine Sache, wie sieht es aber mit der Nutzung von Facebook aus? Wissen Sie, welche Einstellungen Sie vornehmen müssen, damit nicht alle alles von Ihnen lesen können? Wissen Sie, wie Sie die zahlreichen Anwendungen installieren und nutzen können? Und was ist der Unterschied zwischen einer Facebook-Gruppe und einer Facebook-Seite?

Wenn Sie auf diese und andere Fragen keine Antwort wissen und dies der Grund ist, warum Sie bis jetzt noch nicht auf der Plattform vertreten sind, dann sollten Sie einen Blick in das neue eBook von Annette Schwindt werfen, in dem es um die Grundlagen von Facebook geht.

Auf 55 Seiten erfahren Sie alles, was notwendig ist, um die Plattform für Ihre Zwecke zu nutzen. Was mir gut gefällt: Annette Schwindt erklärt Schritt für Schritt, wie Sie sich Ihr Profil einrichten und die Plattform für Ihre Zwecke nutzen können. Ich habe schon die Blogserie, aus der das eBook hervorgegangen ist, gelesen und viele wichtige Informationen gefunden, die es mir nun möglich machen, Facebook noch besser für meine Zwecke einzusetzen.

Dank dieser Anleitung habe ich mir auch eine eigene Facebook-Seite eingerichtet. Noch ist sie nicht online, aber das kommt noch. Jetzt wünsche ich Ihnen aber erst einmal viel Spaß mit dem eBook und Annette Schwindt sage ich Danke für die ganze Mühe und Arbeit.

Hier können Sie das eBook downloaden.

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Von Meinungseinheitsbrei und Kuratoren: wie wir mit Informationen umgehen

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Gestern Abend habe ich den Hinweis auf TweetPo.st erhalten, ein kleines Tool, das mich dabei unterstützt, Nachrichten gezielt über Twitter und Facebook unter die Leute zu bringen. Eigentlich ist dieses Tool ganz sinnvoll, denn es unterstützt mich dabei, von Twitter aus selektiv Nachrichten über meinen Facebook-Account zu veröffentlichen. Sinnvoll deshalb, weil viele ihre Tweets (auf Twitter verfasste Nachrichten mit maximal 140 Zeichen) 1:1 auch auf Facebook veröffentlichen. Folge ich so einer Person auf Twitter und auf Facebook, dann bekomme ich diese Nachrichten immer doppelt präsentiert.

Ich halte davon relativ wenig, weil ich der Meinung bin, dass Social Media Tools wie Twitter, Facebook oder auch Friendfeed ganz unterschiedlich zu nutzen sind und es deshalb wenig Sinn macht, alles zu vermanschen bzw. in einem Stream zu aggregieren. Wenn man das wirklich will, dann kann man ein Tool wie Livestream.fm nutzen und dort alles, was man so von sich gibt, ob Tweets, Blogposts oder Bookmarks, zusammenfassen und als Stream anbieten. Mein Web2.0-Stream ist dort auch zu finden, nur tut sich das in der Regel niemand an, weil das eigentlich völlig unergiebig ist und dort auch keine Kommunikation stattfindet. Meinungen, Tendenzen oder Entwicklungen lassen sich so nicht erkennen.

Wenn wir alles mit allem vermischen, dann entsteht so etwas wie ein Einheitsbrei. Genau davon spricht auch Viktor Mayer-Schönberger, der sich als Direktor des Information+Innovation Policy Research Centre in Singapur mit den politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Dimensionen moderner Informations- und Kommunikationsnetze beschäftigt, in einem Interview für den heutigen Standard. „Wir brauchen wieder Dissidenten“ ist das Interview mit ihm überschrieben, in dem er von einer „Übervernetzung“ durch die zahlreichen Web 2.0-Anwendungen spricht, die zu einem „Meinungseinheitsbrei“ führen würden.

Die Folge: radikale Innovationen haben keine Chance mehr, wir verharren im Meinungsmainstream:

„Wir drohen in vielen Bereich übervernetzt zu werden, uns fehlen die Freiräume, völlig Neues zu denken und anzugehen. Anstatt tausenden anderen auf Facebook mitzuteilen, was wir gerade machen, sollten wir wieder mehr auf unsere individuelle Kreativität setzen“,

ist Mayer-Schönberger überzeugt. Ganz so sehe ich es nicht, denn ich bin davon überzeugt, dass individuelle Kreativität zwar wichtig ist. Aber kreative Formen der Zusammenarbeit sind mindestens ebenso wichtig. Mehr hängt meiner Meinung nach von der Antwort auf die Frage ab, was man mit seiner Vernetzung macht? Vernetzung ist nicht gleich Vernetzung. Wenn ich die zahlreichen „Marketingexperten“ so anschaue, die auf Twitter zehntausende Follower sammeln und mir erzählen wollen, dass das das Geschäftsmodell der Zukunft ist, dann ist das etwas anderes als das gezielte Miteinander mit Personen, mit denen eine Zusammenarbeit für beide Seiten einen Mehrwert generiert.

Zwar werden die Angebote, sich zu vernetzen und Informationen aus dem Internet zu sammeln und zu aggregieren immer ausgefeilter. Aber glauben wir wirklich, dass wir hier irgendwann einmal einen Punkt erreichen, an dem wir sagen können: so, jetzt passt es? Der Anspruch auf Vollständigkeit, der sich dahinter oftmals verbirgt, mag viele motivieren, in diese Richtung zu tüfteln und neue Tools hervorzubringen. Aber ich glaube, wir fahren besser damit, wenn wir den Anspruch auf Vollständigkeit fahren lassen und uns an Personen orientieren, denen wir vertrauen. Steve Rubel hat in diesem Zusammenhang von den digitalen Kuratoren gesprochen (siehe dazu mein Blogpost: „Was das Internet von der Kunst lernen kann„), die diejenigen sind, die für uns die Informationen vorauswählen.

Andy Brudtkuhl hat das in seinem Blogpost „Google Reader Changed How I Consume Information (again)“ recht schön beschrieben. Statt zahllosen RSS-Feeds folgt er nun Personen wie Louis Gray, Robert Scoble oder Michael Fruchter. Und das nicht auf Twitter, sondern auf Friendfeed. Sein Ansatz

„The key is finding people in your industry that you trust and who share information“,

geht auch in Richtung des Kuratorenmodells. Dieser Ansatz kann uns auch vor dem von Mayer-Schönberger befürchteten „Meinungseinheitsbrei“ bewahren, denn das heißt, wir suchen uns ganz gezielt die Personen aus, deren Informationen für uns relevant sind. Funktionieren kann das aber nur, wenn wir unseren Anspruch auf vollständige Erfassung der Informationen aufgeben.  Auf den Einsatz von TweetPo.st habe ich übrigens verzichtet. ;-)

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Die Angst vor dem Web 2.0

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Gehören Sie auch zu denen, die gerade versuchen, Ihrer Kultureinrichtung Facebook, Twitter oder vielleicht auch ein Blog schmackhaft zu machen? Dann kennen Sie vielleicht einige Aussagen, die Michael Edson, der bei Smithonian für die Bereiche Web und New Media zuständig ist, in einer Präsentation zusammen getragen hat.

Er hat aber nicht nur Einwände gesammelt, sondern auch versucht, Antworten zu finden. Einer der wichtigsten Punkte ist, denke ich, die Angst vor dem Kontrollverlust. Über diese Sorge hinwegzugehen und sie nicht ernst zu nehmen, ist wohl der falsche Weg. Natürlich haben wir die Kontrolle in vielen Fällen eh schon verloren, Stichwort Wirtschaftskrise. Aber wir sind auf der anderen Seite auch in einer Zeit aufgewachsen, wo es darum ging, die Dinge im Griff zu haben. Wie man das ändern kann? Dinge erklären und Vertrauen schaffen.

Via Kulturelle Welten

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Build Friendships

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Tipps und Ratschläge, wie man sich im Social Web bewegt, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Es gibt Bücher, es gibt eBooks und es gibt natürlich Weblogs, in denen sich des Themas angenommen wird. In der Menge an Beiträgen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist mir der von Natasha Wescoat aufgefallen, die auf HubSpot einen Artikel veröffentlicht hat, in dem sie aus Künstlersicht Tipps im Umgang mit Social Media gibt.

Wie sie sich den Einstieg in das Ganze vorstellt? „Experiment, experiment, experiment“ schreibt sie und nennt als Beispiel ihren Einstieg in das Videobloggen. Derzeit experimentiert sie mit Twitter, wobei das bei mehr als 22.000 Tweets schon ein ziemlich umfangreiches Experiment zu sein scheint.

Experimentieren heißt ausprobieren. Und da kann dann auch durchaus rauskommen, dass ein bestimmtes Tool nicht für einen geeignet ist. Wenn ich sehe, wie viele Kultureinrichtungen und KünstlerInnen  zu twittern beginnen, dann beginnen sie damit ein Experiment. Wichtig ist aber, dass man dann auch wirklich Dinge ausprobiert. So schildert beispielsweise Jay Bear in einem Gastbeitrag auf Beth’s Blog seine Erfahrungen mit Interviews auf  Twitter. Das ist sicher nicht für jede Kultureinrichtung was, aber solche Experimente können sich sehr spannend entwickeln, wie ja auch die Kronberg Academy mit KAtalk zeigt.

Noch eine weiteren Punkt möchte ich aus dem Beitrag von Natasha Wescoat hervorheben: „Build friendships“ schreibt sie und „Don’t think about numbers“. Wir sprechen immer von Beziehungen, die es aufzubauen gilt, aber mit „building friendships“ macht Wescoat klar, dass es hier eines weiteren Schrittes bedarf. Nur Kontakte zu knüpfen reicht nicht, denn:

„If you are not working on the conversations, you will eventually lose your existing connections. Social media requires not only networking across different channels, but also engaging in those networks.“

Das heißt: Irgendwo einen Account zu eröffnen und ein Profil zu erstellen ist zu wenig, schreibt sie völlig richtig. Darüber sollte man sich klar sein, wenn man sich wieder irgendwo in einem neuen Netzwerk anmeldet. Und wenn Sie sich dann anmelden, dann vergessen Sie nicht: „experiment, experiment, experiment!“ Sonst macht es ja auch keinen Spaß, oder?