Monthly Archives of: Januar 2010

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Das virtuelle Klavier

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Kennen Sie das? Eigentlich müsste man einen Text schreiben oder einfach die Dinge erledigen, die man sich vorgenommen hat. Und dann findet man eine Website, bei der man hängenbleibt. So wie z.B. beim virtuellen Klavier, auf dem man online spielen kann. Die Tastatur wirkt doch einladend, oder? :-)

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NPO-Blogparade: Live im Internet, bringt das was?

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Als vor zwei Tagen alle Welt auf das neueste Apple-Produkt wartete, ließ ich mich auch von der Neugierde anstecken und klickte einen der Streams an, über die man direkt die Präsentation des iPad verfolgen konnte. Rund 25.000 UserInnen waren über diesen Stream live dabei, ich vermute, es gab noch viele andere Streams mit ebenfalls stolzen Zuseherzahlen. Aber ich muss gestehen, so neugierig war ich dann doch nicht und nachdem es dort keinerlei Kommunikationsmöglichkeiten gab, war ich schnell wieder weg.

Dieses Erlebnis passt ganz gut zur aktuellen Runde der NPO-Blogparade, in der David Röthler die Frage gestellt hat, ob die synchrone Live-Kommunikation im Internet Nonprofit-Einrichtungen etwas bringen kann? Live heißt in dem Fall, etwas wird in Echtzeit übertragen. Live vor Ort wäre etwas anderes, denn mir würden mehr Sinnesorgane zur Verfügung stehen.

Im Fall der Apple-Präsentation kam noch ein weiterer Punkt dazu, ich durfte nur passiv zusehen. Kommunizieren konnte ich aber nicht. Zumindest in Ansätzen war das vor kurzem bei der Teilnahme an einem Webinar möglich. Der Chat, der mir zur Verfügung stand, funktionierte allerdings nur bilateral zwischen mir und einem Assistenten des Vortragenden. Multilaterales Kommunizieren war nicht möglich.

Und noch ein Erlebnis fällt mir dazu ein, nämlich die mittlerweile berühmte Vodafone-Pressekonferenz. Bei der gab es zwar keine Kommunikationsmöglichkeit zwischen mir und dem Pressekonferenzteam, dafür konnten die Online-„BesucherInnen“ aber miteinander kommunizieren.

Das heißt, wir haben es mit drei unterschiedlichen Formen der Live-Übertragung zu tun:

  1. die klassische Live-Übertragung ohne Rückkanal
  2. Live-Übertragung mit Rückkanal, dort aber nur 1:1 Kommunikation möglich
  3. Live-Übertragung ohne Rückkanal, dafür Kommunikationsmöglichkeit der ZuseherInnen untereinander

Bringt die Live-Kommunikation den Nonprofit-Einrichtungen was, hat David Röthler gefragt. Schauen wir uns doch erst einmal die drei Beispiele an. Haben diejenigen, die auf der Bühne standen, etwas davon gehabt? Apple hat sicherlich von diesem Hype profitiert, gelang es doch, die Neugierde nach dem neuen Produkt so zu steigern, dass die Zuschauerzahlen für die dann sehr traditionelle Präsentation verglichen mit der Resonanz einer 08/15-Präsentation gewaltig waren. Der Computerkonzern schaffte es damit also, Aufmerksamkeit zu erregen.

Wie aber sieht es aus, wenn ein Museum oder ein Theater auf diese Weise z.B. das kommende Jahresprogramm präsentiert? Genügt es, die Präsentation des Intendanten oder Direktors live via Internet zu übertragen, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten? Wahrscheinlich nicht. Damit das funktioniert und die UserInnen in diesem Fall einfach nur zusehen und zuhören, bedarf es, neben der Qualität des Produktes, vor allem einer sehr hohen Reputation und einem entsprechend großen Netzwerk. An die weltweite Aufmerksamkeit, die Apple erregt hat, wäre wahrscheinlich nur ein Michael Jackson herangekommen. Auch die Live-Übertragung des letzten U2-Konzertes auf YouTube hatte so eine Dimension, vermute ich.

Aber es muss ja nicht weltweit sein. Funktionieren wird diese Form der Live-Kommunikation immer dann, wenn ich innerhalb der Zielgruppe, die ich erreichen möchte, eine hohe Reputation genieße und es dank meines großen Netzwerks auch schaffe, die Aufmerksamkeit auf das „Event“ zu lenken. Je kleiner die Zielgruppe, desto mehr fallen die Kosten für die Live-Übertragung ins Gewicht, d.h. hier gilt es die Kosten-Nutzen-Relation im Auge zu behalten.

Kommen wir zu Beispiel zwei, dem Webinar, bei dem ich als UserIn mit einer Person aus dem Veranstalterteam chatten kann. Für mich persönlich war dieses Erlebnis völlig unbefriedigend, was aber auch an der Qualität der Inhalte lag. Wären die Inhalte interessant und entsprechend aufbereit gewesen, dann hätte ich wohl damit leben können. Aber dieses Manko kann auch zum Vorteil werden, wenn dieses Format beispielsweise dazu dient, Menschen in Not- oder Extremsituationen anzusprechen. Es gibt dann  einerseits allgemeine Informationen, die an alle kommuniziert werden. Gleichzeitig haben die einzelnen TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich im bilateralen Chat an eine Vertrauensperson zu wenden. Für den Kunst- und Kulturbereich fällt mir dafür allerdings kein Beispiel ein. Vielleicht haben Sie ja eine Idee?

Kommen wir zu Beispiel drei, der Vodafone-Pressekonferenz, die online übertragen wurde und die man als UserIn auch über seinen Facebook-Account kommentieren konnte. Eigentlich keine schlechte Idee, so lange die Stimmung positiv ist. Schlägt diese allerdings um und es ist niemand da, der hier einzugreifen versucht, dann kann daraus ein richtiges Fiasko werden. Ich möchte jetzt aber nicht darüber spekulieren, ob es in diesem Fall gelingen hätte können, mäßigend einzugreifen und die Katastrophe zu verhindern. Tatsache ist aber, dass sich die Veranstalter der Pressekonferenz um diesen Kommunikationskanal gebracht haben. Obwohl sie lobenswerterweise Kanäle zur Verfügung gestellt haben, über die die UserInnen sich austauschen konnten.

Vielleicht war die Kommunikation mit den UserInnen auch geplant und klappte aus irgendwelchen Gründen nicht? Auf alle Fälle bietet es sich in einem solchen Fall an, einerseits mit den UserInnen zu kommunizieren und andererseits sich diese auch untereinander austauschen zu lassen. Aber auch in diesem Fall gilt: ich muss über die entsprechende Reputation und Netzwerke verfügen, damit meine Live-Übertragung auch wahrgenommen wird. Sonst passiert das, was vielen auch in der offline-Kommunikation passiert, zum Beispiel bei Pressekonferenzen: man ist (fast) alleine.

Ludger Brenner spricht in seinem Beitrag zur aktuellen NPO-Blogparade einen interessanten Punkt an, nämlich die Frage, ob sich mit solchen Aktionen, also mit Live-Übertragungen der Bekanntheitsgrad steigern lässt? Ja und Nein. Ohne Reputation und Netzwerk klappt es, vermute ich, nicht. Wer noch nicht über das entsprechende Standing verfügt, wird das auf sich gestellt nicht schaffen. Das heißt, ich müsste mir zumindest so etwas wie ein Zugpferd suchen. Habe ich eine hohe Reputation, dann werde ich ein solches Format vermutlich nutzen können, mich noch mehr ins Gespräch zu bringen bzw. auf mein Anliegen hinzuweisen.

Aber natürlich kann ich die Live-Übertragung als eine Form der Kommunikation innerhalb meiner Community einsetzen. Jedes Theater, Orchester, Museum, etc. kann auf diesem Weg einerseits informieren und sich aus der Information ergebende Fragen zu beantworten versuchen. Gleichzeitig ermögliche ich mit Hilfe z.B. eines öffentlichen Chats die multilaterale Kommunikation. Sehr spannend ist, was Hannes Jähnert in seinem Beitrag zur Blogparade schreibt. Für ihn stellt die Live-Kommunikation via Internet eine Möglichkeit gemeinsamer Kreativität dar. Videokonferenzen, Chats oder Second Life bieten, so ist er überzeugt, die Möglichkeit, verrückte, assoziative Spinnerei zu kultivieren. Wichtig ist aber auch hier natürlich die Möglichkeit der multilateralen Kommunikation.

Das heißt, Live-Kommunikation eignet sich sehr wohl für Kunst- und Kultureinrichtungen (wie auch ganz generell für NPO) als ein Instrument, um einerseits Informationen zu streuen und einen Rückkanal zur Verfügung zu stellen. Andererseits eignen sich die diversen Tools auch für den gedanklichen Austausch auf multilateraler Ebene. Szenarien gibt s dafür jede Menge. Sie reichen vom Vereinbaren von Terminen über gemeinsames Brainstorming bis zur Vorstellung von neuen Ideen oder Programmen.

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Im Videointerview: Michaela Zingerle

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Vor kurzem bin ich auf das mezblog gestoßen, das von Michaela Zingerle betrieben wird und mit „Regionales Kulturmanagement“ untertitelt ist. Vor allem der Untertitel hat mich neugierig gemacht, denn in der Regel assoziieren wir mit dem Begriff Kulturmanagement Kunst und Kultur in eher großen Städten. Nun also Kunst in der ländlichen Region. Konkret geht es um zwei Projekte, die von der EU kofinanziert werden und das nicht im Rahmen des Kulturförderprogramms. Solche Beispiele sind sehr wertvoll, zeigen sie doch, dass es Alternativen zur klassischen Kulturförderprogramm gibt. In diesem Fall erhalten die beiden Projekte Geld aus LEADER, das früher als Gemeinschaftsinitiative innovative Projekte in ländlichen Regionen förderte und heute ein Schwerpunkt im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ist.

Aber genug geschrieben. Ich habe Michaela Zingerle per Video interviewt und wenn Sie mehr über LEADER, die Projekte und das Weblog wissen wollen, dann klicken Sie bitte auf das Bild und Sie können sich die Aufzeichnung des elfminütigen Videos ohne irgendeinen Player anschauen.

Zu Ihrer Information hier noch einmal die Links zum Weblog und den Projekten:

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Social Media heißt in erster Linie „geben“

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Eigentlich ist es ja ganz einfach: wir alle nutzen Social Media, weil wir uns davon das Erreichen ganz bestimmter Ziele erhoffen. Ob das nun der Verkauf eines bestimmten Produktes ist, die Bewerbung einer Veranstaltung oder das Sammeln von Spenden. Daran ist auch nichts auszusetzen, schließlich wird überall über das gewaltige Potenzial des Social Web geschrieben und gesprochen.

Die entscheidende Frage ist aber, wie sich diese Ziele erreichen lassen? Viele Unternehmen und auch Kulturbetriebe nutzen Twitter & Co. als einen zusätzlichen  Lautsprecherkanal, über den sie ihre Produkte anpreisen, Veranstaltungen bewerben oder zum Spenden aufrufen. Auch das ist nicht ganz falsch, allerdings sollte der Lautsprecher nur ganz selten eingeschaltet werden bzw. bedarf es entsprechender Vorbereitungen, damit einem die UserInnen überhaupt zuhören.

Was aber ist dabei zu beachten und gibt es so etwas wie eine Gebrauchsanleitung? Beth Dunn hat noch vor Weihnachten auf ihrem Blog einen Beitrag verfasst, in dem sie beschreibt, wie man ihrer Meinung nach Social Media nutzen muss, um die eigenen Ziele zu erreichen. Eines der Hauptprobleme sei es, so schreibt sie, dass viele erst dann auf das Thema Social Media stoßen, wenn sie kurz vor dem Produktlaunch stehen bzw. das zu promotende Event in Kürze stattfindet. Aber

„they want to ‚leverage‘ social media to get the word out — but they haven’t done the work yet to make that possible“,

schreibt Dunn. Sie spricht damit ein Problem an, dass wir beispielsweise im Kunst- und Kulturbereich oft erleben, wenn es um die Suche nach Sponsoren oder Spendern geht. Die Arbeit wird erst aufgenommen, wenn das „Problem“ akut geworden ist. Nur ist es dann in der Regel leider schon zu spät. oder wie Beth Dunn es formuliert:

„You can’t ‚leverage‘ social media, folks. You get involved, you help a whole bunch of people out for a long time, you generally ask for nothing at all in return, you build trust, grow relationships, and expend a fair bit of energy without ever measuring a dot of so-called ROI.“

Das heißt, auf Social Media zu setzen, bedeutet alles andere als kurzfristige Erfolge zu erwarten. Wie aber kommt man an den Punkt, an dem man sein Umfeld auf das, was man anbietet, aufmerksam machen darf? Und zwar so, dass es dann eventuell auch angenommen wird? Beth Dunn hat aufgelistet, wie wir dabei ihrer Meinung nach vorgehen sollten, um auf einem Social Media-Kanal erfolgreich zu reüssieren:

  1. „Sign up
  2. Listen
  3. Learn
  4. Ask questions
  5. Start figuring out what people really value (Hint: NOT the opportunity to buy from you. Not yet.)
  6. Give
  7. Give
  8. Give
  9. Give
  10. Give
  11. Give
  12. Give
  13. Give
  14. Ask/ Offer/Sell/Talk about self
  15. Give
  16. Return to step 6
  17. Repeat“

Das mag jetzt übertrieben scheinen, aber ich denke, das ist es keineswegs. Was heißt in diesem Fall „to give“? Verweisen Sie auf die Dinge, die Ihren ZuhörerInnen bzw. MitleserInnen wichtig sein können. Allerdings geht es da anfangs um die wertvollen Blogbeiträge, Tweets, etc. der Anderen. Und erst ganz am Ende kommt dann der Hinweis auf Ihr Angebot, siehe step 14.

Bevor Sie also loslegen und darauf aufmerksam machen, was für tolle Angebote Sie zu machen haben (was ja eines Ihrer Ziele ist), überlegen Sie erst, wer Ihre Zielgruppen im Social Web sind, was diesen wichtig ist und wie Sie sie unterstützen können? Daraus folgt, dass es nicht reicht, nur über die eigenen Angebote Bescheid zu wissen. Sie sehen schon, es geht um die Schritte 2, 3 und 4. Bevor Sie sich nun also Gedanken machen, wie Sie an die vielen Freunde und Follower kommen, hören Sie zu und finden Sie heraus, was Ihr Umfeld interessiert. Wenn Sie das wissen und auf die Bedürfnisse eingehen, ist schon viel gewonnen. Obwohl Sie Ihr Angebot noch gar nicht kommuniziert haben.

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Follow a Museum Day

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Die Idee ist gut: Millionen von Menschen folgen auf Twitter Museen. Am 1. Februar haben Sie die Möglichkeit, Ihr Lieblingsmuseum auf Twitter hervorzuheben, in dem Sie in einem Tweet darauf hinweisen.

Die Idee stammt von Jim Richardson, dem Betreiber des Museum Marketing Blog. Für die Aktion hat er eine eigene Website eingerichtet, auf der alle Infos zu finden sind.

Wie kann so ein Tweet aussehen?

„Just tell your followers about a museum you follow, or point them to our directory of museums on Twitter so that they can pick one for themselves“,

schreibt Richardson. Ich bin dabei…

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Google Wave: erste Erfahrungen

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Angekündigt wurde Google Wave als Revolution in der Online-Kommunikation. Als ich dann vor ein paar Monaten eine Einladung erhielt, war ich natürlich neugierig, ob das Tool hält, was es verspricht. Die ersten Wochen waren ziemlich enttäuschend, was daran lag, dass die Zahl der mir bekannten UserInnen anfangs sehr niedrig war. Wenn man dann noch nicht so recht weiß, wie das Tool funktioniert und was man damit machen kann, dann bedeutet das: man nutzt es einfach nicht.

Nachdem Google aber großzügig Einladungen verteilte, änderte sich das schnell. Nun galt es herauszufinden, was man mit Google Wave eigentlich anfangen kann? Eines kann ich schon heute sagen: die Email wird es nicht ersetzen. Aber wozu ist Google Wave dann gut?

Chis Brogan hat in seinem Beitrag „Living in Google Wave“ eine sehr interessante Einordnung verschiedener Social Media-Tools vorgenommen. Sein Online-Ökosystem sieht so aus:

  • „Facebook: connect with friends and family.
  • LinkedIn: share professional networks.
  • Twitter: communicate in real time, and find the new good stuff.
  • Google Wave: work on the future.
  • Blog: think and muse and share and publish.“

Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich Facebook auch beruflich nutze, entspricht die Zusammenstellung auch meinem Kommunikationsverhalten. „Working on the future“, das trifft es recht gut, ich verwende Google Wave vor allem dafür, um zusammen mit anderen an Ideen, Konzepten oder in Projekten zu arbeiten. Auch Txte kann man gemeinsam erstellen. Auch ein Interview habe ich auf diesem Weg schon gegeben. Das heißt: ähnlich wie Chris Brogan verwende ich Google Wave vor allem für den Dialog, all die Plugins bleiben ungenutzt.

Großartig bewährt hat sich Google Wave bei der Protokollierung von Sitzungen oder Konferenzen. Wenn erst einmal jeder einen eigenen Google Wave-Account hat, wird das wohl das Ende von Twitter als Konferenztool bedeuten. Während es auf Twitter schwer bis unmöglich ist, den Überblick zu bewahren, was auch daran liegt, dass die Tweets häufig nur Momentaufnahmen darstellen, eignet sich Google Wave perfekt für die Erstellung einer Art gemeinsames Protokoll. Damit nicht genug, denn aus diesem „Dokument“ heraus lassen sich Ideen weiterentwickeln. In dieser Hinsicht ist Google Wave eine Mischung aus Email, Chat und Online-Dokument.

Ähnlich wie Chris Brogan habe ich die Erfahrung gemacht, dass man auf Google Wave nicht „plaudert“, d.h. es ist in meinen Augen ein Arbeitstool. Ein paar Dinge sind aber noch störend: die Kontaktliste ist sehr unübersichtlich geraten, was es nicht gerade leicht macht, die eigenen Kontakte zu überblicken. In Sachen Export bzw. Druck sieht es noch ziemlich traurig aus, in den Foren kursieren Anleitungen, wie man dieses Problem mit Hilfe des iPhone lösen kann. Wird eine Wave zu groß, dauert es ewig, bis sie geladen ist und man in ihr manövrieren kann. Und, und, und, aber wir befinden uns ja noch in der Testphase und nachdem das Tool eine Neuentwicklung darstellt, habe ich dafür Verständnis.

Abgesehen von den Kinderkrankheiten hat Google Wave aber schon das Zeug, zu einem unverzichtbaren Arbeitstool im Social Web zu werden. Was mich aber interessieren würde: wofür nutzen Sie Google Wave?

PS: ich habe wieder ein paar Einladungen. Falls Sie Google Wave ausprobieren wollen, schicken Sie mir bitte eine Mail oder schreiben Sie einfach einen Kommentar und teilen mir Ihre Googlemail-Adresse mit (bitte wirklich eine Googlemail- oder Gmail-Adresse, Sie brauchen dann eh eine, um Google Wave nutzen zu können).

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Drei Tipps für Ihre Präsentation

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Wir alle kennen die Situation. In Seminaren, auf Konferenzen oder Vorträgen. Wo auch immer. Laptop, Beamer und dann geht es los mit den Folien. Vollgeschrieben von oben bis unten, natürlich ausformuliert, damit der Vortragende auch was zum Ablesen hat. Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Vor knapp einem Jahr habe ich eine Präsentation von Oliver Adria vorgestellt, in der er uns gezeigt hat, wie eine gute Präsentation auszusehen hat. Gut, wer bei Null anfängt, kann sich an seine Ratschläge halten. Was aber ist, wenn Sie Ihre Folien schon „gebastelt“ haben und nicht damit zufrieden sind? Oliver Adria hat drei Tipps, die Ihnen helfen sollen, die Situation zu retten.

Statt 94 Folien, wie beim letzten Mal, braucht er diesmal nur 29. Geht also ganz schnell. ;-)

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Community-Building: auf die Haltung kommt es an

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„Community-Building“, das ist ein faszinierender Begriff. Viele von denen, die in der letzten Zeit im Social Web aktiv geworden sind, sehen darin eines der Ziele, die sie mit ihren Social Media-Aktivitäten anstreben. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Nur bin ich mir nicht sicher, ob es vielen nicht eher um das geht, was oben auf dem Foto zu sehen ist: Fans. Sie sind zwar im Konzertsaal oder im Museum etwas zurückhaltender als wie hier beim Tennis. Aber sie zahlen ihr Ticket, sind begeisterungsfähig und erzählen im Idealfall weiter, wie toll es war.

Chris Brogan hat vor einiger Zeit in seinem Blogpost „Audience or Community“ genau dieses Thema angesprochen und gezeigt, dass Publikum und Community nicht dasselbe sind. Das hat Konsequenzen, denn so Chris Brogan,

„if all you’re hoping to achieve through building community is to sell more products, that might not be the best way to consider the problem. Communities don’t sell product. Communities empower users of products or services, or people with like-minded interests to interact.“

Genau darum geht es vielen Kulturbetrieben aber, wobei das nicht verwerflich ist. Der Multiplikatoreffekt, der im Social Web zum Turbo werden kann, wird ja häufig genug als großer Pluspunkt genannt. Wem dann noch die richtigen Marketingmaßnahmen einfallen, der ist der König des Web 2.0. Wenn sie witzig sind und die Leute darauf einsteigen, dann ist auch daran nichts auszusetzen (siehe dazu mein Blogpost „Filme mit Hilfe von Twitter und Facebook promoten„). Wie so etwas im Theaterbereich aussehen kann, beschreibt Axel Kopp in einem Kommentar auf dem Theaterhaus Blog (leider kann ich nicht direkt auf den Kommentar verlinken). Sein Vorschlag:

„Für ‚Hi Dad‘ könntet ihr unter allen Vätern, die euch Fotos von sich mit ihrem Kind schicken (muss ja kein Baby mehr sein), 5×2 Karten für das Stück verlosen. Bei der Verlosung macht ihr einen entsprechenden Hinweis, dass ihr alle euch zugesandten Fotos auch auf eurem Blog und Facebook veröffentlichen werdet. So, wenn ihr das gemacht habt, werden die Teilnehmer dann auch euren Blog besuchen, vermutlich noch weitere Posts lesen und es ihren Freunden erzählen, die sich das dann ebenfalls wieder anschauen. (…).“

Die Frage ist: spricht das die Leute wirklich an? Jemma Bowman ist da nicht so sehr von überzeugt. In ihrem Artikel „Participatory online cultural projects“ vertritt sie die Ansicht, dass solche Fotoaktionen eher nicht so gut ankommen, denn

„we know that visitors don’t get behind these kinds of processes. And it’s not because you’re asking too much of them – this is a pretty straightforward requirement – it’s a more complex issue of motivation, determined by a delicate balance of commitment, reward, process, novelty, relevance and timing.“

Wie aber kommt man dann an die Leute ran? Um darauf eine Antwort zu geben, zitiert Bowman Anna Rafferty, Digital Marketing Director bei Penguin books. Diese glaubt,

„that the key to their audience being willing to spend significant amounts of time and energy engaging with their products, their brands and their websites, is to give them control.“

Hier sind wir dann an einem Punkt angelangt, der mit obigem Bild nicht mehr viel zu tun hat. Es geht nicht mehr um den Gegensatz wir da oben, ihr da unten, sondern um Kommunikation auf Augenhöhe.

„A community looks to each other to sustain the relationship and some of the interactions“,

erklärt Brogan und beschreibt eine Community als eine Gruppe von Menschen, die von gemeinsamen Interessen, Idealen oder Wünschen geleitet werden und spüren, dass sie hier Wertschätzung erfahren. In die gleiche Richtung geht ein Blogpost von Martin Oetting. „Community ist eine Einstellung“ schreibt er und erklärt:

„eine Community entsteht nicht, weil man eine Community-Software verwendet, oder bei Ning eine einrichtet, oder weil man Profile für Mitglieder hat, die „Freunde“ voneinander werden und sich vernetzen können. (…)  Eine Community entsteht, wenn es irgendwo Menschen gibt, die sich mit einer Sache (oder mehreren Sachen) intensiv auseinandersetzen, dazu Meinungen, Gedanken, Ideen, Anregungen produzieren, die wahrgenommen werden – von einer stetig steigenden Anzahl Menschen. Diese wiederum gewinnen andere dafür. Und so wächst der Kreis an Leuten, die interagieren, einander zuhören, sich widersprechen, streiten, sich kennenlernen … alles im Umkreis der ersten Menschen, die mit ihrer Einstellung und Haltung dieser Gruppe ein gedankliches Zuhause geben.“

Um erfolgreiches Community-Building zu betreiben, bedürfe es der richtigen Haltung oder Einstellung, so Oetting. Damit bringt er es auf den Punkt. Ein Twitter-Account oder ein Facebook-Profil sind lediglich die Infrastruktur, um eine Community aufbauen zu können. Auf Augenhöhe zu kommunizieren und den anderen einen wirklichen Mehrwert zu bieten, darin besteht die eigentliche Herausforderung. Die Einbindung anderer hat für mich dann ganz stark mit der Frage zu tun, inwieweit ich offen bin für partizipative Ansätze. Martin Oetting spricht davon, ein Zuhause für Gedanken und Ideen zu schaffen. Dieses Bild gefällt mir sehr gut.

Konkret heißt das: bevor Sie damit beginnen, Blogs, Twitter und Facebook mit Inhalten zu füllen, überlegen Sie sich erst, auf welcher Ebene Sie mit den Menschen kommunizieren wollen. Welche Ziele möchten Sie erreichen und wie wollen Sie diese Ziele erreichen? Sind Sie so offen, um auch die Vorschläge anderer zuzulassen? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantworten, können Sie ja gleich damit beginnen, anderen Ihre Ideen und Ziele vorzustellen.

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Social Media im Businessbereich: fast schon selbstverständlich

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© Gerd Altmann; Photoopia

Bis in die jüngste Vergangenheit war es etwas Besonderes, wenn ein Unternehmen auf Social Media setzt und die diversen Kanäle für die Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Stakeholdern nutzt. Häufig wurde das in speziellen Presseaussendungen vermeldet und im Social Web wurde es wohlwollend zur Kenntnis genommen, wenn wieder jemand auf den Zug aufgesprungen war. Im Kunst- und Kulturbereich wird das teilweise wohl auch weiter so bleiben. Zwar ist die Zahl derer, die auf Facebook und Twitter vertreten sind, mittlerweile unüberschaubar geworden. Um deutschsprachige Theaterhäuser aufzuzählen, die ein eigenes Weblog betreiben, reicht aber noch eine Hand.

In seinem Blogpost „The Evolution of Social Media and Business“ verweist Brian Solis auf eine Studie, in der das Social Media-Verhalten der 500 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen untersucht wurde. Nur 9 Prozent von ihnen waren 2009 in diesem Bereich nicht aktiv, 2008 waren es noch 23 Prozent, 2007 noch 43 Prozent. In zwei Jahren werden es wohl kanpp unter 100 Prozent sein, womit die Präsenz im Social Web ebenso selbstverständlich ist wie die eigene Website.

Nicht überraschend ist auch die Tatsache, dass 2009 der Anteil derer, die Social Networking betreiben, auf 80 Prozent gestiegen ist (2007: 27%; 2008: 49%). Das heißt, vier von fünf Unternehmen sind auf Facebook und/oder anderen Plattformen vertreten.  Etwas mehr als die Hälfte (52%) twittert (Vergleichszahlen zu früheren Jahren existieren nicht). Mich persönlich freut es, dass fast jedes zweite Unternehmen (2009: 45%) ein Blog betreibt, was gegenüber den Jahren 2007 (19%) und 2008 (39%) doch eine erhebliche Steigerung ist.

In anderen Bereichen wie der Nutzung von Online-Videos, Podcasts oder Wikis gingen die Zahlen im letzten Jahr leicht zurück. Worauf ist das zurückzuführen? Die Zeit, wo man einfach mal alles versucht hat, scheint vorbei zu sein. Wir wissen jetzt, dass Social Media keine Eintagsfliege ist, nun gilt es, die verschiedenen Kanäle professionell zu nutzen. Oder in den Worten Brian Solis:

„(…) online video requires much more than a Flipcam. (…) (It) requires a dedicated content marketing strategy in order to connect the theme, essence, and value of the videos to those who could benefit from viewing them.“

Für diesen wie auch für andere Kanäle gilt: die Zeit, wo man mit dem Dabeisein Aufmerksamkeit erregen konnte, ist vorbei. Kultureinrichtungen haben vor allem im deutschsprachigen Raum noch so etwas wie eine Schonfrist. Aber in ein oder zwei Jahren wird kein Hahn mehr danach krähen, wenn ein Museum zu bloggen beginnt oder Video- und Fotoplattformen verwendet. Ganz im Gegenteil, es wird selbstverständlich sein. Die Basis dafür müssen Sie heute schon schaffen.