Monthly Archives of: Februar 2010

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Der Schlüssel für erfolgreiches Social Media-Marketing

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Wer seine Kunst nicht für sich alleine behalten möchte, der wird sich Gedanken darüber machen, wie andere von seiner Kunst erfahren, damit er sie mit anderen teilen kann. Eine Vielzahl von Aktivitäten, die in diese Richtung abzielen, lassen sich unter dem Begriff Marketing subsumieren. Mit dem Aufkommen von Social Media erfährt dieser Begriff eine Erweiterung, von Social Media-Marketing die Rede. Was das ist?

„Marketing via social media sites means to harness the power of those users and to engage in their conversations or create conversations of your own and inviting them to engage,“

heißt es in einem von Anvil Media herausgegebenen White Paper zum Thema Social Media-Marketing. Sein Rezept, wiie man Social Media-Marketing betreibt, formuliert Hugh MacLeod auf seinem Blog Gapingvoid im Beitrag „the three keys to social media marketing“ so:

  1. „Figure out what your gift is, and give it to them on a regular basis.
  2. Make sure it’s received as a real gift, not as an advertising message
  3. Then figure out exactly what it is that your trail of breadcrumbs leads back to.“

Drew McManus stellt sich auf seinem Adaptistration Blog die Frage, wie denn solche Geschenke im Orchesterbereich aussehen könnten? Hugh MacLeod, so meint er, habe es da leichter mit seinen Cartoons, die er seinen BlogleserInnen täglich „schenkt“. Orchester könnten, so überlegt McManus, Videoclips anbieten, so das möglich ist. Und außerhalb? In den Kommentaren finden sich einige Vorschläge. Lisa Hirsch schlägt Interviews mit den OrchestermusikerInnen vor und geht davon aus, dass auch Hintergrundberichte für LeserInnen und Publikum interessant sein könnten. Marc van Bree ist der Überzeugung, dass die MusikerInnen vor allem ihre Expertise auszeichnet und schlägt verschiedene „Ask the Experts“-Kanäle auf Twitter oder YouTube vor.

Für mich geht aber vor allem der Kommentar von Alex Shapiro in die richtige Richtung, in dem er darauf hinweist, wie wichtig die soziale Komponente sei:

„But a great many people in the audience do not know another soul there, and can feel a bit out of place or even lonely, just like going to a party where they don’t know anyone“,

schreibt er und schlägt vor, dass man sich um genau diese BesucherInnen kümmern müsse. „Art as the hub„, hier ist er wieder, der Leitspruch von Adam Thurman. Aber ich möchte die Frage von Drew McManus noch einmal aufgreifen: welche „Geschenke“ machen Sie?

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Ordnung in die Ordnerstruktur bringen

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© Paul-Georg Meister; Pixelio

Als ich noch Outlook als Emailprogramm verwendete, bestand für mich die große Herausforderung darin, die Übersicht im Posteingang nicht zu verlieren. Mein Wunsch war es, meinen Posteingang so aussehen zu lassen wie auf dem Foto. Ich versuchte es mit einer ausgeklügelten Ordnerstruktur, musste aber immer wieder feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Als ich gestern auf dem helpworx-Blog den Beitrag „Tipps zur Optimierung Ihrer Verzeichnisstruktur“ (Update: das Blog gibt es leider nicht mehr) las, wusste ich auch warum. Meine Ordnerstruktur war eher unsystematisch angelegt und deshalb konnte das gar nicht gutgehen.

Was aber muss man machen, um mit den eigenen Verzeichnissen auch arbeiten zu können? Thorsten Abeln gibt folgende Tipps:

  • Gliedern Sie nach Herkunft, nicht nach Thema„: Das war bereits mein erster Fehler, ich habe teilweise nach Sachthemen geordnet. Abeln empfiehlt stattdessen, im ersten Schritt die Entstehungszusammenhänge zu berücksichtigen. In einer projektorientierten Organisation könne man beispielweise mit dem Kunden beginnen und auf der zweiten Ebene die Projektnummer verwenden.
  • Lassen Sie Ihre Organisationsstruktur außen vor„: Sich an Funktionsbezeichnungen zu orientieren, führt sehr schnell zu Problemen, weil die Inhalte von Bereich zu Bereich wandern können. Stattdessen rät Abeln, eine Struktur zuschaffen, die sich an den Projektphasen, also z.B. Entwicklung, Umsetzung, Steuerung orientiert.
  • Werden Sie erst ab Ebene 3 inhaltlich„: Erst hier geht es um die Sachthemen. Abelns Ratschlag: Verzeichnisnamen finden, die sich auf alle Projekt anwenden lassen. Ein Beispiel bringt er in seinem Beitrag.

Seine beiden weiteren Tipps:

  • „Geben Sie die ersten drei Ebenen verbindlich vor“
  • „Legen Sie Verantwortlichkeiten fest“

Klar, dass das nicht nur für den Posteingang gilt, wo ich übrigens mittlerweile mit Tags arbeite, sondern für alle hierarchisch angelegten Ordnerstrukturen. Und davon haben wir ja einige, oder?

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Social Network-Spam

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© Pambieni; Pixelio

Eines der großen Vorteile von Social Media ist, dass ich – z.B. dank RSS – selbst entscheiden kann, ob, und wenn ja, wann ich bestimmte Informationen abrufen kann. Im Unterschied zur Email, die mein Postfach füllt, ob ich das will oder nicht.

Ich frage mich, warum diese Vorteile nun wieder zunichte gemacht werden, indem ich auf Xing, Facebook oder anderen Netzwerken permanent mit Einladungen zu Gruppen, Fanseiten oder Veranstaltungen zugemüllt werde? Jeder, den man fragt, stimmt zu, dass diese Form der Kommunikation nervig ist.

Wäre es nicht an der Zeit, die entsprechenden Kommunikationskonzepte zu überdenken? Ich habe nichts gegen individuelle Einladungen und nehme auch durchaus hin und wieder welche an. Aber dieses sinnlose Verschicken nervt. Versuchen Sie es doch mal mit einer persönlichen Einladung, in der Sie schreiben, warum Sie glauben, dass das für den Angeschriebenen eine tolle Sache ist. Wetten, Sie sind damit erfolgreicher als mit dem haufenweisen Verschicken von Einladungen?

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Social Media: und wie sieht das dann in der Praxis aus?

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Anfang dieser Woche habe ich mich über den Chat hier im Blog mit Sandra Doser von der Studentenbühne der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg unterhalten. Die Studentenbühne  hat für ihre Aktivitäten nicht nur ein eigenes Blog eingerichtet, sondern ist darüber hinaus auf Facebook, MySpace, studiVZ (Verlinkung ohne Anmeldung nicht möglich) und YouTube präsent. Nun habe man zwar alle diese Kanäle eingerichtet, aber es fehle an entsprechenden Rückmeldungen und Reaktionen, meinte Sandra Doser im Laufe unseres „Gesprächs“ etwas enttäuscht.

Damit hat sie ein Problem angesprochen, das wahrscheinlich viele haben, wenn sie sich voller Enthusiasmus in die Arbeit stürzen und nach einiger Zeit feststellen: da passiert ja gar nichts. Was aber muss man eigentlich tun, damit etwas passiert? Sandra Doser hat mir netterweise erlaubt, den Social Media-Auftritt der Probebühne als Beispiel verwenden zu dürfen, wofür ich mich bei ihr ganz herzlich bedanken möchte.

Die entscheidende Frage, die sich jeder ganz am Anfang stellen muss, ist die nach Sinn und Zweck der Social Media-Aktivitäten. Bei der Studentenbühne ist das recht klar formuliert, im ersten Blogpost heißt es nämlich:

„Wir sind die Studentenbühne der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Dieses Semester Proben wir Andorra von Max Frisch. Wir sind ein Theater zum Anfassen. Jeder ist willkommen mitzureden, die Proben zu sehen, mitzuspielen, Aufgaben hinter den Kulissen zu übernehmen und natürlich auch sich das Stück anzusehen! Auf diesem Profil können Bilder und Videos von den Proben angesehen werden. Über den Blog kann der Entstehungsprozess verfolgt und kommentiert werden. Auch Abstimmungen bezüglich bestimmter Entscheidungen wird es auf der Homepage geben. Vorschläge werden gerne eingearbeitet. Helft uns ein Stück zu gestalten, das ihr sehen wollt!“

Die Grundidee ist es also, andere nicht nur passiv teilhaben zu lassen, sondern sie aktiv in das Projekt, nämlich die Inszenierung von Andorra, einzubinden. Mein Problem dabei: als jemand, der sich an dem Theaterprojekt nicht beteiligt, bin ich mir nicht sicher, ob die Inhalte des Blogs eigentlich für mich bestimmt sind? Kurz gesagt: ich weiß nicht, ob ich mich angesprochen fühlen soll und bin daher eher zurückhaltend, wenn es um Reaktionen beispielsweise in Form von Kommentaren geht. Meiner Meinung nach ist die Trennung zwischen denen, die nur mitlesen und denen, die sich aktiv einbringen wollen, zu ungenau gezogen. Möglicherweise ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, mit Kategorien zu arbeiten?

Was ich noch ändern würde:

  • Mehr Links setzen: wer irgendwo in der Blogosphäre ein Blog aufsetzt, beginnt bei Null. Abgesehen von ein paar Insidern weiß niemand von dem Vorhaben, das Blog muss erst noch entdeckt werden (eine Alternative wäre z.B. theaterblogs.de gewesen, wo es bereits viele Theaterblogs und damit viele interessierte LeserInnen gibt). Das heißt, ich muss auf möglichst vielen anderen „Plätzen“ im Web Spuren hinterlassen, indem ich entweder dorthin verlinke (auch auf YouTube gibt es einige interessante Videos über Max Frisch und Andorra) oder auf anderen Seiten kommentiere, um auf diesem Weg auf mein eigenes Blog aufmerksam zu machen. Links führen außerdem dazu, dass ich besser gefunden werde.
  • LeserInnen mobilisieren: wenn man mit etwas bei Null anfängt, dann ist es klar, dass das andere nicht sofort mitbekommen. Es ist durchaus erlaubt, auf den Start des Blogs hinzuweisen und dafür auch Kommunikationskanäle wie die Email oder das gute alte Telefon zu verwenden. ;-) Im nächsten Schritt könnte man Blogbeiträge verfassen, die mit einer Frage enden und dann ganz gezielt Leute ansprechen und sie um einen Kommentar bitten.
  • Mehr Geschichten erzählen: Ich denke, ein Blog lebt von den Geschichten, von den Inhalten, die dort erzählt werden. Deshalb gefällt mir auch die Idee, die einzelnen Figuren des Theaterstücks vorzustellen und zwar von den DarstellerInnen selbst. Ich hätte allerdings erst die „Geschichte“ der jeweiligen Figur gebracht, also das PDF (z.B. Barblin) und dann den Steckbrief angehängt. Und ein Foto und ein paar einleitende Sätze der jeweiligen DarstellerInnen wären sicher auch ein Gewinn.

Aber: das Blog enthält viele tolle Ideen, z.B. das Video eines Flashmobs, mit dem das Stück auf dem Weihnachtsmarkt beworben wurde, die Infos über die Vorbereitungen dazu, Einblicke in das Probengeschehen oder auch die Vorstellung des Flyers. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass das Blog erst seit knapp drei Monaten existiert, dann ist es eigentlich noch zu früh, frustriert zu sein. Ich weiß zwar jetzt nicht, wieviele Zugriffe das Probebühnen-Blog hat, aber ich lag mit diesem Blog hier nach drei Monaten bei insgesamt 400 Zugriffen und einer Handvoll Kommentaren. Insofern lohnt es sich, noch etwas Geduld zu haben, zu versuchen herauszufinden, was man besser machen kann und dann bin ich mir sicher, werden Blog und Inszenierung ein voller Erfolg. :-)

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Wissenschaftliche Arbeiten zu den Themen Fundraising und Socialmarketing

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Wer sich für das Thema Fundraising interessiert, kennt wahrscheinlich die Seite F & S Fundraising & Sozialmarketing! von Thilo Reichenbach. Besonders wertvoll ist seine Sammlung von Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten sowie Präsentationen zu diesen Themen. Es könnten zwar ruhig noch ein paar mehr werden, aber immerhin sind doch schon einige zusammengekommen. Und gerade für FundraiserInnen sind sie eine wahre Fundgrube.

So etwas würde ich mir auch für den Bereich Kulturmanagement wünschen. Zwar lassen sich einige Arbeiten im Internet finden, aber erstens sind es nicht viele und zweitens sind sie auf verschiedene Seiten verstreut. Wenn Interesse besteht, würde ich mal versuchen, hier im Blog so eine Sammlung aufzubauen. Die Voraussetzung ist aber, dass das erstens rechtlich möglich ist und zweitens die VerfasserInnen der Arbeiten bereit sind, sie online zur Verfügung zu stellen.  Interesse?

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„Schöne“ Kunst macht hilfsbereit

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© Rainer Sturm; Pixelio

Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, warum im Rahmen einer Spendengala viele KünstlerInnen auftreten? Klar, nur die ganze Zeit die Kontonummer aufsagen, wird wahrscheinlich eher abschrecken denn zum Spenden animieren. Aber das – in der Regel – musikalische Rahmenprogramm ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Eine Studie hat nämlich herausgefunden, dass ein schönes und vor allem erbauliches Kunsterlebnis unsere Hilfsbereitschaft erhöht, berichtet der ORF auf seiner Website.

Die im Rahmen solcher Sendungen gesammelten Spenden sind nicht nur das Ergebnis unseres Mitleids, sondern hängen auch „mit dem Gefühl der Erbauung, das wir beim Betrachten guter Taten und virtuoser Handlungen verspüren“, zusammen, wie der ORF schreibt. Die für die Studie konzipierte Versuchsanordnung teilte die Probandinnen in zwei Gruppen und führte ihnen zwei unterschiedliche Videos vor. Während die einen einen Ausschnitt aus einer Show sahen, in der sich Musiker für die Unterstützung bedanken (Erbauungsvideo) , sah die andere Gruppe einen Ausschnitt aus einem Naturfilm (Kontrollgruppe).

Das Ergebnis: die Mitglieder der ersten Gruppe zeigten sich

„‚bewegter‘, ‚hilfsfreudiger‘ und insgesamt ‚optimistischer gegenüber der Menschheit'“,

wie es in der Meldung heißt. Außerdem war ihre Bereitschaft, an einem weiteren, aber unbezahlten Experiment teilzunehmen, höher als in der anderen Gruppe.

Da es bis zu diesem Punkt nur um Absichtserklärungen ging, sollte in einer weiteren Studie das praktische Verhalten untersucht werden. Diesmal wurden die Probandinnen in drei Gruppen eingeteilt, von denen zwei die oben erwähnten Videosequenzen sah, währen die dritte Gruppe einen Ausschnitt aus einer „amüsanten“ TV-Serie vorgesetzt bekam (Spaßgruppe). Im Anschluss an ein zum Schein abgebrochenes Experiment, für das sie trotzdem das vereinbarte Honorar erhielten, wurden sie kurz vor dem Verlassen des Raumes gefragt, ob sie noch ohne Honorar einen „langen und langweiligen“ Fragebogen ausfüllen würden, wobei sie die Möglichkeit hätten, die Beantwortung jederzeit abzubrechen.

Während sich die Mitglieder der beiden Gruppen, die die Sequenz aus dem Naturfilm und der TV-Serie gesehen hatten, rund 20 Minuten Zeit dafür nahmen, war es bei der Gruppe, die die Show mit den Musikern gesehen hatte, die doppelte Zeit.

„Sie waren also doppelt so hilfsbereit wie ihre Kolleginnen, manche verbrachten mehr als die ursprünglich anberaumte Zeit von einer Stunde im Experimentierraum“,

heißt es im ORF-Text. Die an der Studie beteiligten Psychologinnen kamen daher zu dem Schluss:

„Erbauung sei ein eigenständiges Gefühl, dass sich von der einfachen ‚guten Stimmung‘ unterscheide und unser Verhalten positiv beeinflussen kann.“

Zwar sei die Studie nur mit Frauen durchgeführt worden, man könne aber davon ausgehen, dass Männer das gleiche Verhalten an den Tag legen, heißt es weiter.

Ich finde die Ergebnisse äußerst interessant. Zwei mögliche Konsequenzen: erstens sind KünstlerInnen bei Benefizveranstaltungen nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern tragen entscheidend dazu bei, dass Spendengelder fließen. Zweitens sollten diese Erkenntnisse in die Fundraisingstrategie der Kulturbetriebe selbst einfließen und die Hilfsbereitschaft des Publikums stärken.

Wie sehen Sie das? Sollten Kulturbetriebe darauf reagieren und versuchen, einen entsprechenden Nutzen daraus ziehen? Oder sind Sie der Meinung, dass solche Ansätze mit den künstlerischen Vorstellungen unvereinbar sind?

PS: danke an Alexandra Graßler, die mich via Twitter auf diese Studie aufmerksam gemacht hat.

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Twiangulate: ein interessantes Analysetool für Twitter

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Die Frage, wem man auf Twitter folgen soll und wem nicht, beschäftigt vermutlich (fast) alle, die dort mehr oder weniger aktiv sind. Hängt man sich an bekannte Twitterer ran und schaut, wem diese folgen oder sucht man sich unter den vor einiger Zeit von Twitter eingeführten Listen thematisch passende heraus und versucht herauszufinden, wer einen interessieren könnte und wer nicht.

Nachdem die Nutzerzahlen auf Twitter in den letzten Monaten relativ stark zugenommen haben, kann es Ihnen passieren, dass Sie sich für Twitterer interessieren, die mehr als 1.000, vielleicht sogar 2.000 anderen Twitter-Nutzern folgen. Eine solche Liste zu durchforsten, um herauszufinden, wer für einen selbst interessant sein könnte, ist mühsam.

Gestern bin ich auf ein Tool gestoßen, das hier recht wertvolle Hilfe leistet. Gut, wer wem folgt, das lässt sich mittlerweile mit Hilfe verschiedener Tools mehr oder weniger komfortabel herausfinden. Einen Schritt weiter geht Twiangulate, ein Online-Tool, das es mir erlaubt, verschiedene Accounts gemeinsam auszuwerten und zu analysieren.

Identifizieren lassen sich sowohl die gemeinsamen Follower als auch Freunde von bis zu drei verschiedenen Accounts. Das heißt, Sie haben die Möglichkeit, die gemeinsame Schnittmenge von drei verschiedenen Twitterern herauszufiltern.

Nehmen wir mal an, ich bin ein Museum, das sich am Standort Wien befindet und sich inhaltlich mit der k.u.k. Monarchie beschäftigt und nun mit dem Twittern beginnen möchte. Im ersten Schritt versuche ich herauszufinden, ob es Museen gibt, die sich mit ähnlichen Inhalten beschäftigen. Dank der „Follow a Museum“-Liste kann ich mir schnell einen Überblick über die entsprechenden Museen verschaffen. In anderen Bereichen ist das zugegeben nicht so ganz einfach, da würde mehr Zeit für die Recherche draufgehen. Dank der Museumsliste finde ich aber z.B. in Wien drei Institutionen, die mich in diesem Zusammenhang interessieren, weil sie eben auch twittern: das Hofmobiliendepot Möbel Museum, das Sisi-Museum in Wien und Schloss Schönbrunn. Mit Hilfe von Twiangulate kann ich nun herausfinden, wem die drei gemeinsam folgen bzw. wer allen drei Einrichtungen folgt. Diese UserInnen könnten, da ich mich als Museum mit ähnlichen Dingen wie die anderen drei Einrichtungen beschäftige, natürlich auch für mich interessant sein.

Das Ergebnis: 46 UserInnen folgen allen drei Einrichtungen, weitere 53 folgen jeweils nur zwei Einrichtungen, d.h. ich hätte 99 potenzielle Follower für mein Museum gefunden. Interessant sind aber auch die gemeinsamen Freunde, also Twitterer, die für alle drei Einrichtungen so relevant sind, dass sie ihnen alle drei folgen. Die scheint es eher nicht zu geben, denn das Ergebnis fällt mager aus. Nur drei Twitteruser sind für alle drei Einrichtungen so interessant, dass sie ihnen folgen. Daraus lässt sich schließen, dass die drei Einrichtungen eher nicht sehr aktiv twittern, was seine Bestätigung durch die Tatsache erfährt, dass keines der Betriebe mehr als zehn Twitterern folgt.

Schaut man sich drei große Museen in den USA an, z.B. das Museum of Modern Art, das Guggenheim Museum und das J. Paul Getty Museum, dann sind dort zwar die Followerzahlen wesentlich höher (zwischen 33.000 und 93.000), aber die Zahl der Follower, die allen drei Museen folgt, liegt bei lediglich 122. Vermutlich könnten die Museen noch wesentlich mehr Follower gewinnen, wenn sie sich aktiv darum kümmern würden. Lediglich das J. Paul Getty Museum scheint sich hier zu engagieren, da es mehr als 22.000 Twitter-Usern folgt (bei 35.000 Friends), während die anderen beiden Häuser nicht über 2.000 Friends kommen.

Um einflussreiche Twitterer zu entdecken, bietet Twiangulate außerdem die Möglichkeit der Auflistung an, d.h. ich kann herausfinden, welche Follower jeweils ihrerseits die höchsten Followerzahlen haben. Bei Twitteraccounts mit weniger als 11.000 Followern bekomme ich aber auch das andere Ende des Rankings aufgelistet, also diejenigen mit den niedrigsten Followerzahlen.

Und noch etwas kann das Tool: Sie können sich die verschiedenen Listen auf Twitter visualisieren lassen und erhalten einen Überblick über den Vernetzungsgrad innerhalb dieser Liste. Das sieht dann beispielsweise so aus  (wenn Sie die Grafik anklicken, erhalten Sie ein größeres Format):

Sie sehen, dass hier der Vernetzungsgrad noch nicht besonders hoch ist und haben nun die Möglichkeit, das – zumindest für Ihren eigenen Account – zu ändern.

Fazit: Twiangulate ist kein Tool, um automatisiert möglichst schnell zu möglichst vielen Followern zu kommen, sondern unterstützt Sie dabei, sehr zielgerichtet diejenigen zu identifizieren, die sich für Sie und Ihre Inhalte interessieren könnten. Aber auch darüber entscheidet dann letzten Endes die Qualität Ihrer Tweets.

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Ein Tool hilft bei der Analyse der Facebook-Fans

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Viele Follower auf Twitter bzw. viele Fans auf Facebook zu haben, ist wahrscheinlich das Ziel der meisten Kulturbetriebe und KünstlerInnen. Welche Rückschlüsse lassen sich aber ziehen, wenn Ihnen auf Twitter 2.000 Follower folgen? Werden Sie die demnächst bei sich als zahlende Kunden begrüßen dürfen, ist das die Konkurrenz oder sind das die Follower-/Fansammler?

Um etwas mehr über Ihre Fans auf Facebook zu erfahren, gibt es jetzt ein ganz interessantes und wie ich finde hilfreiches Analysetool, auf das ich bei Jim Richardson im Museum Marketing Blog gestoßen bin. Das Analysetool (Update: das Tool existiert lieder nicht mehr) steht online zur Verfügung und Sie müssen lediglich den Namen der Fanseite eingeben, um zu erfahren, ob die Fans in ihrem Fanverhalten (=Zugehörigkeit zu anderen Fanseiten) dem Facebook-Durchschnitt entsprechen, wo sie sonst noch Fans sind und wo sie herkommen.

Außerdem haben Sie natülich die Möglichkeit, die Fans Ihrer Konkurrenten zu analysieren, um herauszufinden, inwieweit es hier Übereinstimmungen gibt. Vielleicht weisen Ihre Fans ja ein ganz anderes Verhalten auf?

Ich denke, mit diesen Informationen lässt sich einiges anfangen, etwa in den Bereichen Marketing und Sponsoring. So sind beispielsweise die Fans von Paulo Coelho auch große Starbucks-Fans. Und Nutella scheinen sie auch zu mögen. Finden Sie doch mal heraus, wen und was Ihre Facebook-Fans mögen. ;-)

Update: Pete Warden, der das Tool entwickelt hat, hat auf meine Anfrage reagiert und mir in einer Mail geschrieben:

„I’m afraid you’re right about the limitations of the analysis; it only works with fan pages that have more than a few hundred fans, because of the way I’m sampling users. I’m working on getting more comprehensive coverage, but until that’s in place I’m afraid the more niche pages won’t work that well.“

Das heißt, wer viele Fans hat, kann das Tool schon fehlerfrei nutzen. Bei kleineren Gruppen wird es noch etwas dauern…

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Die Zukunft der Museen

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Wenn von Museen die Rede ist, geht es meist um die Vergangenheit. Um das Bewahren von Gegenständen oder das Erforschen vergangener Zeiten und Epochen beispielsweise. Außer acht gelassen wird dabei, dass Museen ja auch dazu beitragen können, unsere Zukunft zu gestalten.

„Museums are often viewed as conservators of the past, but some have always been in the business of the future“,

heißt es in der Einleitung zur im Dezember 2008 von der American Association of Museums veröffentlichten Studie Museums & Society 2034: trends and potential futures, die den Blick in das Jahr 2034 wagt. Interessant ist diese Studie vor allem deshalb, weil sie den Museen eine teilweise völlig neue (aktive!!) Rolle in der Gestaltung unserer Zukunft beimisst. Zum Ausdruck kommt das in der folgenden Prognose:

„In 2034: More museums will be places of cultural exchange in their communities; they won’t have any other choice. Museums will be primary sites for civic dialogues about community interests and the policies that affect communities. They will be one of the most powerful agents in helping all children understand the future and ensuring they are prepared to take leadership roles in various sectors.“

Zwei Aspekte stechen dabei heraus: einerseits der Community-Ansatz und zweitens der Grundgedanke, dass Museen dazu beitragen, dass Kinder die Zukunft verstehen lernen. Am besten gefällt mir aber die Idee, dass die Museen der Zukunft uns nicht nur in unserer Kreativität unterstützen, sondern darüber hinaus Treiber unserer gesellschaftlichen Entwicklung werden:

„In 2034: As incubators of creative expression, museums flourish as facilitators of the ongoing creative renaissance. They play a vital role in nurturing, documenting, organizing, interpreting and making accessible the new realm of creative output. Museums play an even greater role as economic engines in their communities, helping harness the value generated by the emerging wave of creative-driven commerce and exchange. They are repositories of knowledge about traditional craft, sources of inspiration for new designs and processes, and through their collections and exhibitions, validators of new artists and new art forms.“

Die 20 Seiten sind äußerst lesenswert und zeigen, welche Rolle Kunst und Kultur auch zukünftig spielen werden. Wünschen würde ich mir, dass solche Studien sich nicht nur auf Museen beschränken, sondern auch Opernhäuser, Theater, etc. miteinbeziehen. Interessieren würde mich außerdem, warum sich solche Studien fast immer auf den Museumsbereich beziehen? Spielen sie wirklich eine bedeutsamere Rolle als andere Kultureinrichtungen oder lässt sich dieses Feld einfach nur leichter erforschen? Oder habe ich entsprechende Studien in den anderen Bereichen einfach übersehen bzw. (noch) nicht entdeckt?

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FEAST: Nachhaltig Kunst und Kultur finanzieren

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© Alfred Teske; Pixelio

Vom „Bilbao-Eeffekt“ ist in der New York Times die Rede. Robin Pogrebin beschreibt damit in seinem Artikel „In the Arts, Bigger Buildings May Not Be Better“ eine Entwicklung, die in den letzten Jahrzehnten zu etlichen spektakulären – vor allem – Museumsbauten geführt hat. Das Guggenheim-Museum in Bilbao vor Augen zogen viele Städte nach und investierten viel Geld, denn

„(…) it was a way to lure tourists and economic development — and a potential boon to cultural institutions,“

wie Pogrebin es formuliert. Nur geht die Rechnung häufig nicht auf. Schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise haben viele Kulturbetriebe festgestellt, dass solche Paläste sehr hohe Betriebskosten verursachen, die sich aus den Budgets nicht finanzieren lassen. Die Formel bekannter Architekt + avantgardistisches Gebäude = viele BesucherInnen = hohe Einnahmen stimmt so nicht. Was fehlt ist der nachhaltige Nutzen einer solcherarts aufgeblähten Infrastruktur. Abgesehen davon stehen immer mehr Kultureinrichtungen vor dem Problem, dass die Kosten ihre Budgets übersteigen, wie Pogrebin in seinem Artikel schildert.

Einen völlig anderen Weg geht Hit Factorie, ein Zusammenschluss von „artists, designers, arborists, anthropologists, performers, writers, organizers, videographers, photographers, food lovers, hospitality purveyors, musicians & yogis“, wie es auf der Website heißt. Mit „Funding Emerging Art with Sustainable Tactics„, oder kurz FEAST wurde ein interessanter Ansatz entwickelt, bei dem es darum geht, die KünstlerInnen vor Ort zu unterstützen bzw. zu finanzieren.

Worum geht es bei FEAST?

„FEAST is a recurring public dinner designed to use community-driven financial support to democratically fund new and emerging art makers,“

erfährt man auf der Website. Das Konzept stammt aus dem Lebensmittelbereich und orientiert sich am Local Food-Ansatz bzw. der „Locavore„-Bewegung:

„A locavore is someone who eats food grown or produced locally or within a certain radius such as 50, 100, or 150 miles (240 km). The locavore movement encourages consumers to buy from farmers’ markets or even to produce their own food, with some arguing that fresh, local products are more nutritious and taste better.“

Diese Idee überträgt FEAST auf den Kunst- und Kulturbereich.

„Locals pay admission to a volunteer-cooked dinner in exchange for the chance to vote on a set of artist proposals. The winning artist takes home the proceeds and presents the resulting work at the next dinner“,

heißt es in einem Artikel auf der Magazinseite „Next American City“, der recht treffend mit „The Revolution Will be Locally Funded“ überschrieben ist. Denn

„(t)his new incubator for art gives rise to an alternative economy that circumvents the usual gatekeepers and sets up a direct relationship between artist and audience“.

Die Idee gefällt mir, denn auf diese Weise gelingt es, das Publikum aus seiner  passiven Rolle zu lösen. Bei FEAST werden KünstlerInnen und Publikum aktiv, die einen kochen oder bringen sich sonstwie ein, die anderen betätigen sich künstlerisch. Wer sich das Modell anschaut, wird feststellen, dass hier der Community-Gedanke im Vordergrund steht. Und nachhaltig ist der Ansatz auch.

Die Macher von FEAST haben aber noch einen nächsten Schritt gesetzt und versucht, die Kosten für die Dinner über Kickstarter (siehe dazu meine beiden Blogposts) hereinzuholen. Was ihnen gelungen ist, wie man hier sehen kann:

Das Pensum wurde übererfüllt. Mit 3.049 Dollar wurde die benötigte bzw. erwartete Summe um 22% überschritten, was bedeutet, dass mehr Geld zur Förderung künstlerischer Projekte zur Verfügung steht. Das Video im Kickstarter-Profil vermittelt einen sehr schönen Eindruck, worum es dieser Initiative geht und auch, warum die Idee so gut ankommt.

Bleibt die Frage, ob so etwas nicht auch bei uns möglich ist?