Monthly Archives of: Juni 2010

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Neuer Programmleitfaden für das EU-Kulturförderprogramm erschienen

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Bis zum 1. Oktober haben Sie noch Zeit, Ihren Projektantrag in Brüssel einzureichen, so Sie ein Vorhaben planen, das in den Aktionsbereich 1 (mehrjährige Projekte) oder Aktionsbereich 1.2.1 (Kooperationsprojekte) fällt. Die wichtigsten Informationen finden Sie im Programmleitfaden, der vor kurzem überarbeitet wurde und nun auf den Seiten der Exekutivagentur online zur Verfügung steht.

Besonders hilfreich neben den Erklärungen, welche Förderinstrumente überhaupt zur Verfügung stehen und welche Kriterien zu beachten sind, ist der Terminkalender, der Ihnen einen Überblick über alle Einreichfristen bis 2013 gibt (Seite 15). Dieser Zeitplan gilt, wie gesagt, nicht nur für dieses Jahr, sondern auch für die folgenden Jahre. Das heißt, Sie können schon heute mit den Planungen für Ihre Projekte der nächsten Jahre beginnen.

Die wichtigsten Basisinformationen und Links finden Sie in den Beiträgen:

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eBook: Geschäftsmodelle im Web 2.0

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Als wir vor ein paar Wochen gemeinsam mit Kultumanagement Network zur Blogparade aufriefen, waren wir uns nicht sicher, ob wir uns beim Thema Geschäftsmodelle nicht etwas zu viel zugemutet hatten. Erstens handelt es sich dabei um ein recht kontroverses Thema und zweitens wussten wir nicht, ob überhaupt Interesse daran besteht, sich über dieses Thema auszulassen.

Aber es hat sich gelohnt, dieses Thema in den Mittelpunkt einer Blogparade zu stellen. 20 lesenswerte Beiträge sind es am Ende geworden, die man auf den Blogs der AutorInnen nachlesen kann. Diese inhaltliche Vernetzung macht letzten Endes den Charme von Blogparaden aus und trägt dazu bei, dass die jeweiligen Themen zumindest in der Blogosphäre wahrgenommen werden.

Um die Aufmerksamkeit nicht auf die Blogosphäre zu beschränken, entstand die Idee, ein eBook daraus zu machen, das nun sowohl online als auch als PDF zur Verfügung steht. Online können Sie es gleich hier oder auf Scribd lesen:

Wollen Sie das eBook lieber abspeichern und am eigenen PC zur Verfügung haben, dann laden Sie sich am besten das PDF herunter (Download PDF). Am Ende des eBooks finden Sie übrigens die Links zu allen Blogbeiträgen, denn unter Umständen wollen Sie von den AutorInnen ja mehr als diesen einen Beitrag lesen.

Gut gefällt mir bei dieser Sammlung von Blogposts nicht nur die inhaltliche Bandbreite, sondern auch die Idee, die Kommentare zu den einzelnen Beiträgen in das eBook mit hinein zu nehmen. Danke sagen möchte ich dabei nicht nur den einzelnen AutorInnen, sondern auch Birgit Schmidt-Hurtienne, die sich die Mühe gemacht hat, die insgesamt 77 Seiten grafisch aufzubereiten. Viel Spaß beim Lesen. ;-)

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Pay with a Tweet: ein interessantes Social Payment Modell

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Wenn mir der Produzent eines Produktes erzählt, dass ich es unbedingt kaufen muss, weil es sehr viel besser ist als die Angebote der Konkurrenz, wird er es schwer haben. Die meisten von uns schenken dieser Form von Werbung kaum noch Glauben, dementsprechend groß ist die Herausforderung, potenzielle Zielgruppen von der Qualität des Produktes zu überzeugen. Eine mögliche Alternative sind Empfehlungen, ein nicht unbedingt neuer Ansatz. Wenn mir in meiner Schulzeit eine Schallplatte gut gefallen hat oder der Film im Kino sehenswert war, dann habe ich am nächsten Morgen davon erzählt. Meine „Empfehlungen“ kamen in diesem Fall halt nur bei meinen MitschülerInnen an.

Heute erreichen wir über die verschiedenen Netzwerke sehr viel mehr „Freunde“ und das nicht erst am nächsten Morgen, sondern sofort, wenn wir wollen. Gefällt einem meiner Freunde, was ich empfehle, wird auch er eine Empfehlung aussprechen. Steigen Verbreitungsgrad und Geschwindigkeit, sprechen wir von viralem Marketing. Diese Form von Marketing kostet in der Regel weniger als das klassische Marketing, was die Sache natürlich interessant macht. Aber der Erfolg lässt sich nicht vorprogrammieren, was bedeutet: die Aktion kann auch in die Hose gehen.

Die Sache steht und fällt mit der Frage, ob die angesprochenen UserInnen es für Wert halten, die Werbebotschaft, in welcher Form auch immer, weiter zu verbreiten? Hilfreich wäre es aus Marketingsicht nur, wenn man Anreize schaffen könnte, um ein größere Verbreitung zu erreichen.

Eine Lösung verspricht Pay with a Tweet, das wie es auf der Website heißt, erste „social payment system“. Das Prinzip ist schnell erklärt:

„In today’s world the value of people talking about your product is sometimes higher than the money you would get for it. ‘Pay with a Tweet’ is the first social payment system, where people pay with the value of their social network.“

In der Grafik sieht dieses Modell so aus:

Das heißt in diesem Fall: wenn ich mein Netzwerk mit Hilfe eines Tweets über das Buch informiere, kann ich das Buch kostenlos downloaden.

Ein kleverer Ansatz, der versucht, mich und mein soziales Netzwerk zu instrumentalisieren. Als Gegenleistung erhalte ich in diesem Fall ein Buch und zwar in digitalem Format. Ob das PDF einmal oder tausend Mal heruntergeladen wird, spielt kostenmäßig keine Rolle, die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir das Buch, so es mir gefällt, nachträglich noch in der Printversion kaufe, ist nicht so gering.

Wer kann Pay with a Tweet nutzen? Vermutlich all diejenigen, die digitale Goodies zur Verfügung haben, mit denen sie ihr Produkt bewerben können. Über einen Artikel lassen sich beispielsweise Magazine bewerben, über ein einzelnes Kapitel ein Buch oder über einen Track ein ganzes Album. Das sind jetzt sehr banale Beispiele, unter Umständen können auch Theater, Museen oder Opernhäuser diese Form der Werbung nutzen, etwa indem sie mit Apps arbeiten? Ich denke, entscheidend für den Erfolg dieses Modells wird sein, wie kreativ die Ideen sind?

Die Frage ist nämlich, was meine Follower dazu sagen werden, wenn ich sie mit solche Nachrichten „belästige“? Das heißt, ich selbst muss mir die Frage stellen, ob mein Netzwerk wirklich von dieser Botschaft profitiert? Geht es nur darum, dass ich etwas kostenlos bekomme, kann der Schuss schnell nach hinten losgehen. Ich habe zwar dann, um beim Beispiel zu bleiben, die Möglichkeit, kostenlos ein Buch herunterzuladen. Wenn es blöd läuft, verliere ich dadurch aber das Vertrauen meines Netzwerks.

Natürlich sollte man sich über die Konsequenzen seines Handelns Gedanken machen, aber grundsätzlich finde ich die Idee sehr spannend. Wenn ich es richtig verstanden habe, steht der Launch von Pay with a Tweet erst bevor. Mal sehen, wann mir der erste „Werbetweet“ begegnet.

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Eine Broschüre informiert, wie Weiterbildung in Deutschland gefördert wird

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Über einen Hinweis auf dem vom Verein für Kultur und Arbeit e.V. betriebenen Portal Vertikult bin ich auf die von der Stiftung Warentest herausgegebene Broschüre „Weiterbildung finanzieren“ gestoßen. Die Broschüre, die darüber informiert, welche Fördermöglichkeiten für die eigene Weiterbildung existieren, wurde vor kurzem neu aufgelegt. Auf acht Seiten wurden alle relevanten Informationen zusammengefasst, wer den schnellen Überblick sucht, wird vor allem die Grafik auf Seite 2 zu schätzen wissen.

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Die Zukunft des Kulturjournalismus

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Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht zu einem Buch einen Artikel beisteuern kann, der sich mit der Zukunft des Kulturjournalismus beschäftigt. Kulturjournalismus 2.0 also. ;-) In meinen Augen ist das ein interessantes und auch wichtiges Thema, denn angesichts der Tatsache, dass für das Feuilleton in den Printmedien immer weniger Platz zur Verfügung steht, erscheint es angebracht, sich über dessen Zukunft Gedanken zu machen. Schließlich verfolgt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der meisten Kultureinrichtungen das Ziel, in eben diesem Feuilleton möglichst präsent zu sein. Was mit dem langsamen Verschwinden der Kulturberichterstattung immer schwieriger wird. Mit den folgenden Zeilen versuche ich das Thema zu strukturieren, um so die Grundlage für den Artikel zu schaffen.

Präsent sein heißt, das eigene künstlerische Ereignis wird von einer KritikerIn besprochen und das möglichst positiv, damit die LeserInnen sich auf Grund der Rezension für einen Besuch dieses Ereignisses entscheiden. Zwar gibt es den Automatismus positive Kritik = hohe Besucherzahlen nicht, aber zumindest für das Image ist es hilfreich, wenn man in den Zeitungen gut wegkommt. Das wird allerdings immer schwieriger, denn die Hochzeit des Feuilletons ist vorbei, der Platz wird knapper und nur die großen Events finden noch Erwähnung. Während die Kritik früher als eigene Kunstform galt (Heinrich Heine, Alfred Kerr, etc.) und damit für die Qualität einer Zeitung mitentscheidend war, wird die Kulturredaktion heute häufig als Anhängsel betrachtet. Schwindendes Interesse auf der einen Seite und hohe Redaktionskosten auf der anderen Seite sind die Ursache für diese Entwicklung.

So gilt auch bei uns, was Douglas McLennan vor rund einem Jahr im Hinblick auf Amerika konstatierte:

„Traditional arts journalism did a great job – when it was practiced well – of covering certain kinds of art. Still does.
Unfortunately, a great deal of arts journalism is poorly done. Over the past 20 years the pressure to concentrate on the consumer review function has trivialized much coverage. And the inability of most publications to develop longer story arcs that speak to a broader context has marginalized it. In an increasingly crowded cultural space, the traditional emphasis on the review as the primary form is suicide.“

Zwar ist das Internet nicht der Auslöser dieser Entwicklung, aber es hat diesen Prozess beschleunigt, die Bedeutung der Printmedien ist seitdem signifikant gesunken. Der wirtschaftliche Druck, dem die Verlage ausgesetzt sind und die Unfähigkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, hat der Berichterstattung über Kunst und Kultur nicht gutgetan, zumindest im Bereich der Printmedien.

Aber: noch nie konnten wir so viel über Kunst und Kultur lesen. Statt die Zeitung aufzuschlagen und zu wissen, auf welche Seiten über Kunst und Kultur berichtet wird, müssen wir uns heute auf die Suche nach den BerichterstatterInnen machen. Diese sind nicht mehr unbedingt an eine Zeitung gebunden, sondern immer häufiger als EinzelkämpferInnen unterwegs. Womit auch klar ist, dass sich das Berufsfeld der JournalistIn gewandelt hat. Wolfgang Blau, ZEIT-Online Chefredakteur, hat vermutlich Recht, wenn er in einem Interview behauptet, dass ein Journalist nicht nur Berichterstatter, sondern auch Moderator und Kurator sein müsse:

„Eine unserer Aufgaben wird sein, das Fachwissen unserer Leser zu bündeln, zu verifizieren, zu moderieren.“

Und weil hier (richtigerweise) von Moderation die Rede ist, würde ich den Journalisten auch noch zum Community-Manager machen. Das ist ziemlich viel Arbeit, werden Sie vielleicht an dieser Stelle einwenden und das nicht zu Unrecht. Unterstützung ist hier sicher kein Schaden, allerdings stellt sich die Frage, von wem die kommen wird? Hier bringen sich dann meist die Verlage ins Spiel, die immer wieder auf ihren Einsatz für den Erhalt des sogenannten Qualitätsjournalismus hinweisen.

Es ist unbestritten, dass sie diese Rolle früher innehatten. Heute allerdings scheinen sie sie verloren zu haben. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr, neue sind derzeit (noch) nicht in Sicht. Das heißt, wir stehen derzeit vor zwei Herausforderungen. Erstens hat sich das journalistische Berufsbild verändert und zweitens gibt es kein funktionierendes Geschäftsmodell mehr, mit dem die Verlage die journalistische Arbeit finanzieren können.

JournalistInnen arbeiten heute nicht mehr so häufig in vorgegebenen Strukturen, sondern sind oftmals auf sich alleine gestellt. Hier mal ein Artikel, dort eine Moderation und zwischendurch wird auf dem eigenen Blog gepostet und auf die Fotoplattform weitere Fotos hochgeladen. Gefällt uns die Arbeit, folgen wir nicht mehr den Informationen einer Zeitung, sondern der Person der JournalistIn, deren Aufgabe darin besteht, uns interessante Informationsangebote zu machen. So wie eine KuratorIn für uns eine Ausstellung zusammenstellt, stellt die JournalistIn für uns die Informationen zusammen. Nicht ohne Grund bezeichnet Jeff Jarvis in seinem Blogpost „Death of the curator. Long live the curator.“ den Kurator als Vorbild für den Journalisten.

Bleibt die Frage nach dem Geschäftsmodell. Da gibt es den Ansatz, den spot.us verfolgt (siehe dazu den Beitrag „Artikel durch Crowdfunding finanzieren„) oder aber die Modelle von Flattr und Kachingle. Auch wenn diese Ideen erfolgreich umgesetzt werden können. Rezensionen lassen sich auch auf dieser Basis nicht finanzieren. Aber wenn man sich im Internet umsieht, wird man eine Vielzahl an Blogs, Websites und Magazinen entdecken können, die über Kunst und Kultur berichten.  Ob „the art view„, „kulturlabskaus“ oder das „Kunst-Blog„, sie alle informieren vor allem über Kunst und Kultur. Rezensionen findet man selten, weil die meisten dieser Seiten nur nebenbei betrieben werden und daher Geld und Zeit fehlen, um die Seiten auszubauen.

Kultureinrichtungen sollten solche Seiten Ernst nehmen und sie unterstützen, denn qualitativ hochwertige Berichterstattung ist in ihrem Interesse. Über Douglas McLennan bin ich auf die Seite des letztjährigen „National Summit on Arts Journalism“ gestoßen. Gesucht wurden in diesem Rahmen Projekte, die dem Kulturjournalismus neue Perspektiven eröffnen können. Es lohnt sich, einen Blick auf die prämierten Projekte zu werfen. Sie alle sind stark regional ausgerichtet und zeigen, dass auch im globalen Internet lokale Bezüge eine wichtige Rolle spielen. Ob sich solche Ansätze durchsetzen werden können, vermag niemand zu sagen. Klar ist nur: die alten Modelle haben ausgedient, ohne dass dafür schon Ersatz gefunden werden konnte. Eine solche Situation mag vielen Angst machen, da sie nicht wissen, wie es weiter geht. Die Ungewissheit kann aber auch der Nährboden sein für völlig neue Konzepte, die ansonsten keine Beachtung finden würden.

Wie sehen Sie die Zukunft des Kulturjournalismus? Hat er überhaupt eine Zukunft und wenn ja, in welcher Form? Oder haben die KritikerInnen in den Feuilletons über eine elitäre Kunst geschrieben, die eh nur für eine Minderheit interessant ist? Womit das Ende des Feuilleton auch seine guten Seiten hätte.

Bild von M. Maggs auf Pixabay

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Richtlinien für den Social Media-Einsatz

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Wer so alleine vor sich hinbloggt wie ich das zum Beispiel tue, der muss sich für seine Social Media-Aktivitäten keine Richtlinien geben. Ich mache mir natürlich Gedanken darüber, wie ich kommuniziere und wie ich mich online verhalte, aber dafür muss ich keine Dokumente erstellen. Anders sieht das natürlich in einem Unternehmen aus, in dem dann nicht mehr eine einzelne Person nach draußen kommuniziert, sondern einige oder auch alle MitarbeiterInnen.

Manche werden jetzt sagen, dass das gar nicht notwendig sei, weil man das schon so wisse und sich außerdem absprechen könne. Aber letzten Endes ist es schon ein klarer Vorteil, wenn es fixe Regeln gibt, an denen man sich orientieren kann. Solche Regeln zu erarbeiten, ist gar nicht so einfach, schließlich möchte man nicht für jede Eventualität eine Vorgabe machen, aber auf der anderen Seite sollte der Freiraum auch nicht zu groß sein, sonst fehlt einem der Rahmen, in dem man kommuniziert. Und dieses Wissen bedeutet Sicherheit und führt dann hoffentlich dazu, dass ich auch wirklich mit anderen Menschen kommuniziere, ohne Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Diese Angst kann nämlich lähmend wirken und dazu führen, dass sämtliche Aktivitäten im Sande verlaufen. Dann passieren zwar keine Fehler, aber bringen tut die Sache halt auch nichts.

Gut, Richtlinien müssen also her und warum bei Null anfangen, wenn sich andere bereits darüber Gedanken gemacht haben und ihre Richtlinien freundlicherweise online zur Verfügung stellen, wie etwa das IT-Unternehmen Cisco.

Hier sind die „Social Media Guidelines“ des amerikanischen Konzerns:

Gut gefällt mir hier, dass die MitarbeiterInnen nicht nur darüber informiert werden, was sie dürfen und nicht dürfen, bzw. wie sie sich verhalten sollen, wenn sie online kommunizieren, sondern dass es einen eigenen F&Q-Bereich gibt, in dem man zum Beispiel erfährt, wie man mit internen Videos umgeht. Und auch, wo man welche Fotos verwenden darf, ist klar geregelt, ohne jetzt aber die MitarbeiterInnen dabei zu sehr einzuschränken. Wenn Sie sich gerade mit diesem Thema beschäftigen, liefern Ihnen diese Richtlinien unter Umständen wertvolle Anregungen.

Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde: glauben Sie, dass solche Richtlinien bei Kulturbetrieben anders aussehen als z.B. bei Cisco ? Wenn ja, wäre ich natürlich auf die Begründung neugierig. ;-)

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„Kunst in der Krise“, eine Diplomarbeit zum Thema Kunstsponsoring

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Ich finde es bedauerlich, dass viele Diplomarbeiten oder Dissertationen mit viel Aufwand geschrieben werden und dann aus unterschiedlichen Gründen in der sprichwörtlichen Schublade verschwinden. Einige immerhin werden irgendwo im Internet platziert, aber auch dort sind sie nicht so einfach zu entdecken.

Oft ist es daher der Zufall, der einen auf interessante Arbeiten stoßen lässt, so wie die Diplomarbeit von Marcus Mayer, der sich unter dem Titel „Kunst in der Krise“ vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Entwicklung des Kunst- und Kultursponsoring beschäftigt. Mayer konstatiert, dass die Sponsoringaktivitäten durch die Krise der letzten zwei Jahre ingesamt gesehen zwar zurückgegangen sind. Ob aber bereits das Ende der Fahnenstange erreicht ist und mit dem prognostizierten Aufschwung auch das Interesse an dieser Form der Zusammenarbeit mit Kulturbetrieben wieder zunehmen wird, vermag Mayer nicht zu sagen.

Vermutlich werden vor allem die großen Unternehmen weiter Kunst- und Kultursponsoring betreiben, auch weil es nicht sinnvoll ist, eine über die Jahre aufgebaute Infrastruktur einfach verschwinden zu lassen.

„Kultursponsoring als Kommunikationsinstrument wird weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Für Unternehmen, die es sich auch künftig leisten können, wird das Angebot sogar breiter und somit die Möglichkeit nach einer Imagebesetzung größer. Für die Sponsorsuchenden wird es hingegen schwieriger, da einige ihrer Quellen versiegen oder zumindest reduziert sind,“

schlussfolgert Mayer und geht gleichzeitig davon aus, dass nicht nur Sponsorengelder knapp werden, sondern auch die öffentliche Hand wird sparen müssen. Was aber dagegen tun? Mayer zitiert in diesem Zusammenhang MAK-Direktor Peter Noever, der vor gut einem Jahr meinte:

„Staaten sollten ihre Aufgabe vermehrt darin sehen, Ideen für eine neue Ordnung der Kunstwelt zu entwickeln. Die öffentliche Verantwortung für die Kunst an die Wirtschaft abzugeben war nicht der richtige Weg. Erst wenn das politische Gewicht stimmt, ist ein für alle Seiten befriedigendes Miteinander von Kunst, Staat und Wirtschaft erzielbar. Darin liegt die wahre Herausforderung der Zukunft.“

Schade, dass die Arbeit an dieser Stelle endet, denn wie dieses Miteinander von Kunst, Staat und Wirtschaft aussehen soll oder aussehen könnte, diese Frage ist entscheidend. Und zwar wahrscheinlich schneller als es uns lieb ist.

Ein Raum, in dem dieses Miteinander möglich sein könnte, ist das Social Web. Sponsoring und Social Media, für mich ein Thema mit Zukunft.

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Förderungen für den Musikbereich

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Heute werde ich am Zentrum für zeitgenössische Musik der Donau-Universität Krems im Rahmen des Studiengangs Musikmanagement zum Thema Förderungen vortragen dürfen. Nachdem die TeilnehmerInnen aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich kommen, habe ich mir die Förderlandschaft in allen drei Ländern angesehen. Fakt ist: es gibt eine Unzahl von Förderungen und zwar für den gesamten Musikbereich, egal ob Klassik oder Pop.

Was brauchen MusikerInnen aber eigentlich für Unterstützung? Zu dieser Frage habe ich eine ganz interessante Diplomarbeit entdeckt, die in der Schweiz entstanden und von Stava Stanisic verfasst ist. Die Arbeit befasst sich mit der „Musikförderung in der Schweiz“ und analysiert nicht nur die verschiedenen Förderinstrumente, sondern sie enthält auch eine Befragung, welche Förderinstrumente die MusikerInnen ihrer Meinung nach benötigen. Die Ergebnisse sind recht aufschlussreich und zeigen, vereinfacht gesagt, dass die Förderinstrumente in der Schweiz ingesamt gesehen recht gut auf die Bedürfnisse der Branche eingehen. Schade, dass es solche Arbeiten nicht für Deutschland und Österreich gibt. Zumindest bin ich nicht fündig geworden.

In allen drei Ländern gibt es aber Seiten, die die Informationen für den Musikbereich zu bündeln versuchen. Empfehlen kann ich für Österreich die Seite des music information center austria (mica), für die Schweiz die Seite kulturfoerderung.ch und für Deutschland die Seite des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ).

Wichtiger als die einzelnen Förderprogramme vorzustellen ist es meiner Meinung nach, zu zeigen, wie und wo man an die Informationen über die Förderprogramme kommt und worauf man achten sollte, wenn man irgendwo um Förderungen ansucht. Wenn es Sie interessiert, hier sind die Folien, mit denen ich mich heute beschäftigen werde:

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Am 3. Juli findet das stARTcamp in Essen statt

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So, nun ist es fix, ich bin am 3. Juli beim ersten stARTcamp in Essen dabei und freue mich, dass es erstens ein stARtcamp gibt und ich zweitens daran teilnehmen kann. Mein Dank geht dabei an Klaudia Pirc, die sich vor Ort um die organisatorischen Dinge kümmert und ohne die es das stARTcamp nicht geben würde. Was das stARTcamp überhaupt ist, erklärt das Blog der stARTconference:

„Im Unterschied zu einer normalen Konferenz folgt das stARTCamp dem Prinzip der offenen, partizipativen Unkonferenz. (BarCamp)
Darunter versteht man eine Tagung, die sich in bewusster Abwendung von traditionellen Organisationsformen ohne zuvor festgelegtes Thema und ohne Trennung zwischen Publikum und Vortragenden entwickelt.“

Mir gefällt dieses Format, weil es sehr viel dialogorientierter funktioniert und thematisch so offen ist, dass man eigentlich vorweg nicht weiß, was einen erwartet. So wird das auch im Essener Unperfekthaus sein, in dem das stARTcamp stattfinden wird. Damit kehren wir übrigens an den Ort zurück, an dem wir das Konzept für die stARTconference enwickelt haben und ich bin mir sicher, wir werden dort einen spannenden Tag erleben.

Bis jetzt haben sich 34 TeilnehmerInnen angemeldet, das heißt, 16 Plätze sind noch frei, denn bei 50 ist Schluss. Wer dabei sein möchte, findet hier alle notwendigen Informationen, die (kostenlose) Anmeldung erfolgt über Amiando. Dort können Sie auch an der Pinnwand (bitte einfach runterscrollen) Ihren Themenvorschlag loswerden, ich musswerde mir auch noch einen überlegen. Wenn Sie wissen wollen, wer dabei sein wird, eine Teilnehmerliste gibt es natürlich auch. Ich hoffe, wir sehen uns.