Monthly Archives of: Juli 2010

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Mehrere Twitter-Accounts mit einer Emailadresse verwalten

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Viele TwitteruserInnen haben nicht nur einen Account bei Twitter, sondern verfügen dort über mehrere Profile. Das Problem dabei: Twitter verlangt für jedes Profil eine eigene Emailadresse, d.h. Sie können nicht mit einer Emailadresse mehrere Twitteraccounts verwalten. Was auf die Dauer recht umständlich werden kann, denn wer merkt sich schon all die unterschiedlichen Mailaccounts, zumal man sie nur dafür braucht, ein Twitterprofil zu erstellen.

Eine nicht ganz komfortable Situation, es sei denn, Sie verfügen über einen Mailaccount bei Google:

„Google Mail ermöglicht lediglich eine einzige Registrierung für einen bestimmten Nutzernamen. Sobald Sie sich für einen Nutzernamen angemeldet haben, kann sich keine andere Person für denselben Nutzernamen anmelden. Dabei ist unerheblich, ob dieser Name zusätzliche Punkte oder Großbuchstaben enthält,“

heißt es auf den Hilfeseiten von Google. In der Praxis bedeutet das: Mail erreichen Sie nicht nur unter ihrnutzername@googlemail.com, sondern zum Beispiel auch unter ihr.nutzername@googlemail.com. Natürlich können Sie den Punkt auch an jeder anderen Stelle setzen, die Mail wird Sie in jedem Fall erreichen. Selbiges gilt, wie man oben lesen kann, bei der Verwendung von Großbuchstaben.

Das heißt: je länger Ihr Nutzername, desto mehr Twitteraccounts können Sie mit Ihrer Mailadresse theoretisch verwalten.

Via Catherine Faas

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Den Hype rund um das iPhone nutzen

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Dass das neue iPhone derzeit ein Thema ist, haben mittlerweile alle mitbekommen. Man kann zu dem Gerät stehen wie man möchte, aber die Marketingstrategie ist für Apple voll aufgegangen. Für welches andere Gerät stellen sich die zukünftigen NutzerInnen sonst noch um Mitternacht vor eine Ladentür, um das begehrte Produkt auch wirklich zu erwerben.

Wenn man schon selbst einen ähnlichen Hype nicht selbst erzeugen kann, so gibt es doch die Möglichkeit, sich diesen Hype zunutze zu machen. David Hooper vom Blog „Music Marketing [dot]“ hat ein schönes Beispiel entdeckt, wie man auf der iPhone-Welle mitschwimmen kann:

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Entrepreneurship im Kunst- und Kulturbereich

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„(…) the whole concept of invention and creation of new enterprises have been anathemas within collegiate arts curricula,“

schreibt James Undercofler in seinem Blog „State of the Art„, bei dem es im Untertitel heißt: „innovations and impediments in not-for-profit arts“. Gefunden habe ich diese Behauptung, die sich, so denke ich, auch auf die meisten Ausbildungsangebote im deutschsprachigen Raum münzen lässt, in seinem Blogbeitrag „Arts Entrepreneurship — Four Stages of Idea Development„.

Für Undercofler ist Kulturunternehmertum nicht gleich Kulturunternehmertum, er spicht in seinem Beitrag von vier unterschiedlichen Formen, die er so beschreibt:

  • Typ 1: „In this type the product remains the same, but the location and/or packaging of it is varied to appeal to a particular marketplace.  Also within this type, the traditional format can be maintained, while transforming the product.“
  • Typ 2: „Here a new enterprise is created to support some aspect of the art form in which the enterprise creator has deep experience.“
  • Typ 3: „This type marries the art making processes with social and/or environmental concerns.
    In my opinion, the true implementation of these types of arts enterprises has eluded our field, in that we have not entered into elemental conversations with those who are working in social services, education, the environment and community improvement.“
  • Typ 4: „Here are the creation of entirely new ideas and enterprises.  These can emerge from any of the other 3 types, but appear to be the result of an extraordinary individual’s imagination, drive and appetite for risk.“

Vom Prinzip her erinnert dieser Ansatz an die Veränderung erster, zweiter und dritter Ordnung beziehungsweise an das von Graham Horton entwickelte Vier-Stufen-Modell der Produktinnovation (siehe dazu auch mein Blogpost „Rezession und Innovation: betrifft das Kunst und Kultur?„):

Wir haben es also, abhängig von der jeweiligen Stufe, mit ganz unterschiedlichen Formen von Innovation bzw. Entrepreneurship zu tun. In der Regel bewegen wir uns als KulturunternehmerInnen auf den ersten beiden Stufen. Interessant ist die Frage James Undercoflers im Hinblick auf die entsprechenden Ausbildungsangebote. Die ersten zwei Stufen mag man mittlerweile mitdenken. Aber wo wird das Know-How für die beiden anderen Stufen gelehrt?

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„Audience 2.0“: ersetzt der mediale Kunstgenuss das reale Kunsterlebnis?

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Vor nicht allzu langer Zeit hat Christian Reinboth in seinen „Sieben Thesen zum Museum 2.0“ geschrieben, dass der virtuelle Museumsbesuch eine Ergänzung und Erweiterung der realen, authentischen Museumserfahrung darstelle, keinesfalls aber als Ersatz zu verstehen sei. Damit hat er eine häufig erwähnte Sorge vieler Museen (aber auch vieler anderer Kultureinrichtungen) angesprochen, die vor der Frage stehen, ob und wenn ja, auf welche Weise sie das Internet nutzen sollen? Häufig herrscht die Angst vor, dass die virtuellen BesucherInnen bereits genug gesehen haben und dann auf den realen Besuch verzichten.

Ich halte diese Sorge auch für unbegründet (siehe dazu meinen Beitrag Web2.0: eine Herausforderung für Museen? (Teil II)), tat mir bis jetzt aber sehr schwer, entsprechend zu argumentieren. Für meinen Vortrag im Rahmen von stARTmuseum 10, in dem ich mich mit möglichen Zielen und Strategien des Social Media-Einsatzes im Museumsbereich beschäftige, habe ich recherchiert, um nicht nur mit dem Bauchgefühl „argumentieren“ zu müssen, sondern etwas „Handfestes“ zu haben, auf das ich bauen kann.

Dabei bin ich auf eine vom National Endowment for the Arts im Juni veröffentlichte Studie gestoßen, die den neugierig machenden Titel „Audience 2.0: How Technology Influences Arts Participation“ trägt und dem Thema entsprechend nicht nur als PDF, sondern auch in einer Multimedia-Fassung online zur Verfügung steht. In dieser Studie, die Joe Frandoni im Blog von Technology In The Arts besprochen hat (Teil I, Teil II), habe ich die folgende Grafik gefunden:

Diese Grafik (PDF, S.15) besagt, dass Menschen, die Kunst mit Hilfe diverser Medien (in dieser Studie sind das: „TV, radio, CDs/DVDs, computers or portable media devices) konsumieren, öfter reale Angebote nutzen als die Gruppe derer, die die medialen Kunstangebote nicht in Anspruch nehmen. Joe Frandoni zieht daraus den Schluss:

„Participation in the arts through electronic and digital media actually spurs participation in live arts performances and exhibitions.“

Die Tatsache, dass es so ist, zumindest in den USA, wäre damit evident. Offen bleibt die Frage, warum das so ist bzw. ob es hier einen kausalen Zusammenhang gibt? Darauf gibt die Studie leider auch keine Antwort, aber sie formuliert schon mal die richtigen Fragen:

  • „Does arts participation through electronic media lead to live arts attendance?
  • Is the gap between arts participation through electronic media and live attendance becoming smaller?
  • What role do arts preferences play in the relationship between arts participation through electronic media and live attendance?
  • To what degree does access to different forms of electronic media affect arts participation?“ (S.104f)

Mit den Antworten auf diese Fragen (nebenbei angemerkt: wäre das nicht ein schönes Thema für eine Diplomarbeit? ;-) ) wäre für die Kultureinrichtungen viel gewonnen, denn sie hätten damit eine Art Schlüssel, wie sie die medialen bzw. digitalen Inhalte aufbereiten müssen, um die Menschen besser ansprechen bzw. für einen Besuch motivieren können. Denn eines zeigt die Studie auch:

„Over half of all U.S. adults (53%, or 118 million) participate in the arts through electronic and digital media.“

Das ist ein enormes Potenzial.

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„Das Facebook-Buch“, mehr als ein Buch

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Meist ist es ja eher unangenehm, wenn man an etwas „Schuld“ ist, in diesem Fall bin ich aber gerne daran Schuld, dass Annette Schwindt das Facebook-Buchgeschrieben hat. Denn ob jemand eine Einführung in das Thema Facebook sucht, sich für Details interessiert oder einfach ein Nachschlagewerk benötigt, in allen Fällen kann ich das Buch nur empfehlen.

Wobei Buch eigentlich der falsche Begriff ist, denn ich werde Annette Schwindt eigentlich nicht gerecht, wenn ich hier jetzt nur über das Buch spreche. Dazu gibt es nämlich etwas, was man als Rundumpaket bezeichnen könnte. Da ist auf der einen Seite – logischerweise – die Präsenz auf Facebook, über die die Autorin nicht nur über aktuelle Entwicklungen in Sachen Facebook berichtet, sondern auch für Fragen stets ein offenes Ohr hat. Und davon gibt es genug, wie wir alle wissen.

Außerdem hat die Autorin noch ein eigenes Buchblog eingerichtet, in dem ich erfahre, wenn sich bei Facebook etwas geändert hat. Was ja gerade in letzter Zeit recht häufig der Fall war. Hinzu kommt dann noch das Agenturblog von Annette Schwindt, in dem ich beispielsweise in ihrem aktuellen Beitrag lerne, dass der Like-Button nicht nur dazu da ist, eine Seite weiter zu empfehlen, sondern noch einige andere Dinge ermöglicht. Dank eines Tutorials können Sie diese erweiterten Funktionen auch gleich selbst nutzen. Sehr wichtig ist in meinen Augen die Empfehlung, den Button mit einer Datenschutzerklärung zu versehen, damit die UserInnen auch wissen, welche Konsequenzen der Klick für sie hat.

Das Buch als Teil eines ganzen Pakets, so mache ich mir um Bücher generell keine Sorgen, denn ich habe – zumindest für meine Person – festgestellt, dass es oft sehr hilfreich ist, in einem Inhaltsverzeichnis blättern zu können, wenn man ein Problem hat, das man aber noch nicht konkret benennen kann. Wenn ich nicht genau weiß, wonach ich suchen muss, kann Google gnadenlos sein. Da ist man mit so einem Buch klar im Vorteil.

Zum Buch selbst: ich muss gestehen, nachdem ich die Infos über die Privatsphäre auf Facebook gelesen habe, bin ich gleich zum PC und habe einige Einstellungen verändert. Bis jetzt waren mir die Einstellungen eigentlich ziemlich egal, weil ich ja gefunden werden will und eigentlich nichts zu verbergen habe. Nun aber habe ich zum ersten Mal verstanden, wie Facebook in dieser Hinsicht funktioniert und auch wenn man gefunden werden möchte, ist es gut, wenn man weiß, über welche Einstellungen das am besten geschieht. Und wenn ich das mal ändern möchte, weiß ich, wie das geht bzw. ich weiß, wo ich nachlesen muss, denn bis dahin werde ich das schon wieder vergessen haben. :-)

Erhellend waren für mich auch die Infos über Sinn und Zweck von Freundeslisten. Seitdem ich den Punkt „Benutzerdefinierte Einstellungen mit Freundeslisten“ (S.59) gelesen habe, gibt es ein weiteres to do auf meiner Aufgabenliste. Ach ja, dann gibt es da auch noch die zahlreichen Möglichkeiten, das eigene Profil, die eigene Seite zu gestalten. Annette Schwindt vermittelt einem das Gefühl, dass das alles ganz einfach ist. Das hat dazu geführt, dass ich bereits eine (bisher unveröffentlichte) Seite angelegt habe, um Facebook noch besser nutzen zu können.

Noch ein Tipp: das Buch eignet sich dank seines Formats gut als Lektüre für unterwegs. Störend kann es sein, wenn man dann keinen PC zur Hand hat, um das Gelesene gleich in die Tat umzusetzen.

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Augmented Reality auf dem Cover

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Stellen Sie sich mal vor, statt der Titelseite einer Zeitschrift, wie hier im Video, läge Ihr Programmheft oder Katalog vor uns und wir würden nun unser Smartphone darauf richten. Ich bin mir sicher, es fehlt nicht an Ideen, um das Cover zu gestalten.

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Der beleidigte Internet-Marketer oder schon wieder ein Twitter-Experiment

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Als Mario Schneider vor einigen Wochen sein „Twitter-Experiment“ startete, fand ich seine Idee nicht so wirklich überzeugend, aber gut, jeder kann tun und lassen, was er will. Kurz gesagt folgte er auf Twitter drei Wochen lang niemandem und nur wer ihm trotzdem weiter folgte, in dieser Zeit ein paar Tweets verschickte und das in deutscher Sprache, dem folgte Mario Schneider wieder.

Warum ich solche Aktionen für höchst unsinnig halte, habe ich bereits in einem eigenen Blogpost (Twitterexperiment oder Marketingcoup?) ausführlich begründet. So, nun kommt also der nächste und startet ein Twitter-Experiment:

„Ich habe aktuell bei Twitter über 10.000 deutschsprachige Follower und folge selber etwa genauso vielen bei Twitter. Der Aufbau dieser großen Followerzahl hat eine Menge Arbeit gemacht und bringt auch einiges an Traffic in diesen Blog. Trotzdem habe ich zunehmend den Eindruck, dass meine Tweets nicht ausreichend von Menschen aus meiner Zielgruppe wahrgenommen werden,“

schreibt Jürgen Schnick auf seinem Blog. Das klingt jetzt etwas wehleidig für jemanden, der sich in seinem Twitter-Profil als Internet Marketer bezeichnet. Von sich selbst zu behaupten, wie wichtig einem der Kontakt zu denen sei, die sich für seine (!) Themen interessieren und anderen vorwerfen, sie würden Twitter als Werbeschleuder missverstehen, das finde ich sehr gewagt.

„Am Anfang war es wirklich so, dass mir die Tweets meiner Follower wertvolle Informationen, Linktipps und interessante Neuigkeiten rund um mein Thema, das Bloggen, gebracht haben. Heute beschränkt sich das auf einige wenige Direkt-Nachrichten, den ganzen Rest mit mehreren Hundert Nachrichten pro Tag schaue ich mir kaum noch an.“

Sehr geehrter Herr Schnick, das klingt nicht nur ziemlich überheblich, sondern darüber hinaus auch ein klein wenig unverschämt. Einerseits vermissen Sie in den Tweets Ihrer Follower die Qualität, andererseits beschweren Sie sich über die fehlende Wertschätzung, was impliziert, dass bei Ihnen die Qualität noch stimmt. Und weil Ihnen Qualität so wichtig ist, stellen Sie Ihren Followern auch gleich die Rute ins Fenster, damit sie darauf hoffen dürfen, wieder von Ihnen verfolgt zu werden (nur verfolgt, nicht gelesen, denn Sie lesen die Tweets ja gar nicht). Sie folgen nur denen, die Ihnen in den vier Wochen die Treue halten. Darüber hinaus schreiben Sie:

„Ebenso folge ich dann in vier Wochen nur denen zurück, die in den Letzten vier Wochen mindestens zwei Tweets gepostet haben. So möchte ich erreichen, dass meine Follower interessiert und aktiv sind. Ich denke alles das zusammen sind die bestenVoraussetzung für eine gute Beziehung zu meinenFollowern.“

Lauter Qualitätskriterien, meine Hochachtung. Und noch etwas stört mich: es gibt recht hilfreiche Programme, die einem zeigen, wie das in der Vergangenheit war mit follow, unfollow, konkret, wie oft Sie mir gefolgt sind, bzw. es dann wieder haben bleiben lassen. Auffällig ist, dass Sie genau einen Tag warten, ob Ihnen jemand zurückfolgt (was ich unter anderem am 22. 12.2009 nicht getan habe). Andernfalls verabschieden Sie sich auch sofort wieder. Ich dachte, es geht Ihnen um Qualität? Da spielt es doch gar keine Rolle, ob der andere Ihnen folgt, oder?

Ihre Vorgehensweise erinnert mich etwas an die LehrerInnen meiner Schulzeit. Dass solche Methoden heute noch im Marketing funktionieren, erstaunt mich, aber man lernt ja nie aus. So, nun wünsche ich Ihnen weiter viel Spaß mit Ihrem Twitter-Experiment. Ich folge Ihnen übrigens nicht mehr, weil ich keine Lust habe, mir von Ihnen fehlende Qualität vorwerfen zu lassen und Hausaufgaben machen mag ich auch nicht. Hat mich sehr gefreut…

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YouTube Play: Guggenheim Museum und YouTube suchen Videokunst

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Das Internet hat in den letzten Jahren einige neue Unternehmen hervorgebracht, die nach und nach globale Bedeutung erlangt haben.  YouTube gehört da wahrscheinlich auch dazu, verbirgt sich doch dahinter nicht nur die weltgrößte Videoplattform, sondern auch die Nummer zwei in Sachen Suchmaschine, so der Hinweis in Erik Qualmans Video Social Media Revolution 2. YouTube beeindruckt vor allem durch die schiere Masse an Videos, die dort zu finden ist und über deren Qualität man häufig streiten kann.

Das soll sich ändern und deshalb versucht die Plattform ganz gezielt Kooperationen mit Partnern einzugehen, die für Qualität stehen. Einer dieser Partner ist das Guggenheim Museum, mit dem man gemeinsam das Projekt YouTube Play ins Leben gerufen hat und in diesem Rahmen noch bis zum 31. Juli das beste künstlerische Online-Video sucht. Wer mehr wissen will, für den gibt es, erraten, ein Video:

Im YouTube Blog hält man stolz fest, dass YouTube unseren Umgang mit dem Videoformat entscheidend geprägt und dazu beigetragen hat, dass Videokunst eine ganz andere Verbreitung erfährt als früher. Quasi als Dankeschön gibt es nun YouTube Play, einen Videowettbewerb, an dessen Ende die zwanzig besten Videos gekürt und sowohl auf YouTube als auch im Guggenheim Museum präsentiert werden.

Ganz interessant: das Guggenheim Museum nimmt dieses Projekt zum Anlass, mit The Take ein dazu passendes Blog zu starten:

„The Take is a blog created by the Guggenheim and inspired by YouTube Play. A Biennial of Creative Video. On it, you’ll find writing by experts, scholars, and artists from the worlds of film, video, and Internet culture. The Take will feature discussions on digital content, the history of video art, and online video and its effects on art and life,“

heißt es dort einleitend. Ein schöner Anlass, das Thema Videokunst in einem eigenen Blog anzugehen. Bleibt zu hoffen, dass das Blog mit dem Ende von YouTube Play nicht verschwindet.

Interessant für Kultureinrichtungen ist zweierlei: einerseits zeigt das Guggenheim Museum, dass Kulturbetriebe heute Kooperationspartner finden können, die es noch vor ein paar Jahren gar nicht gab und an die viele Kultureinrichtungen wahrscheinlich auch heute noch gar nicht denken. Der zweite Punkt betrifft das Thema Sponsoring:

„YouTube Play is a collaboration between YouTube and the Guggenheim Museum, presented by HP and Intel.“

Bei solchen Zugriffszahlen ist es für Unternehmen durchaus interessant, dort mit einem Logo vertreten zu sein. Das heißt: eine qualitativ hochwertige Social Media-Präsenz mit den entsprechenden Zugriffszahlen ist eine gute Ausgangsbasis für Gespräche mit potenziellen Sponsoren. Auch wenn ich nicht das Guggenheim Museum bin.

Siehe dazu auch: „YouTube und Guggenheim veranstalten gemeinsame Video-Biennale im Netz“ („Der Kunstinvestor“)

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Ring frei zum Subventionscontest

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Derzeit kämpfen neun Kultureinrichtungen in den USA um 200.000 Dollas, die das Kreditkartenunternehmen American Express zur Verfügung stellen will. Wer die Summe erhält, wird in einer Art Online-Contest ermittelt, d.h. die UserInnen können darüber abstimmen, wer das Geld erhalten soll.

Eskaliert ist die Sache, als vor einigen Tagen das Lincoln Center for the Performing Arts per Twitter zur Stimmabgabe aufrief, berichtet die New York Times unter der Überschrift Arts Groups Use Twitter to Compete for Grant.

„I know we’ve asked before, but we really need to beat StoryCorps. We NEED your HELP. Show some love & vote for the arts,“

forderte das Lincoln Center seine Follower auf. Der Aufruf zur Stimmabgabe war der Beginn einer Diskussion über die Frage, ob solche Fördergelder in einer Art Wettbewerb vergeben  werden sollen?

Im Oktober des letzten Jahres habe ich hier im Blog einen Beitrag über die Schwerter Challenge geschrieben (auch die stARTconference hat vor einem Jahr mit stARThilfe ein ähnliches Projekt gestartet), bei der die BürgerInnen über die Vergabe der von der örtlichen Sparkasse zur Verfügung gestellten 2.000 Euro entscheiden konnten. Zur Auswahl standen zwei Kultureinrichtungen, allerdings wurde nicht nach dem Alles oder Nichts-Prinzip abgestimmt, sondern der Geldbetrag wurde entsprechend dem Stimmanteil aufgeteilt.

Die Idee, die Bevölkerung über die Vergabe dieser Spende abstimmen zu lassen, wurde schon damals kontrovers diskutiert. Den Fall American Express sehe ich etwas kritischer als die Schwerter Challenge, weil die New York Times völlig richtig schreibt:

„People who want to vote in the American Express contest have to register, thus providing American Express with their names and e-mail addresses. And the grant money is coming from American Express’s marketing budget (…).“

Und eben nicht von der American Express Foundation. Das ist, denke ich, ein entscheidender Unterschied. So wirkt das doch etwas plump und vor allem das Sammeln von Namen und Emailadressen stößt einem sauer auf.

Hier geht es nicht mehr darum, dass ein Unternehmen Kunst und Kultur unterstützt, sondern Kunst und Kultur unterstützen das Unternehmen bei seinen Marketingaktivitäten. Unter Umständen ist eine entsprechende Marketingkampagne teurer als dieser „Wettbewerb“, ein in meinen Augen zynisches Spiel mit den finanziellen Problemen von Kultureinrichtungen.