Monthly Archives of: April 2011

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Blogparade: „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“

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© Rainer Sturm ; Pixelio

Wenn in der Überschrift dreimal das Wort „Blog“ vorkommt, ist klar, dass Blogs in diesem Beitrag eine Rolle spielen. Und genau um diese „Blogrolle“ geht es. Eine Blogroll, das ist die Liste der Blogs, die der Betreiber eines Blogs aus irgendwelchen Gründen gerne liest und den BesucherInnen seines Blogs weiterempfiehlt. Bei mir finden Sie die – ziemlich lange – Blogroll in der rechten Spalte. Leider gibt es immer mehr Blogs, die diese Blogroll nicht mehr haben, was Tim Krischak dazu bewogen hat, sich für ihren Erhalt einzusetzen.

Nach dem Motto „spread the word“ hat er eine Blogparade initiiert, die den schönen Titel „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“ trägt. Warum sollen wir die Blogroll retten? Brauchen wir sie überhaupt? Schließlich ist es viel leichter, via Facebook oder Twitter einen Link zu verschicken und so auf einen interessanten Beitrag aufmerksam zu machen.

Robert Basic hat vor einiger Zeit in einem Blogpost über die fehlenden Blogdebatten geschrieben und stellt an anderer Stelle fest, dass die Blogosphäre eben nur ein Abbild der Gesellschaft sei:

„Zuerst Ich, dann vielleicht die anderen.“

In der Realität heißt das: die Zahl der Blogs steigt, aber wir erfahren immer häufiger gar nicht von ihnen. Eben auch deshalb, weil sich BloggerInnen auf sich selbst konzentrieren und das eigene Blog mit Inhalten füllen. Auf anderen Blogs präsent zu sein, macht auch heute noch Sinn, wo wir uns größtenteils über Facebook und Twitter vernetzen. Blogs funktionieren ganz anders, sie wirken nachhaltiger, denn ihre Inhalte können auch noch nach Jahren via Google gefunden werden. Bei einzelnen Tweets oder Facebook-Postings ist das unwahrscheinlich (siehe dazu mein Blogpost Warum der Social-Media-Mix nicht nur aus Facebook und Twitter besteht), sie sind innerhalb kürzester Zeit verschwunden.

Gerhard Schröder macht daher auch Facebook und Twitter für diese Entwicklung (mit)-verantwortlich. In seinem Beitrag Soziale Netze, zum ZERREIßEN gespannt? stellt er aber auch fest, dass sich unsere Lesegewohnheiten verändert haben. Viele Tools bringen es mit sich, so konstatiert er, dass wir gar keine Möglichkeit haben, Blogposts zu kommentieren. Wenn wir davon ausgehen, dass BlogbetreiberInnen auch BlogleserInnen sind, dann heißt das, dass sie sich immer mehr einigeln, also genau das tun, was Robert Basic ihnen mit dem Schlagwort „Blog alone“ vorwirft.

Warum dann noch eine Blogroll haben, wo die anderen ja auch nicht mehr auf einen hinweisen oder gar kommentieren? In meinen Augen ist die Blogroll eines der nachhaltigsten Instrumente, um das eigene Netzwerk am Leben zu erhalten. Nicht nur die LeserInnen stoßen auf diese Weise auf interessante Blogs, auch die BloggerIn selbst wird immer wieder an Blogs erinnert, die sie vor längerer Zeit für gut befunden hat und in der letzten Zeit gar nicht mehr besucht hat. Insofern kann es zwar egoistisch sein, wenn man ohne Blogroll vor sich hinbloggt. Es kann aber auch egoistische Gründe geben, die einen dazu antreiben, eine Blogroll zu haben: sie ist ein Erinnerungszeichen für die vielen guten Inhalte, die man im Laufe der Jahre entdeckt und unter Umständen wieder vergessen hat. Grund genug, eine Blogroll zu haben.

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Portland Cello Project

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Wer auf der Suche nach interessanten Kunstprojekten ist, sollte immer wieder mal einen Blick auf die Videoplattform Vimeo werfen. Zu entdecken gibt es dort sehenswerte Kurzfilme oder auch Musikvideos. Wobei die Grenzen fließend sein können, wie das Video „Denmark“ der amerikanischen Gruppe The Portland Cello Project zeigt:

„Denmark“ ist eine „Auskoppelung“ aus der CD  „Thousand Words“, die im letzten Jahr erschienen ist. Auch mit dieser Produktion verfolgt die Gruppe das Ziel,

  • „to bring the cello to places you wouldn’t normally hear it, (…)
  • to play music on the cello you wouldn’t normally hear played on the instrument, (…)
  • to build bridges across all musical communities by bringing a diverse assortment of musical collaborators on stage with them.“

Heraus kommen ganz unterschiedliche Ergebnisse wie etwa die Coverversion von Kanye West’s „All of the Lights“ oder Dave Brubeck’s „Take Five„. Hier zeigt sich dann auch wieder die Stärke von YouTube, denn auf der Suche nach weiteren Musikvideos wird man dort viel eher fündig als auf Vimeo.

Gut gemacht ist die Website der Gruppe und natürlich dürfen Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Twitter nicht fehlen.

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#Operaplot 2011: die Gewinner

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‚El rapto en el Serallo‘, dirigida por Miryam Singer„; By Pontificia Universidad Católica de Chile (CC-Lizenz)

„Wozu brauchen wir überhaupt einen Twitteraccount?“ Diese Frage stellen sich viele Kultureinrichtungen, denn was kann man mit 140 Zeichen schon machen? Schon vor zwei Jahren hatte die Musikkritikerin Marcia Adair eine Idee, die ich immer wieder gerne als Beispiel bringe. Unter ihrem Pseudonym „Miss Mussel“ initiierte sie auf ihrem Blog The Omniscient Mussel einen Wettbewerb, bei dem es darum ging, mit nur einem einzigen Tweet den Inhalt einer Oper zu beschreiben. Und wie es sich für Twitter gehört, nutzte sie dafür ein Hashtag und damit war das Projekt #Operaplot schon geboren (siehe dazu mein Blogpost Twitter: interessant für den Kunst- und Kulturbereich?).

Nach 2009 und 2010 fand #Operaplot nun zum mittlerweile dritten Mal statt, dem Sänger Eric Owens oblag es, die besten Tweets zu küren. Und weil es sehr schwer ist, zwischen dem ersten, zweiten und dritten Platz zu entscheiden, gab es insgesamt fünf Sieger und jede Menge toller Operntweets, die Marcia Adair in einem Blogpost aufgelistet hat (außerdem gibt es eine vorläufige 20-seitige Liste mit allen Tweets).

Hier einer der Gewinner mit der „Beschreibung“ von Moses und Aron“:

Und das ist die Kurzfassung der Zauberflöte:

Für mich ist #Operaplot eine der besten Social-Media-Kampagnen im Kunst- und Kulturbereich. Der Aufwand ist nicht sehr groß, die Kosten gering. Allerdings benötigt man eine gewisse Aufmerksamkeit beziehungsweise Reputation, damit die Aktion wahrgenommen wird und sich die Twitter-UserInnen daran auch beteiligen. Aber dafür muss man zumindest auf Twitter vertreten sein. ;-)

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Rezension: „PR im Social Web“

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In den meisten Kultureinrichtungen erfolgt der Zugang zum Thema Social Media über die Marketingschiene. Während man auf diese Weise versucht, den Ticketverkauf anzukurbeln und das direkte Gespräch mit neuen Zielgruppen sucht, ändert sich im PR-Bereich recht wenig. Pressekonferenz bleibt Pressekonferenz und Aussendungen müssen weiter verfasst und verschickt werden.

Immer häufiger erkennen die PR-Verantwortlichen aber, dass auch für sie das Social Web ein Feld ist, in dem sie aktiv werden müssen. Da tritt es sich gut, dass Marie-Christine Schindler und Tapio Liller mit PR im Social Web gerade ein „Handbuch für Kommunikationsprofis“ herausgebracht haben. Wer keine oder wenig Ahnung von den Entwicklungen im Social Web hat, bekommt hier die Chance, Verpasstes nachzulesen. Der Theorieteil skizziert, was in den letzten Jahren im Internet passiert ist und erklärt auch, was das für Konsequenzen für die PR hat. Aber auch wer weiß, was das Social Web ist, kommt hier auf seine Kosten. Verständlich und flüssig formuliert erfährt man als LeserIn, warum aus dem Web ein „social“ Web geworden ist und was das für Auswirkungen auf unsere Kommunikation hat.

Man merkt, dass Marie-Christine Schindler und Tapio Liller zwei PR-ExpertInnen sind, die sich schon lange im Social Web bewegen und über ein entsprechend großes Erfahrungswissen verfügen. Sie weisen darauf hin, dass das Web2.0 kein Hype ist, der demnächst vorüber ist, sondern sprechen von einer „tiefgreifenden Veränderung“, die auch vor der Unternehmenskultur und den damit verbundenen Werten nicht Halt macht.

Wer wissen möchte, was sich hinter dem Begriff der Online-PR verbirgt, bekommt in diesem Buch das von Thomas Pleil in seinem Blogbeitrag „Von der digitalisierten PR zur Cluetrain-PR: Ein Modell der Online-PR als Hilfe zur Strategieentwicklung?“ vorgestellte Modell erklärt und beschrieben. Ob Sie nun informieren, überzeugen oder sich mit Ihren Dialoggruppen verständigen wollen, im mehr als 200 Seiten dicken Praxisteil geht es um die Frage, wie sich diese Ziele erreichen lassen?

Da sind zum einen die BloggerInnen, die in vielen Branchen eine mittlerweile wichtige Multiplikatorfunktion übernommen haben und in die PR-Arbeit eingebunden werden sollten. Das funktioniert am besten, so der Rat der beiden AutorInnen, indem man den persönlichen Kontakt sucht und diverse Bloggerveranstaltungen besucht. Eine im Kunst- und Kulturbereich große Herausforderung, denn so leicht sind die relevanten Blogs gar nicht zu identifizieren.

Aber auch JournalistInnen haben mittlerweile das Social Web entdeckt und nutzen die verschiedenen Plattformen für ihre Recherche. Die Social Media Release oder ein Social Media Newsroom sind zwei Wege, sie mit für sie relevanten Informationen zu versorgen und das nicht nur im Textformat.

PR im Social Web heißt aber nicht nur, andere mit Informationen zu versorgen, sondern auch zu erfahren, was andere über einen sprechen beziehungsweise schreiben. Schindler und Liller erklären, welche Analysedimensionen für das Social Media Monitoring relevant sind und nennen einige Monitoringtools.

Etwas unkritisch wird in meinen Augen das Thema Events im Social Web abgehandelt. Natürlich kann ich mittlerweile eine Pressekonferenz oder einen Produktlaunch live ins Web streamen und mit Hilfe von Twitter und Facebook auch einen Rückkanal anbieten. Wer sich noch an die mittlerweile legendäre Vodafone-Pressekonferenz erinnert, weiß, was passieren kann, wenn man die Dinge nicht wirklich im Griff hat. Und das haben, behaupte ich, nur wenige, denn seien wir ehrlich: von der von Thomas Pleil propagierten Cluetrain-PR sind die meisten Unternehmen und Kultureinrichtungen noch meilenweit entfernt. Dazu ist es notwendig, authentisch und glaubwürdig zu wirken, um „weitgehend spontan und unverkrampft“ kommunizieren zu können. Die Regeln, wie eine „ansprechende“ Kommunikation im Web funktioniert, mögen manchem weiterhelfen. Warum dieses Unterkapitel aber die Überschrift „Mit Storytelling die Fakten einkleiden“ trägt, erschließt sich mir nicht wirklich.

Nichtsdestotrotz ist „PR im Social Web“ ein sehr empfehlenswertes Buch, das sich vermutlich recht schnell als Pflichtlektüre etablieren wird. Hilfreich ist es auch, Henning Krieg ein eigenes Kapitel beisteuern zu lassen, in dem dieser den Rechtsrahmen für die PR im Social Web absteckt. Vor allem das Kapitel „Spamfalle Direct Messages“ könnte für so manchen Aha-Effekt sorgen, schließlich wird die DM recht gerne für solche Zwecke eingesetzt. Ob ich das als User will oder nicht.

So gut und praxisnah das Buch geschrieben ist, indirekt ist es aber auch eine Bestätigung der von Thomas Pleil diskutierten These, die PR sei dabei, sich selbst abzuschaffen. Die strategische Ebene der PR wird eigentlich komplett ausgeblendet, ihre Managementrolle nicht erwähnt. Das ist einerseits verständlich, schließlich handelt es sich um ein „Handbuch“. Andererseits ist es aber genau das, was die PR zusehends in eine Nebenrolle drängt. Warum sonst ist Social Media – ich kann nur für den Kunst- und Kulturbereich sprechen – meist in der Marketingabteilung angesiedelt?

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Die Sache mit den Facebook-Fans: was wollen die eigentlich?

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© bluefeeling ; Pixelio

Immer wieder wird in Büchern, Artikeln und Blogbeiträgen darauf hingewiesen, dass die Zahl der Fans oder Follower gar nicht so wichtig ist, vielmehr die Interaktion im Vordergrund steht. Was aber erwarten sich Fans von einer Kultureinrichtung, einem Unternehmen auf Facebook? Warum werden sie Fan einer Marke?

Herbert Peck hat mich auf eine Studie der Agentur Beyond aufmerksam gemacht, die versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Analysiert wurden in ihr nicht nur die Postings auf den Fanseiten der weltweit 100 wertvollsten Marken, sondern die Fans (in den USA und UK) wurden auch befragt, wie sie mit Marken (online und offline) interagieren. Die Ergebnisse sind recht aufschlussreich und helfen, so denke ich, auch Kultureinrichtungen weiter, die vor der Frage stehen, wofür sie ihre Facebookseite eigentlich verwenden sollen?

Warum folgen die UserInnen überhaupt einer Marke? Die Studie zeigt, dass es den meisten vor allem um günstige Angebote geht (42%), viele signalisieren durch das Anklicken des Like-it-Buttons aber auch Sympathie für die jeweilige Marke (33%). Sehr viel weniger Fans erwarten sich auf diesem Weg Neuigkeiten (24%) oder wollen diesen Kanal für Kundenanfragen nutzen (12%). Noch seltener heften sich die UserInnen an die Fersen einer Marke, um Verbesserungsvorschläge zu machen (12%) oder die Marke zu kritisieren (6%).

Natürlich lassen sich die Ergebnisse nicht einfach auf den deutschsprachigen Raum übertragen und ich vermute, dass es auch Branchenunterschiede geben dürfte, aber zu denken geben sollten einem diese Ergebnisse schon, stehen doch Konsumwünsche klar an erster Stelle. Der Wunsch, mit der Marke zu kommunizieren, ist nicht sehr stark ausgeprägt, so die Studie, denn wer den Like-it-Button anklickt, kommuniziert die Sympathie für eine Marke eher in Richtung der eigenen Freunde.

Wer sich über eine Marke beschweren möchte, tut das meist via Email (80%, Mehrfachnennungen möglich), telefonisch (54%) oder per Brief (28%), aber nur sehr selten auf Facebook (5%) oder Twitter (3%). So überrascht es nicht, dass 59% der untersuchten Postings auf den Facebookseiten der 100 wertvollsten Marken positiv und 35% neutral ausfallen.

Die geringe Anzahl direkter Anfragen, die sich sowohl an die Marke als auch an die anderen Fans richten können, lässt sich unter Umständen damit begründen, dass man auf diesem Weg kaum Antworten erhält:

„Only 0,3% of all requests for a help from a company representative 2,2% of requests for help from other fans were responded to.“

Diese Zahlen sind überraschend niedrig, ich vermute, dass Marken mit einem geringeren Bekanntheitsgrad sehr viel auskunftsfreudiger sind als die „Großen“.

Wenn die Kommunikation aber gar nicht so sehr im Vordergrund steht, was können Marken dann tun, um mehr Fans anzuziehen? Die Studie zeigt, dass vor allem „consumer brands“ wie etwa Coca-Cola oder Starbucks besonders erfolgreich sind und identifiziert sieben Erfolgsfaktoren. An erster Stelle steht der Einbau von Applikationen:

„Higher fan count was correlated with a great number of tabs, including applications, on a company’s page“,

heißt es in der Studie (Seite 6). Fast ebenso wichtig sind Fotos, die sowohl von der Marke als auch von den Fans auf der Seite gepostet werden.

Nun ist das zwar schön, wenn die Fans auf der Markenseite aktiv werden, aber welches Unternehmen gibt sich schon damit zufrieden, schließlich ist es ja der Multiplikatoreffekt, auf den alle hoffen, trägt er doch dazu bei, die Botschaft in die weite Social-Media-Welt zu transportieren und so die Marke bekannter zu machen. Wie aber locke ich die Fans aus der Reserve und bringe sie dazu, meine Inhalte mit ihren Freunden und Kontakten zu teilen?

„The most likely way that this will happen is through comments (a fan posts a comment on a brand’s Facebook page) or ‚likes“ (a fan votes/likes another fan post or a company post)“,

heißt es in der Studie wenig überraschend. Hilfreich ist aber zu wissen, wann Fans dazu tendieren, einen Beitrag zu „liken“ oder zu kommentieren? Am ehesten passiert das, wenn ein Beitrag aus mehreren Medienformaten besteht, also z.B. Text und Video. Betrachtet man die Formate isoliert, schneidet das Foto am besten ab. Die Autoren der Studie mutmaßen, dass viele UserInnen mobil auf ihren Facebook-Account zugreifen und die Ladezeiten von Videos die von Fotos erheblich übersteigen. Außerdem sei der Zeitaufwand, um ein Video zu kommentieren, erheblich größer als bei Fotos, so die Autoren weiter.

Wer Kommentare „provozieren“ möchte, kann dies, z.B. in Form von Fragen, mit reinen Textbeiträgen. Allerdings muss man dabei die Tatsache berücksichtigen, dass die Zahl der Textbeiträge wesentlich geringer ist als die mit Fotos und Videos. D.h. ein einzelner Textbeitrag löst zwar unter Umständen mehr Kommentare aus als ein einzelnes Foto, aber wer nun nur noch Textbeiträge postet, wird den Erwartungen der UserInnen nicht gerecht werden.

Auf der Basis dieser Studie empfehlen die Autoren folgende Maßnahmen:

  • „Include applications on your page
  • When you add posts to your page, use text and static images to stimulate fan engagement
  • Encourage fans to comment on your posts by asking questions
  • Don’t worry about responding to or screening negative sentiment and customer-service requests. These types of posts are rare and it doesn’t appear that they influence the number of fans on your page. (…)
  • Don’t forget the main reasons why people become a brand fan – they want to be the first to find out new things about your product and they are there to be rewarded for their loyalty
  • Some brands (such as Apple) create fan pages for their products rather than employing a corporate fan page. This tends to work as people are more likely to love a product than a corporation.“

Was bedeutet das für Kultureinrichtungen? Wenn Fans vor allem auf der Suche nach günstigen Angeboten sind und daher Applikationen ein wichtiger Bestandteil einer Facebookseite sind, dann begünstigt das natürlich die, die digitale Güter vertreiben können. Schon heute kann ich Musik via Facebook verkaufen oder ich übertrage kostenpflichtig Sportveranstaltungen. Vielleicht wird das, was die Berliner Philharmoniker heute als Digital Concert Hall auf einer eigenen Seite anbieten, schon bald in eine Facebookseite integriert sein?

Aber auch Tickets lassen sich natürlich über den Facebook-Kanal verkaufen, eine Möglichkeit, die Kultureinrichtungen heute noch gar nicht nutzen. Interessant ist der letzte Punkt der Empfehlungen. Im Kunst- und Kulturbereich dominieren derzeit eindeutig die „corporate fan pages“, wenn man von diversen Produktkampagnen im Buch- und Filmbereich absieht. Was aber ist mit einem Museum, das für seine nächste Ausstellung eine eigene Facebookseite erstellt? Und wie könnte eine Seite für die nächste Opernproduktion aussehen?

Fakt ist aber: Kommunikation spielt nur eine untergeordnete Rolle. Sagt zumindest diese Studie.

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Gastbeitrag von Frank Koebsch: Blogparaden als Marketinginstrument für die Bildende Kunst

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Wenn vor ein paar Tagen das Jüdische Museum in Berlin eine Social-Media-ManagerIn für das eigene Haus gesucht hat, dann ist das ein eindeutiger Hinweis für die zunehmende Bedeutung des Social Web. Während große Häuser die Möglichkeit haben, dafür die entsprechenden Stellen zu schaffen, ist es für einzelne KünstlerInnen sehr viel schwieriger, sich im Social Web bemerkbar zu machen, schließlich hat der Tag nur 24 Stunden und selbst die sind meist schon verplant.

Während viele KünstlerInnen deshalb auf Social-Media-Aktivitäten verzichten, gehört Frank Koebsch zu denen, die mit den verschiedenen Social-Media-Kanälen experimentieren und sich immer wieder neue Dinge einfallen lassen, z.B. der Versuch, die eigenen Kunstwerke in ein Video zu verpacken und auf YouTube zur Verfügung zu stellen.

Eine neue Idee ist die Blogparade, die Frank Koebsch gemeinsam mit anderen Bildenden KünstlerInnen initiiert und morgen beginnen wird. Warum eine Blogparade auch für den Kunst- und Kulturbereich ein interessantes Marketinginstrument sein kann, beschreibt Frank Koebsch in diesem Beitrag, für den ich mich ganz herzlich bei ihm bedanke.

Blogparaden als Marketinginstrument für unsere Kunst

Bildende Künstler haben es eigentlich einfach, sich im Netz zu präsentieren. Bilder und Videos sagen mehr als 1.000 Worte und werden von den Suchmaschinen geliebt. Aber trotzdem sind Themen wie Aquarelle, Acrylbilder, Drucke, Gemälde, Collagen oder Zeichnungen Nischenthemen im Netz. Viele Künstler  nutzen neben dem Ausstellungsbetrieb und den klassischen Webseiten seit Jahren das  Web 2.0, um neue Interessenten, Fans, Freunde, Follower und Kontakte im Netz zu gewinnen. Diese Menschen für die Kunst zu interessieren und dann vielleicht irgendwann im realen Leben persönlich kennen zu lernen, sei es zum Beispiel bei einer Ausstellung oder einem Atelierbesuch, das ist das Ziel für das Agieren der Künstler.

Es gibt einige gute Beispiele für eine solche Vorgehensweise. Bildende Kunst  produziert in der Regel keine Gegenstände, die Menschen täglich nutzen und die sich bei der Nutzung verbrauchen, wie z.B. ein Stück Seife. Der Genuss von Bildender Kunst ist auch nicht vergleichbar mit „anderen“ Genussmitteln. Ein wunderbares Glas Rotwein, das wir genießen, ist irgendwann leer. An einem Abend mit Freunden auch schon mal die eine oder andere Flasche. Bildende Kunst verbraucht sich bei Genuss nicht. Also benötigen Künstler immer neue Interessenten, Fans, Freunde, Follower, Kontakte und letztendlich Käufer, wenn sie nicht von den großen Galerien und Sammlern belagert werden.

Diese Marketingaufgabe haben Susanne Haun und ich in den vergangenen Wochen diskutiert. Die Aufgabe hieß „neue“ Interessenten im Web zu finden und für unsere Kunst zu begeistern. Uns war schnell klar, dass jeder von uns sein Netzwerk pflegt, es aber kaum zu einem Austausch zwischen diesen Netzwerken kommt. Am besten wäre es, unsere Netzwerke mit anderen Künstlern zusammen zu bringen und davon  gemeinsam zu partizipieren.

Blogparaden im Kunst- und Kulturbereich gibt es noch nicht

Eine der Überlegungen war die  alte, klassische Blogparade.  In dem Artikel Kennen Sie noch die gute „alte“ Blogparade?  habe ich einige aktuelle Beispiele von Blogparaden aufgelistet. Wenn man sich diese Beispiele anschaut, kommt man schnell zum Schluss, dass Blogparaden keine typischen Instrumente im Bereich von Kunst und Kultur sind, denn wir haben kein aktuelles Beispiel aus dem Bereich der Kunst gefunden.

Blogparaden werden oft im Bereich netzaffiner Themen eingesetzt, Themen wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Networking aber auch jede Menge lustiger Themen findet man in diesen Netzaktionen. Was sollte einen Künstler daran hindern, eine Blogparade zu starten? Eine mögliche Antwort ist die schnell abnehmende Affinität für die Themen der Künstler. Einige Gedanken dieser Diskussion finden Sie  unter der Überschrift  Hängt der Erfolg einer Blogparade von der Affinität zu dem Thema ab? auf meinem Blog.

Das Ergebnis unserer Überlegungen war folgende Vision:

Über eine konzertierte Aktion von Blogparaden mehrerer Künstler können mehr interessierte Menschen für die beteiligten Blogs und die gezeigte Kunst gewonnen werden.


Warum eine Blogparade?

Es ist einfacher, Leser eines Kunstblogs auf einen anderen Blog zu den Themen Malerei, Zeichnungen, Grafiken, Fotografie aufmerksam zu machen, als zu versuchen über die eigenen Kontakte meiner Kontakte zu agieren, wenn diese nur eine geringe Affinität zum Thema Kunst haben. Ein Mensch, der sich für einen Kunstblog interessiert, egal ob er regelmäßiger Besucher dieses Blogs ist oder ob er den Blog über eine Suchmaschine gefunden hat, besitzt sicher eine wesentlich höhere Affinität zum Thema Kunst. Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, die bestehenden Mechanismen einer Blogparade im Bereich SEO zu nutzen und durch die konzertierte Aktion mit einem wesentlich größeren Grad an Vernetzung  wirksamer neue Leser, Kontakte und interessierte Menschen mit einem hohen Interesse an Kunst zu gewinnen.

Eine klassische WIN WIN Situation die beteiligten Künstler – hier das Ergebnis der Überlegungen:

Über einen Zeitraum von 12 Wochen realisieren 10 unterschiedliche Künstler jeweils montags 10 Blogparaden, unter der Überschrift:  10 Fragen zur Kunst. Begleitet werden diese Blogparaden durch die Kommunikation auf anderen Blogs, in Facebook, Twitter, Xing…. und der Fa. Hahnemühle als Sponsor der Aktion.

Die konkrete Ankündigung der konzertierten Aktion von 10 Blogparaden finden Sie auf den beteiligten Blogs. Stöbern Sie ruhig einmal in den Blogs der beteiligten Künstler. Wenn Ihnen die Aktion der Künstler und die Blogs gefallen, beteiligen Sie sich an der Diskussion zu Fragen der Kunst und erzählen Sie es weiter ;-). Es lohnt sich, denn es werden  jede Woche Kunstwerke der beteiligten Künstler und ein Preis der Hahnemühle FineArt GmbH

Hier finden Sie die Ankündigung auf den Blogs von

Was diese Gruppe von Künstlern in der Aktion zusammen geführt hat, ist das Interesse, ihre Kunst im Bereich Social Media besser zu promoten. Die meisten der Künstler kennen sich nur aus dem Web und haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von Kunst und verschiedene Erfahrungen zum Agieren im Netz.
Ich bin gespannt auf das Gesamtergebnis, denn ich bin davon überzeugt, dass solche Initiativen und konzertierte Aktionen im Bereich von regionalen Marketing oder dem Marketing von Wertschöpfungsketten oder Erzeugergruppen einsetzbar sind. Ich werde nach Abschluss der gesamten Aktion über die Ergebnisse berichten. Für uns ein spannendes Vorhaben, wenn Sie Interesse an ähnlichen Projekten haben, profitieren Sie von unseren Erfahrungen und sprechen uns an. Zum Ende der Aktion planen wir eine Analyse, was uns die Aktion gebracht hat.

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Brüssel unterstützt den Kunst- und Kulturbereich in den AKP-Staaten

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Neben dem klassischen Kulturförderprogramm, mit dem die EU die Zusammenarbeit von KünstlerInnen und Kultureinrichtungen im europäischen Raum unterstützt, gibt es auch immer wieder Programme, mit deren Hilfe Kooperationen mit Partnern außerhalb Europas gefördert werden sollen.

Aktuell läuft gerade eine Ausschreibung, mit dem Brüssel die Kultur- und Kreativwirtschaft in den sogenannten AKP-(Afrika, Karibik, Pazifik) Staaten unterstützt. Insgesamt 12 Mio. Euro stehen für Projekte in zwei Bereichen zur Verfügung. Da ist einerseits der Bereich der Film- und Kinoförderung, für den 7 Mio. Euro zur Verfügung stehen (Lot1), während für alle anderen Kunstsparten (nur) 5 Mio. Euro bereitgestellt werden.

In beiden Programmschienen werden Produktion, Distribution und die Entwicklung und Durchführung von Aus- und Weiterbildungsangeboten kofinanziert (max. 80% des Budgets), was deutlich macht, dass es hier nicht so sehr um einzelne künstlerische Projekte, sondern um die nachhaltige Stärkung des kulturellen Sektors geht.

Alle Informationen zu diesem Call, der am 30. Juni endet, finden sich im in englischer Sprache verfügbaren Programmleitfaden. Auf den letzten beiden Seiten dieses Leitfadens sind die Länder aufgelistet, die an diesem Programm beteiligt sind. Welche Partner benötigt man für einen Antrag?

„Für eine Antragstellung müssen sich mind. drei Organisationen zusammenschließen, wovon mind. 2 ihren Sitz in unterschiedlichen AKP-Staaten haben müssen“,

heißt es auf der Website des deutschen Cultural Contact Point. Sämtliche Antragsformulare gibt es auf einer eigenen Website.

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Ulrike Schmid im Treffpunkt KulturManagement am 20. April: „PR im Social Web“

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Der Umbruch in der Medienlandschaft hat auch Auswirkungen auf die PR-Arbeit. Die Auflagen der Printmedien befinden sich im Sinkflug, gleichzeitig steigen die Nutzerzahlen auf den verschiedenen Plattformen und Kanälen im Social Web.

Was heißt das für die PR? Ist die klassische PR bald überflüssig? Ulrike Schmid, PR- und Social-Media-Expertin, wird sich im nächsten Treffpunkt KulturManagement mit der Zukunft der PR beschäftigen. Wie sieht das Zusammenspiel zwischen der klassischen Medienarbeit und Social Media aus? Wie bindet man die neuen Dialoggruppen wie etwa Blogger in die PR-Arbeit ein? Werden sie wie die Journalisten angesprochen und zum Beispiel zu Pressekonferenzen eingeladen oder sieht Beziehungspflege im Social Web ganz anders aus?

Vor welchen Herausforderungen Kunst- und Kultureinrichtungen stehen, die auch im Social Web PR betreiben wollen und was es bei den ersten Schritten zu beachten gilt, das erläutert Ulrike Schmid, die sich vor einiger Zeit in einer Studie mit den Social-Media-Aktivitäten von Museen und Orchestern beschäftigt hat, in ihrem Impulsvortrag. Anschließend stellt sie sich Ihren Fragen und diskutiert mit Ihnen über die Zukunft der PR.

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 20.04.2011 von 9:00 bis 10:00
Thema: PR im Social Web
Impulsvortrag: Ulrike Schmid (Ulrike Schmid Kommunikation)

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/

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Orchester: neue Wege, um Klassikfans zu gewinnen dank YouTube?

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Vor kurzem, genauer gesagt am 20. März,  fand im Opernhaus von Sydney das „Grand Finale 2011“ des YouTube Symphony Orchestra statt. Nicht ganz überraschend gibt es davon auf YouTube ein Video.

Dieses Video dauert mehr als zwei Stunden und hat seit seit dem 20. März fast 1,3 Mio. Zugriffe zu verzeichnen, was eine gewaltige Zahl ist angesichts der Tatsache, dass wir seit Jahren den Niedergang der klassischen Musik bedauern und uns bis heute eigentlich kein wirksames Gegenmittel eingefallen ist.

Natürlich wissen wir nicht, wieviele der UserInnen wirklich bis zum Ende durchgehalten haben, aber die hohen Zugriffszahlen lassen schon vermuten, dass hier irgendwo ein Interesse an dieser Form von Musik vorhanden sein muss.

„Die klassische Musik hat viel mehr Fans da draußen, als wir es alle ahnen. Dieses Projekt ist eine Chance, die musikalische Gemeinschaft zu vergrößern, in der klassische Musik wieder Teil des täglichen Lebens wird. Es hilft dabei, die Menschen durch das unendlich aufregende Labyrinth zu führen, zu dem klassische Musik werden kann. Und deshalb finde ich das Projekt so spannend“,

wird Michael Tilson Thomas, im „Hauptberuf“ Dirigent des San Francisco Symphony Orchestra in einem Artikel auf Deutschlandradio Kultur zitiert. Den Erfolg des YouTube Symphony Orchestra und das Engagement der beteiligten MusikerInnen hat David Cutler zu einem sehr interessanten Blogbeitrag inspiriert. „What Professional Orchestras Should Learn from YouTube“ ist er überschrieben und enthält einige bedenkenswerte und natürlich auch provokante Vorschläge, wie die professionellen Orchester seiner Ansicht nach auf das schwindende Interesse an klassischer Musik reagieren sollten.

Zwar möchte er das YouTube Symphony Orchestra nicht direkt mit den Profi-Orchestern vergleichen, aber, so denkt er, manche Ansätze seien seiner Meinung nach schon bedenkenswert. Zum Beispiel die Auswahl der MusikerInnen. Für das YouTube Symphony Orchestra mussten die MusikerInnen vorspielen, allerdings taten sie das bei sich und nahmen auf, was sie da präsentierten. Professionelle OrchestermusikerInnen übernahmen die Vorauswahl, dann waren die InternetuserInnen am Zug, die darüber abstimmen durften, wer Orchestermitglied werden sollte und wer nicht. Das heißt, nicht alleine die Beherrschung des Instruments war das Kriterium, sondern darüber hinaus mussten die KandidatInnen auch ihre Fans mobilisieren, um den Sprung ins Orchester zu schaffen.

Dieses Prozedere kann man kritisieren, denn

„Will people with better marketing and social media chops be more apt to advance, even if their playing isn’t quite as strong?“

fragt Cutler und spricht damit vermutlich vielen Menschen aus der Seele. In seinen Augen zählt dieses Argument allerdings nicht wirklich, denn

„(.) isn’t that exactly what orchestras need?  More members actively advocating, cultivating a following, and motivating their own networks.“

Das bedeutet für ihn:

„The reason more people don’t patronize the local orchestra isn’t because they aren’t good enough.  It is because they’re not relevant enough.“

Die enge und persönliche Beziehung der MusikerInnen zu ihren „Fans“ betrachtet er als einen der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des YouTube Symphony Orchestras. Der partizipative Ansatz dieses Projektes habe auch nicht dazu geführt, dass die Qualität des Programms darunter gelitten habe, schreibt Cutler weiter und verweist auf das anspruchsvolle Programm in Sydney.

David Cutler empfiehlt, den Erfolg des YouTube Symphony Orchestras genauestens zu analysieren, denn ob Technikeinsatz, Marketing oder eben die Auswahl der MusikerInnen, es lassen sich einige Anregungen finden. Seine Sichtweise

„We must face the obvious truth: It takes more than great art to thrive in today’s world.“

ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Erfolg des YouTube Symphony Orchestras spricht dafür.