Monthly Archives of: April 2012

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„aufbruch“-Konferenz und stARTcamp: zwei Tage Social Media in München

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Mit völlig neuen und überraschenden Ergebnissen der Twitterforschung wurden die TeilnehmerInnen des ersten stARTcamps in München konfrontiert.  Diese Form der Nachrichtenübermittlung in 140 Zeichen habe, so überraschte Christian Gries bei der Begrüßung am Samstag, ihre historischen Wurzeln in der Liedform des Gstanzl.  Der Auftritt eines Gstanzlsängers sollte diese These dann noch untermauern. Das tat er wohl ziemlich überzeugend, denn sofort begannen die Twitterati, die Geschichte von Twitter umzuschreiben. ;-)

Spaß beiseite: München erlebte an diesem Wochenende nicht nur das erste stARTcamp in München, sondern auch die Tagung „aufbruch.museen und das web2.0“. In den historischen Räumen der alten Münze trafen sich am Freitag mehr als einhundert KonferenzbesucherInnen, um sich über den aktuellen Status Quo von Social Media zu informieren. Der Unterschied zum letzten Jahr war unübersehbar: Themen wie (Transmedia)  Storytelling oder Culturecaching-Stadttour zeigten, dass es bei der zweiten Auflage dieser von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, Janusmedia und mmc 2.0 organisierten Veranstaltung längst nicht mehr nur um die Grundlagen von Social Media ging. Da passt es ins Bild, dass von den nichtstaatlichen Museen in Bayern mittlerweile mehr als 60 im Social Web aktiv sind, wie Sybille Greisinger berichtete. Letztes Jahr waren es lediglich zwanzig. Die Entwicklung ist unübersehbar, zeigt aber auch, dass bei  rund 1.300 bayerischen Museen noch viel Luft nach oben ist.

Aber immerhin gibt es solche Konferenzen im Museumsbereich, während sich zum Beispiel die Theater da anscheinend noch sehr viel schwerer tun. Es gibt zwar die Kooperation zwischen dem Deutschen Bühnenverein und der stARTconference, aber eine eigene Konferenz vermisse ich noch. Schön ist aber, dass es Anfang Juni in Heidenheim ein von Christian de Vries initiiertes Operncamp geben wird. So wird der Theaterbereich langsam eingekreist und irgendwann ist es dann soweit.

Ich denke, es müsste noch sehr viel mehr solcher Konferenzen geben, um zu informieren, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. So wie dann am Samstag, an dem München das erste stARTcamp erlebte. Einmal in Fahrt, haben die vier OrganisatorInnen der „aufbruch“-Konferenz nämlich gleich auch noch ein stARTcamp drangehängt. Mein Kompliment gilt Sybille Greisinger, Tanja Praske, Christian Gries und Harald Link, die die beiden Tage perfekt organisiert haben. Als es am Morgen beim stARTcamp darum ging, das Programm festzulegen, war die Zahl derer, die aktiv zum Gelingen beitragen wollten, beeindruckend groß. Vorbei sind die Zeiten, wo sich niemand traut, seine Fragen loszuwerden oder ein eigenes Thema vorzuschlagen.


im Bild von links nach rechts: Tanja Praske, Christian Gries, Sybille Greisinger, Hararld Link (© Frank Tentler)

Ohne jetzt die zwei Tage inhaltlich Revue passieren zu lassen, möchte ich einige Punkte herausgreifen. Aufschlussreich war es für mich, wie stark mittlerweile die Inhalte im Vordergrund stehen. Ob transmedial oder klassisch auf ein Format beschränkt, das Erzählen von Geschichten gewinnt immer mehr an Bedeutung, wie die vielen Beispiele gezeigt haben. Meine persönlichen Favoriten waren dabei die Facebook-Inszenierung der Effi Briest des Maxim-Gorki-Theaters und die von Caspar Loesche für das Stadttheater Bern entwickelte transmediale Erzählung über die Afrikareise Vivienne von Wattenwyls in den Jahren 1923/24.

Probleme habe ich mit den zahlreichen Figuren, die sich mittlerweile auf Facebook und Twitter tummeln. Oftmals als persönliches Profil angelegt, was laut AGB auf Facebook verboten ist und deshalb dazu führen kann, dass der Account von Facebook ohne Vorwarnung gelöscht wird, fehlt mir bei diesen Figuren einfach der Spannungsbogen. Einfach nur täglich ein oder zwei Postings oder Tweets pro Tag online zu stellen halte ich für wenig zielführend, weil diese Inhaltsschnipsel selten so konzipiert sind, dass man sich voller Erwartungen auf das nächste Posting freut. Das Maxim-Gorki-Theater hat da mit seinem etwa zwanzigminütigen Liveevent in einer Facebook-Gruppe für die notwendige Spannung gesorgt und so ein Format entwickelt, das ein wenig an die zwei- bis dreiminütigen Webisoden erinnert, die im Netz zu finden sind.

Ein für mich wichtiger Input kam von Christoph Deeg, der erstens darauf hinwies, dass Social Media Spaß machen müsse und zweitens den Standpunkt vertrat, dass es darum gehe, Social Media zu leben. Wer sich darauf einlasse, werde sehr schnell feststellen, dass sich die Kultur im der jeweiligen Struktur, egal ob Unternehmen oder Kulturbetrieb, zu verändern beginnt. Sich mit dem Thema Social Media zu beschäftigen, bedeutet also mehr als das Einrichten eines Twitter- und Facebookaccounts. Social Media zu leben, ist für die kleinen Organisationen vermutlich leichter als für die „Großen“, die nicht von heute auf morgen ihre Struktur über den Haufen werden können. Ulrike Schmid zeigte in ihrem Vortrag „Dialogische Kulturvermittlung für kleinere Museen„, wie sich Social Media nutzen lässt.

Fazit: zwei spannende Tage mit vielen interessanten Themen und der Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen. Danke an das Organisationsteam, das hier tolle Arbeit geleistet hat und schon angekündigt hat, dass es auch im nächsten Jahr wieder die „aufbruch“-Konferenz und das stARTcamp München geben  wird. Ich bin sicher wieder dabei.

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Marketing für Kulturbetriebe: vom Kunstobjekt zum sozialen Objekt

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Miteinander ins Gespräch kommen, das ist für viele Kultureinrichtungen der Grund, im Social Web aktiv zu werden. Es entstehen Facebookseiten, Blogs werden eingerichtet und auch Twitter fehlt immer seltener im Social Media-Mix. Sieht man sich dann die einzelnen Seiten, Profile oder Accounts an, dann erkennt man recht schnell, dass es gar nicht so einfach ist, mit den UserInnen ins Gespräch zu kommen. Die Bewerbung der eigenen Aktivitäten ist zwar nicht verboten, aber wem sonst nichts anderes einfällt, der merkt recht schnell, dass das nicht ausreicht. Ein paar „Likes“ gibt es immer, zur Not von den eigenen MitarbeiterInnen, aber so wirklich zufriedenstellend ist das nicht, die Erwartungen waren höher.

Was tun? „Warum Inhalte immer wichtiger werden“ ist einer meiner letzten Beiträge überschrieben, in dem ich behaupte, dass Inhalte die Voraussetzung sind, um im Social Web wahrgenommen zu werden. Mit spannenden Inhalten lassen sich Interesse und Begeisterung der UserInnen wecken. Begeisterung ist die Grundvoraussetzung für unser Lernen, was vor allem die Kultureinrichtungen interessieren muss, die Zeit und Geld in Vermittlungsprogramme investieren und vor der Herausforderung stehen, Inhalte zu finden, die zu begeistern vermögen.

Mit Inhalten begeistern, das sagt sich so leicht. Wie sieht das aber in der Realität aus? Und vor allem: was soll denn überhaupt passieren, wenn es mir als Kultureinrichtung gelingt, online Begeisterung zu wecken? Die UserInnen sollen aktiv werden, im ersten Schritt geht es um Interaktion mit mir als Kultureinrichtung, um ein Retweet auf Twitter, einen Kommentar im Blog oder das Teilen der Inhalte auf Facebook. So wichtig die auf diese Weise steigenden Follower- oder Fanzahlen auch sein mögen, am Ende geht es natürlich auch darum, dass die UserInnen meine Angebote wahrnehmen und in Konzert, Theaterstück oder Ausstellung strömen.

Aber der Reihe nach. Wie schaffe ich es, dass die UserInnen in den sozialen Netzwerken mit meinen Inhalten interagieren? Was treibt uns eigentlich an, Seiten zu „liken“, Inhalte zu teilen oder eine Nachricht zu retweeten? Nach Ansicht von Jyri Engeström, der 2006 den Twitter-Klon Jaiku gründete, sind es die „sozialen Objekte“, die die Menschen in den sozialen Netzwerken zusammen bringen. Ein Netzwerk ist nur dann lebendig, wenn es in ihm zum Austausch sozialer Objekte kommt. Wer sich auf einem Netzwerk anmeldet und dann darauf wartet, dass etwas passiert, kennt solche Situationen, in denen es zu keinem Austausch kommt, bereits. Martin Lindner hat den Ansatz von Jyri Engeström in seinem Blogpost „Soziale Objekte‘ im Marketing 2.0“ sehr gut beschrieben. Drei Komponenten braucht es, so schreibt er, um „soziale Objekte“ teilen zu können:

  • Inhalte mit einer eindeutig zuordenbaren URL (in Form von Text, Foto, Video, etc.)
  • Tags zur Verschlagwortung und
  • Personenprofile zur Identifizierung der Netzwerkmitglieder.

An jedem dieser drei Komponenten gibt es Anknüpfungspunkte, aus denen heraus sich, so Lindner, die verschiedenen Interaktionstypen ergeben, wie z.B. bewerten, teilen oder kommentieren.

Diese sozialen Objekte stellen für den Marketingspezialisten Hugh MacLeod die Zukunft des Marketing dar. Nicht um die „Likes“ oder die „Retweets“ gehe es, sondern um „social objects“, denn wir Menschen vernetzen uns untereinander nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nur dann, wenn uns etwas verbindet und das sind eben die sozialen Objekte. Daraus schließt er:

„Social Net­works form around Social Objects, not the other way around.“

Oder als provokante Frage:

„If your pro­duct is not a Social Object, why are you in business?”

Entscheidend für den Marketingerfolg seien die Geeks, denn hinter diesem Begriff versteckt sich jemand, „who socia­li­zes via objects“. Im Endeffekt sind wir aber alle Geeks, denn wir alle lassen uns von Dingen, die außerhalb uns liegen, begeistern. Das heißt:

„Wha­te­ver industry you are in, there’s some­body who is gee­ked out about your pro­duct cate­gory. They are using your pro­duct [or a competitor’s pro­duct] as a Social Object. If you don’t unders­tand how the geeks are socia­li­zing– con­nec­ting to other peo­ple– via your pro­duct, then you don’t actually have a mar­ke­ting plan.“

Wie kommt nun eine Kultureinrichtung zu sozialen Objekten? Ausgangspunkt ist nicht, Sie werden es schon ahnen, Ihre nächste Veranstaltung, sondern deren Inhalte, das Themenfeld, in dem Sie sich damit bewegen. Nehmen wir an, Sie zeigen in Ihrer nächsten Ausstellung die Mona Lisa. Es gibt vermutlich ausreichend Enthusiasten, die sich für die Mona Lisa begeistern und nicht nur Ihre Ausstellung besuchen werden, sondern begierig auf Informationen darüber warten. In diesem Fall ist die Mona Lisa das soziale Objekt, an dem Sie Ihr Marketing ausrichten werden. Ob Foto, Video oder Text, Sie bieten Inhalte an, die geteilt, kommentiert oder bewertet werden können.

Aber Ihre Ausstellung muss sich nicht unbedingt durch ein solches Highlight auszeichnen und trotzdem werden Sie ein oder mehrere soziale Objekte finden. Ein solches wären z.B. für mich die alten Stringregale, die in der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt sind. Ich bin mit diesen Regalen groß geworden und reagiere wohl eher auf das soziale Objekt Stringregal als etwa auf alte Stühle. Die Frage ist nun, welches Setting biete ich als Museum an, um die Geeks miteinander ins Gespräch zu bringen, denn so Hugh MacLeod:

„The inte­res­ting thing about the Social Object is the not the object itself, but the con­ver­sa­tions that hap­pen around them.“

Das alles erinnert an Nina Simon und ihre „Revised Theory of Social Participation via ‘Me-to-We’ Design“ (siehe dazu auch mein Blogpost), mit der sie versucht, Interaktionsmöglichkeiten zwischen Ausstellung und BesucherInnen zu schaffen. Welche Online-Plattformen eignen sich dafür am besten? Wenn es um das Zusammenspiel der oben angeführten drei Komponenten Inhalt, Tag und Personenprofil geht, dann ist das – neben den Foto- und Videoplattformen – vor allem ein Netzwerk, das in der letzten Zeit für Furore sorgt: Pinterest!

„Bei Pinterest geht es nicht darum, Freunde zu finden, oder um persönliche Kommunikation. Der Fokus liegt auf der Verbreitung von relevanten Inhalten, die Bezug zu einem bestimmten Thema haben”,

heißt es auf futurebiz. Womit klar ist, worin das Erfolgsgeheimnis von Pinterest liegt. Es trifft den Nerv der Zeit und es erfüllt die Anforderungen, die Jyri Engeström an solche Plattformen stellt. Kevin Anderson hat sie in einem kurzen Artikel zusammengefasst:

  1. „You should be able to define the social object your service is built around
  2. Define your verbs that your users perform on the objects. For instance, eBay has buy and sell buttons. It’s clear what the site is for.
  3. How can people share the objects?
  4. Turn invitations into gifts
  5. Charge the publishers, not the spectators. He learned this from Joi Ito. There will be a day when people don’t pay to download or consume music but the opportunity to publish their playlists online.“

Fangen wir mal mit dem ersten Punkt an: arbeiten Sie mit sozialen Objekten und können sie benennen? Ansonsten gilt, was Hugh MacLeod gesagt hat: „If your pro­duct is not a Social Object, why are you in business?“


Titelbild: „The Conversation„; By Bill Longstaff (CC-Lizenz)

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Videoeinsatz im Social Web: welche rechtlichen Gefahren drohen? (Treffpunkt KulturManagement)

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Dass Videos sich hervorragend für den Marketingeinsatz eignen, ist nicht wirklich neu. Die von Thomas Urban, Professor für Wirtschaftsinformatik an der FH Schmalkalden, vor knapp zwei Jahren durchgeführte Studie „Videomarketing, eine empirische Studie zur Nutzung und Akzeptanz von
Videomarketing aus Unternehmenssicht“ zeigt, dass vor allem die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Social Web das Video so attraktiv machen. Wer sich die ARD/ZDF-Onlinestudie 2011 anschaut, versteht, warum das so ist. Knapp ein Drittel der deutschen Onlinenutzer ab 14 Jahren nutzt regelmäßig Videoportale wie YouTube oder Vimeo, Tendenz steigend.

Auch Kultureinrichtungen haben erkannt, dass sich Videos viel leichter verbreiten lassen als ein Text. Ein eigener YouTube-Kanal gehört heute schon zum guten Ton, immer häufiger werden Ausstellungen, Theaterinszenierungen, aber auch Bücher per Video angekündigt. Interessant dabei: ein aufwendig produziertes Video ist dabei nicht immer erfolgreich. Häufig sind es Schnappschüsse oder „lustige“ Amateurvideos, die zum großen Renner werden und sich viral verbreiten. Was so einfach klingt, hat aber einen Haken: ein Video ist zwar leicht und billig zu produzieren, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben kompliziert.

Beim nächsten Treffpunkt KulturManagement, der am 18. April um 9 Uhr stattfindet, informiert Rechtsanwalt Bernhard Kelz über die möglichen Gefahren, die beim Videoeinsatz im Social Web drohen. Er wird sich dabei vor allem den beiden folgenden Fragen widmen:

  1. Welche juristischen Weichen muss man stellen, um eine legale Verbreitung des eigenen Videomaterials zu ermöglichen?
  2. Welche Lizenzmodelle eignen sich um fremdes Videomaterial für die eigenen Marketingaktivitäten zu nutzen?

Am Beispiel YouTube und Creative Commons Lizenzen zeigt Bernhard Kelz, welche Grenzen aktuell Lizenzmodelle haben und worauf es bei der Lizenzierung eigenen Materials als auch beim „Einkauf“ fremden Materials ankommt. Kelz ist Rechtsanwalt bei der Anwaltskanzlei Arnold (Dresden – Berlin) und leitet dort das Referat IT- & Medienrecht. In diesem Bereich berät er Unternehmen unter anderem zu den rechtlichen Herausforderungen des Online- und insbesondere des Social Media Marketing. Wenn Sie wissen wollen, worauf es beim Einsatz von Videos auf Facebook, Twitter & Co. ankommt, dann sind Sie wie immer herzlich eingeladen.

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 18. April, einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 18.04.2012 von 9:00 bis 10:00
Thema: Videoeinsatz im Social Web: welche rechtlichen Gefahren drohen?
Impulsvortrag: Bernhard Kelz

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Social Business: ein Thema für den Kunst- und Kulturbereich?

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / Pixelio

Die Aufregung war groß, als vor kurzem das Buch „Kulturinfarkt“ veröffentlicht wurde. Neoliberales Denken wurde den Autoren vorgeworfen, denn in ihrem Buch ist oft vom Markt und seinen Mechanismen die Rede. Markt, Kunst und Kultur, das passt für die meisten nicht zusammen und jeder, der in diese Richtung argumentiert, wird als Totengräber all der Angebote betrachtet, die über Jahrzehnte hinweg entwickelt wurden.

Wohin aber entwickelt sich eigentlich der Markt? Anna Farmery fragt auf ihrem Blog nach den Geschäftsmodellen der Zukunft und stellt dabei fest, dass sich die Rahmenbedingungen gewaltig verändert haben. Ob Social Media, Crowdfunding oder Crowdsourcing, die Entwicklungen der letzten Jahre haben den KonsumentInnen eine erhebliche Macht verschafft, nicht ohne Grund sprechen wir heute auch von den ProsumentInnen, die sich aktiv in den Entwicklungsprozess neuer Produkte oder Dienstleistungen einbringen und an der Gestaltung beteiligt sind.

Für Anna Farmery geht die Entwicklung weg von den traditionellen Geschäftsmodellen hin in Richtung Social Business. Wie aber sehen die Geschäftsmodelle der Zukunft aus? Ein Aspekt ist dabei besonders interessant:

„It is about working with the customer not for the market? How can you develop a social business relationship, that adds value for what they CANNOT do, not what is possible nowadays?“

fragt sie sich. Ist das nicht genau das, was sich der Kunst- und Kulturbereich wünscht? Die Arbeit mit dem Publikum, nicht die Ausrichtung auf einen Markt. Der Aufbau von Beziehungen, um den BesucherInnen oder den KundInnen etwas zu geben, was ihnen einen Mehrwert bietet. Ist Social Business nicht eigentlich genau das, was wir uns immer gewünscht haben?