Monthly Archives of: November 2012

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Twitter: Das Potenzial ist riesengroß

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Am Freitag durfte ich mein erstes Tweetup in München erleben und war restlos begeistert. Die Veranstaltung im dortigen Jüdischen Museum war perfekt organisiert, ein im ganzen Haus verfügbares WLAN sorgte dafür, dass die TeilnehmerInnen ohne Probleme twittern konnten (vor allem ich mit einer ausländischen SIM-Karte) und wenn man sich dann noch für die Ausstellung selbst interessierte, konnte schon nichts mehr schiefgehen. An dieser Stelle noch einmal danke an alle, die diese Veranstaltung, von der auch meine Fotos zu diesem Beitrag stammen, ermöglicht haben.

Tweetup = Meetup + Twitter

Twitter? In Gesprächen ernte ich oft fragende Blicke und Kopfschütteln, wenn ich meine Gegenüber frage, ob sie dieses Tool nutzen. Während der Facebook-Einsatz schon fast selbstverständlich geworden ist, halten sich viele Kunst- und Kultureinrichtungen damit noch ziemlich zurück oder sind dort gar nicht aktiv. Das ist schade, denn es gibt jede Menge guter Ideen, die sich mit Hilfe der 140 Zeichen langen Tweets umsetzen lassen. Für mich ist nach wie vor #operaplot eines der schönsten Beispiele der letzten Jahre, schließlich muss es einem erst einmal gelingen, so viele Menschen dazu zu bringen, ihre Lieblingsoper in 140 Zeichen zu erzählen.

Groß im Kommen sind derzeit aber vor allem die Tweetups, „Von einer Hochkulturerfahrung im digitalen Zeitalter“ ist in einem Artikel der FAZ die Rede, wobei dieses Format, das das Social Web wieder ein Stück weiter in unser tägliches Leben integriert, nicht unbedingt neu ist. Schon vor vier Jahren hat Geoff Livingston in einem Blogpost die Tweetups als eine Chance für die lokale Twitter-Community gesehen, sich auch mal von Angesicht zu Angesicht treffen zu können.

Und das passiert nun immer öfter. Ob Tweetup in München, KultUp in Frankfurt oder seit kurzem auch MuseUp in Berlin, das Format boomt und  so werden wir solche Angebote vermutlich bald auch in anderen Städten erleben. Entscheidend für den Erfolg ist in meinen Augen, dass diese Angebote von ExpertInnen ausgehen, die sich sehr erfolgreich an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Social Media bewegen und über ein dementsprechend großes Netzwerk verfügen. Natürlich ist es für eine Kultureinrichtung kein Problem, für 20 bis 70 BesucherInnen eine einstündige Führung zu organisieren und für Wein und Mineralwasser zu sorgen. Aber wie macht man auf eine solche Veranstaltung aufmerksam und wie werden sie dokumentiert? Die InitiatorInnen der oben genannten Eventreihen haben sich was dabei gedacht, die Veranstaltungen mit Blogs zu begleiten, schließlich sind die Tweets schnell mal verschwunden, die Blogbeiträge findet man auch noch nach Jahren in den Suchmaschinen.

Twitter Favoriten, ein unterschätztes Feature

Aber es muss ja nicht gleich eine solche Veranstaltung sein, Twitter selbst bietet eine Menge sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten. „Put Twitter’s Most Underrated Feature to Good Use“ hat Nancy Messieh ihren gestrigen Blogbeitrag überschrieben und beschäftigt sich darin mit der Möglichkeit, einzelne Tweets zu favorisieren.

Die meisten von uns nutzen diese Funktion wohl dazu, um besonders wichtige oder interessante Tweets hervorzuheben. Wer dieses Feature häufiger nutzt, weiß, dass es mit steigender Zahl an Favoriten immer schwerer wird, den Überblick über all die Tweets zu behalten. Mit kippt lassen sich alle favorisierten Tweets über eine App automatisch bookmarken, schreibt Messieh und weist darauf hin, dass sich diese Tweets auf diese Weise nicht nur archivieren, sondern auch weiter teilen lassen.

Als „Curated Content“ lassen sich die Favoriten mit Hilfe des RSS-Feeds an verschiedenen Stellen im Social Web nutzen, zum Beispiel mit Hilfe eines Widgets, das in das eigene Blog eingebaut wird. Aber damit nicht genug: „You can use a service like RSS Graffiti or Buffer, to automatically share your Twitter favorites with your Facebook or LinkedIn friends“, schreibt sie weiter und weist darauf hin, dass sich dieser Feed mit Hilfe von WiseStamp sogar automatisiert in die Email-Signatur einbauen lässt. Wer nicht weiß, wie man an diesen Feed rankommt, um ihn nutzen können, findet in ihrem Blogbeitrag des Rätsels Lösung.

Und noch einen nicht ganz unwichtigen Anwendungsbereich erwähnt sie: „If you’re using Twitter as a marketing tool, you can use your Twitter favorites to save positive feedback you receive from other Twitter users.“ Wie so etwas funktioniert, zeigt sie am Beispiel von Starbuck, aber die favorisierten Tweets lassen sich natürlich auch weiterverwenden und zum Beispiel auf einer eigenen Seite sammeln und über den Feed natürlich auch auf anderen Seiten teilen. Und wie nutzen Sie die Favoriten?

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Nürnberg, (k)ein Reisebericht

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Als ich vor einigen Wochen von einer Agentur kontaktiert wurde, die mich nach Nürnberg einladen wollte, war ich überrascht, denn der Anlass war der 350. Geburtstag der dortigen Akademie der  bildenden Künste und eine damit verbundene Ausstellung im Neuen Museum, dem staatlichen Museum für Kunst und Design.

Eigentlich ist das ja nicht mein Metier, schließlich beschäftige ich mich eher mit den Dingen, die hinter den Kulissen stattfinden. Aber die Neugierde und die Aussicht, nach vielen Jahren mal wieder den Ort zu besuchen, in der ich während des Studiums einige Jahre gelebt habe, ließen mich zusagen und so machte ich mich auf den Weg in die Stadt, mit der die meisten Menschen Dürer, den Christkindlmarkt und den Nationalsozialismus verbinden.

Aber die Stadt hat natürlich mehr zu bieten und genau das wollte man uns nun in diesen knapp zwei Tagen zeigen, die, ich nehme es vorweg, perfekt organisiert waren und uns interessante und in die Tiefe gehende Gespräche ermöglichten. Da waren wir also, wir Blogger. Irgendwie war es für mich etwas merkwürdig, wenn wir, wohin wir auch kamen, als „die Blogger“ vorgestellt wurden. Das klang so nach „fremdem Wesen“, denen man aber mit viel Freundlichkeit und Offenheit begegnete, ohne genau zu wissen, was das Ergebnis dieser Begegnung sein würde.

Nürnberg beherbergt die älteste Akademie der bildenden Künste

Nachdem der „Bloggerkollege“ schon sehr ausführlich über unsere Erlebnisse berichtet hat, erlaube ich mir einige Punkte herauszuheben, die mich beeindruckt haben. Da ist erst einmal die Geschichte der  Akademie, die, 1661/62 gegründet, die älteste Akademie im deutschsprachigen Raum ist und auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken kann. Was als Akademie begann erlebte im 19. Jahrhundert einen Unterbruch, denn König Ludwig I. wollte aus der Stadt das zukünftige Gewerbezentrum Bayerns machen, wie Charlotte Kranz-Michaelis in ihrem Beitrag für die Festschrift „“350“ berichtet. Da war es folgerichtig, dass die Akademie in eine Kunstgewerbeschule umgewidmet wurde.

Mit ein Grund war des Königs Ansicht, die Akademie in München würde bereits genügend Maler ausbilden. Und noch einen Grund erwähnt Kranz-Michaelis: „Die Fortdauer eigener Akademien  in den Provinzen ist […] aus dem wichtigen Grunde untersagt, weil es diesen Instituten in der Entfernung von großen Galerien […] auch bei den bestbesetzten Lehrstühlen […] doch notwendig an den Voraussetzungen ihres Gedeihens fehlt,“ zitiert sie aus einer Ministerialentschließung von 1833.

Ein interessantes Argument, das, so mein Eindruck, der aus den Gesprächen dieser zwei Tage resultiert, auch heute nicht ganz von der Hand zu weisen ist. In der Stadt mit seinen rund 500.000 Einwohnern gebe es, so den Grundtenor, viel zu wenige Galerien, die sich der zeitgenössischen Kunst widmen.

Aber zurück zur – spannenden – Geschichte der Akademie, die mehr als einhundert Jahre als Kunstgewerbeschule Handwerk und Kunst einander verband und das durchaus erfolgreich, denn  „auf zahlreichen Ausstellungen bis hin zu den großen Weltausstellungen  von 1867 in Paris und 1873 in Wien (…) war die Schule mit ihren besten Arbeiten vertreten und erhielt aufgrund von hoher Qualität und eines eigenen, in der zeitgenössischen Rezeption sogenannten malerischen Stils der Nürnberger Schule zahlreiche Preise und Auszeichnungen“ (Regina Landherr-Weichert: „Demokratisierung und Globalisierung – August von Krelin und die erste reine Kunstgewerbeschule Deutschlands“ (erschienen in „350“, Verlag für Moderne Kunst, 2012 S. 58).

Erst 1940 wurde aus der Kunstgewerbeschule wieder eine Akademie

Adolf Hitler war es, der 1940 die „Nürnberger Staatsschule für angewandte Kunst“ zur „Akademie der bildenden Künste in der Stadt der Reichsparteitage Nürnberg“ erheben ließ. Dieser historische Meilenstein in der Geschichte der Akademie wurde lange totgeschwiegen, erst jetzt, anlässlich des Jubiläums widmete man sich dieser „kurzen, aber einschneidenden Epoche“, wie es Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, im Vorwort zu der Publikation „Geartete Kunst“ formulierte.

Diesen Tagungsband habe ich auf der Rückfahrt nach Wien gelesen und ich muss gestehen, ich war gefesselt von den Artikeln, die die Entwicklung der Akademie in dieser Zeit beschreiben und analysieren.

Erst fünf Jahre nach Kriegsende, die Akademie war 1943 nach Ellingen ausgelagert worden, beschloss der Stadtrat in Nürnberg den Neubau der Akademie. Den Wettbewerb gewann Sep Ruf, der vor allem als Architekt des Bonner Kanzlerbungalows berühmt geworden ist. „Obwohl  dem Bau aus der frühen Nachkriegszeit in ganz Deutschland kaum etwas Vergleichbares  an die Seite gestellt werden kann, ist die Akademie selbst in Fachkreisen immer noch nahezu unbekannt“, schreibt Irene Meister in ihrem Beitrag „Ein Hauptwerk der deutschen Nachkriegsarchitektur von Sep Ruf“ (erschienen in „350“, Verlag für Moderne Kunst, 2012, S. 127).

Abgeschieden und umgeben von Bäumen werden dort derzeit knapp 300 StudentInnen ausgebildet und vielleicht ist es ganz gut, dass so wenige von dieser Akademie wissen. Losgelöst von der Realität entsteht dort tagtäglich Kunst. Manche StudentInnen würden dort sogar wohnen, wurde uns  – natürlich inoffiziell – erzählt, was durchaus glaubwürdig erscheint, denn man, mit welcher Begeisterung hier gearbeitet wird. Während ich mir zu Beginn die Frage stellte, warum man nicht mehr Werbung für die Akademie macht, habe ich jetzt beim Schreiben dieses Blogposts schon fast Skrupel, zu viel darüber zu erzählen. Es ist eine sehr besondere Atmosphäre, die einerseits fasziniert, andererseits aber auch verwundert, wenn man bedenkt, dass nur die wenigsten hier den Sprung schaffen. Nur einer von hundert schafft den Sprung an die Spitze, meinte einer der Studenten. Und für diesen einen scheint die Akademie geschaffen. Aber was ist mit den anderen? Diese Frage habe ich mir einige Male gestellt. Eine Antwort darauf habe ich nicht gefunden.

Und dann gibt es da noch die Ausstellung, zu der das Neue Museum die Akademie der Bildenden Künste anlässlich ihres Geburtstags eingeladen hat.  In ihrem Vorwort erzählen Angelika Nollert, Direktorin des Museums und Ottmar Hörl, Präsident der Akademie, von einer Gemeinsamkeit, die beide Häuser miteinander verbindet. Beide zeichnen sich durch eine Architektur aus, „die mit ihren Wänden aus Glas hell und licht ist. Durch die Architektur der Akademie wird gleichsam die Kunst mit der sie umgebenden Natur verbunden, 50 Jahre später sucht das Neue Museum den direkten Kontakt zum urbanen Raum“, schreiben sie in ihrem Vorwort, das mit „Schaufenster zur Stadt“ überschrieben ist.

Die Ausstellung der Akademie in der Auslage

Daran lässt sich anknüpfen, denn die leicht gekrümmte Glasfassade des Museums gibt den Blick frei auf insgesamt sechs Fassadenräume, die die Meisterklassen der Akademie derzeit bespielen lassen. Wer auf dem Platz vor dem Haus steht, kann von draußen einen Blick hinein werfen und trifft dort auf sehr spannende Inhalte. Bei unserem Besuch waren die Aufbauarbeiten noch voll im Gang. Nur eine der Räume war bereits fertig eingerichtet und zeigte Bilder und Aufzeichnungen der beiden Voyager-Missionen zum Mars. Auch hier geht es um einen Raum, den größten aller Räume, den unendlichen Raum. Wie wir uns eines solchen Raumes zu bemächtigen versuchen, zeigt die Ausstellung. Wir füllen ihn mit unseren eigenen Vorstellungen, zum Ausdruck kommt das  in den Goldenen Schallplatten, die man den beiden Marssonden mitgab, falls sie auf Außerirdische treffen. Nicht nur die Inhalte dieser Datenplatte sind interessant und legen Zeugnis vergangener Jahrzehnte ab, auch die beiden Computerarbeitsplätze, von denen aus die beiden Sonden gesteuert werden, sind Relikte längst vergangener Jahrzehnte. Sie erinnern mich an meinen ersten Computer und auch der hätte manchmal das Hinweisschild „Bitte nicht berühren“ gebrauchen können, wenn ich wieder mal auf ihm herumprogrammierte und alles statt besser eher schlimmer machte. Ein paar Pressefotos zeigen, was ich noch nicht zu sehen bekam.

Abgesehen von dieser Ausstellung ist das Neue Museum ein spannendes Haus, in dem Kunst und Design gleichberechtigt ihren Platz gefunden haben. In dem es vor allem gelungen ist, die gesamte Technik hinter der Wand unterzubringen. Keine Leiste, kein Schalter stört, zu sehen sind „perfekte“ Räume.

Am Ende stieg ich voller Eindrücke wieder in den Zug. Und noch immer wusste ich nicht, warum ich jetzt eigentlich in Nürnberg gewesen bin. Doch halt, neben drei dicken Katalogen beschwerten auch ein paar Nürnberger Lebkuchen meine Tasche. ;-)

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Sind Twitter und Facebook erstrebenswerte Traffic-Lieferanten?

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© GG-Berlin ; Pixelio

Ich habe mir gerade die Folien von Annette Schwindt angeschaut, die sie für ihre Präsentation auf dem Theatercamp in Hamburg zusammengestellt hat. Sie beschäftigt sich darin mit der strategischen Nutzung von Facebook und liefert einen hilfreichen Überblick, wie sich das Social Network nicht nur von Theatern einsetzen lässt.

Auf Folie drei listet sie die Gründe auf, warum man Facebook überhaupt nutzen sollte und meint dort unter anderem, dass Facebook ein Traffic-Lieferant für das Blog oder die eigene Seite sei. Das ist auch richtig, wie schnell sich Links auf Facebook oder auch Twitter verbreiten, können wir immer wieder erleben. Ich möchte aber die Frage aufwerfen, ob das wirklich so erstrebenswert ist, vor allem dann, wenn die eigene Arbeitszeit knapp bemessen ist und ich für Social Media nicht viel Zeit habe?

Ich behaupte, dass vor allem in der Startphase einer Website oder eines Blogs Twitter und Facebook unverzichtbar sind, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erzielen. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, sich möglichst schnell aus dieser „Abhängigkeit“ zu lösen. Der Grund: ich muss auf Facebook und Twitter das Aktivitätslevel konstant sehr hoch halten, um die entsprechende Sichtbarkeit zu erzielen. Ich habe vor gut einem Jahr über eine Untersuchung berichtet, die gezeigt hat, dass die Hälfte der Klicks, die ein via Twitter oder Facebook veröffentlichter Link (z.B. auf das eigene Blogpost) auslöst, innerhalb der ersten drei Stunden  getätigt wird. Die Lebensdauer eines solchen Links lässt sich zwar nicht genau bestimmen, aber nach sechs Stunden ist das entsprechende Posting wohl bei den meisten aus dem Newsfeed verschwunden. Spätestens jetzt muss ich ein weiteres Posting nachschieben, um wieder auf mein Blogpost aufmerksam zu machen. Diese Vorgehensweise kostet relativ viel Zeit, lässt sich aber wie gesagt, vor allem anfangs nicht umgehen.

Das langfristige Ziel sollte es aber sein, die Abhängigkeit von Facebook und Twitter zu verringern und auf die Suchmaschinen zu setzen. Wer sich dort etabliert, muss nicht mehr kurzfristig denken und handeln, sondern kann sich auch Auszeiten auf Twitter und Facebook gönnen, weil er weiß, dass die eigenen Inhalte über die Suchmaschinen gefunden werden. Ich habe schon vor einiger Zeit an Hand eines einzelnen Blogposts gezeigt, wie so eine Entwicklung aussehen kann. Die Voraussetzung dafür ist wertvoller Content, der über die Suchmaschinen nachgefragt wird. Und das immer wieder. Damit wird aber auch klar, dass das für die kurzfristige Ankündigung von Veranstaltungen nicht gilt, diese sollten weiterhin über Facebook und Twitter beworben werden, ein Blogbeitrag zwei Wochen vor dem Event ist aber ein guter Auftakt.

Ich glaube, je mehr Ihre Blog- und Websiteinhalte über die Suchmaschinen gefunden werden, desto mehr können Sie ihre Aktivitäten auf Twitter und Facebook reduzieren bzw. sich dort um die Kommunikation mit den UserInnen kümmern. Die Zeit ist knapp, das hat auch Christoph Deeg vor kurzem in einem Blogpost festgestellt. Wie gehen Sie mit der knappen Zeit um? Setzen Sie voll auf Facebook bzw. Twitter oder sehen Sie es als zielführend an, eher auf die Suchmaschinen zu setzen?

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Kulturmanagement: Von alten und neuen Rollenbildern (Treffpunkt KulturManagement)

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Passend zum kleinen Jubiläum haben wir für den 30. Treffpunkt KulturManagement mal wieder ein richtig schönes Kulturmanagement-Thema gefunden. Und mit Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim konnten wir für den 21. November eine absolute Expertin auf diesem Gebiet gewinnen.

Mandel glaubt, dass sich das Kulturmanagement bzw. das Bild, das wir von diesem Fachgebiet haben, ändern muss, wenn KulturmanagerInnen zur Umgestaltung der Kulturlandschaft in Deutschland beitragen sollen. Schon im Jahrbuch für Kulturmanagement 2009(Affiliate Link) hat sich Mandel mit diesem Thema beschäftigt und spricht in ihrem Beitrag „Kulturmanagementforschung“ von „alten Glaubenssätzen“, die das Bild von Kulturmanagement prägen. Ob das nun die Annahme ist, Kulturmanagement orientiere sich am ökonomischen Prinzip, sei ein Set an Management-Tools oder habe eine dienende Funktion, das Ergebnis ist ihrer Meinung nach „eine verengte Sichtweise auf Kulturmanagement“.

Kulturmanagement ist für Mandel eine Gestaltungs-, aber auch eine unternehmerische Aufgabe und wird durch die Besonderheiten von Kunst und Kultur geprägt: „Diese zeichnen sich“, so schreibt sie, „durch ihren gesellschaftlichen Symbolwert, durch Zweckfreiheit, Unberechenbarkeit, Prozesshaftigkeit, ihren dialogischen Charakter sowie die Notwendigkeit einer aktiven inneren Beteiligung der Rezipienten aus (S.16).“

Das führt natürlich zu einigen Fragen, denn wenn man sich etwa die Angebote der verschiedenen Kulturmanagement-Ausbildungsangeboten anschaut, dominiert dort, so mein Eindruck, eher noch die alte Sichtweise. Welche Entwicklungen haben zum Wandel des Rollenbildes von KulturmanagerInnen beigetragen und in welcher Form haben sie zu der so oft genannten „Professionalisierung des Kulturbetriebs beigetragen? Was muss sich an den Universitäten ändern, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, wobei ich jetzt gar nicht unbedingt von Social Media sprechen möchte und wie geht der Wandel weiter? Ich freue mich auf alle Fälle auf einen spannenden Treffpunkt KulturManagement und lade Sie alle ganz herzlich dazu ein.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 21. November, einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 21. November dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 21.11.2012 von 09:00 bis 10:00
Thema: Kulturmanagement: Von alten und neuen Rollenbildern
Gast: Prof. Birgit Mandel

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Vimeo wird zur Pay-to-View-Plattform

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Wer als FilmemacherIn in der Vergangenheit den eigenen Film unter die Leute bringen wollte, war auf Kino oder TV angewiesen. Dass das nicht so ganz einfach ist, wissen wir alle und so gibt es viele unentdeckte Perlen, die ihr Publikum nicht gefunden haben. Das könnte sich ab jetzt ändern, denn Vimeo ist heute mit einem neuen Pay-to-View-Service an den Start gegangen. Bis zum Jahresende läuft das Angebot in einer Private-Beta-Version, im kommenden Jahr steht das Angebot dann allen Vimeo Pro-Mitgliedern zur Verfügung.

Auf https://vimeo.com/movies stehen derzeit sechs Filme zur Auswahl, von denen drei auch in Deutschland angesehen werden können. Die KünstlerInnen entscheiden selbst, zu welchem Preis die UserInnen den Film anschauen dürfen. Beim aktuellen Angebot zahlt man zwischen 4,99 und 9$, womit auch klar ist, dass Vimeo nicht in Konkurrenz zu Video-On-Demand-Anbietern wie z.B. Netflix treten möchte. „„Unser Ziel ist es, eine offene und flexible Plattform zu bieten, die es Kreativen erlaubt, direkt von ihrem Publikum Geld zu bekommen“, sagt Kerry Trainor, CEO bei Vimeo in einer heute veröffentlichten Presseaussendung. Interessant ist, dass die KünstlerInnen sehr flexibel in der Distribution ihrer Filme sind, denn sie legen nicht nur den Preis selbst fest, sondern entscheiden auch über Mietdauer und Vertriebsort.

Hat man den Mietpreis per Kreditkarte entrichtet, steht einem der Film auf allen Geräten mit Internetanschluss zur Verfügung, vom iPad bis zum Fernsehbild im HD-Format. So ein großes Format lohnt sich vermutlich auch, wenn man Teil II von Jeremy Jones Snowboard-Trilogie anschauen möchte. Für 9$ kann man sich den 80-minütigen Film 60 Tage lang anschauen. Eine schöne Einstimmung auf den Winter. ;-)

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Unterwegs

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© Harald Wanetschka ; Pixelio

Keine acht Wochen sind es mehr, dann gehört das Jahr 2012 der Vergangenheit an und wie jedes Jahr frage ich mich, warum mit dem heranrückenden Jahresende wieder die große Hektik ausbricht. Dabei wurde der Weltuntergang doch verschoben. ;-) Aber egal, Tatsache ist, auf meinem Programm stehen noch jede Menge Veranstaltungen und weil mich immer alle bitten, dass ich diese doch bitte ankündigen möge, mache ich das jetzt in komprimierter Form.

Theater und Social Media in Hamburg

Fangen wir mit dem Theatercamp an, das am kommenden Sonntag im Hamburg stattfinden wird. Ich freue mich, dass das Thalia Theater als erste Bühne im deutschsprachigen Raum ein Barcamp organisiert, denn ich bin der festen Überzeugung, dass so ein Event eine tolle Gelegenheit ist, um sich an der Schnittstelle Kunst, Kultur und Social Media zu positionieren. Das Programm steht zum größten Teil schon fest, mal sehen, ob ich dort noch einen Platz für eine Session ergattern kann. Da es dafür schon seit einiger Zeit keine Tickets mehr gibt, möge der kurze Hinweis darauf genügen. Aber ich freue mich, wieder nach Hamburg zu kommen und jede Menge bekannter (und noch nicht bekannter Gesichter zu treffen.

Crowdfunding in Linz und Graz

Ein paar Tage später, am 15. und 16. November findet in Linz ein zweitägiges Crowdfunding-Symposium statt, das von der Creative Region Linz & Upper Austria veranstaltet und von  Wolfgang Gumpelmaier kuratiert wird. Ich moderiere am  ersten Tag eine Podiumdiskussion, empfehle aber vor allem den zweiten Tag, an dem sich im Rahmen von Workshops all diejenigen informieren können, die selbst eine Crowdfunding-Kampagne planen. Wolfgang geht in einem Blogpost wesentlich ausführlicher auf das Symposium ein, deshalb hier der Link zu den weiterführenden Informationen.

Am Montag, den 19. November geht es dann in Graz mit dem Thema Crowdfunding weiter. Im Rahmen des Förderinformationstags „Kunst & Kohle“ gehe ich in meinem Impulsvortrag der Frage nach, für wen Crowdfunding in Frage kommt, wie es funktioniert und ob es ein Ersatz für öffentliche Förderungen sein kann? Davor gibt es Input zu den Themen EU-Förderungen und Koperationen mit der Wirtschaft. Die Veranstaltung findet an der Grazer Kunstuniversität statt, der Eintritt ist frei.

Der 30. Treffpunkt KulturManagement mit Birgit Mandel

Am 21. November steht um 9 Uhr der 30. Treffpunkt KulturManagement auf dem Programm. Zum Jubiläum haben wir Birgit Mandel zu Gast, die seit 2008 Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim ist. In ihrem Impulsvortrag beschäftigt sie sich unter der Überschrift „von der Verwaltung in Kunstinstitutionen zur Gestaltung kultureller Kontext“ mit den veränderten Herausforderungen und Rahmenbedingungen des Kulturmanagements. Zu dieser Onlineveranstaltung gibt es dann aber noch eine eigenes Blogpost. ;-)

Alternativen zur Kulturförderung: Symposium und Workshopangebot in Graz

Am 27. und 28. November geht es im Rahmen der Denkfabrik um das Thema Kulturförderung. Das Symposium findet in Graz statt und ist eine Kooperation der Grazer Spielstätten mit dem Netzwerk Junge Ohren und dem ASSITEJ Austria, Junges Theater Österreich. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll das Kräfteverhältnis von Kunst und Finanzen thematisiert werden und deshalb freue ich mich, einen Impulsvortrag beisteuern zu dürfen, bei dem ich diese Veränderungen an der Entwicklung des Crowdfunding festmachen darf. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf dieser Seite.

Bleiben wir beim Thema Kulturfinanzierung. Die Kultur Service Gesellschaft mbH des Landes Steiermark (KSG) startet noch vor Weihnachten mit einem ganz interessanten Weiterbildungsangebot, das neben Steuer- und Rechtsberatung auch mehrere Module in den Bereichen Professionelles Texten, Social Media und Kulturfinanzierung umfasst. Unter dem Titel Kulturfinanzierung 2.0 bin ich eingeladen worden, mich mit Alternativen zur klassischen Kulturförderung zu beschäftigen. In drei vierstündigen Workshops geht es um die Themen Sponsoring, Crowdfunding und die Frage nach neuen Geschäfts- und Erlösmodellen für den Kunst- und Kulturbereich. Hier finden Sie den Folder und den Terminplan zu diesem Angebot.

Für mich zeichnet sich eine interessante Entwicklung ab, denn das Thema Kulturfinanzierung scheint an Bedeutung zu gewinnen. Wichtig ist es dabei aufzuzeigen, wer von diesen Entwicklungen profitieren kann, denn eines möchte ich hier schon vorwegnehmen: ich halte wenig davon, dass nun all diejenigen, die keine Förderung erhalten, aus dem Stand heraus eine Crowdfundingkampagne starten oder sich mit der Thematik neuer Erlösmodelle beschäftigen. Alternative Finanzierungsformen werden, so denke ich, nur für die ein Thema sein, die über die entsprechenden Voraussetzungen und jede Menge Know-How verfügen. Aber darüber lässt sich im Rahmen der verschiedenen Veranstaltungen wunderbar diskutieren. Ich freue mich auf Sie.

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Die Sache mit der Creative Commons-Lizenz

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Ich freue mich, wenn anderen meine Blogbeiträge so gut gefallen, dass sie sie gleich übernehmen wollen. Um es ihnen so leicht wie möglich zu machen, habe ich mein Blog mit einer Creative Commons-Lizenz versehen, unter der jede/r die Blogposts kostenlos nutzen darf, auch zu kommerziellen Zwecken. Ich muss also noch nicht mal gefragt werden, auch wenn der Text bearbeitet und damit verändert wird.

Allerdings gibt es da zwei Einschränkungen, bei denen ich mich schon fast nicht traue, von Einschränkungen zu sprechen. Denn eigentlich ist es ja selbstverständlich, dass man den Namen des Autors erwähnt. Aber ehrlich gesagt, halten sich da auch die meisten daran.

Sehr viel schwieriger ist der zweite Punkt. Die Creative Commons-Lizenz, die ich ausgewählt habe – CC BY-SA 3.0 – verlangt nämlich nicht nur, den Namen zu nennen, sondern das Werk unter den gleichen Bedingungen weiter zu geben. Konkret heißt das: Sie müssen den Text dann auch mit einer CC-Lizenz versehen.

Ich habe gerade wieder mal einen Text von mir auf einem fremden Blog entdeckt. Der Name passt, aber im Impressum heißt es dann:

„Alle Rechte vorbe­hal­ten. Ins­be­sonde­re dürfen Nachdru­ck, Aufn­a­h­me in Online-Die­n­ste und In­te­r­net und Ver­vie­lfält­igung auf Da­ten­träger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorhe­riger schrift­lic­her Zu­st­immu­ng der Rechtei­nha­ber erfo­lgen.“

Sorry, das hat mit der Creative Commons-Lizenz relativ wenig zu tun. Es geht mich nichts an, welches Recht auf anderen Blogs gilt. Aber die von mir übernommenen oder bearbeiteten Beiträge fallen nun mal nicht unter das „normale“ Urheberrecht und müssen deshalb entsprechend gekennzeichnet sein. Im Idealfall sieht das dann so aus:

Autor: Christian Henner-Fehr ǀ Kulturmanagement Blog (CC-Lizenz BY-SA 3.0)

Eigentlich ist das ganz einfach, aber um es Ihnen noch einfacher zu machen, habe ich gerade eine eigene Seite eingerichtet, auf der ich noch mal genau erkläre, was Sie beachten müssen. Und was Sie damit tun dürfen. Direkt unter Kulturmanagement Blog finden Sie meine Seiten aufgelistet, z.B. Über mich, Impressum, etc.. Eine dieser Seiten ist mit „Meine Beiträge nutzen“ überschrieben. Sie finden sie also leicht wieder.

Wenn Ihnen die verschiedenen Kürzel, z.B. BY, wenig bzw. nichts sagen, dann empfehle ich Ihnen außerdem den Beitrag „Creative Commons: Wer kennt die Icons und Abkürzungen [Infografik]?„. Er enthält eine von Martin Mißfeldt erstellte Grafik, in der alle Abkürzungen und Icons erklärt werden.

Falls Sie dazu Fragen haben, freue ich mich über Ihren Kommentar oder eine Mail.

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Haben Kunst und Schokolade etwas gemeinsam?

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Letzte Woche fand erstmals ein stARTcamp in Frankfurt statt und das zu einem Thema, das vermutlich bei vielen Kultureinrichtungen noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung steht: Kundenservice und Social Media. Ich habe sehr viel neue Ideen und Anregungen mitgenommen und viele nette und interessante Menschen getroffen bzw. kennengelernt. Deshalb möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal bei Sascha Hüsing bedanken, der die Premiere in Frankfurt fast im Alleingang organisiert hat. Es war sehr hilfreich zu erfahren, wie Unternehmen Social Media mittlerweile für ihren Kundenservice einsetzen

Besonders spannend war aber für mich die Session von Alyssa Jade McDonald, die als Geschäftsführerin von Blyss Schokolade verkauft. Das klingt sehr nüchtern, aber hinter dieser vor zwei Jahren gegründeten GmbH verbirgt sich eine gut hundert Jahre alte Geschichte, die in Papua-Neuguinea ihren Ausgangspunkt nimmt, wo ihre Großeltern damit begannen, auf einer Plantage Kakao anzubauen. Den Weg von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade erzähle ich hier jetzt nicht, aber um es kurz zu machen: Das Ergebnis schmeckt, denn Alyssa Jade McDonald brachte eine Kostprobe in Form eines recht großen Glases mit, wie die Aufnahme des Currywurstmuseums zeigt:

Interessant war die Frage, welche Kakaobohne wir denn kennen würden? Beim Wein fällt vielen vermutlich die eine oder andere Traube ein, aber bei der Schokolade musste nicht nur ich passen. Auch den anderen TeilnehmerInnen des stARTcamps ging es ebenso. Wenn McDonald von einer „low-educated consumer group“ spricht, liegt sie damit also vermutlich richtig.

Wie aber schafft es ein kleines Unternehmen, sich in einem Markt durchzusetzen, der zu 90% von drei großen Organisationen dominiert wird? Über die Qualität, so McDonald, aber die hat auch ihren Preis. Wie aber bringe ich Menschen dazu, viel Geld für Schokolade auszugeben? McDonald brachte an dieser Stelle den Begriff Connoisseurship ins Spiel und stellte die These auf, dass Connoisseure die Voraussetzung dafür seien, hochwertige Produkte in einem Markt zu etablieren.

Connoisseurship basiert für McDonald auf „elegance“ und „rituals“. Hinter dem Begriff der Erlesenheit verbirgt sich vor allem die Bereitschaft, Zeit in etwas zu investieren, was man liebt und über das man mehr erfahren möchte. Wo wird die Kakaobohne angebaut? Wie wird die Schokolade produziert? Wie entfaltet sie ihr volles Aroma? All das sind Fragen, die Alyssa Jade McDonald beantwortet, um aus Konsumenten Connoisseure zu machen. Das heißt, auch sie investiert jede Menge Zeit, damit ihre Gesprächspartner beginnen, die Qualität von Schokolade zu schätzen.

Wer gerne Wein trinkt, weiß, dass man den Wein erst einmal riecht, ihn sich im Glas entfalten lässt, um ihn dann nach einer gewissen Zeit genießen zu können. Haben wir ähnliche Rituale, wenn wir Schokolade essen, war die vermutlich rhetorisch gestellte  Frage McDonalds beim stARTcamp in Frankfurt.

Connoisseure sind für die Produktentwicklung wichtig, denn sie fordern nicht nur, was sie lieben, sondern sie kritisieren auch, wenn sie es nicht bekommen oder die Qualität nicht stimmt. Und sie sind Multiplikatoren, wenn sie anderen von ihrer Leidenschaft erzählen, denn sie kaufen etwas nicht, weil es verfügbar ist, sondern es ihre Leidenschaft ist.

Bei Blyss setzt Alyssa Jade McDonald auf die Snobs, wie sie sagt. Sie kooperiert mit Hotels, Restaurants oder Anbietern von Luxusprodukten und holt ihre Connoisseure dort ab, wo sie am ehesten zu finden sind. In dem folgenden Video erklärt sie ihre Philosophie und stellt gegen Ende ihres Vortrags die Frage: „How can you make the snob in your world?“

Ich habe während dieses Vortrags oft an den Kunst- und Kulturbereich denken müssen und stelle mir die Frage, ob sich dieser Ansatz nicht auch für Theater, Museen, etc. eignet? Aus Besuchern Connoisseure zu machen, Menschen dazu zu bringen, Kunst zu schätzen, zu lieben und zu genießen. Ist das nicht genau das, was wir von den Menschen erwarten, die zu uns kommen (sollen)?

Mir gefällt dieser Ansatz, aber es stellt sich natürlich sofort die Frage, wie ich aus jemandem einen Connoisseur mache? Blyss arbeitet mit ganz unterschiedlichen Formaten, zum Beispiel Foodcamps oder Webinaren. Im Vordergrund steht aber nicht der Verkauf der Schokolade, sondern die Idee von Connoisseurship. Wie müsste das im Kunst- und Kulturbereich aussehen?