Monthly Archives of: Dezember 2012

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Alles Gute für 2013!

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Es ist wieder soweit, der Kalender zeigt den 31. Dezember an, was gerade erst begonnen hat, ist schon wieder vorbei. Aber ich möchte nicht lange zurückschauen, ich freue mich auf das neue Jahr und wünsche allen Leserinnen und Lesern ein tolles und erfolgreiches 2013! Ich freue mich auf – hoffentlich  – viele Blogbeiträge, die stART13 und eine Menge spannender Projekte, an denen ich mitwirken darf.

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Philip Glass zeigt, wohin sich die Musik App entwickeln kann

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Als ich vor einigen Wochen in München war, hatte ich das Glück, im Haus der Kunst eine Ausstellung über das 1969 von Manfred Eicher in München gegründete Label ECM sehen zu dürfen. Nicht nur die vielen Hörproben und die alten Filme, die es dort zu sehen gibt, faszinierten mich, nein, auch die ausgestellten Plattencover gefielen mir, stehen doch einige heute noch in meinem Plattenregal. Zur Ausstellung ist zwar ein umfangreicher Katalog erschienen (hier eine Vorschau), ich hätte mir aber eher eine iPad-App gewünscht, denn die viele Musik und die Filme kommen in einem Katalog aus nachvollziehbaren Gründen zu kurz. Mal abgesehen von urheberrechtlichen Fragen: Wäre das nicht eine tolle Sache, wenn es zu dieser Ausstellung eine iPad-App geht, die Texte, Plattcover, Musik und Filmmaterial enthält? Ich hätte dafür sicher Geld ausgegeben.

Gerade die iPad-App hat, so denke ich, ein gewaltiges Potenzial, zum Beispiel auch im Musikbereich, denn mit ihr gelingt es, verschiedene Formate zu verbinden. Noch ein Stück weiter geht aber eine App, über die John Paul Titlow in seinem Artikel „Philip Glass, Music Apps, And The Future Of The Album“ berichtet. Das neueste Werk des amerikanischen Komponisten Philipp Glass ist nämlich nicht nur auf CD, Vinyl oder als MP3 erhältlich, sondern eben auch als App für das iPad.

Was zeichnet diese App nun aber aus? Warum sollte jemand statt einer CD das Album als App kaufen? Die Antwort ist einfach: Alle Songs sind visualisiert und wer Lust hat, kann mit diesen Visualisierungen spielen und sie beeinflussen. Was bei Songs wie beispielsweise diesem hier wirklich faszinierend ist.

Das ist es dann eigentlich schon. Fast, denn ich hatte ja geschrieben, dass diese App noch ein Stück weiter geht. Neben den Songs des Albums findet sich noch der Menüpunkt „Glass Machine“, „a stand-alone feature that lets users remix and build their own minimalist compositions using an interface that is both atypical and easy to use“, so Titlow. Aber, so kritisiert er, die App könnte noch viel besser sein, wenn es die Möglichkeit gäbe, die eigenen Werke aufzunehmen, abzuspeichern und dann über die sozialen Netzwerke zu teilen.

Auf diese Weise ließe sich die Kritik zumindest ein Stück weit entkräften, dass Glass sein Werk auf einem geschlossenen System anbietet. So aber steht diese App derzeit nur auf dem iPad zur Verfügung. Was schade ist, denn so kann ich die Musik beispielsweise nur auf dem iPad hören (und sehen). Auf der anderen Seite bietet sich so aber die Chance, das Produkt Musik mit einem Mehrwert zu versehen und damit vielleicht zu verhindern, dass das Album irgendwo illegal runtergeladen wird. Ich sehe es ähnlich wie John Paul Titlow: „If artists can design something fans would love interacting with and that offered enough value above and beyond the audio itself, the people who care most would shell out $10 or $15. I know I would. “

Ich habe mir die App vor ein paar Tagen gekauft und nicht nur gerne die Musik von Philip Glass gehört, sondern auch meine eigene. ;-) Allerdings bin ich mir darüber im Klaren, dass sich das Angebot dieser App nicht auf jede andere Art von Musik übertragen lässt. Ich möchte weder Lady Gaga noch Richard Wagner nacheifern und mir anmaßen, deren Musik zu „imitieren“. Das ist schon bei Philip Glass eigentlich eine gewagte Sache.

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Frohe Weihnachten!

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Ich hätte jetzt natürlich ein Bild raussuchen können, auf dem schneebedeckte Berge zu sehen sind, die in der Sonne glänzen. Die Wirklichkeit sieht aber vermutlich für die meisten etwas anders aus, eher etwas regnerischer und deshalb habe ich mich für dieses Foto entschieden. Ob Regen oder Schnee, Weihnachten ist trotzdem, was bedeutet, dass gleich wieder ein Jahr der Vergangenheit angehört.

Das gibt mir die Gelegenheit, mich bei all denen zu bedanken, die einmal oder auch mehrere Mal den Weg hierher auf dieses Blog eingeschlagen haben, die mich in Form von Kommentaren, Emails oder auch im persönlichen Gespräch gelobt, ermuntert, korrigiert oder auch kritisiert haben. Auf diesem Blog, das nun bereits sechs Jahre alt ist, finden sich nicht nur mehr als 1.600 Beiträge, sondern auch über 7.000 Kommentare. Ohne diese Unterstützung wäre dieses Blog nicht das, was es heute ist, danke dafür! Mein Dank gilt aber auch all denen, die die Beiträge einfach nur lesen, die sie teilen oder sie auf welche Art und Weise auch immer nutzen.

Ich wünsche allen ein frohes und erholsames Weihnachtsfest und hoffe, dass alle nach den Feiertagen wieder dabei sind. Eine schöne, aber nicht ausschließlich ruhige Zeit und natürlich viel Spaß. ;-)

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Crowdfunding: das Tal der Enttäuschungen steht uns noch bevor

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© Petra Bork ; Pixelio

Nimmt man die Zahl der Anfragen, die mich in den letzten Wochen per Mail oder auch telefonisch zum Thema Crowdfunding erreicht haben, müsste ich eigentlich schleunigst umsatteln und mich ab sofort Crowdfundingberater nennen. Der Hype rund um dieses Thema scheint sich gerade voll zu entwickeln, das heißt aber auch: das Tal der Enttäuschungen steht uns noch bevor. Und wenn ich zusammenfasse, was ich in der letzten Zeit alles zu hören und zu lesen bekommen habe, würde ich sagen: bald ist es soweit. FinanzdienstleisterInnen nennen sich plötzlich CrowdfundigexpertInnen und Agenturen versuchen, Veranstaltungen auf diesem Weg zu finanzieren, wobei die Organisationskosten irgendwo bei 70 oder 80 Prozent liegen.

Uschi Reiter äußert – nicht ganz unberechtigt – in der Dezember-Ausgabe der „Versorgerin“ „Zweifel an der Schwarmintelligenz 2.0“ und spricht von einer Blase. Allerdings bringt es in meinen Augen wenig, auf „zertifizierte KulturmanagerInnen oder kreative Individuen“ zu schimpfen und andere durch zwanghaft kritische  Formulierungen zu bewerten. Wer dann am Ende das bedingungslose Grundeinkommen statt „endlosem und inhaltsleerem Selbstmarketing“ fordert, produziert genau das, was er den anderen vorwirft: heiße Luft. Ich bin auch ein Freund des bedingungslosen Grundeinkommens, aber die Frage Crowdfunding oder Grundeinkommen geht in meinen Augen ein klein wenig an der Realität vorbei.

Eine verpasste Chance, denn Reiter hat recht, wenn sie von dem großen Aufwand spricht, der für eine solche Crowdfunding-Kampagne notwendig ist. Und sie hat recht, wenn sie darauf hinweist, dass sich größere Projekte (noch) nicht auf diesem Weg ausfinanzieren lassen. Die Frage, welches die Erfolgskriterien einer solchen Kampagne sind, wurde mittlerweile in einigen Diplomarbeiten behandelt, eine Checkliste mit Erfolgsgarantie wird leider noch nicht angeboten. Klar ist in meinen Augen: wer nicht im Social Web verankert ist, hat meist schlechte Karten. Aber: wer dort sehr präsent ist, bekommt den Erfolg nicht garantiert.

Wer sich beim Thema Crowdfunding auf den Kunst- und Kulturbereich konzentriert, hat es – vereinfacht gesagt – mit zwei Strömungen zu tun. Auf der einen Seite sind da die kleinen, nicht gewinnorientierten Vorhaben, die meist mit viel ehrenamtlicher Mitarbeit realisiert werden können. Kostenwahrheit wird es dort nie geben, auch da stimme ich mit Reiter überein. Aber ein Projekt hat so die Chance, dringend benötigte Ausgaben finanzieren zu können. Um solche Projekte, bei denen es nicht um fünfstellige Beträge geht, mache ich mir eigentlich wenig Sorgen. Manche werden es schaffen, ihr Umfeld zu mobilisieren, manche werden scheitern, die derzeitige Erfolgsquote von etwas unter 50% zeigt das recht anschaulich.

Crowdinvesting: das Risiko wird unterschätzt

Sehr viel mehr Sorgen bereiten mir Investitionsprojekte, bei denen es um sechsstellige oder noch höhere Beträge geht und entsprechend große Versprechungen gemacht werden. „Code Hero“ ist zwar kein Projekt aus dem Kunst- und Kulturbereich, sondern ein Spiel, dessen Entwicklung mit $170.000 unterstützt wurde. Bereits im Februar wurde die Kampagne erfolgreich abgeschlossen, passiert ist bis heute aber nichts, wie dieser Artikel berichtet. Was ist denn, wenn solche Großprojekte – aus welchen Gründen auch immer – nicht realisiert werden können? Vermutlich ist das Geld schon ausgegeben, wenn die ersten die Rückgabe ihrer Unterstützungsleistungen verlangen. Und plötzlich merkt man als UnterstützerIn, dass man ein Risiko eingegangen ist.

Nach irgendwelchen Regeln muss man nicht rufen, es gibt für solche Fälle bereits die entsprechenden Gesetze. Aber man wird die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht nehmen, so wie das heute schon bei  Banken der Fall ist, wenn sie uns ein Investment verkaufen. Je mehr wir uns von der finanziellen Unterstützung eines Projektes in Richtung Investment bewegen, desto größer wird das Risiko für die UnterstützerInnen oder besser gesagt, InvestorInnen. Ich finde es großartig, dass ich mich heute mit sehr geringen Beträgen an Startups beteiligen kann und die Chance habe, damit Geld zu verdienen. Aber ich muss mir auch darüber im Klaren sein, dass 9 von 10 Startups nicht überleben werden. Das heißt, ich muss mir die Geschäftsmodelle genauer anschauen, nicht ohne Grund wird bei größeren Investments eine Due Diligence durchgeführt, in deren Rahmen das Unternehmen und das Geschäftsmodell genau durchleuchtet werden.

Stichwort Geschäftsmodell: Livekritik, „ein überregionales Rezensions- und Bewertungsportal für Kulturveranstaltungen,“ wie es dort heißt, versucht derzeit, über Investoren auf der Plattform Companisto 100.000 Euro einzusammeln. Um es klar und deutlich zu sagen: ich finde die Plattform großartig und glaube, dass sie dem Kunst- und Kulturbereich gut tut. Ich glaube auch, dass sich Livekritik finanziell tragen kann. Aber laut Finanzplan erwirtschaftet die Seite in drei Jahren 1,5 Mio Euro Gewinn, der aus Provisionen für verkaufte Tickets, dem Verkauf von Online-Werbung sowie dem Verkauf von Premiumpaketen für Veranstalter herrührt. Ein Jahr später sind es dann bereits mehr als 3,5 Mio. Euro.

Als Plattform, die für den Kunst- und Kulturbereich wichtig ist, könnte ich mir vorstellen, sie zu unterstützen. Als Investitionsprojekt scheinen mir diese Zahlen unrealistisch. Und das gilt nicht nur für dieses eine Projekt, sondern für die meisten.

Man möge mich nicht falsch verstehen: Dieser Hype ist eine ganz logische Entwicklung, die ich auch nicht stoppen möchte. Aber man muss ja nicht blind mit der Herde mitrennen. Ich glaube an die Zukunft des Crowdfunding, aber irgendwann demnächst kommt es halt, das Tal der Enttäuschungen. ;-)

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Informly: Business Intelligence für kleine und mittlere Unternehmen

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Vor einiger Zeit hat Frank Tentler über seine Vorstellung eines Social Web Command Centers gebloggt und erklärt, warum es heute so wichtig sei, die Kommunikation über ein Dashboard zu steuern und nicht ständig zwischen den verschiedenen Plattformen wechseln zu müssen. Gleiches gilt natürlich für das Monitoring, denn wer sich kein teures Tool leisten kann und will, muss die Daten mit Hilfe verschiedener Tools wie zum Beispiel Google Analytics.

„Growing amounts of data represents a big challenge and an even bigger opportunity for small business,“ heißt es in einem Blogbeitrag auf der Seite von Informly, einem Tool, das eben diese kleinen Unternehmen dabei unterstützen möchte, diese Daten übersichtlich an einem Platz zu sammeln. Die Infografik zeigt, dass den Unternehmen immer mehr Daten zur Verfügung stehen werden. Nutzen kann sie aber nur, wer sich intensiv mit dem Thema Business Intelligence beschäftigt und über ausreichende Ressourcen verfügt.

Genau an diesem Punkt setzt Informly an, denn es führt die Daten der verschiedensten Online-Tools zusammen und ermöglicht den schnellen Blick auf einige wichtige Kennzahlen. Vor allem Google Analytics und MailChimp werden vermutlich von vielen genutzt und liefern wichtige Kennzahlen. Fortan bekommt man sie auf einer Seite zusammen gefasst und kann, so gewünscht, auch den entsprechenden Report generieren.

Informly ist in der Basisversion (bis zu 6 Charts) kostenlos, wer bis zu 20 Charts bzw. Kennziffern sammeln möchte, zahlt dafür $9. Mehr Kennzahlen werden nur die wenigsten brauchen, insofern lohnt es sich vermutlich für viele Unternehmen, aber auch Kultureinrichtungen, sich das Tool mal näher anzuschauen. Einen ersten schnellen Überblick gibt das folgende Video:

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Treffpunkt KulturManagement am 19. Dezember: Didaktische Konzepte für das Online-Lernen

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© Günter Hommes ; Pixelio

Die Zeit solcher Schulen ist – hoffentlich – vorbei, selbst bei mir, dessen Schulzeit schon einige Jahre zurückliegt, sahen die Klassenzimmer etwas anders aus. Sie waren größer und heller, aber vorne standen, so wie in noch älteren Zeiten, die LehrerInnen und vermittelten uns die jeweiligen Lerninhalte. Oft bekamen wir auf diese Weise die Dinge erklärt und zogen dann nach Hause, um dort das – hoffentlich – Gelernte in Form von Hausaufgaben zu üben.

Dieses Prinzip dominiert unseren Aus- und Weiterbildungsbereich vermutlich heute noch, auf Wikipedia ist vom Anweisungsunterricht die Rede, die wie es dort heißt, „wahrscheinlich mit Abstand am häufigsten praktizierte Unterrichtsform im schulischen Unterrichtsalltag“. Sie entspreche meist keinem geplanten und reflektierten didaktischem Konzept und entstehe aus der Zeitnot der LehrerInnen, kann man auf Wikipedia weiter lesen.

Auch im Onlinebereich, z.B. bei Webinaren findet man diese Form der Wissensvermittlung und da sie hier oft ähnlich unbefriedigend ist wie in einem Klassenzimmer, stellt sich die Frage nach den Alternativen? Eine davon ist „Flipped Classroom“.

„Der Flipped Classroom (auch Inverted Classroom genannt) beschreibt ein Konzept des Unterrichtens mit Hilfe Neuer Medien, bei dem die Inhaltserschließung zu Hause und das Üben, Experimentieren und Analysieren in der Präsenzphase stattfinden“,

schreibt David Röthler in einem Blogbeitrag zu diesem Thema, in dem er mit „Lernen durch Lehren“ noch eine weitere Methode ins Spiel bringt, bei der die Lernenden sich den Stoff gegenseitig vermitteln. Wie genau diese Ansätze funktionieren, wird David Röthler beim nächsten Treffpunkt KulturManagement, der am 19. Dezember 2012 von 9 bis 10 Uhr stattfindet, genauer erklären.

Ich finde dieses Thema in zweierlei Hinsicht interessant. Einerseits interessiert es mich für meine (Offline- und Online)-Seminare und Workshops, aus denen ich des öfteren hinausgehe und mir denke, dass es jetzt eigentlich richtig losgehen müsste. Aber leider ist an diesem Punkt meist Schluss und so werden viele Fragen nicht gestellt und beantwortet.

Andererseits interessiert mich aber auch die Frage, ob, und wenn ja, in welcher Form, sich Webinare für die Kunstvermittlung eignen? Sehr viele Kulturbetriebe, aber auch KünstlerInnen bieten Führungen an und liefern dort Informationen, die sich vielleicht schon vorab vermitteln ließen. Wer dann an einer Führung teilnimmt, hat einen ganz anderen Wissensstand und kann, vereinfacht gesagt, ganz andere Fragen stellen.

Ich freue mich deshalb sehr auf diesen Treffpunkt KulturManagement mit David Röthler, der sich als Jurist, Berater für Social Media und EU-finanzierte Projekte schon länger mit innovativen Modellen der Partizipation beschäftigt. Er ist langjähriger Referent und Lehrbeauftragter bei öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen und steht als Mitgründer und Geschäftsführer dem Beratungsunternehmens Projektkompetenz.eu voran. Wir beide und das Team von Kulturmanagement Network laden Sie ganz herzlich zu diesem 31. Treffpunkt KulturManagement ein, die Teilnahme ist kostenlos.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 19. Dezember, einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 19. Dezember dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 19.12.2012 von 09:00 bis 10:00
Thema: Webinare & „Flipped Classroom“ als innovatives didaktisches Format
Gast: David Röthler

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Exzellente Wissensorganisationen im Kunst- und Kulturbereich?

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© Andreas Köckeritz ; Pixelio

Wer vor so einer alten Dampflokomotive steht und sieht, wie sie sich langsam in Bewegung setzt, ist meist fasziniert von der Technik, die dahinter steckt. Schon 1804 baute Richard Trevithick die erste Dampflokomotive, allerdings zerbrachen unter ihrer Last die Schienen, weiß Wikipedia zu berichten. Anlaufschwierigkeiten sozusagen, aber bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts prägten sie das Bild vom Schienenverkehr. Heute sieht man sie nur noch selten, statt Dampf setzen die Bahnunternehmen eher auf Diesel oder Strom.

An eine Dampflokomotive musste ich denken, als ich auf einen Wettbewerb aufmerksam gemacht wurde, der die „Exzellente Wissensorganisation 2013“ sucht und mir die Frage stellte, ob das auch etwas für Kulturbetriebe ist? „Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen, die im Umgang mit Wissen ganzheitlich denken und ihn intelligent organisieren“, können sich um die Auszeichnung bewerben, heißt es in der Ankündigung. Formal ist es also kein Problem.

Die Idee dieses Wettbewerbs: es sollen praxiserprobte Konzepte der Wissensorganisation identifiziert werden und anderen Unternehmen und Organisationen als Bestpractice dienen. Ob es nun darum geht, das Wissen ausscheidender MitarbeiterInnen im Unternehmen zu bewahren, Netzwerke mit den Partnerunternehmen zu etablieren oder Prozesse für die Bereiche Innovations- und Wissensmanagement zu entwickeln, angesprochen werden mit diesem Wettbewerb große wie kleine Unternehmen.

Kultureinrichtungen als Vorbild?

Aber sind Kultureinrichtungen schon soweit, dass sie als Vorbild für andere gelten können? Wie gehen sie mit dem Wissen ihrer MitarbeiterInnen um und welche Innovationen gibt es im Management von Kulturbetrieben? Vor gut zwei Jahren stellte ich in einem Blogpost die Frage, ob die Managementmethoden des 20. Jahrhunderts ausgedient hätten und beendete diesen Beitrag so:

„Viele Kultureinrichtungen funktionieren noch in Strukturen, die sich dem 20. Jahrhundert zuordnen lassen. Irgendwann werden auch sie im 21. Jahrhundert ankommen (müssen).“

Ich weiß nicht, ob sich das mittlerweile geändert hat, aber ich habe noch nie davon gehört, dass eine Kultureinrichtung ähnliche Strukturen geschaffen hat, wie etwa das IT-Unternehmen AEB. Auf der Website des Wettbewerbs wird die Firma, die ihren Sitz in Stuttgart hat, als „exzellentes Beispiel“ vorgestellt. Was mir dabei besonders gut gefällt: Social Media werden dort für die interne Kommunikation genutzt und nicht nur als Sprachrohr nach draußen eingesetzt. Wäre es nicht schön, wenn sich auch Kultureinrichtungen an diesem Wettbewerb beteiligen würden, der noch bis Jahresende läuft? Alle Informationen für die Teilnahme finden Sie auf dieser Website.

Die Frage ist also: Setzen die Kulturbetriebe nicht nur auf Diesel und Strom, sondern haben vielleicht schon neue Energieträger für ihre Fortbewegung gefunden? Oder nutzen sie weiterhin die gute alte Kohle?

Siehe dazu auch: „Rezension: Leadership im Kulturbetrieb (Armin Klein)

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Ein kostenloses Tool hilft, PDF-Dateien umzuwandeln und zu generieren

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Wer aus einer Word- oder Excel-Datei ein PDF machen möchte, kann das ohne Probleme mit Hilfe von MS-Office oder auch mit OpenOffice. Anders herum ist das nicht so ganz einfach, deshalb ist dieses PDFConverter-Tool ganz praktisch. Damit lassen sich PDFs in die Office-Formate doc, xls und ppt umwandeln. Ich kann mit diesem kostenlosen Angebot auch ein PDF generieren, aber diese Funktion ist in meinen Augen überflüssig.

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Wenn die Herde die Flucht ergreift oder: die eigene Website wird immer wichtiger

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Houserock Valley Bison Herd„; By Kaibab National Forest (CC BY-SA 2.0)

Noch lassen sich die Tiere nicht aus der Ruhe bringen, allerdings sind sie wachsam und jederzeit bereit, die Flucht zu ergreifen. So ähnlich schätzt Christian Dingler von der PR-Agentur genuin4 die derzeitige Lage auf Facebook ein. In seinem Blogbeitrag „Diese neun Trends werden 2013 in der Online PR wichtig – hoffe ich“ prophezeit er, dass die Unternehmen „in Scharen“ verlassen werden, weil sie nicht bereit sind, „für die Sichtbarkeit dort zu zahlen. Mit aus diesem Grund werde die eigene Website (wieder) an Bedeutung gewinnen, schreibt Dingler weiter.

Ob die Unternehmen wirklich die Flucht ergreifen, weiß ich nicht, aber eine gewisse Ernüchterung ist schon zu konstatieren. Anne Grabs zeigt in ihrer Präsentation „Everywhere Commerce“ eine Folie, in der der aktuelle Status Quo von Social Media im Gartner Hypecycle-Modell abgebildet ist. Ihrer Ansicht nach befinden wir uns gerade am Einstieg in das „Tal der Enttäuschungen“ (Folie 7), was die Prognose von Christian Dingler unterstützt.

Nun also wieder die eigene Website? Jeremiah Owyang hat schon vor gut zwei Jahren gemeint, dass die eigene Website wieder relevant werden würde. In seinem dort beschriebenen Modell (siehe dazu mein Blogpost „Die eigene Website und Social Media wachsen (langsam) zusammen„) spricht er vom Zusammenwachsen der eigenen Website mit den Social Networks. Das Resultat ist die „Social Corporate Website“.

Wie zutreffend seine Prognose ist, beweist die neue Website von Coca-Cola, die heute Coca-Cola Journey heißt und vermutlich genau das darstellt, was sich Jeremiah Owyang unter dem Begriff der „Social Corporate Website“ vorgestellt hat. Die Seite zeigt aber auch, dass die Zeit vorbei ist, wo die Frage, wie etwas auf einer der Plattformen funktioniert, im Vordergrund steht. Gefragt sind interessante Inhalte. Die Tatsache, dass ein Unternehmen heute auf Facebook ist, lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, es sind Geschichten, nach Möglichkeit auch die der UserInnen bzw. Fans. Facebook ist dann nur noch ein Tool, was genau zu den von Anne Grabs angekündigten Enttäuschungen führen wird. „Was, jetzt bin ich auf Facebook und nun soll ich schon wieder was Neues machen?“ Dieser Satz wird in den nächsten Monaten vermutlich öfters zu hören sein. Die Antwort darauf ist ein klares Ja.

Das Schöne dabei ist: wir müssen Facebook nicht verlassen, aber es ist dann einfach nicht mehr so wichtig. ;-)

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Gamification: Viel mehr als ein Spiel

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© S. Hofschlaeger ; Pixelio

Wir alle wissen, dass es nicht besonders leicht ist, mit den eigenen Angeboten bei den Menschen anzukommen. Wem es nicht gelingt, auf sich aufmerksam zu machen, der hat kaum Chancen, egal wie großartig Vorhaben, Produkt oder Dienstleistung sind. Wie aber bekommen wir diese Aufmerksamkeit?

Viele Unternehmen – und auch Kultureinrichtungen – versuchen es mit Gewinnspielen. Das klappt meist recht gut, wenn die Gewinnaussichten entsprechend hoch sind. Die Frage ist allerdings, wie nachhaltig dieser Ansatz ist? Interessiert sich die BesucherIn meiner Website oder Facebookseite für meine Inhalte oder geht es ihr um das Smartphone, das sie gewinnen kann? Vielleicht bleibt mir die GewinnerIn sogar aus lauter Dankbarkeit gewogen und nimmt meine Angebote in Anspruch. Was aber ist mit all den anderen, die nicht gewonnen haben? Sehe ich die demnächst in meiner Ausstellung oder meinem Konzert?

Ich fürchte nicht, denn solche Gewinnspiele haben nur selten etwas mit meinen eigentlichen Anliegen zu tun. So gelingt es mir zwar unter Umständen, jemanden für den ausgelobten Preis zu begeistern, nicht aber für meine Inhalte. Hinzu kommt, dass man sich mit solchen Gewinnspielen in eine Spirale begibt, aus der man nur schwer wieder heraus kommt. „Wie fad, schon wieder gibt es nur ein iPad zu gewinnen“, werden manche dann jammern und von uns größere und für sie wertvollere Gewinne einfordern.

Unter Umständen macht es mehr Sinn, stattdessen auf Gamification zu setzen, also die Verwendung „spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“, wie es auf Wikipedia heißt. Harold van der Hoeven spricht in seinem Blogpost „Making use of gamification elements for engagement“ davon, dass hier

  • spieltypische Elemente zum Einsatz kommen,
  • ein spielähnliches Verhalten hervorgerufen wird,
  • es sich aber nicht um ein Spiel handelt.

Vor allem der letzte Punkt scheint mir wichtig zu sein, denn letzten Endes geht es um mehr als den Gewinn eines Spiels oder eines Wettbewerbs. Es geht um das Erreichen von Zielen in einem Kontext, der mit einem Spiel nichts zu tun hat.

Extrinsische und intrinsische Motive

Ein Museum etwa hat mittel- und langfristig nichts davon, wenn es in regelmäßigen Abständen Gewinnspiele durchführt. Die TeilnehmerInnen werden sich nicht mit den Inhalten des Museums beschäftigen, von Partizipation ganz zu schweigen. Der Grund liegt für van der Hoeven in der Unterscheidung von extrinsischer und intrinsischer Motivation. Seiner Ansicht nach müssen die intrinsischen Motive im Vordergrund stehen. „Inner motivation, better skills, positive emotions“, mit ihrer Hilfe gelingt es uns eher, eine Beziehung zu den UserInnen aufzubauen und sie NutzerInnen unserer Angebote zu machen.

Ganz so leicht ist es aber nicht, die entsprechenden Anreize zu schaffen, denn das setzt voraus, dass wir uns über unsere eigenen Ziele klar sind. Nur dann gelingt es uns, einen inhaltlichen Rahmen zu schaffen und mit Gamification-Elementen zu füllen. Welche das sind, welche Mechanismen zum Einsatz kommen können, erklärt das Gamification-Wiki. Wer also auf Smartphones, iPads und ähnliche Gewinne setzt, kann durchaus auf sich aufmerksam machen. Ob er damit aber seinen eigentlichen (inhaltlichen) Zielen und Ansprüchen ein Stück näher kommt, darf bezweifelt werden. In meinen Augen ist es eine ziemliche Herausforderung, auf Gamification zu setzen, nicht nur im Kunst- und Kulturbereich.