Monthly Archives of: Januar 2013

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Contentproduktion: Mit einem Redaktionskalender geht es leichter

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© JMG ; Pixelio

Die Angst vor dem weißen Blatt Papier existiert natürlich auch im Onlinebereich, nur starrt man dort dann eben kein Stück Papier an, sondern den leeren Bildschirm beziehungsweise die Eingabemaske. Während man solche Momente auf Facebook, Google+ und Twitter noch irgendwie kaschieren kann, ist das bei einem Blog nicht ganz so einfach. Mir passiert das auch immer wieder mal, meistens dann, wenn Zeit Mangelware ist und es schnell gehen sollte. Ich schaue in solchen Momenten in meinen Feedreader und finde dort dann Themen, die entweder zeitintensiv oder einfach uninteressant sind.

Während ich mir gerade in den ersten Jahren ziemlichen Druck gemacht habe, verzichte ich heute dann heute lieber auf einen Beitrag. Die Statistik zeigt, dass ich früher zwischen 20 und 30 Beiträge geschafft habe, heute sind es nur noch rund zehn. Das ist nicht weiter tragisch, denn die Suchmaschinen meinen es gut mit mir und so finden auch ohne ein tägliches Blogpost genügend BesucherInnen den Weg auf dieses Blog.

Mitte des Monats haben Beth Kanter und Debra Askanase, deren Blogs ich sehr schätze und regelmäßig lese, die Frage aufgeworfen, wie sich die Produktion der eigenen Inhalte sinnvoll organisieren lässt. Während Beth Kanter nach einen zweiwöchtigen Urlaub feststellte, dass ihre Zugriffszahlen auf Facebook zu wünschen übrig ließen, fürchtete Debra Askanase, in ein schöpferisches Loch zu fallen. Während Beth Kanter schon seit 2011 einen redaktionellen Kalender führt, wie sie in ihrem Beitrag „Content Strategy, Creation, Organization, and Measurement“ schreibt, hat Debra Askanase erst jetzt mit einem „Content Calendar“ begonnen.

Ich selbst habe mich bis jetzt eher schlampig organisiert. Ich habe mir für jedes Jahr immer meine Themenschwerpunkte überlegt und versucht, diese Themen im Hinblick auf zukünftige Blogbeiträge zu ordnen. Ich habe auch einen groben Plan erstellt, in welchen Monaten ich welchen Themenbereich behandeln möchte. Aber mit einem richtigen Kalender habe ich nicht gearbeitet. Das habe ich vor kurzem geändert und merke, dass es zwar einiges an Arbeit mit sich bringt, so einen Plan zu erstellen. Aber es macht zugleich auch viel Spaß.

Für die Planung nutze ich Google Kalender

Wie gehe ich dabei vor? Im ersten Schritt ging es für mich um die Frage, was ich alles planen möchte? Alles oder nur meine Beiträge für das Blog? Ich habe mich für letzteres entschieden, weil ich erstens Zweifel habe, ob ich dafür ausreichend Ressourcen habe. Und zweitens mag ich es, die Dinge auf Facebook, Google+ und Twitter zu posten, die mir gerade unterkommen oder wichtig erscheinen. Hier möchte ich gerne flexibel bleiben, zumindest im Moment. Daher habe ich für diese Plattformen keine detaillierten Pläne.

Nachdem ich diesen Punkt für mich geklärt hatte, war klar, dass ich das von Beth Kanter vorgeschlagene Template von LightBox Collaborative nicht verwende. Der Redaktionskalender ist zwar perfekt für die eigene Planung, aber für mich eine Nummer zu groß. Ich nutze nun einen Google-Kalender und glaube nach den ersten Erfahrungen, dass ich damit ganz gut fahre.

Da ich mich natürlich nicht vorab für ein Jahr festlegen möchte, habe ich mir folgendes Prinzip überlegt. Die Grobplanung läuft über zehn Monate, im Detail plane ich die nächsten eineinhalb bis zwei Monate. Da ich mein Blog auch dazu nutze, meine Inhalte weiter zu entwickeln, berücksichtige ich dabei Konferenzen, Workshops und ähnliche Anlässe, um für die jeweiligen Themen entsprechenden Raum zu haben.

Noch ist der Plan zwar nicht fertig (richtig „fertig“ wird er natürlich nie sein), aber schon jetzt gefällt mir, dass ich mir vom Gefühl her mehr Raum für die Themen geschaffen habe. Ich muss mir nicht mehr auf die Schnelle überlegen, worüber ich heute blogge, sondern habe schon Themen und Quellen fixiert. Das wirkt beruhigend und bewirkt, dass einem die Arbeit schneller von der Hand geht. Von Beth Kanter habe ich den Ratschlag übernommen, möglichst frühzeitig mit einer Grobfassung zu beginnen. Damit lässt sich die eingangs beschriebene Angst vor dem leeren Blatt oder Bildschirm erfolgreich vermeiden. ;-)

Schon seit längerer Zeit habe ich außerdem, so wie von Beth Kanter empfohlen, einen Platz, wo ich meine Ideen sammle. Für mich hat sich hier Workflowy bewährt, dass ich auch noch zu anderen Zwecken sehr gerne verwende. Auf diese Weise hoffe ich, etwa 15 Beiträge pro Monat schreiben zu können, zumindest sieht das mein Plan vor. Ob und wenn ja, wie ich das geschafft habe, darüber berichte ich dann im Sommer.

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Kommunikation im Social Web: Die eigenen Inhalte sind gar nicht so wichtig.

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com ; Pixelio

Einer Künstlerin oder einem Künstler zuzuhören, kann sehr spannend und lehrreich sein. Aber vermutlich geht es Ihnen wie mir: Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit spricht, dann wird das auf Dauer langweilig. Wir haben es mit einem Menschen zu tun, der viel Facetten hat und erst diese Vielfalt macht ihn interessant. Dshalb schätzen wir es, wenn das Gespräch dann auch um vielleicht belanglose Dinge geht. Sie gehören einfach dazu.

Im Social Web ist es nicht anders. Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit erzählt, dann wird uns das irgendwann zu viel und wir wenden uns ab. In meinen Seminaren und Vorträgen spreche ich immer von der 1:3 Regel, mit der ich das Verhältnis eigener und fremder Inhalte ausdrücke. Noch einen Schritt weiter geht Hisham Dahud in seinem Blogpost „How The 80/20 Rule Applies To Your Social Media Strategy„. Er bezieht sich darin auf das Pareto-Prinzip, demzufolge 20% des Mitteleinsatzes 80% zum Ergebnis beitragen. MusikerInnen empfiehlt er daher:

„80% of what you say should be about things other than your music“ und „20% (…) should be about your music“.

Fans, so schreibt Dahud, wollen nicht ständig zu lesen bekommen, wofür sie ihr Geld ausgeben sollen, sondern ihnen ist der persönliche Kontakt wichtig. Bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen bleibt dafür meist keine Zeit und wenn, dann sind es ein paar nichtssagende Worte. Im Social Web haben es die Stars viel leichter, mit ihren Fans ins Gespräch zu kommen und sich zu unterhalten, so wie wir das alle machen, wenn wir mit jemandem ein paar schnelle Worte wechseln.

Denken Sie daran, wenn Sie die nächsten Blogposts oder Postings planen. Schreiben Sie über das, was Ihnen gefällt oder was Sie gerade erlebt haben. Empfehlen Sie andere KünstlerInnen und weisen Sie auf Veranstaltungen hin, die Ihren Fans gefallen könnten. Ich bin mir sicher, sie werden es Ihnen danken. Und auch für Sie bedeutet das eine Erleichterung, denn Sie kommen auf diese Weise nicht nur leichter zu Ihren Inhalten, sondern bieten Ihren UserInnen einen echten Mehrwert.

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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)

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Im ersten Teil dieser kleinen Serie „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking“ habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie auf einer Website den RSS-Feed finden. Es kann natürlich sein, dass eine Seite gar keinen RSS-Feed anbietet, dann haben wir Pech gehabt. Die Seite aber vermutlich auch, denn ihr entgehen auf diese Weise vermutlich etliche LeserInnen. Ich bin einer davon, denn um auf jeder einzelnen Seite nach neuen Artikeln zu suchen, dafür fehlt mir die Zeit.

Gut, nehmen wir also an, wir haben den RSS-Feed einer Seite gefunden. Wie geht es nun weiter, schließlich habe ich im ersten Teil geschrieben, dass wir damit eine Seite abonnieren können. Für dieses Abonnement benötigen wir einen Feedreader, ein Programm „zum Einlesen und Anzeigen von News Feeds“, wie es auf Wikipedia heißt.

Feedreader gibt es jede Menge, die Frage ist, für welchen man sich entscheidet? Nutzen Sie Microsoft Outlook, dann können Sie Ihre RSS-Feeds damit verwalten und lesen. Haben Sie Outlook lediglich auf Ihrem Rechner installiert, können Sie nur von dort auf Ihre Feeds zugreifen. So ganz neu dürfte das Thema in einem solchen Fall aber nicht für Sie sein, schließlich haben Sie schon mit Ihren Mails das gleiche Problem lösen müssen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Abspeichern der News Feeds mit Hilfe Ihres Browsers. Wie das zum Beispiel im Firefox-Browser funktioniert, erklärt dieser Blogbeitrag leicht verständlich und ausführlich. Ähnliche Anleitungen gibt es auch für den Internet Explorer und Google Chrome. Bei letzterem kommt man aber nicht umhin, dafür eine Erweiterung zu installieren. Zumindest kenne ich keine sinnvolle Lösung ohne ein Zusatztool. Ganz praktisch scheint die Erweiterung „RSS Feed Reader“ zu sein, die man kostenlos im Chrome Web Store downloaden kann. Ich habe aber damit keine praktischen Erfahrungen gemacht, der Download und ein Kurztest verliefen ohne Probleme.

Solche Erweiterungen gibt es natürlich auch für den Internet Explorer und Firefox. Das Sage Add-on habe ich jahrelang verwendet, vor allem bei der Suche nach gut versteckten Feeds leistet es wertvolle Hilfe. So praktisch diese Tools auch sein mögen, sie alle haben den Nachteil, dass man meist an einen Computer und einen Browser gebunden ist.

Da ich von verschiedenen Geräten auf meine Feeds zugreife, habe ich mich für ein Online-Angebot entschieden. Schon vor Jahren habe ich einige Zeit mit dem FeedReader gearbeitet.

Auch wenn es ihn damals nur als Desktoplösung gab, war ich mit ihm sehr zufrieden. Ich hatte damals einige 100 RSS-Feeds abonniert, die sich dort sehr übersichtlich organisieren ließen. Nur die Tatsache, dass ich damit an einen Computer gebunden war, störte und bewog mich zum Wechsel. Nun gibt es den FeedReader auch online und ich habe ihn kurz für diesen Beitrag getestet. Dabei hatte ich das Problem, dass alle Feeds in einen Stream wandern und sich nicht sortieren lassen. Es kann durchaus sein, dass ich mich nur dumm angestellt habe, aber in diesem Fall wären ein paar Hinweise praktisch gewesen.

Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch noch jede Menge anderer Angebote, ich nenne hier nur beispielhaft Netvibes und Bloglines. Ich selbst arbeite aber mit dem Google Reader und das nun schon seit etlichen Jahren. Klar ist das Tool mittlerweile fix in das Google-Imperium integriert, aber es ist nach wie vor angenehm, damit eine große Zahl an Feeds zu verwalten und nicht den Überblick zu verlieren.

Dafür sorgen Labels und Tags, die Google im Reader zur Verfügung stellt. Im Unterschied zur Ordnerstruktur und ähnlich wie in Gmail kann ein Feed mit mehreren Labels versehen werden. Noch mehr ins Detail kann man mit den Tags gehen, aber ich nutze sie nicht, da ich interessante Artikel mit Hilfe von Social Bookmarks abspeichere und sie dann im Reader nicht mehr finden muss.

Außerdem lässt sich mit Hilfe des Google Reader auch herausfinden, wie viele UserInnen einen Feed abonniert haben. Über „Details und Statistiken anzeigen“ erhalten Sie eine grafische Darstellung, die zeigt, wie viele Beiträge über diesen Feed veröffentlicht werden und wie viele Abonnenten der Feed hat.

Wenn Sie eine große Zahl Feeds im Google Reader verwalten, werden Sie recht schnell merken, dass Sie sich in einer Textwüste bewegen. Dagegen können Sie aber etwas tun, denn für den Google Reader gibt es verschiedene Zusatztools, mit deren Hilfe sich die abonnierten Seiten sehr komfortabel und visuell aufbereitet lesen lassen. Ich verwende dafür Feedly, das einerseits eine Erweiterung für den Chrome Browser anbietet, aber auch eine App für iPhone und iPad anbietet.


Hunderte von Artikeln im Google Reader zu lesen ermüdet einen schnell. Deshalb schätze ich das Angebot von Feedly und lese meine Feeds sehr gerne auf dem iPad. Aber das ist lediglich meine ganz subjektive Meinung dazu, es gibt natürlich noch zahllose andere Möglichkeiten, die eigenen Feeds zu organisieren. Wichtig ist es in meinen Augen, dass Sie die RSS-Feeds so organisieren, dass Sie sie gerne anschauen und damit auch arbeiten wollen. Mir hilft da die visuelle Aufbereitung enorm, aber das kann bei Ihnen natürlich ganz anders sein.

Im nächsten Teil dieser Serie geht es dann um Social Bookmarking. Wenn Sie noch Fragen zu den RSS-Feeds haben, stellen Sie sie doch bitte in Form eines Kommentars oder gerne auch per Mail oder irgendeinem anderen Kanal. ;-)

Bisher erschienen:

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Fonds Soziokultur: „Wettbewerb um die besten Ideen“ [Kulturförderung]

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© Gerd Altmann ; Pixelio

„Soziokultur, das ist kurz gesagt ‚Kultur von allen, für alle'“. Dieses Zitat von Hermann Glaser findet sich auf der Website der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. und lässt erahnen, wie weit das Feld der Soziokultur ist. Geld ist auch hier Mangelware, weshalb der Fonds Soziokultur eine wichtige Anlaufstelle ist, wenn es um die Finanzierung von soziokulturellen Projekten geht.

Unter dem Motto „Wettbewerb um die besten Projektideen“ fördert er  seit 1988 Projekte, „die ein aktuelles gesellschaftliches Thema aufgreifen, die neue Praxis- und Aktionsformen in der Soziokultur erproben, die den Austausch und die Integration fördern oder die – mit den Mitteln der Kunst und Kultur – neue Formen der Bürgerbeteiligung in der Stadt, der Gemeinde, im Viertel umsetzen“.

Insgesamt stehen dem Fonds jedes Jahr eine Million Euro zur Verfügung, über deren Vergabe ein Kuratorium entscheidet. Mit dem 1. Mai und dem 1. November gibt es jährlich zwei Einreichfristen für Projektanträge, wobei der erste Termin für Vorhaben gilt, die in der zweiten Jahreshälfte beginnen und der Novembertermin für Projekte gedacht ist, die in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahres beginnen.

Unterstützt werden vor allem Vorhaben freier Träger im Kulturbereich, die mit Förderbeträgen zwischen 3.000 und 26.000 Euro rechnen können. In dieser Bandbreite bewegen sich die bisherigen Unterstützungszahlungen, einen fix vorgegebenen Rahmen gibt es aber nicht. Wie beim EU-Kulturförderprogramm ist auch beim Fonds Soziokultur nur eine Kofinanzierung möglich, denn er fördert ein Vorhaben mit maximal 50 Prozent der Gesamtkosten. Das heißt, bei einem Budget von 40.000 Euro gibt es höchstens 20.000 Euro, der Restbetrag muss anderweitig finanziert werden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Vorhaben für den Fonds förderwürdig ist, werfen Sie am besten einen Blick in die Liste der in der Vergangenheit geförderten Projekte. Die wichtigsten Infos für die Antragstellung finden Sie im Bereich „Tipps für Antragsteller„. Möchten Sie gleich loslegen, dann finden Sie hier das Antragsformular.

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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil I)

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Vor einigen Tagen listete Dominik Ruisinger in einem Blogbeitrag fünf Tools auf, die seiner Ansicht nach 2013 auf dem Social Media-Friedhof landen werden. In dieser Liste taucht auch das Social Bookmarking-Dienste auf, von dem er schreibt:

„Vom Gefühl her ist das Social Bookmarking generell praktisch tot, da dies in andere Tools immer stärker integriert wird.“

So ganz falsch liegt er da vermutlich nicht, interessant war aber die sich anschließende Diskussion, deren Ergebnis zusammengefasst war, dass die Heavy-UserInnen diese Dienste zwar in Anspruch nehmen, alle anderen wissen aber meist gar nicht, was das ist. Auch in meinen Seminaren und Workshops stelle ich fest, dass praktisch niemand damit arbeitet. Die Schlussfolgerung aus dieser Diskussion lautete: wir sollten mehr über die Vorteile von Social Bookmarking aufklären. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Sehr oft höre ich die Klage, man würde ja gerne Social Media nutzen, hätte aber keine Zeit dafür. Das mag sein, aber ich denke, wer Social Bookmarking-Dienste in Kombination mit RSS-Feeds verwendet, spart sich dadurch viel Zeit und könnte die dann für andere Social Media-Aktivitäten nutzen.

Ich möchte Ihnen in einer kleinen Serie gerne zeigen, wie ich die beiden Instrumente dafür nutze, den Überblick über die vielen Informationen, die mir das Internet bietet, nicht zu verlieren und mit den Inhalten auch arbeiten zu können. Konkret bedeutet das: Mit Hilfe von RSS-Feeds informiere ich mich darüber, ob auf einer Seite neue Inhalte dazu gekommen sind und die Social Bookmarking-Dienste erlauben es mir, einzelne Artikel abzuspeichern und später wiederzufinden.

Wie finde ich den RSS-Feed?

RSS steht für Really Simple Syndication, wie der Wikipedia-Eintrag erläutert und stellt so eine Art Nachrichtenticker dar. Indem ich den RSS-Feed einer Seite abonniere, muss ich nicht mehr extra auf diese Seite gehen, um herauszufinden, ob dort neue Inhalte online gestellt worden sind. Viele Seiten verfügen mittlerweile über dieses äußerst praktische Angebot, das bei Seiten mit vielen Inhalten, aber auch bei Seiten, auf denen nur gelegentlich etwas veröffentlicht wird, Sinn macht. Während ich etwa bei den Online-Ausgaben der Zeitungen die Möglichkeit habe, die einzelnen Bereiche wie Kultur, Wirtschaft, etc. zu abonnieren und mich so auf das konzentrieren kann, was mich wirklich interessiert, hilft mir der RSS-Feed bei kleinen Seiten, auf einen neu erschienenen Beitrag aufmerksam zu werden. Ansonsten würden ich diese Seite wohl vergessen, wenn nach dem dritten Besuch immer noch kein neuer Content angeboten wird.

Stellen Sie sich vor, was es Sie an Zeit kostet, wenn Sie viele Seiten haben, die Sie regelmäßig besuchen und dort nur alle paar Wochen oder gar Monate fündig werden. Der Zeitverlust mag sich bei einer einzelnen Seite in Grenzen halten, aber wenn es mal mehr als 20 Seiten sind, belastet das vermutlich Ihr Zeitbudget. Hinzu kommt: Es macht keinen Spaß, ständig festzustellen, dass man eine Seite umsonst besucht hat. Da es in diesem Fall darum geht, über neue und damit wechselnde Inhalte informiert zu werden, spricht man in diesem Fall von dynamischen Lesezeichen.

Wie können Sie nun einzelne Seiten abonnieren, um auf diese Weise über neue Inhalte informiert zu werden? In einem ersten Schritt müssen Sie herausfinden, ob die Seite überhaupt einen RSS-Feed anbietet. Häufig finden Sie auf einer Seite ein orangefarbiges Icon wie zum Beispiel auf dieser Seite hier.

Sehr oft ist dieses Icon aber leider nicht zu finden. Und wenn es ansonsten auch keinen Hinweis auf den RSS-Feed gibt, dann wird es schwierig. Vorausgesetzt, es gibt überhaupt einen Feed. :-(

Das finden Sie aber mit Hilfe Ihres Browsers raus, je nachdem, welchen Browser Sie verwenden, mit oder ohne Addon.

Chrome Mit diesem Browser arbeite ich sehr oft und sehr gerne. Um an die RSS-Feeds zu kommen, verwende ich den Feed Finder „Slick RSS. Wenn man die kleine App installiert, bekommt man in der Adresszeile wieder das kleine orangefarbene Icon angezeigt. Das sieht dann so aus:

Im Firefox-Browser finden Sie das Icon in der Symbolleiste, allerdings ist es schwarz und nicht orange. Wenn Sie daraufklicken, öffnet sich im Menüfenster das Angebot an RSS-Feeds.

Sollten Sie das Icon nicht finden, müssen Sie es erst in die Symbolleiste ziehen. Über <Ansicht> <Symbolleisten> und <Anpassen> gelangen Sie zu einer Sammlung verschiedener Icons und ziehen dann das RSS-Symbol mit der gdrückten linken Maustaste in Ihre Symbolleiste. Fertig.

Bleibt noch der Internet Explorer 9 von Microsoft:

In der Befehlleiste finden Sie wieder unser altbekanntes Icon. Was passiert, wenn Sie es anklicken, zeigt der Screenshot. Falls Sie die Befehlleiste nicht sehen, müssen Sie sie über die Menüleiste aktivieren (<Ansicht> <Symbolleisten>). Wenn die auch nicht zu sehen sein sollte, reicht es die ALT-Taste zu drücken.

Auf diese Weise sollten Sie im Browser Ihrer Wahl eigentlich sämtliche RSS-Feeds aufspüren. Sie können sie so natürlich auch gleich abspeichern. Allerdings sind Sie dann immer an diesen Computer und den jeweiligen Browser gebunden. Natürlich lassen sich die Lesezeichen oder Favoriten mittlerweile synchronisieren, aber halt nur von Chrome zu Chrome, aber nicht von Chrome zu Firefox, also zwischen den verschiedenen Anbietern.

Ich verwende deshalb einen Online-Feedreader, auf den ich von jedem Internet-fähigen Computer zugreifen kann. Wer immer nur an einem Arbeitsplatz sitzt und auch nicht mehrere Geräte nutzt, der wird vielleicht darauf verzichten. Für mich kommt das allerdings nicht in Frage, aber nachdem die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sein können, möchte ich die Browser-Variante auch nicht völig ausschließen.

Welche Online-Feedreader es gibt und welchen ich nutze, dazu mehr im nächsten Beitrag.

Hier geht es zu „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)

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Musikvermittlung: „Orchestrated Text“

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Über diesen Artikel bin ich auf die Website „Orchestrated Text“ gestoßen, ein in meinen Augen sehr spannendes Projekt, bei dem ich die Chance habe, in Textform mehr über das zu erfahren, was ich gerade höre. Zu hören gibt es ganz konkret „die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Und beschrieben wird die Musik dann in dieser Form:

Die Kombination ist spannend, vor allem ist es vermutlich gar nicht so einfach, in knappen Worten die Musik in Textform zu gießen. Die Worte sind gut gewählt, der Text eröffnet einem Perspektiven, die einem so gar nicht unbedingt klar sind.

Richard Birkin, von dem die Idee stammt, schreibt dazu in einem Blogpost:

„Over Christmas I sat under a blanket coding up a new prototype involving HTML5, Javascript, classical music and wintery landscapes. It’s called Orchestrated Text.“

Der von ihm entwickelte Prototyp enthält derzeit nur den Winter und ist etwas mehr als drei Minuten lang. So lange habe ich durchgehalten, bin mir aber nicht sicher, ob ich es wirklich geschafft hätte, die ganzen vier Jahreszeiten so zu verfolgen. Ich kann mich dann doch nicht auf beide Kanäle konzentrieren und fürchte, entweder den Text oder die Musik zu verlieren. Was halten Sie von dieser Idee? Glauben Sie, dass man auch mehr als drei Minuten klassische Musik „vertexten“ könnte? Aber hören und lesen Sie doch erst einmal hinein.

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Warum jeder Kulturbetrieb auch zum Verlag werden muss

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Wer eine Unterhaltung oder einen Text mit dem Satz „ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen“ beginnt, weckt große Erwartungen. Die ZuhörerInnen werden neugierig darauf sein, was nun kommt. Wer so beginnt, darf sein Publikum nicht enttäuschen, darf ihnen nichts erzählen, was sie schon kennen. Sonst hören die Menschen nicht mehr zu, wenn man das nächste Mal wieder so  beginnt.

„So if your story is about how great every show is, how wonderful all your artists are and how beautiful life in the arts is . . . that’s not a story.  That’s spin“, schrieb Adam Thurman vor einiger Zeit in einem Blogpost, das er sehr provokant mit der Behauptung „The future of arts marketing is journalism“ überschrieben hat. Er kritisiert, dass viele Kultureinrichtungen nur immer die eigene Arbeit anpreisen und keine Geschichten erzählen. Dabei haben gerade Kulturbetriebe so viel zu erzählen, sowohl über die eigene Arbeit als auch über die Inhalte, mit denen sie sich beschäftigen.

Damit solche Geschichten dann funktionieren, muss der Erzähler glaubwürdig sein, schreibt Thurman weiter. Glaubwürdigkeit braucht es auch, wenn unser Marketing funktionieren soll, weshalb er der Meinung ist, dass das Marketing von Kulturbetrieben mehr journalistische Elemente enthalten sollte.

Als Beispiel führt er die neue Website von Coca Cola an, auf der wir jeden Tag eine Vielzahl neuer Geschichten lesen können, produziert von den UserInnen und einer großen Zahl an professionellen Storytellern. Auch die Seite von Coca Cola funktioniert nur, wenn es dem Unternehmen gelingt, glaubwürdig zu sein. Wie schreibt Thurman so schön: „They need journalism, storytelling and credibility to sell sugar water“, um dann festzustellen, dass dem Kunst- und Kulturbereich diese Mischung auch gut täte.

Hören wir also auf, nur anzukündigen und uns selbst zu loben. Erzählen wir Geschichten, über uns, über das, was wir machen oder auch das, was uns gefällt. Machen wir aus unseren Seiten Plattformen für Geschichten, die die Menschen neugierig machen, begeistern und dazu bringen, unsere Angebote anzunehmen. Machen wir es wie Coca Cola: Verzichten wir darauf, uns nur ständig selbst zu loben, erzählen wir Geschichten. Oder noch besser: Laden wir andere dazu ein, Geschichten zu erzählen. So wie es zum Beispiel das Portland Art Museum mit seinem Projekt „Object Stories“ vormacht (siehe dazu: „Storytelling: Nur eine einzige Geschichte ist viel zu wenig„).

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Kurzgeschichten auf dem iPad lesen

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„As more and more people look for quick, bite-sized experiences to inspire and entertain them the need for quality stories increases“, schreibt Paragraph-Gründer Ziv Navoth in seiner Beschreibung einer iPad-App, die ich mir heute näher angeschaut habe. Das Problem sei es, solche Geschichten zu finden. Mit der App Paragraph Shorts versucht Navoth hier Abhilfe zu schaffen. Jede Woche erscheint – derzeit kostenlos – eine neue Zusammenstellung von Kurzgeschichten, die sich an den unterschiedlichsten Orten im Web verstecken und für diese App in den Formaten Text, Video und Audio zusammengetragen werden.

Jede Ausgabe (derzeit sind es zwei) steht zum Download zur Verfügung und kann dann unterwegs gelesen, gehört oder angeschaut werden. Was mir gut gefällt: Hier wird nicht auf Masse gesetzt, die dann eher abschreckt, sondern jede Ausgabe enthält nur eine sehr begrenzte Auswahl an Kurzgeschichten. Das heißt, man hat eine realistische Chance, das Angebot auch nutzen zu können.

Erst später soll mit der App mit Hilfe von exklusivem Content Geld verdient werden, derzeit gibt es Kooperationen mit Zeitungen und Zeitschriften wie Paris Review oder dem Guardian.

„While the future of the book might be inquestion, the future of the story is not. Stories transport us to a different universe, only to bring us back to earth a littledifferent, a little wiser, than we were before. Let Paragraph be your rocketship“, so lautet die Vision hinter dieser App. Eine schöne Idee, reinschauen, – hören und -lesen lohnt sich.

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Die Sichtbarkeit von Postings auf Facebook: Ein Vergleich

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Im Beitrag über die Abmahnung wegen eines Vorschaubildes auf Facebook habe ich schon darauf hingewiesen, dass es gar kein Nachteil sein muss, wenn man auf die Vorschaubilder verzichtet. Zumindest was die Sichtbarkeit des Postings betrifft. Ich habe das jetzt einige Male getestet und möchte anhand eines kleinen Beispiels zeigen, wie sich das bei mir ausgewirkt hat. Dieses Posting habe ich gestern auf der Facebookseite der stARTconference gepostet und heute (08.01.2013) um 19 Uhr einen Screenshot davon gemacht.

Der Link war zu dieser Zeit 11 Stunden online, also praktisch den ganzen heutigen Tag, und wurde von 178 Personen gesehen. Hier nun ein weiteres Posting, das ich eine halbe Stunde zuvor online gestellt habe. Es wurde innerhalb der 32 Minuten von 240 Personen gesehen und hat damit eine wesentlich größere Sichtbarkeit als das erste Posting.

Ich kann es natürlich nicht hundertprozentig ausschließen, gehe aber davon aus, dass die unterschiedlichen Zahlen nicht auf die Inhalte der Postings zurückzuführen sind. Ich denke, es hat mit der Darstellung der Inhalte zu tun. Beim ersten Posting bin ich ganz klassisch vorgegangen. Ich habe den Link hineinkopiert, auf das Erscheinen von Vorschaubild und -text gewartet, den Link dann im Textfeld wieder gelöscht und das Posting veröffentlicht.

Im Fall des zweiten Postings habe ich meinen Text geschrieben, dann den Originallink mit Hilfe von bit.ly gekürzt und den Kurzlink anschließend an das Ende des Postings gehängt. Vorschaubild und -text habe ich in diesem Fall wieder weggeklickt, so dass es ein reines Textposting ist.

Mit dieser Vorgangsweise erhöhe ich anscheinend die Sichtbarkeit um ein ganzes Stück (jetzt um 22 Uhr ist das Verhältnis 184/394 Zuseher), allerdings sagt das nichts darüber aus, ob das Posting später auch wahrgenommen wird. Ich vermute, hier wäre dann wieder ein Foto ganz hilfreich, um das Posting nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die UserInnen es auch wirklich registrieren und im Idealfall darauf reagieren.

Vermutlich macht es also Sinn, beide Varianten abwechselnd zu nutzen, um einerseits sichtbar zu sein und andererseits Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist also gar nicht so einfach, hier das Optimum herauszuholen. ;-)

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Die überschätzten Influencer

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Vor einiger Zeit ging es in einem meiner Blogposts um die Frage, auf welche Weise Kultureinrichtungen von Tweetups profitieren können? In den Kommentaren tauchte die Frage auf, wie nachhaltig solche Veranstaltungen sind, denn bis jetzt handelt es sich ja immer um ein einmaliges Angebot, das außerdem in der Regel extern organisiert wird. Eine Antwort darauf hatte ich nicht, weshalb mich die Frage weiter beschäftigt hat.

Eine Grafik hat mich nun ein Stück weiter gebracht. Gefunden habe ich sie auf dem Blog der Agentur Zuberance in dem von Cara Fuggetta verfassten Beitrag „Influencers vs. Brand Advocates & why Influencer Outreach is overrated„. Die Grafik versucht, die Unterschiede zwischen Influencern und Brand Advocates herauszuarbeiten und liefert ganz interessante Ergebnisse:

Mal abgesehen davon, dass Forrester herausgefunden haben will, dass das Vertrauen der KonsumentInnen in die Influencer nur bei 18 Prozent liegt, während eine andere Befragung ergeben hat, dass 92 Prozent den Brand Advocates trauen, sind die Ergebnisse schon spannend und führen zu ganz interessanten Rückschlüssen (über die anderen Resultate kann man natürlich auch diskutieren.).

„Influencers have their own agenda“

Aber worin unterscheidet sich eigentlich der Influencer vom Brand Advocate? Jan Pötzscher hat in seinem Blogpost „Influencer vs. Brand Advocate“ die Unterschiede sehr schön herausgearbeitet. Der Influencer habe, so schreibt Pötzscher, einen großen Zuhörerkreis und „produziert sich auch gern“. Als Experte anerkannt erreichen seine Botschaften dank seines Netzwerks schnell eine große Zahl an Menschen. Aber er muss kein Fan der Marke oder gar loyal sein:

„Die Nachrichten, die er weiterträgt, müssen es in seinen Augen wert sein, erzählt zu werden. Dabei spielt die eigene Reputation eine große und wichtige Rolle, denn ein Influencer wird niemals Dinge weitererzählen, die er selbst nicht für gut befindet.“

Nützt ihm eine Nachricht, sorgt er dafür, dass sie schnell über seine Kanäle verbreitet wird. Allerdings war es das dann auch schon, der Influencer hat sein Ziel erreicht.

„Brand Advocates are a sustainable marketing force“

Der Brand Advocate hingegen ist „ein überzeugter Fan und loyaler Kunde der Marke“, fährt Pötzscher fort. Er verfügt aber in der Regel über ein wesentlich kleineres Netzwerk als der Influencer und empfiehlt ein Produkt aus reiner Überzeugung. Wie schreibt Pötzscher so schön:

„Ihn zu verlieren bedeutet den Super-Gau, ihn zu gewinnen einen absoluten Glücksgriff. Denn seine Überzeugung muss man nicht erkaufen, sie ist bereits vorhanden und authentisch.“

Daraus ergeben sich einige Konsequenzen für die Tweetups, aber natürlich auch andere Aktivitäten von Kultureinrichtungen:

  1. Zum Auftakt ist es wichtig, die Influencer anzusprechen und für die jeweilige Aktivität zu gewinnen. Sie sind es, die für die notwendige Streuung und Verbreitung der Informationen sorgen.
  2. Gleichzeitig müssen aber auch die Brand Advocates identifiziert und angesprochen werden, denn sie sind es, die mittel- und langfristig für den Erfolg des jeweiligen Formates sorgen. Der Influencer wird das Format nur einmal empfehlen, danach bringt ihm die Empfehlung nicht mehr viel.
  3. Ob Tweetup oder ein anderes Format: Soll die Wirkung nicht verpuffen und das Potenzial der Brand Advocates ausgenutzt werden, muss es das Angebot mehr als einmal geben. Erst dadurch entfalten die Brand Advocates ihre Wirkung, da sie in der Regel nicht über so große Netzwerke wie die Influencer verfügen.

Tools wie Klout oder Peer Index haben daher nur einen begrenzten Wert, die Brand Advocates lassen sich auf diese Weise nicht finden. Brand Advocates, das sind die BetreiberInnen der vielen, oftmals kleinen Blogs, die sich mit Kunst und Kultur beschäftigen. Oft werden sie von den Kultureinrichtungen nur belächelt beziehungsweise gar nicht wahrgenommen. Diese Haltung ist falsch, denn sie haben im Hinblick auf den nachhaltigen Erfolg eine viel größere Bedeutung als wir alle glauben.