Monthly Archives of: November 2013

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EU-Kulturförderprogramm „Creative Europe“ steht in den Startlöchern

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Creative Europa

Vor wenigen Tagen hat das europäische Parlament dem neuen EU-Kulturförderprogramm „Creative Europe“ zugestimmt, über das in den nächsten sieben Jahren knapp 1,5 Mia. Euro in den Kunst- und Kreativbereich fließen werden. Segnet auch der Rat der Europäischen Union das Programm in den nächsten Wochen ab, kann es mit dem Jahreswechsel in Kraft treten.

Bis Mitte Dezember wird es aber bereits den Leitfaden und die Formulare für die erste Antragsrunde geben, die vermutlich Anfang März 2014 enden wird. Das heißt, Sie haben knapp drei Monate Zeit, um sich mit dem neuen Programm vertraut zu machen, Ihre Projektidee zu entwickeln und Partner zu finden. Der Leitfaden wird die so wichtigen Detailinformationen enthalten und damit den Rahmen abstecken für diese erste Ausschreibungsrunde. Im Falle einer Förderzusage werden Sie mit der Umsetzung Ihres Vorhabens im Herbst, also September oder Oktober beginnen können, so der Zeitplan.

Ich werde mir den Leitfaden und die Antragsformulare sehr genau anschauen und Sie in den nächsten Wochen ausführlich über die Rahmenbedingungen dieses Programms informieren. Wenn Sie sich vorab schon einen groben Überblick verschaffen möchten, können Sie die wichtigsten Informationen in meinem Blogpost „Das neue EU-Kulturförderprogramm ‚Kreatives Europa‘ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur“ nachlesen. Ausführliche Informationen finden Sie aber in den nächsten Wochen nicht nur bei mir, sondern auch auf den Webseiten der Cultural Contact Points (Deutschland, Österreich), die darüber hinaus auch Seminare und Workshops anbieten werden.

Auf alle Fälle sollten Sie sich bereits jetzt Gedanken über Ihre Inhalte machen und außerdem mit der Partnersuche beginnen. Viele Vorhaben scheitern daran, dass man dann am Ende doch keinen passenden Partner gefunden hat. Ein in meinen Augen vermeidbarer Grund.

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41. Treffpunkt KulturManagement: eBooks, eine Chance für die Kultur?

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Erst gestern habe ich das eBook „Open Your Eyes“ von Sebastian Hartmann hier im Blog vorgestellt und darin schon die Fragen angerissen, um die es beim nächsten Treffpunkt Kulturmanagement am 13. November mit Anke von Heyl und Lucas Lüdemann gehen wird. Die  beiden haben den eBook-Verlag 11punkt gegründet und mit dem eBook von Sebastian Hartmann gezeigt, welches Potenzial in diesem Format steckt. Vorbei die Zeiten, wo ein eBook ein besseres PDF war. Das Bild, das ich für diesen Beitrag ausgewählt habe, stammt aus Hartmanns eBook und zeigt, dass man im Unterschied zum klassischen Buch mittlerweile ganze Bildergalerien in das digitale Format einbauen kann.

Welche Möglichkeiten es noch gibt und was das für Kulturbetriebe heißen könnte, das hat Sebastian Hartmann in seinem Blogbeitrag „Museum der Zukunft: interaktive eBooks als die Ausstellungskataloge von Morgen(?)“ bereits anklingen lassen. Beim kommenden Treffpunkt KulturManagement werden uns unsere beiden Gäste aber erst einmal erklären, was es mit diesem Format auf sich hat, worauf man achten muss, wenn man ein eBook produzieren möchte und wie die Bewerbung eines solchen eBooks funktioniert. Anschließend werden wir uns mit der Frage beschäftigen, was die Entwicklung des eBooks für den Kunst- und Kulturbereich bedeutet. Neben den schon erwähnten Bildergalerien lassen sich direkte Links setzen, Videos einbauen und Verbindungen zu den verschiedenen Social Networks, Blogs oder Fotoplattformen herstellen. Das eBook besteht also aus einer Vielzahl verschiedener Formate und fügt sich deshalb wunderbar in die digitale Welt ein.

Aber im Unterschied zu den USA sind die Verkaufszahlen hier noch nicht so berauschend. Zwar steigt die Zahl der verkauften eBooks von Jahr zu Jahr an, aber das passiert noch auf relativ niedrigem Niveau. Ist es also noch zu früh, über eigene eBooks nachzudenken oder ist dem 11punkt Verlag mit „Open Your Eyes“ der große Durchbruch für das eBook gelungen? Für mich ist das schon eine tolle Sache und seitdem ich das eBook auf meinem iPad habe, bin ich mir relativ sicher, dass das eBook großes Potenzial hat. Aber warten wir mal ab, was die beiden ExpertInnen am kommenden Mittwoch sagen. Wenn Sie sich über das Thema eBooks informieren möchten oder herausfinden wollen, ob ein eBook für Sie überhaupt das richtige Format ist, dann sind Sie recht herzlich zum Treffpunkt KulturManagement am 13. November um 9 Uhr eingeladen, der wie immer kostenlos ist.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 13. November, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 13. November dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 13.11.2013 von 09:00 bis 10:00
Thema: eBooks, eine Chance für die Kultur?
Gast: Anke von Heyl & Lucas Lüdemann (11punkt Verlag)

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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„Open Your Eyes“: ein eBook zeigt Street-Art in Düsseldorf

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„Open Your Eyes“, dieser Aufforderung kann in zweifacher Hinsicht Folge leisten, wer das Werk von Sebastian Hartmann in die Hand nimmt. Wobei es sich gar nicht wirklich in die Hand nehmen lässt, denn es ist ein eBook und ich hatte das Vergnügen, mir dieses „Buch“ in der enhanced iPad Edition anschauen zu dürfen.

„Open Your Eyes“ ist eine Einladung, zusammen mit Sebastian Hartmann Street-Art in Düsseldorf zu entdecken. Sein Streifzug durch die Bezirke Zoo, Flingern, Bilk und die City öffnet den Blick auf ganz unterschiedliche Werke. So ist in Bilk mit Decycle einer der derzeit aktivsten Künstler zu entdecken, dessen Werke Hartmann als „geheimnisvoll und technisch perfekt“ bezeichnet.

Seine Werke sind aber nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Bochum, Essen, Köln oder Berlin zu finden. Sein Bild vom Mädchen mit der Sprühdose war es, das Hartmanns Interesse für eine Form der Kunst geweckt hat, die hauptsächlich in den Städten anzutreffen ist.

Der Düsseldorf Bezirk Zoo ist unter anderem das Revier des Künstlers L.E.T., der Abkürzung für Les Enfants Terribles. Ein alter herunter gekommener Kiosk wird von ihm immer wieder mit neuen Motiven überklebt. Im Interview erfahren wir, dass es manchmal eine Ewigkeit dauert, bis er die richtige Wand für seine Kunstwerke gefunden hat. Fündig wird er dabei meist in den Bezirken Bilk, Derendorf und Zoo.

Da Street-Art immer populärer wird, interessieren sich mittlerweile auch Galerien für diese Kunst und sorgen so für den Erhalt vieler Kunstwerke, die sonst Gefahr laufen, recht schnell wieder aus dem Straßenbild zu verschwinden. Schließlich wird Street-Art bei uns immer noch als Sachbeschädigung strafrechtlich verfolgt. Links zu Galerien, die sich darauf spezialisiert haben, findet man im eBook.

Womit wir schon beim zweiten Zugang zu „Open Your Eyes“ wären, denn dieses eBook öffnet einem nicht nur die Augen, was die Straßenkunst in Düsseldorf angeht, sondern zeigt auch, welches Potenzial eBooks heute haben. Vorbei sind die Zeiten, wo die Umwandlung in ein PDF bereits als eBook durchging. Hartmann zeigt zusammen mit dem 11punkt Verlag, bei dem dieses Werk erschienen ist, was mittlerweile in diesem Bereich möglich ist. Vor allem auf dem iPad besticht die Qualität der Bilder, die Menüführung erlaubt ein schnelles Blättern zwischen den einzelnen Kapiteln, was bei 160 Seiten ein großer Vorteil ist. Einzelne Seiten enthalten Galerien, in den man die Werke einzelner KünstlerInnen durchblättern kann, überall finden sich Verweise und Links auf die Internetpräsenzen und einzelne Videos, was das eBook als offenes Medium erscheinen lässt, das sich vom klassischen Buch damit schon recht weit entfernt.

Da Street-Art eine recht vergängliche Kunst ist, fordert Sebastian Hartmann die LeserInnen auf, neu entdeckte Kunstwerke über Twitter zu posten. Der dabei verwendete Hashtag sorgt dafür, dass die Sammlung immer auf dem neuesten Stand bleibt.

Dieses eBook wird vermutlich in ein paar Jahren als Meilenstein in der Entwicklung des eBooks gesehen werden. Es lohnt sich also, in dieses eBook hineinzuschauen. Nicht nur wegen der Kunstwerke, die darin zu finden sind, sondern weil es auch wunderbar das Potenzial dieses Formats aufzeigt. Vor allem Kulturbetriebe, die darüber nachdenken, wie ihre Programme zukünftig aussehen, sollten einen Blick darauf werfen. Hartmann hat zu Recht in einem Blogbeitrag die Frage aufgeworfen, ob interaktive eBooks nicht die Ausstellungskataloge der Zukunft seien. Die Antwort darauf müssen die Kulturbetriebe selbst geben, Möglichkeiten gibt es viele.

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Der Preis des technischen Fortschritts: Fressen die großen Kulturbetriebe die kleinen Häuser?

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In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über die Wiener Staatsoper und ihre Übertragungen per Livestream geschrieben. Mit der digitalen Premiere, der Übertragung des Rosenkavaliers, war man dort zufrieden, „ein paar hundert Streams habe man verkauft“, verkündete das Haus auf Nachfrage.

Während die Wiener Staatsoper dem Modell der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker folgt, orientiert sich die Royal Opera mehr an der Metropolitan Opera und bietet Übertragungen in ausgewählten Kinos an.

Michael Kaiser, Leiter des John F. Kennedy Center for the Performing Arts nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um in einem Blogbeitrag nach der Zukunft von Kunst und Kultur zu fragen. Gleich seine erste Frage hat es in sich:

„Are we witnessing a major transition in the arts from regional organizations to fewer mega-organizations with the sophistication to mount large scale productions, to market them well and to raise large sums of money?“

Kaiser konstatiert, dass der technologische Fortschritt es möglich macht, Opernübertragungen in Kinos oder via Internet in hoher Qualität zu folgen. Und das zu Preisen, die weit unter denen liegen, die ein regionales Opernhaus für einen Besuch verlangt.

Wenn wir wirklich gerade den Beginn  einer solchen Übergangsphase erleben, in der ein paar Opernhäuser den Sprung auf die globale Ebene schaffen, dann könne das unter Umständen verbunden sein mit dem Ende der regionalen Einrichtungen, die nicht mehr in der Lage seien, sich finanziell über Wasser zu halten.

Ihnen drohe, so Kaiser, ein ähnliches Schicksal wie der New York City Opera, deren Website vom traurigen Ende zeugt.

Kann uns das auch passieren? Kurz- und mittelfristig vermutlich nicht, denn Kunst und Kultur funktionieren hier nach anderen Regeln. Aber langfristig kann dem Kunst- und Kulturbereich das drohen, was in anderen Bereichen schon passiert ist: Die Großen fressen die Kleinen.

Noch besteht aber keine unmittelbare Gefahr, denn erstens sieht das Finanzierungsmodell bei uns ganz anders aus und zweitens werden die Übertragungsangebote der großen Häuser noch nicht in großem Stil angenommen, wenn man von der Bayerischen Staatsoper absieht, die ihren Livestream aber kostenlos anbietet. Natürlich können wir jetzt darüber diskutieren, ob die Qualität eines Livestreams mit der vor Ort mithalten kann. Fakt ist aber, dass eine solche Argumentation schon des öfteren gescheitert ist. Auch bei der Schallplatte wurde man nicht müde, deren Qualität hervorzuheben. Trotzdem wurde sie von der CD verdrängt, die wiederum mit den Streamingangeboten nicht mehr lange wird konkurrieren können.

Interessant ist auch die Frage Kaisers, ob es zu einem Wettbewerb zwischen den Global Playern kommen kann, der dann zu sinkenden Preisen in den Kinos oder vor dem Bildschirm zu Hause führt. Und das angesichts der Tatsache, dass die Bayerische Staatsoper schon heute kostenlos streamt. Bleibt die Frage nach der Qualität. Wenn die großen Häuser auf den finanziellen Erfolg ihrer Übertragungen angewiesen sind, müsste eigentlich die Bereitschaft, ein künstlerisches Risiko einzugehen, abnehmen. Ich kenne leider keine Spielplananalysen, aber es wäre interessant herauszufinden, ob wir uns nicht bereits in einer solchen Entwicklung befinden?