Monthly Archives of: Dezember 2013

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Neues Layout

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Ich weiß nicht, ob ich jetzt zu mutig gewesen bin, aber von all den Layouts, die WordPress mir anbietet, ist das Kiore Moana Theme das reduzierteste. Mein Blog wirkte für mich einerseits zu überladen und andererseits war die Schrift für meinen Geschmack zu klein. Man wird ja nicht jünger. ;-)

Die einzelnen Beiträge stehen nun eindeutig wieder im Vordergrund, sämtliche Infos verbergen sich hinter einem einzigen Button. Eine in meinen Augen geniale Lösung. Jetzt bin ich gespannt, ob Sie sich zurecht finden.

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Ein frohes und erholsames Weihnachtsfest und alles Gute für 2014!

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Bild: © Gerd Altmann ; Pixabay

So kurz vor den Weihnachtsfeiertagen möchte ich mich für dieses Jahr hier auf dem Kulturmanagement Blog verabschieden und allen LeserInnen ein frohes und erholsames Weihnachtsfest wünschen. Ich bedanke mich bei allen, die mir zu den verschiedenen Beiträgen Feedback gegeben haben, im persönlichen Gespräch, per Mail, auf irgendeinem Social Media-Kanal oder eben hier als Kommentar. Ich sage aber auch all denen Danke, die sich die Zeit genommen haben, um den einen oder anderen Blogbeitrag zu lesen. Das ist angesichts unseres knappen Zeitbudgets nicht selbstverständlich.

Der knappen Zeit ist es auch mitgeschuldet, dass die Zahl der Beiträge gegenüber 2012 noch mal zurückgegangen ist. Knapp 80 sind es geworden, aber trotzdem haben 30 Prozent mehr LeserInnen den Weg hierher gefunden. Für mich ist das eine tolle Bestätigung, danke!

Zu Beginn jedes Beitrags ist immer ein Foto zu finden. Die meisten dieser Bilder stammen von Gerd Altmann, dem ich an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich dafür danken möchte, dass ich seine Werke hier kostenlos nutzen darf. Danke auch an diejenigen, die hier im Laufe der letzten zwölf Monate einen Gastbeitrag veröffentlicht haben. Ich möchte das gerne im kommenden Jahr fortführen und freu mich schon auf interessante und hilfreiche Blogposts.

Mein Dankeschön geht auch an meine KundInnen und all diejenigen, mit denen ich in diesem Jahr zusammenarbeiten durfte. Es ist viel passiert im zu Ende gehenden Jahr, eines der Highlights war für mich das erste stARTcamp in Wien, das es im nächsten Jahr übrigens wieder geben wird. So viel sei hier schon verraten.

Ich wünsche Ihnen und Euch schöne Feiertage und einen tollen Start in ein hoffentlich tolles Jahr 2014. Hier geht es weiter am 2. Januar, bis dahin möchte ich das Blog gerne auf ein neues Layout umstellen. Ich bitte deshalb schon vorab um Entschuldigung, wenn hier während der Feiertage auf dem Blog nicht alles immer so aussieht, wie es aussehen sollte.

Die größte Herausforderung bei diesen Weihnachtspostings besteht immer darin, die passende Musik zu finden. Ich könnte sie natürlich einfach weglassen, aber das wäre langweilig. Für mich gehört zu Weihnachten Musik und ich bin froh, dass ich dieses Jahr ein Lied gefunden habe, dass mir schon als Kind sehr gut gefallen hat, das ich aber über Jahre hinweg nirgends gefunden habe. Da ich den genauen Titel nicht kannte, war es auch schwer danach zu suchen. Vorsingen funktioniert in Plattenläden schlecht und auch die Voice-Funktion bei Google war mir keine echte Hilfe. ;-) Durch einen Zufall habe ich es nun gefunden. „Weihnachtsschmalz“ meinte Andrea Kamphuis, die für mich getestet hat, ob man das Video auch in Deutschland sehen kann. Ich stehe dazu, schöne Feiertage! ;-)

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Facebook verändert den Algorithmus: Schlechte Zeiten für die Facebookseite

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Bild: © Gerd Altmann ; Pixabay

Viele Kultureinrichtungen setzen bei ihren Social Media-Aktivitäten ausschließlich auf Facebook. Zu verlockend ist die große Zahl an UserInnen, suggeriert sie uns doch, wir würden hier einen Großteil der Weltbevölkerung erreichen. Die Realität sieht aber leider anders. Wer eine Facebookseite betreibt, weiß, wie hilflos man sich dort fühlen kann. Man schreibt und schreibt, verwendet viel Zeit und Mühe, aber man hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten, die darauf aufmerksam zu machen, die man damit ansprechen möchte. Wer nun darauf gehofft hat, dass sich die Situation verbessert, wurde wieder und wieder enttäuscht. So auch Anfang Dezember, als Facebook mal wieder den Algorithmus verändert hat. Das Resultat: Facebookseiten erreichen nun sehr viel weniger Fans als zuvor, erste Auswertungen zeigen, dass Rückgänge von 40 bis 50% zu verzeichnen sind.

Die Empörung ist groß, oft wird Facebook vorgeworfen, es werde immer kommerzieller. Aber wer kann einem gewinnorientierten Unternehmen vorwerfen, es wolle Geld verdienen? Und warum sollten Kultureinrichtungen davon ausgehen können, dass ihnen ein amerikanisches Unternehmen kostenlosen Platz zur Verfügung stellt, um Werbung in eigener Sache zu machen? Wie oft habe ich gehört, dass Kultureinrichtungen die ohnehin schon knappen Marketingbudgets mit dem Argument gekürzt haben, weil Facebook ja kostenlos sei. Nun rächt es sich, denn wer möchte, dass seine Facebookseite wahrgenommen wird, muss wohl in den sauren Apfel beißen und dafür zahlen.

Mirko Lange liefert in seinem Blogpost „Facebook als Partyzone: Was der Social Graph mit der Reichweite von Fanpages zu tun hat“ die Erklärungen dafür. Er weist darauf hin, dass Facebook als Netzwerk entstanden ist, bei dem die sozialen Kontakte im Vordergrund standen und auch heute immer noch stehen. Wir bilden hier unsere eigenen – realen – Netzwerke ab und dementsprechend agieren wir dort auch. Wir schauen uns die Fotoalben von FreundInnen an, lesen und schreiben auf deren Profilwänden und tauschen private Nachrichten aus beziehungsweise chatten, so die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie.

Facebook beschneide nun, so Lange, nicht die Reichweite von Facebookseiten, sondern stärke die Postings von Freunden. Damit unterstützt das Netzwerk genau die Aktivitäten, die den mehr als eine Milliarde UserInnen wichtig sind. Wer hier mit seiner Seite nicht untergehen möchte, müsse in den „Social Graph“ der UserInnen gelangen, um so wahrgenommen zu werden. Zum Beispiel, in dem die BesucherInnen einer Kulturveranstaltung darüber auf Facebook berichten. Oder der Kulturbetrieb beißt in den sauren Apfel und zahlt für das Posting. Ob das langfristig ein probates Mittel ist, sie mal dahingestellt. Die Klagen, dass man im Newsfeed mehr und mehr bezahlte Postings lesen müsse, nehmen zu und vermutlich ist das mit ein Grund, warum sich mehr und mehr Menschen von Facebook verabschieden und sich anderen Plattformen zuwenden.

Vielleicht ist das jetzt der Moment, die Entscheidung, nur auf Facebook zu setzen, zu revidieren? Ein Schritt, der in meinen Augen Sinn macht, denn wer von Suchmaschinenoptimierung spricht und im Internet gefunden werden möchte, befindet sich, so er nur auf Facebook setzt, klar auf dem falschen Weg. Und das nicht erst seit gestern! Schaffen Sie Ihren eigenen Raum im Netz, entweder in Form einer Website oder eines Blogs. Dann macht es auch Sinn, sich mit dem Thema Content zu beschäftigen, denn ein Artikel hat so die Chance, dank der Suchmaschinen auch noch Jahre später gefunden und gelesen zu werden. Auf Facebook ist das nicht möglich, was nicht nur daran liegt, dass die Postings schnell verschwinden, sondern auch am Fehlen einer funktionierenden Suchmaschine.

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42. Treffpunkt KulturManagement: das neue EU-Kulturförderprogramm „Creative Europe“

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In der vergangenen Woche wurde der mit Spannung erwartete erste Call im Rahmen des neuen EU-Förderprogramms „Creative Europe“ veröffentlicht. Wer sich an dieser Ausschreibung beteiligen möchte, für den läuft jetzt die Zeit. Je nach Aktionsbereich endet die Einreichfrist zwischen dem 5. und 19. März 2014. Wenn Sie meinen letzten Beitrag über den aktuellen Call gelesen haben (EU-Förderungen: Der erste Call for Proposals im Rahmen des Programms “Kreatives Europa”), dann wissen Sie ja bereits, dass sich einiges geändert hat und sich die inhaltlichen Schwerpunkte ziemlich verschoben haben. Rein künstlerische Projekte haben es viel schwerer, im Vordergrund stehen Vorhaben, bei denen es darum geht, Know-How in den Bereichen Management und Marketing aufzubauen.

Wer darauf gehofft hat, mit Hilfe von Geld aus Brüssel seine künstlerischen Aktivitäten gefördert zu bekommen, der wird mit dieser Entwicklung vermutlich nicht sehr zufrieden sein. Im Vorteil sind die, die sich zum Beispiel mit Audience Development beschäftigen und nun die Chance haben, dieses Thema gemeinsam mit europäischen Partnern weiter zu entwickeln.

Aber ist es wirklich eine Chance und was wird jetzt eigentlich wirklich gefördert? Nach welchen Kriterien werden die Projekte bewertet und wie sieht das Antragsformular aus? Auf diese Fragen versucht der 42. Treffpunkt KulturManagement Antworten zu geben. Da sich David Röthler und ich ganz gut in der Materie auskennen, werden die Inputs von uns selbst kommen. Un wir werden natürlich versuchen, Ihre konkreten Fragen zu beantworten. So wir das können. Wenn Sie sich für das aktuelle Förderprogramm „Kreatives Europa“ interessieren, dann laden wir Sie ganz herzlich zum Treffpunkt KulturManagement am Mittwoch, den 18. Dezember ein. Los geht es dieses Mal eine Stunde später als sonst, nämlich um 10 Uhr. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, eine Software muss nicht installiert werden.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 18. Dezember, um 10 Uhr (!!!) einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 18. Dezember dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 18.12.2013 von 10:00 bis 11:00
Thema: Das neue EU-Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“
Impulsgeber: David Röthler & Christian Henner-Fehr

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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EU-Förderungen: Der erste Call for Proposals im Rahmen des Programms „Creative Europe“

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Gestern hat die Europäische Kommission den ersten Call im Rahmen des neuen Förderprogramms „Kreatives Europa“ veröffentlicht, dessen Grundstruktur ich bereits in meinem Blogbeitrag „Das neue EU-Kulturförderprogramm ‚Kreatives Europa‘ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur“ vorgestellt habe. In diesem Blogbeitrag möchte ich kurz die wichtigsten Informationen für die zusammenfassen, die sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen beabsichtigen.

Gut geeignet als Ausgangspunkt ist diese Seite, denn hier können Sie gut erkennen, wie das neue Programm „Kreatives Europa“ strukturiert ist. Wer sich die Einleitung zum Unterprogramm Kultur durchliest, erkennt recht schnell, dass sich nicht all zu viel bei den übergeordneten Zielen verändert hat. Nach wie vor geht es um Mobilität und transnationalen Austausch, neu hinzugekommen ist der Bereich Audience Development. Das Unterprogramm Kultur ist eingeteilt in vier Aktionsbereiche, nämlich

  • European cooperation projects
  • European Platforms
  • European Networks
  • Literary translation projects

Wer auf den Link „European cooperation projects“ klickt, findet auf der sich dahinter verbergenden Seite alle Dokumente, die für die erste Ausschreibungsrunde benötigt werden, inklusive der Formulare. Wenn Sie sich in der Vergangenheit schon mal mit EU-Förderungen beschäftigt haben, werden Ihnen einige Punkte vertraut vorkommen, es hat sich aber vieles geändert.

Die wichtigsten Informationen zu den ersten Calls in allen vier Aktionsbereichen finden Sie im Dokument „Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen„. Ergänzt wird es durch den Leitfaden, der bis jetzt nur in englischer Sprache zur Verfügung steht. Da der Bereich der Kooperationsprojekte vermutlich am interessantesten ist, lasse ich die anderen Bereiche in diesem Beitrag unberücksichtigt und auch auf den Leitfaden werde ich erst später eingehen, in der Hoffnung, dass die deutschsprachige Version möglichst bald zur Verfügung steht.

Wer kann am Förderprogramm „Kreatives Europa“ teilnehmen?

Die Länder, die am Förderprogramm teilnehmen dürfen, lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • EU-Mitgliedstaaten
  • Beitrittsländer, Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländer
  • EFTA-Staaten
  • Länder, die über die Europäische Nachbarschaftspolitik mit der EU verbunden sind

Welche Länder dann wirklich dabei sind, hängt von verschiedenen vertraglichen Abmachungen ab, deshalb lohnt es sich, sowohl einen Blick auf diese Liste zu werfen als auch bei den Cultural Contacts Points in Deutschland oder Österreich nachzufragen. Außerdem ist die Schweiz vorbehaltlich eines noch abzuschließenden bilateralen Abkommens dabei.

An dem Programm beteiligen können sich generell Akteure aus dem Kultur- und Kreativsektor, die ihren Sitz in den oben angeführten Ländern haben. Der Begriff „Akteur“ umfasst laut §2 der „Verordnung zur Einrichtung des Programm Kreatives Europa“ „eine Fachkraft, eine Organisation, ein Unternehmen oder eine Einrichtung“, die seit mindestens zwei Jahren eine Rechtspersönlichkeit hat und dies belegen kann.

Wichtig ist auch zu wissen, was Brüssel  unter der Kultur- und Kreativbranche versteht. Laut der eben erwähnten Verordnung (ebenfalls §2) sind damit alle Sektoren gemeint, „deren Aktivitäten auf kulturellen Werten und/oder künstlerischen und kreativen Ausdrucksformen beruhen, unabhängig davon, ob diese Aktivitäten marktorientiert sind oder nicht, und unabhängig von der Art der Einrichtung, die sie durchführt. Zu diesen Aktivitäten zählen Entwurf, Produktion, Vertrieb/Verbreitung und Erhaltung von Waren und Dienstleistungen, die für kulturelle, künstlerische oder kreative Ausdrucksformen stehen, sowie damit verbundene Funktionen wie Ausbildung, Management oder Regulierung. Zur Kultur- und Kreativbranche zählen vor allem Architektur, Archive und Bibliotheken, Kunsthandwerk, der AV-Bereich (einschließlich Film, Fernsehen, Videospiele und Multimedia), das Kulturerbe, Design, Festivals, Musik, darstellende Kunst, Verlagswesen, Radio und bildende Kunst;“

Was wird gefördert?

Zwar ist in der Beschreibung der Kultur- und Kreativszene auch von marktorientierten Aktivitäten die Rede, im Call ist aber auch der Passus zu finden, dass im Unterprogramm Kultur „insbesondere gemeinnützige Projekte gefördert“ werden. Ähnlich diffus bleibt der Text bei der Beschreibung der Vorhaben, die im Rahmen der Europäischen Kooperationsprojekte gefördert werden sollen. Einerseits geht es hier um den Aufbau von Kompetenzen, um transnational arbeiten zu können. Dies soll geschehen durch die Unterstützung von:

  • Maßnahmen, die den Akteuren im Kultur- und Kreativbereich Fertigkeiten, Kompetenzen und Know-how vermitteln, um diesen Sektor zu stärken. Besonders gefragt sind hier der Einsatz digitaler Technologien, innovative Ansätze im Bereich Audience Development sowie das Erproben neuer Geschäfts- und Managementmodelle.
  • Maßnahmen, die auf der Basis langfristiger Strategien beruhen und es den Akteuren ermöglichen, international zu kooperieren und zu agieren.
  • Maßnahmen, die dazu  beitragen, den Kultur- und Kreativsektor so zu stärken, dass sich ihm durch internationale Vernetzung neue Märkte eröffnen.

Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, einfach aus dem Call zu zitieren, da die Übersetzung relativ ungenau wiedergibt, worum es hier eigentlich geht. Hier geht es nicht darum, Kunst- und Kulturprojekte durchzuführen, sondern um die Verbesserung der Rahmenbedingungen, um – ich sag das jetzt mal so – professioneller und damit internationaler arbeiten zu können. Dabei setzt Brüssel auf digitale Technologien, Audience Development, neue Managementansätze und neue Erlösmodelle. Wenn Sie Ihre Kultureinrichtung in Richtung Social Business entwickeln wollen, dann können Sie das im Rahmen dieses Calls eigentlich machen.

Andererseits geht es zweitens um den Austausch, also die Mobilität derer, die im Kulturbereich arbeiten sowie die Verbreitung von Kunst. Konkret:

  • Gefördert werden internationale kulturelle Aktivitäten, zum Beispiel Ausstellungen, Festivals und Projekte, bei denen es zu einem künstlerischen Austausch kommt.
  • Gefördert wird die Verbreitung europäischer Literatur, um eine möglichst große Verfügbarkeit sicherstellen zu können.
  • Gefördert werden Maßnahmen im Bereich Audience Development, um dem Kunst- und Kreativbereich neue Publikumsschichten zu erschließen. Dabei geht es nicht nur darum, die Beziehungen zu seinen Besuchern zu vertiefen, sondern auch die Nichtbesucher zu erreichen.

Die ersten beiden Punkte entsprechen dem, was wir vom alten Kulturförderprogramm kennen. Das Thema Audience Development ist hier neu dazu gekommen und dient  in diesem Fall dazu, konkret Besucherbeziehungen zu vertiefen beziehungsweise neue Besucherschichten zu erreichen. Während es oben eher um die Entwicklung der Modelle geht, muss man hier wohl den Weg von der Theorie in die Praxis beschreiten, um eine Förderung zu erhalten.

Fazit: Viele werden von dieser Entwicklung enttäuscht sein, denn das ist nicht mehr das EU-Kulturförderprogramm, welches wir von früher kennen. Welches Projekte in den Bereichen Theater, bildende Kunst Literatur oder Musik fördert. Natürlich ist das noch immer möglich, aber dabei handelt es sich um einen eher kleinen Teilbereich. Aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn bis jetzt habe ich zwar auf nationaler Ebene meine Operninszenierung oder meine Ausstellung gefördert bekommen. Aber für die Entwicklung einer zeitgemäßen Infrastruktur war bis jetzt kein Geld da. Nun gibt es Geld für Vorhaben in Bereichen wie Social Media, Marketing, Personalentwicklung oder Management. Problematisch wird nur sein, woher die Mittel für die Kofinanzierung kommen, denn entsprechende Förderprogramme fehlen in den Ländern.

Zum Thema Geld

Unterschieden wird wie auch bei den Vorgängerprogrammen zwischen kleinen und großen Kooperationsprojekten. Während man bei den kleinen Kooperationsprojekten mindestens zu dritt sein muss, wobei die Partner alle aus verschiedenen Ländern kommen müssen, ist die Hürde bei den großen Kooperationsprojekten doppelt so hoch: Verlangt werden mindestens sechs Partner aus unterschiedlichen Ländern.

Finanziell sind die Unterschiede noch größer: Während die kleinen Projekte maximal 60% des Budgets, jedoch maximal 200.000 Euro aus Brüssel erhalten, sind es bei den großen Projekten nur 50%, aber dafür bis zu 2 Mio. Euro. Gleich ist nur die maximale Projektdauer, die nicht mehr als 48 Monate, das sind vier Jahre, betragen darf.

Mehr möchte ich Ihnen in diesem Blogpost gar nicht zumuten. So Sie nicht bereits eine konkrete Idee haben, sollten Sie jetzt auf der Grundlage der Maßnahmen, die im Rahmen von „Kreatives Europa“ gefördert werden, erst einmal die passende Idee finden und sich Gedanken darüber machen, wie Ihr Projekt aussehen könnte und welches vor allem Ihre Partner sein werden. An Konzepten und Budgets können Sie in der Ferienzeit arbeiten, die Partnersuche ist in dieser Zeit praktisch unmöglich. Deshalb ist es sicher klug, sich schon jetzt um passende Partner zu kümmern.

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Social Media: Wann ist der beste Zeitpunkt für mein Posting?

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Immer wieder taucht die Frage auf, welches die beste Zeit ist, um seine Blogbeiträge oder die Postings auf Twitter, Facebook & Co zu veröffentlichen. Zu diesem Thema gibt es mittlerweile unzählige Studien, anhand derer man wunderbar irgendwelche statistischen Durchschnittswerte erfährt. Aber es ist ein großer Unterschied, ob ich Privat- oder Geschäftskunden mit meinen Aktivitäten erreichen möchte. Und ebenso entscheidend ist es, in welcher Branche ich mich eigentlich bewege. Matthias Szilagyi zeigt das sehr anschaulich am Beispiel Facebook auf. Er hat insgesamt 1.800 Facebookseiten analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass der beste Zeitpunkt für ein Facebookpost davon abhängt, ob ich etwa in der Unterhaltungsbranche, der Bekleidungsindustrie oder irgendeinem anderen Bereich arbeite.

Natürlich kann ich mich an solchen Analysen orientieren, aber am sinnvollsten ist es wohl, das einfach selbst herauszufinden. Die Statistiktools einer Facebookseite geben mir mittlerweile genaue Hinweise, wann ich besonders gut wahrgenommen werde und wann nicht. Hier das Beispiel einer meiner Facebookseiten:

Das Beispiel zeigt, dass auf diese Seite hauptsächlich zu normalen Arbeitszeiten zugegriffen wird, wobei interessanterweise kein großer Unterschied zwischen den Arbeitstagen und dem Wochenende zu erkennen ist. Ich will das jetzt gar nicht groß interpretieren, sondern habe den Vorteil, relativ große Zeitfenster identifizieren zu können, an denen diese Seite wahrgenommen wird.

Schaue ich mir meinen Twitteraccount an, dann sieht die Sache etwas anders aus. Die folgende Grafik bietet mir Crowdbooster an, ein Analysetool, das mich 72USD pro Jahr kostet:

Hier zeigt sich deutlich, dass Twitter wohl nicht im gleichen Ausmaß wie Facebook am Wochenende genutzt wird, die Unterschiede zwischen den Arbeitstagen und dem Wochenende sind offensichtlich. Zu erkennen ist auch, dass meine Follower vor allem am Vor- und am Nachmittag aktiv sind, die Mittagspause aber durchaus zu schätzen wissen. Und das durchaus auch mal ohne Twitter. ;-)

Bleibt noch mein Blog. Hier habe ich den Nachteil, dass WordPress mir es auf der webgehosteten Seite nicht erlaubt, Google Analytics einzusetzen, so behelfe ich mir mit 4stats, einem deutschsprachigen Tool, das mich 25 Euro pro Jahr kostet und mir dafür alle Informationen liefert, die ich brauche. Die Zugriffszahlen sehen hier so aus, wobei es sich nur um die direkten Zugriffe handelt, Email- und RSS-Feedabonnenten sind darin nicht enthalten:

Auch hier lässt sich gut erkennen, dass es vor allem die Werktage und die normalen Arbeitszeiten sind, an denen auf mein Blog zugegriffen wird, während ich mir den samstäglichen Blogbeitrag wohl eher sparen kann. Zeitlich gesehen ist der etwas spätere Vormittag ideal, auch der Nachmittag ist noch passabel, während die Zahlen abends deutlich niedriger sind.

Für mich reichen diese drei Grafiken, um klare Rückschlüsse ziehen zu können. Meine Inhalte werden hauptsächlich während der normalen Arbeitszeiten gelesen, d.h. wenn es mir um die Reichweite geht, veröffentliche ich beispielsweise meinen Blogbeitrag am Montag um 9 Uhr. Oder schon am Sonntagabend, dann haben ihn meine Emailabonnenten am Montagmorgen in ihrer Mailbox. Nachdem deren Zahl gar nicht so klein ist, habe ich mir das immer wieder mal genauer angeschaut, der Unterschied ist marginal. So hängt der Zeitpunkt des Versendens meist auch davon ab, ob ich den Beitrag schon am Sonntagabend oder erst am Montagmorgen fertig habe. So schön das Wissen um den besten Zeitpunkt auch ist, man muss halt auch immer zur besten Zeit genügend Inhalte parat haben. Und das ist, denke ich, eine viel größere Herausforderung als den besten Zeitpunkt zu finden. ;-)

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Literaturausstellungen im virtuellen Raum #literafutur

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Eingang Schloss Blutenburg„; By Björn Láczay (CC BY-SA 2.0)

Man fühlt sich in die weit entfernte Vergangenheit zurückversetzt, wenn man durch dieses Tor das Schloss Blutenburg betritt. Vor rund einem halben Jahrtausend als Jagdschloss weit vor den Toren der Stadt genutzt, liegt es heute im Münchener Stadtteil Obermenzing, direkt am Beginn der Autobahn Richtung Stuttgart und ist Sitz der Internationalen Jugendbibliothek. Nicht um die Vergangenheit, sondern um ein Zukunftsthema ging es letzte Woche hinter diesen Mauern, denn deren Direktorin, Frau Dr. Raabe, hatte zu „Liter[fu]tur“ eingeladen, einer Veranstaltung, bei der es einen ganzen Tag um die Frage gehen sollte, wie die Zukunft von Literaturausstellungen im Internet aussehen könnte?

Die Ausgangssituation war komplex, aber spannend. Im Rahmen eines World-Café gab es drei Thementische, an denen es um Fluchtgeschichten in der Kinder- und Jugendliteratur, um Sportgeschichten (ebenfalls im Bereich Kinder- und Jugendliteratur) sowie um das Michael Ende-Museum ging. Die TeilnehmerInnen dieser Veranstaltung hatten sehr unterschiedliche Hintergründe und kamen aus den Bereichen Literatur, Kommunikation (Schwerpunkt Social Media) und Technik (Augmented Reality und ähnliches Teufelszeug). Und damit es nicht zu einfach wird, brachte die Leiterin der Jugendbibliothek in ihrem Inpulsvortrag noch die vier Eckpfeiler einer Ausstellung ins Spiel, nämlich

  • das Exponat, also „die Ansammlung von Materialien, die in einer Ausstellung in sinnvolle Zusammenhänge gebracht werden“,
  • Paratexte, die den Exponaten die entsprechende Bedeutung zuweisen,
  • die räumliche Inszenierung und
  • die AusstellungsbesucherInnen.

In jeder von insgesamt drei Runden mussten sich die TeilnehmerInnen an den einzelnen Tischen vorab für eines dieser vier Punkte entscheiden. Ein interessantes Ergebnis vorweg: Kein Tisch beschäftigte sich mit den Paratexten. Rückschlüsse vermag ich nicht daraus zu ziehen und kann deshalb nicht einschätzen, ob das Thema so uninteressant ist oder etwa Paratexte im Internet eine Selbstverständlichkeit sind.

Da ich die Veranstaltung moderieren durfte, war ich nie direkt in die intensiv geführten Diskussionen involviert, hatte aber den Vorteil, überall reinhören und am Ende die Ergebnisse zusammenfassen zu dürfen. Wenn ich jetzt hier ein paar der letzte Woche in München diskutierten Punkte anspreche, erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern greife mir sehr subjektiv einige Aspekte heraus.

Eine der interessantesten Erfahrungen war es für mich zu erleben, wie Menschen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen (Literatur, Kommunikation, Technik) auch ganz unterschiedlich an das Thema herangehen. Um das etwas zuzuspitzen, gab es in der Einstiegsrunde sehr homogene Gruppen, d.h. die Literaturmenschen waren genauso unter sich wie die Kommunikations- und die Technikmenschen. Die Ergebnisse an den drei Tischen waren so völlig unterschiedlich und die Vorgaben für die nächsten Runden dementsprechend herausfordernd. Aber am Ende lief es dann doch auf einzelne Punkte hinaus, die unabhängig von beruflicher Herkunft und Thema alle beschäftigt haben.

So ist es im Hinblick auf die „BesucherInnen“ einer virtuellen Literaturausstellung für alle das große Ziel, sie emotional anzusprechen und ihnen ein sinnliches Erleben zu ermöglichen. Das kann mit Hilfe von Bildern, Videos oder auch Audiobeiträgen geschehen, allerdings gilt es, sich sehr genau zu überlegen, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen, vor allem im Hinblick auf partizipative Ansätze, die natürlich ein Thema waren. Spätestens an diesem Punkt kam das Thema Marketing ins Spiel. Während es den einen eher um Interaktion und virale Effekte ging, damit die virtuelle Ausstellung überhaupt gefunden werden kann, überwog bei den anderen der Vermittlungsgedanke. Ich denke, die Abgrenzung zwischen Marketing und Vermittlung ist auch deshalb so schwierig, weil wir nicht genau sagen können, wo die virtuelle Ausstellung aufhört und das Marketing anfängt (oder umgekehrt).


© Internationale Jugendbibliothek München

Während die BesucherInnen noch halbwegs greifbar sind, ist das bei den Exponaten nicht mehr so einfach. Immer wieder tauchte die Frage auf, ob eine virtuelle Literaturausstellung für sich alleine stehen oder an eine real existierende Ausstellung angeschlossen werden soll? Während ich in der klassischen Ausstellung Bücher als Exponate verwenden kann, kommt im virtuellen Raum noch eine Ebene dazu. Hier kann ich nur das Bild eines Buches zeigen, in dem der Text zu finden ist. Welche Rolle spielt der literarische Text in einer virtuellen Literaturausstellung? Kann ich den ganzen Text online stellen und die Linearität des Textes, die mir gleichzeitig als Orientierungsrahmen dient, mit Hilfe von Hyperlinks aufbrechen und so Platz für die „räumliche Inszenierung“ schaffen? Und welche Rolle spielt User Generated Content? In der klassischen Literaturausstellung existiert er nicht, im virtuellen Raum kann er technisch gesehen verhältnismäßig leicht eingebunden werden. Aber möchte ich das als KuratorIn überhaupt? Und wenn ja, sind das dann lediglich additive Exponate und welche Rolle spielen sie?

Auf diese wie auch auf viele andere Fragen haben wir an diesem Tag keine endgültigen Antworten gefunden, eher neue Fragen. Aber das war auch das Schöne und Inspirierende an diesem Tag, wir mussten keine fertigen Lösungen finden. Aber es sind viele Ideen aufgetaucht, die es sich weiter zu verfolgen lohnt.

Aber es ging nicht nur um tolle Einfälle und kreative Ideen, sondern auch um die Voraussetzungen für eine virtuelle Literaturausstellung. Sämtliche Exponate müssen nicht nur in digitaler Form vorhanden sein, sondern es gilt auch, diese Daten in eine entsprechende Struktur zu geben. Ob wir es Nomenklatur, Ontologie, Taxonomy oder Normdatensatz nennen, spielt gar keine entscheidende Rolle. Sollen die Daten später etwa gefiltert werden, bedarf es einer entsprechenden Ordnung. Auch sehr wichtig, vor allem wenn es um das Marketing, insbesondere Social Media geht: Die Objekte müssen teilbar sein, um sie in den sozialen Netzwerken zirkulieren zu lassen und so virale Effekte zu erzeugen.

Vernetzung ist aber nicht nur in Sachen Marketing gefragt. Auch die inhaltliche Beschäftigung mit einem Thema ist wohl dann besonders nachhaltig, wenn es mir gelingt, die BesucherInnen  zum gemeinsamen Tun zu bringen. Aus bilateralen Beziehungen zwischen einem Museum und seinen jeweiligen BesucherInnen werden mulitlaterale Beziehungen, wenn letztere sich ebenfalls vernetzen. Spiele sind ein oft verwendeter Ansatz, um dieses Ziel zu erreichen.  Vernetzung und die daraus resultierende Kommunikation fallen dann leicht, wenn das Thema User Experience eine Rolle spielt. Dass auch (transmediales) Storytelling beziehungsweise die Entwicklung von Storywelten von großer Bedeutung ist, muss nicht extra erwähnt werden. So wird aus dem digitalen Erzählen ein digitales Erleben.

Kurz: Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Tag mit einer Reihe von ExpertInnen verbringen durfte und wir ausgiebig über dieses Thema diskutieren konnten. Ich habe viele Anregungen und Impulse mitgenommen und hoffe, dass diese Veranstaltung irgendwann einmal fortgesetzt wird. Offene Punkte gibt es mehr als genug. ;-)