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Rückblick auf das stARTcamp Wien

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Bild: ©www.lupispuma.com

Ich überlege schon seit einiger Zeit, wie ich auf das stARTcamp zurückblicken und welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehen soll. Und da ich bis heute nicht zu einem wirklichen Ergebnis gekommen bin, schreibe ich meine Gedanken dazu einfach mal zusammen.

Fangen wir mit der Location an: Die Rote Bar im Volkstheater Wien ist natürlich ein Traum gewesen und ich bin dem Haus und besonders Lena Fuchs sehr dankbar, dass wir dort zu Gast sein durften. Wenn Sie nicht selbst dabei waren, vermitteln die Fotos von Karola Riegler sehr schöne Eindrücke. Erstens vom Haus und zweitens vom stARTcamp selbst. Auch Dir Karola sage ich danke, dass Du das stARTcamp wieder mit der Kamera begleitet hast. Das Essen war super, RITA bringt’s hat das Essen nicht nur einfach gebracht, sondern auch gut gekocht.

Um aus diesen Zutaten ein stARTcamp zu machen, braucht es ein Team. Ich bedanke mich bei Anne Aschenbrenner, Barbara Royc und Michael Wuerges, dass ich mit ihnen zusammen die vierte Ausgabe des #scvie organisieren durfte. Ohne sie hätte es vermutlich das Experiment mit dem World-Café nicht gegeben. Ich spreche bewusst von einem Experiment, denn die Sache hätte ja auch schiefgehen können. Das ist sie zum Glück nicht, aber ich sehe die Sache ähnlich kritisch wie Anne Aschenbrenner in ihrem Rückblick auf das stARTcamp.

Wir reden oft über neue Technologien und den Content, der mit deren Hilfe unter die Leute gebracht werden soll. Der Kulturbetrieb selbst, der diese Aufgabe möglichst gut lösen soll, wird aber dabei in der Regel vergessen. Häufig ist dann von der Unternehmenskultur die Rede, die geändert werden müsse. Nur wie ändere ich diese „Kultur“ eigentlich? In meinem Beitrag über den „digitalen Kulturbetrieb“ habe ich auf ein Modell verwiesen, um zu zeigen, welche Stellschrauben es eigentlich gibt.

Unsere Idee war es, im Rahmen des World-Café drei Fragen zu stellen, die sich auf den oberen Teil der Grafik, konkret auf die Bereiche Strukturen und Prozesse beziehen sollten. Unsere Fragen lauteten:

  • Welche Strukturen wünsche ich mir für meine Arbeit?
  • Welche Prozesse und Arbeitsabläufe brauche ich, um meine Arbeitsziele zu erreichen?
  • Was kann ich tun, um Veränderungen von Strukturen und Prozessen herbeizuführen?

Anne kritisiert in ihrem Beitrag, dass die ersten beiden Fragen zu ähnlich gewesen seien, denn es zeigte sich, dass an den meisten Tischen nicht zwischen Struktur und Prozess unterschieden wurde. So gibt es bei den Antworten auf die ersten beiden Fragen viele Übereinstimmigkeiten. Fangen wir mit der Frage nach den Strukturen an, die wir uns für unsere Arbeit wünschen. Hier sehen Sie die Flipchartblätter aller sieben Tische:

Nachdem Sie vermutlich Probleme haben werden, die Punkte zu entziffern, habe ich alle Beiträge auf den Flipchartblättern in einem Excel-Sheet zusammengefasst. Beachten Sie bitte, für jede Frage gibt es ein einzelnes Sheet, Frage 1, Frage 2 und Frage 3.

Hier sind die Tischergebnisse zur Frage 2:

Unsere Idee war es, sich bei diesen beiden Fragen nicht unbedingt an der Realität zu orientieren, sondern in den „Wunschmodus“ zu gelangen. Mit Hilfe der dritten Frage sollten diese Wünsche dann „geerdet“ werden, es ging um die Frage, was wir selbst tun können, um diesen Wunschvorstellungen aus eigener Kraft ein Stück näher zu kommen. Anne Aschenbrenner schreibt in ihrem Beitrag, die dritte Frage wäre zu „pädagogisch angeleitet“. Ja, natürlich ist sie das, die Fragen richtig zu formulieren, ist sicher mit die größte Herausforderung bei diesem Format. Aber irgendeinen Plan muss man ja haben, wenn man Fragen stellt. Ich denke, diese „pädagogische“ Herangehensweise passt ganz gut.

Mich stört eher, dass wir es nicht geschafft haben, mit Frage eins und zwei auf die Ebene der Wunschvorstellungen zu kommen. Ich hätte mir gewünscht, dass hier beispielsweise gefordert wird, bestehende Strukturen aufzubrechen und nur noch in Projektteams zu arbeiten. Und jedes Team bekommt eine Art Kommandozentrale, in der gemeinsam gearbeitet wird.

Nicht geschafft haben wir es anscheinend auch, die Unterschiede zwischen Struktur und Prozess herauszuarbeiten. Viele der genannten Punkte finden sich sowohl als Statement zu Frage eins und zwei. Trotzdem sind die Ergebnisse hochinteressant, denn sie zeigen ein hohes Maß an Übereinstimmung, was in Kulturbetrieben geändert gehört. Und es kommen jede Menge konkrete Vorschläge, wie diese Änderungen angegangen werden könnten. Klar ist auch, dass es hier nicht ausschließlich um das Thema Social Media geht. Klar, der Wunsch, einen Redaktionskalender zu haben, bezieht sich auf die Social Media-Aktivitäten, aber der Wunsch, abteilungsübergreifend zu arbeiten, zeigt schon, dass der Wunsch vorhanden ist, das Potenzial des ganzen Hauses zu nutzen und alle ins Boot zu holen.

Und was können wir selbst tun, um unsere Wünsche wahr werden zu lassen? Die Antworten darauf sind oft sehr mutig und selbstkritisch, wie die einzelnen Blätter zeigen:

Ich würde mich über Reaktionen bzw. Rückmeldungen zu diesen Ergebnissen freuen, werde mich aber selbst auch noch weiter damit beschäftigen.

Nach dem World-Café war die Spannung dann ein wenig raus, sei es durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema oder weil so ein Mittagessen schnell müde macht. Wir hatten uns erhofft, dass am Nachmittag die Chance genutzt wird, ausgehend von den Themen des Vormittags konkrete Aspekte oder auch Projekte zu diskutieren, vorzustellen, etc.. Vielleicht wäre es besser gewesen, stattdessen ein neues Thema zu beginnen und die drei Sessionrunden dafür zu nutzen. Hier habe ich die Willen, mal ganz egoistisch eigene Themen zu pushen, vermisst. Corinne Eckenstein, die Leiterin des Dschungel Wien, war die einzige, die die Chance genutzt hat und eine Frage in die Runde geworfen hat. Davon leben Barcamps. Stattdessen warteten, so mein Eindruck, viele darauf, jetzt noch möglichst informative und hilfreiche Vorträge vorgesetzt zu bekommen. Aber ok, ich will nicht meckern, das Engagement beim World-Café war großartig.

Soviel zum stARTcamp Wien, jetzt fehlt noch die Blogparade, mit der ich mich in einem nächsten Beitrag beschäftigen werde.

PS: Folgende Beiträge sind über das stARTcamp geschrieben worden (falls ich jemanden übersehen habe, bitte einfach hier kommentieren, ich ergänze die Liste dann.):

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Mit Google Adwords Veranstaltungen bewerben

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Bild: FirmBee (CC0 auf Pixabay.com)

Veranstaltungen zu bewerben gehört für sehr viele Kultureinrichtungen zum Alltagsgeschäft, dementsprechend groß ist auch ihre Erfahrung, wie sie dabei vorgehen. Oft sind es Instrumente, die sie jahre-, wenn nicht sogar jahrzehntelang verwenden, die größte Innovation in diesem Bereich war wohl das Aufkommen des Social Web mit der Möglichkeit, die eigenen Events über die sozialen Netzwerke anzukündigen. Eine Ausstellung, eine Theaterproduktion oder ein Konzert mit Hilfe eines Facebook-Events zu promoten, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Eine andere Möglichkeit, die eigenen Veranstaltungen zu bewerben, stellt Google Adwords dar. Wir alle kennen die Werbeeinschaltungen, die auftauchen, wenn wir auf Google eine Suche starten und dann die Ergebnisse präsentiert bekommen. Wer keinen Werbeblocker verwendet, kennt die „bezahltenAnzeigen“, die dort nicht stehen, weil die Seite so gut rankt, sondern weil Geld in die Hand genommen wurde.

Nachdem ich vermutlich nicht der einzige bin, der bei seiner Suche im Internet stark auf Google setzt, ist es doch eigentlich schlau, oberhalb oder rechts des (organischen) Suchmaschinenranking gut sichtbar vertreten zu sein. Und noch ein weiteres Argument spricht dafür, dass Kultureinrichtungen sich mit diesem Werbeformat beschäftigen sollten. Google hat mit Ad Grants ein Angebot entwickelt, das sich an gemeinnützige Einrichtungen richtet und diesen die Möglichkeit bietet, mit Hilfe von Adwords pro Monat (!) Anzeigen im Wert von 10.000 USD zu schalten. Die Herausforderung besteht darin, von Google als gemeinnützige Institution anerkannt zu werden (Infos, welche das sind, gibt es hier).

Welche Überlegungen müssen Kultureinrichtungen anstellen, bevor sie mit Google Adwords (oder Ad Grants) loslegen können. Nun könnten Sie sich die Informationen natürlich alle im Internet zusammensuchen. Stefan Kleinberger hat das vor einiger Zeit getan. Erstens, weil er Marketingverantwortlicher des TAK Theater Liechtenstein ist und Google Adwords ausprobieren wollte und zweitens, weil er Google Adwords im Rahmen seines Diplomlehrgangs „Online Marketing“  zum Thema seiner Abschlussarbeit gemacht hat. Netterweise stellt er uns die Ergebnisse seiner Arbeit zur Verfügung, wofür ich ihm ganz herzlich danken möchte.

 

In seiner Arbeit erfahren Sie kurz, was Suchmaschinenmarketing ist und welche Rolle die Suchmaschinenwerbung dabei spielt. Für mich besonders hilfreich waren die vier für ihn wichtigsten Parameter für die Arbeit mit Google Adwords. Dass Keywords und die Frage der Ortsauswahl entscheidend zum Erfolg einer Kampagne beitragen, ist für viele vermutlich nicht neu. Bei den anderen beiden Parametern „Sprache“ und „Anzeigentext“ habe ich dann einiges dazugelernt. Genau aus diesem Grund bin ich übrigens immer sehr froh, wenn solche Arbeiten online verfügbar sind. Erstens können andere auf diese Arbeit aufbauen, sich auf sie beziehen und zweitens lernt man als Leser oft sehr viel. So wie ich in diesem Fall. ;-)

Im Rahmen des Treffpunkt Kulturmanagement hat Stefan Kleinberger gestern auf der Basis seiner Arbeit den Input zu eben diesem Thema geliefert. Spannend war für mich unter anderem die Diskussion über die Frage, worin eigentlich der Unterschied zwischen Google Adwords und Anzeigen auf Facebook besteht und in welchen Situationen man das eine oder andere Angebot nutzen sollte. Falls Sie das Webinar gestern nicht verfolgen konnten oder einzelne Passagen noch einmal sehen möchten,  finden Sie die Aufzeichnung auf YouTube oder gleich hier unten: