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Netzwerkeffekte: unerwartet und unkontrollierbar

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Was ist der Vorteil, wenn Sie die verschiedenen Social Media Tools für Ihre Kultureinrichtung nutzen? Wenn Sie bloggen, twittern oder Ihre Präsenz in den diversen Netzwerken aufbauen? Wahrscheinlich geht es Ihnen darum, möglichst viele User mit Ihrer Botschaft zu erreichen bzw. mit ihnen in den Dialog zu treten. Und dann hoffen Sie noch auf den Netzwerkeffekt, damit möglichst viele Menschen von Ihnen und Ihren Angeboten erfahren.

Dieser Multiplikatoreffekt ist es, der das Social Web so attraktiv macht. Während Sie mit einem Brief oder einem Email-Newsletter einen klar eingegrenzten Personenkreis erreichen, kann Ihre Nachricht über Blogs oder die verschiedenen Netzwerke eine ungeahnte Verbreitung erfahren. Wer wünscht sich nicht, dass plötzlich tausende User auf die eigene Website oder das Blog zugreifen?

Das Problem dabei: wie plant man so eine Aktion? Gar nicht, behaupte ich. Ich kann für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen, damit das eintreten kann, was ich mir wünsche. Aber so etwas wie eine Garantie gibt es dafür nicht. Ganz im Gegenteil. Häufig erleben Sie solche Effekte, wenn Sie es gar nicht erwarten. Und es ist nicht gesagt, dass das, was da kommuniziert wird, eine positive Message enthält. Schlechte Nachrichten werden wesentlich lieber weitergegeben als gute.

Wie unerwartet solche Dinge geschehen, habe ich gestern erlebt. Als in der Nacht auf Freitag kurz vor Mitternacht auf Twitter die ersten Nachrichten vom Tod Michael Jacksons auftauchten, war ich betroffen. Und zugleich unsicher, denn es war nicht klar, ob diese Informationen stimmten. Mit der Musik Michael Jacksons bin ich groß geworden und deshalb suchte ich auf YouTube eines der meiner Meinung besten Lieder von ihm raus und stellte ihn in einem kurzen Beitrag online.

Das Resultat: anscheinend war ich damit sofort auf der ersten Seite, wenn man bei Google nach Michael Jackson suchte, denn die Zugriffszahlen explodierten und am Tagesende hatte ich zehnmal so viele Zugriffe wie an nomalen Tagen. Als ich den Beitrag online stellte, geschah das ganz spontan und ohne Hintergedanken. Hätte ich so eine Aktion geplant, dann hätte ich wahrscheinlich den idealen Zeitpunkt verpasst bzw. sie wäre niemals so erfolgreich gewesen, was die Zugriffszahlen angeht.

Aber dieses Erlebnis zeigt mir: das Potenzial des Internets ist ungeheuer groß, nur lässt es sich nicht wirklich in den Griff bekommen. Das macht seinen Reiz aus, dahinter steckt aber auch ein Risiko, denn kalkulieren kann ich solche Sachen eben nicht.