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Social Software: nicht immer geht es in die richtige Richtung

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Stellen Sie sich vor, Sie sollen eine wichtige Nachricht erhalten. Wenn man Sie fragt, ob diese Nachricht an Sie als Postkarte oder als Brief verschickt werden soll, werden Sie sich vermutlich für Variante 2 entscheiden. Nehmen wir außerdem an, dass die Nachricht so wichtig ist, dass sie niemand außer Ihnen lesen darf. Sie können die Nachricht irgendwo bei sich verstecken. Oder Sie zerschneiden die Nachricht und bringen jedes Wort an einem anderen Ort unter. In Punkto Sicherheit werden Sie sich vermutlich wieder für Variante 2 entscheiden.

In einer ähnlichen Situation befand ich mich, als es darum ging, einen geeigneten Anbieter für Online-Speicherplatz zu finden. Nutzt man Dropbox, dann ist das, um auf das Beispiel zurückzukommen, jeweils die Variante 1. Handelt es sich nicht um große Geheimnisse, dann ist daran nichts auszusetzen. Sehr viel spannender war in meinen Augen allerdings die Idee von Wuala. Die Dateien werden verschlüsselt, bevor sie meinen Computer verlassen, dann zerlegt und auf die Computer der verschiedenen Wuala-Nutzer verteilt. Gespeichert werden sie also nicht auf dem Server des Anbieters, sondern in einem P2P-Netzwerk, an dem sich viele UserInnen beteiligt haben, weil sie auf diese Weise kostenlosen Speicherplatz bekommen konnten. Ich selbst fand diese Idee toll und habe in den letzten Monaten knapp 20GB Speicherplatz angesammelt.

Nun hat Wuala das System umgestellt und speichert meine Daten auf einem zentralen Server ab. Begründet wird das mit dem enormen Aufwand und einem Systemwechsel. Ich finde diese Entwicklung bedauerlich, denn damit verliert Wuala sein Alleinstellungsmerkmal. Die Idee, Sicherheit über ein P2P-Netzwerk herzustellen, hat Charme und bei mir bis heute immer fehlerlos funktioniert.

Ob ich Wuala weiterhin nutzen werde, weiß ich noch nicht, denn mit Bitcasa steht ein Anbieter in den Startlöchern, der ein ähnliches Verschlüsselungssystem verwendet und mir für monatlich 10 USD unbegrenzten Speicherplatz anbietet (siehe dazu: Bitcasa macht verschlüsselten Onlinespeicher sexy). Der Nachteil: deren Server stehen vermutlich in den USA. Da ist mir ein Server in der Schweiz schon lieber. Wuala zeigt, wie schnell man den Kredit bei seinen UserInnen verspielen kann, wenn man die in ihren Augen falsche Entscheidung trifft (siehe dazu die Forenkommentare).

Aber der Eigentümer von Wuala, das französische Unternehmen LaCie, ist nicht alleine: auch Delicious hat sich durch den Relaunch in eine Richtung entwickelt, die es als Social-Bookmarking-Tool fast unbrauchbar macht. Eigentlich schade…

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Social Media: das Ende von Delicious

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Es gab eine Zeit, da gehörte Yahoo zu den Unternehmen, die das Internet prägten und eine dementsprechende Präsenz aufwiesen. Den Sprung in das Social Web haben sie aber nie geschafft. Um den Anschluss nicht zu verlieren, wurden Plattformen gekauft, die Fotoplattform Flickr zum Beispiel oder den Social Bookmarking-Dienst Delicious.

Eine Weiterentwicklung von Delicious fand nie statt, im Unterschied zu Mister Wong oder Diigo. Nun wird Delicious sang- und klanglos dichtgemacht, vermeldet TechCrunch. Ich finde das schade, denn Delicious war nicht nur praktisch, sondern hatte wahrscheinlich auch die größte Verbreitung, d.h. die Chance, hier gute Seiten zu finden, war groß.

Wer nur einen Social Bookmarking-Dienst benötigt, muss sich nun entscheiden. Ich persönlich nutze weiter Mister Wong und Diigo, weil beide ihre Vorteile haben. Mit Diigo kann man sehr gut arbeiten, vor allem die Möglichkeit, Text zu markieren und mit Kommentaren zu versehen, ist für mich Gold wert (Vorsicht, in der kostenlosen Basisversion ist dieses Feature eingeschränkt, d.h. man kann nur eine bestimmte Anzahl von Markierungen vornehmen). Aber auch die Entwicklung von Mister Wong ist interessant.

Probieren Sie beide aus, Sie finden mich sowohl auf Mister-Wong als auch auf Diigo.