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stARTcamp Wien: Am 15. Juni sind wir in der Kunsthalle im Museumsquartier zu Gast

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Credit: Kunsthalle Wien Museumsquartier, © Kunsthalle Wien 2014, Foto: Stephan Wyckoff

Lange hat es gedauert, aber nun ist es soweit: Ich freue mich, die 5. Ausgabe des stARTcamp Wien ankündigen zu dürfen. Am 15. Juni 2018 sind wir zu Gast im Museumsquartier in der Kunsthalle Wien (Museumsplatz 1, 1070 Wien), also genau an dem Ort, wo wir am 23. August 2013 begonnen haben (siehe dazu die Ankündigung des stARTcamps hier im Blog).

Nachdem wir im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen mit dem World-Café gemacht haben und zu interessanten Ergebnissen gekommen sind (siehe dazu: „Rückblick auf das stARTcamp Wien„), konzentrieren wir uns 2018 wieder auf das gute alte Barcamp-Format mit vielen spannenden Sessions. Wir, das sind dieses Mal Anne Aschenbrenner und ich. Zusammen haben wir das #scvie18 unter das Motto „Engage your Audience“ gestellt. Wir beide sind der Ansicht, dass es für die Kultureinrichtungen nicht nur darum geht, möglichst viele Fans oder Follower zu haben, sondern um die Frage, welchen Wert ihre Beziehung mit den UserInnen bzw. BesucherInnen hat.

Die Grafik soll veranschaulichen, warum ich die Änderungen im Facebook-Newsfeed vor allem als Chance sehe. In meinem Beitrag „Social Media: Engagement statt Interaktion“ für das Kulturkonzepte-Blog habe ich beschrieben, wie der Weg zu einer qualitativ sich ständig weiter entwickelnden Beziehung aussehen kann. Mit diesem Weg wollen wir uns am 15. Juni in der Kunsthalle Wien beschäftigen. Ist der Aufbau einer Community ein sinnvoller Ansatz? Helfen mir dabei Apps und Chatbots? Um diese und noch viele anderen Fragen in diesem Kontext soll es am 15. Juni in der Kunsthalle Wien gehen. Ob wir darauf auch Antworten erhalten, hängt von Ihnen ab. Sie selbst tragen zum Erfolg des stARTcamps bei. Lehnen sich alle bequem zurück und lassen sich berieseln, dann wird es ein fader Tag. Aber keine Sorge, die vergangenen stARTcamps waren nie langweilig. Es gab interessante Sessions, genügend Freiräume, um sich kennenzulernen und auszutauschen sowie ein gutes Catering. All das wird es auch dieses Jahr wieder geben, mit 35 Euro sind Sie dabei. ;-)

Eventbrite - stARTcamp Wien

Ein weiterer Grund für dieses Thema ist für uns das Europäische Kulturerbejahr, das es dieses Jahr zu feiern gilt. Auf der Website des Bundeskanzleramts, in dem Kunst und Kultur zu Hause sind, kann man nachlesen, dass

„mit dem Themenjahr (…) das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte geschärft und das Gefühl einer europäischen Identität gestärkt werden (soll).“

Das Ziel sei es außerdem, die Rolle des Kulturerbes für die Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und die Bedeutung von dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit hervorzuheben, heißt es dort weiter. Mit Hilfe von partizipativen Ansätzen sollen alle Mitglieder der Gesellschaft und hier besonders junge Menschen angesprochen werden.

Auch hier heißt es: „Engage your Audience“, um gemeinsam Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bauen. Aber wie funktioniert das im digitalen Zeitalter, in dem praktisch alles gespeichert und aufbewahrt wird? Welche Rolle spielen dabei Archive oder Museen, wenn doch alles digital verfügbar ist? Brauchen wir diese Institutionen noch oder reicht ein Supercomputer mit ausreichend Speicherplatz?

Um diesen Fragen genügend Raum zu geben, lädt das ORF-Dialogforum schon einen Tag vorher, am 14. Juni zu einer Diskussionsveranstaltung ein, die den Titel „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“ trägt. Sie beginnt um 19 Uhr und findet im Studio 3 des Radiokulturhaus in der Argentinierstraße 30a in 1040 Wien statt. Die Teilnahme daran ist kostenlos, die Anmeldung ist ab sofort per Mail unter praesentation@orf.at möglich.

Mit dieser Veranstaltung soll der Versuch unternommen werden, einen Rahmen zu schaffen für die Abläufe, die in obiger Grafik abgebildet sind. Ich beziehe mich in diesem Zusammenhang gerne auf den von den beiden Kulturwissenschaftlern Aleida und Jan Assmann geprägten Begriff des kulturellen Gedächtnisses. Es ist nicht nur in uns Menschen angesiedelt, wie etwa das individuelle und das kollektive Gedächtnis, sondern es „objektiviert sich auch in Dingen wie Texten, Symbolen oder Bildern“, so Jan Assmann. Mit der Hilfe dieser Artefakte, wie beide es nennen, schützen sich die Gesellschaften vor dem Vergessen. Die Konservierung und Pflege der kulturellen Artefakte ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Wirkungsweise unseres kulturellen Gedächtnisses.

Aber wie sieht Vergessen aus in einer Zeit, in der alles digital abgespeichert werden kann und wird? Können wir überhaupt noch vergessen? Und wie ist es möglich, sich an etwas zu erinnern, das ich noch nie vergessen habe? Was bedeutet das für ein Europäisches Kulturerbejahr, in dem das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte geschärft werden soll?

Den Rahmen dafür stecken wir in der ORF-Diskussionsveranstaltung „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“ ab. Mit der Frage, wie Kultureinrichtungen und die digitalen und analogen BesucherInnen dabei miteinander vorgehen, wie sie Beziehungen aufbauen um füreinander Mehrwerte zu schaffen, beschäftigen wir uns dann am 15. Juni in der Kunsthalle Wien (im Museumsquartier) beim stARTcamp.

Ich würde mich freuen, wenn Sie bei beiden Veranstaltungen dabei sind, hier noch einmal die wichtigsten Infos:

  • ORF-Dialogforum:
    • Thema: „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“
    • Datum: 14. Juni 2018
    • Beginn: 19 Uhr
    • Ort: Radiokulturhaus, Studio 3 (Argentinierstarße 30a, 1040 Wien)
    • Anmeldung: per Mail an praesentation@orf.at
    • Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos

 

  • stARTcamp (#scvie18):
    • Thema: Engage your Audience“
    • Datum: 15. Juni 2018
    • Beginn: 9:30 Uhr (Einlass ab 9 Uhr)
    • Ort: Kunsthalle Wien im Museumsquartier (Museumsplatz 1, 1070 Wien)
    • Tickets: online auf der Plattform Eventbrite
    • Kosten: 35 Euro