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Social Media: wie geht es weiter?

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Gestern ist mir dieser Tweet, den Andreas Klisch veröffentlicht hat, aufgefallen:

Er führt zu einem Artikel, in dem die Frage gestellt wird, wann die Social Media Blase platzt? Nicht ob, sondern wann? Ich denke, diese Sichtweise ist richtig, denn wenn man den Hype Zyklus betrachtet, und wir können wohl von einem Hype sprechen, dann befinden wir uns jetzt gerade entweder kurz vor oder bereits auf dem Höhepunkt der Kurve.


Gartner Hype-Zyklus (veröffentlicht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Was bedeutet das für Kultureinrichtungen? In dem oben erwähnten Artikel heißt es:

„Irgendwann werden wir nicht mehr am Blog unseres Friseurs, am Check In von hunderten Bekannten in beliebigen Shops oder Lokalen oder an den Tweets von In-Locations interessiert sein, weil es einfach zu viel wird. Und das wird die, die später in den Markt eingetreten sind, stärker treffen, als die „Firstmover“, die jetzt schon groß sind. Für Unternehmen kommt es darauf an, eine langfristige Strategie zu definieren, die authentisch und im Einklang mit den Werten des Unternehmens ist. Die, die jetzt nur aufspringen weil SM in ist, werden auch die ersten sein, die wieder verschwinden oder ihre Investments abschreiben können.“

Mit jedem Blog, jedem Twitteraccount oder Facebook-Profil treten wir in Konkurrenz zu all den Kultureinrichtungen, die sich zu dem gleichen Schritt entschieden haben. Bis vor kurzem war es etwas Besonderes, im Social Web präsent zu sein, man konnte damit Aufmerksamkeit erregen. Aber wenn Sie heute jemandem erzählen, dass Sie nun auf Twitter sind, dann ist das ungefähr so spannend wie die Meldung über den Ankauf eines Smartphones.

Die Herausforderung besteht darin, eine Strategie zu entwickeln, die die Einzigartigkeit der Einrichtung auch im Internet abbildet, so wie das etwa die Bayerische Staatsoper (auch wenn der Vernetzungsgedanke noch fehlt), das Neanderthal Museum oder die Beispiele, die ich immer wieder hier im Blog erwähne, tun. Twitteraccounts wie dieser werden entweder verschwinden oder als nicht besonders vorteilhafte Visitenkarte im Internet zurückbleiben.

Im Augenblick ist es noch schwierig, über die Ziele und Möglichkeiten des Social Web zu sprechen, weil es vielen reicht, einfach dabei zu sein. Wir merken das übrigens auch bei der stARTconference, bei der es heuer viel schwieriger ist, Begeisterung für das Thema Web 2.0 zu wecken. Oft wird einem das Gefühl vermittelt, dass man das eh schon alles weiß. Wie war das noch mit Second Life? Auch damals wollten alle dabei sein, beeindruckende Präsenzen entstanden. Und heute? Der Hype ist vorbei, viele „Inseln“, für teures Geld aufgebaut, sind verwaist, weil die Erwartungen falsch oder überzogen waren.

Es besteht die Gefahr, dass es vielen im Social Web ähnlich gehen wird, so die Logik des Hype Zirkels. Tun Sie was dagegen, dass Sie nicht dazu gehören.