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Das neue EU-Kulturförderprogramm „Creative Europe“ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Noch in diesem ersten Halbjahr und damit unter der irischen Ratspräsidentschaft soll das neue EU-Förderprogramm „Kreatives Europa“ endgültig fixiert werden. Als die Europäische Kommission am 23. November 2011 ihre Pläne präsentierte, war klar, dass sich das neue vom alten Programm erheblich unterscheiden wird. In ihrer Presseaussendung machte die Kommission klar, dass es ihr fortan nicht mehr nur um Kunst und Kultur, sondern um den gesamten Kreativbereich gehen wird (siehe dazu auch mein Blogpost „EU: das neue Förderprogramm ‚Kreatives Europa‘„). Zwar wird das Programm weiterhin die kulturelle und sprachliche Vielfalt bewahren und fördern, wie es darin heißt. Zugleich stellt die Kultur- und Kreativbranche aber auch einen wichtiger Treiber für Wachstum und Beschäftigung dar, ökonomische Aspekte spielen also eine gewichtige Rolle und vermutlich sind sie es, die dazu geführt haben, dass das neue Rahmenprogramm für den Kultur- und Kreativsektor für die Jahre 2014 bis 2020 mit insgesamt 1,8 Mrd. Euro wesentlich üppiger dotiert ist als seine Vorgängerprogramme.

Es wird dabei nicht nur die Förderprogramme Kultur, Media und Media Mundus zusammenführen, sondern darüber hinaus einen eigenen Garantiefonds auflegen, über den kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Kreativwirtschaft an rückzahlbare Darlehen kommen können. Das klingt beim ersten Hinhören so gar nicht nach einem Förderinstrument für kleine Theater oder Kammerorchester, aber wenn dadurch Zwischenfinanzierungen ermöglicht werden, wäre das schon mal recht hilfreich, schließlich stehen nicht jeder Kultureinrichtung fünf- oder sechsstellige Beträge aus dem Cash-Flow zur Verfügung.

Um die beiden Ziele „Förderung der kulturellen Vielfalt“ und „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Kreativsektors“ erreichen zu können, setzt die Kommission verschiedene Prioritäten. Im Rahmen von kreatives Europa geht es ihr um:

  • die Föderung der transnationalen Mobilität von AkteurInnen und Werken,
  • die Entwicklung von Kompetenzen für transnationale Zusammenarbeit,
  • die Erschließung neuer Publikumsschichten,
  • die Stärkung der Finanzkraft des Kultur- und Kreativsektors sowie
  • die Entwicklung einer transnationalen politischen Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Das Programm „Kreatives Europa“ gliedert sich in drei Aktionsbereiche

Aber schauen wir uns das Programm mal etwas genauer an. 30 Prozent des Gesamtbudgets sind für den Aktionsbereich Kultur bestimmt, das sind knapp 500 Mio. Euro, immerhin eine Steigerung gegenüber dem jetzt laufenden Kulturförderprogramm von gut 20 Prozent. Investiert wird diese Summe in grenzüberschreitende Kooperationen, den Aufbau europäischer Netzwerke, literarische Übersetzungsprojekte, den Aufbau einer Plattform, die die Mobilität von KünstlerInnen und Werken fördern soll sowie in Großprojekte wie die Kulturhauptstadt und – neu – ein Kulturerbe-Siegel.

Wer sich ein klein wenig mit der Materie auskennt, stellt fest, dass sich in diesem Bereich wohl nicht sehr viel ändern wird. Die Frage ist, ob hier irgendwelche Grenzen zur Kreativwirtschaft gezogen werden? Was ist zum Beispiel mit der Architektur, bei der es natürlich Überschneidungen mit dem künstlerischen Bereich gibt. Je offener man sich hier gibt, desto mehr wird die doch immerhin gut zwanzigprozentige Erhöhung des Budgets verwässert.

Den Löwenanteil, nämlich 55 Prozent oder 950 Mio. Euro erhält der Aktionsbereich Media. Wie auch schon in der Vergangenheit geht es hier um die Fördermaßnahmen in den Bereichen

  • Training und Vernetzung,
  • europäische Koproduktionen,
  • Internationalisierung,
  • Verleih- und Vertriebsförderung sowie
  • Vermarktung.

Hinzu kommt noch der Wunsch, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützen zu wollen. Gerade im Medienbereich passiert da recht viel, denke wir nur an den Hype rund um das Thema Crowdfunding.

Bleibt noch der neu geschaffene „sektorenübergreifende“ Bereich, in dem es einerseits um die Einrichtung eines Garantiefonds für KMU geht und andererseits um die transnationale politische Zusammenarbeit. Knapp 300 Mio. Euro oder 15 Prozent des Budgets sind dafür vorgesehen, mit etwas mehr als 200 Mio. Euro wird der Löwenanteil in den Garantiefonds fließen. Abgewickelt wird das Geschäft über die Banken, der European Investment Fund trägt im Falle des Scheiterns 70 Prozent des Risikos, die restlichen 30 Prozent übernehmen die Banken.

Im Rahmen der transnationalen Zusammenarbeit werden Austausch und Vernetzung der Kulturakteure inklusive der Politikverantwortlichen angestrebt. Außerdem ist unter anderem die Einrichtung einer Informationsstelle in Straßburg geplant.

Von der Theorie in die Praxis

Zwar gibt es noch keine Unterschriften unter dem neuen Förderprogramm, aber der Rahmen ist abgesteckt. Und da es bereits im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Ausschreibung geben wird, macht es Sinn, sich schon jetzt mit dem neuen Programm zu beschäftigen. Der deutsche Cultural Contact Point (CCP) bietet hierzu Ende März mehrere eintägige Seminare in Bonn, Berlin und Filderstadt an, in denen Sie auf die kommenden Ausschreibungen vorbereitet werden. Neben den formalen Kriterien, die es zu beachten gilt, erfahren Sie im Rahmen dieser Veranstaltungen auch, wie Sie an so eine Antragstellung herangehen. Falls Sie Interesse daran haben, hier finden Sie alle Informationen zum Seminarangebot des CCP Germany. In Österreich wird es solche Veranstaltungen vermutlich so wie in den letzten Jahren auch geben. Über die Termine werde ich Sie dann hier informieren.

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EU-Kulturförderprogramm: der CCP Austria bietet einen kostenlosen Workshop in Wien an

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© Stephanie Hofschlaeger ; Pixelio

An Kultureinrichtungen, die ihren Sitz in Österreich haben und im Sommer einen Antrag im Rahmen des EU-Kulturförderprogramms stellen wollen, richtet sich der Workshop des Cultural Contact Point (CCP) Austria, der am 6. Juli von 10 bis 14 Uhr in Wien stattfindet.

„Zum Workshops sind alle jene herzlich eingeladen, die an einem Antrag arbeiten und bis 5. Oktober 2011 ein Kooperationsprojekt einreichen möchten“,

heißt es in der Ankündigung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, vorausgesetzt wird aber, dass bereits ein Konzept vorliegt und die AntragstellerInnen sich bereits mit den Formularen beschäftigt haben. Eine gute Idee, denn so vergeht nicht kostbare Zeit mit Informationen, die man sich anlesen kann, sondern es können gleich ganz konkrete Fragen gestellt werden.

Informationen zum Workshop und den Link zur Anmeldung (bis spätestens 30. Juni!) finden Sie hier auf der Seite des CCP Austria. Falls Sie noch nicht soweit sind: am 14. August gibt es noch einmal einen solchen Workshop.

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Der CCP Deutschland bietet ein Seminar zur EU-Kulturförderung an [Veranstaltungshinweis]

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© Stephanie Hofschlaeger ; Pixelio

Die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte wirkt sich auch auf den Kunst- und Kulturbereich aus, die Budgets werden zusammengestrichen, Kultureinrichtungen müssen schließen. Viele sehen daher in den Mitteln, die Brüssel im Rahmen des EU-Kulturförderprogramms vergibt, eine Chance, auf diese Weise die eigenen Vorhaben finanzieren zu können.

Wenn Sie noch nie einen EU-Förderantrag gestellt haben oder sich unsicher fühlen, was das Antragsprozedere angeht, dann ist das Seminarangebot des deutschen Cultural Contact Point vielleicht ganz hilfreich für Sie. Er veranstaltet am 24. und 25. Mai in Bonn einen jeweils eintägigen Workshop. Von 11 bis 16 Uhr erfahren Sie, worauf Sie bei der Antragstellung achten müssen und welche formalen und inhaltlichen Anforderungen es zu berücksichtigen gilt.

„Zudem bietet eine EU-erfahrene Vertreterin mehrerer geförderter Projekte wertvolle praktische Einblicke. Hier haben Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Tipps zur erfolgreichen Antragstellung und Projektdurchführung aus erster Hand zu erhalten,“

heißt es in der Ankündigung. Die Zahl der TeilnehmerInnen ist auf jeweils 20 beschränkt, die Kosten für die Teilnahme betragen 45 Euro, die Anmeldung ist per Mail möglich.

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Workshopreihe zum Thema EU-Förderungen in Wien

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Schon seit letztem Jahr bietet der österreichische Cultural Contact Point eine kostenlose Workshopreihe an, in der es um die Planung und Umsetzung von EU-geförderten Projekten geht. Am 12. April findet in Wien der sechste Workshop statt, der den schönen Titel „Navigating through Chaos“ trägt.

In dem Workshop lernen die TeilnehmerInnen die Besonderheiten der EU-Projektplanung kennen, heißt es in der Ankündigung:

„Wann müssen welche Aktivitäten geplant werden? Welche Vorgaben werden vonseiten der EU gesetzt? Welche Instrumente und Hilfsmittel können die Projektplanung unterstützen?“

Das sind einige der Fragen, die am 12. April zwischen 9:30 und 14 Uhr beantwortet werden. Wenn Sie bei Ihrem nächsten EU-Projekt Chaos vermeiden wollen, können sie sich hier bis 5.4. anmelden.