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#followamuseum

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Wer heute auf Twitter aktiv ist, wird wahrscheinlich des öfteren auf #followamuseum stoßen. Die Idee ist gut: wer auf Twitter aktiv ist, kann mit Hilfe des Hashtag #followamuseum auf Museen aufmerksam machen, die auf Twitter aktiv sind. Im letzten Jahr stieß die Aktion auf breites Interesse und war für die Museen ein voller Erfolg. Ob sich der dieses Jahr wiederholen lässt, wird der heutige Tag zeigen. Museen, die auf Twitter vertreten sind, gibt es mittlerweile ja recht viele.

Die Frage ist, ob die Aktion neben dem Zuwachs an Followern auch einen nachhaltigen Nutzen gebracht hat. Ich habe mir auf der im letzten Jahr für diese Aktion erstellten Website die österreichischen Museen angeschaut, die sich 2010 daran beteiligt haben. Ob sich dadurch etwas verändert hat, weiß ich nicht so genau. Betrachtet man die Aktivitäten der Museen (die sich letztes Jahr an #followamuseum beteiligt haben) , dann fällt auf, dass nur das jüdische Museum in Eisenstadt über 1.000 Follower hat und nur dieses Museum dementsprechend vielen UserInnen auf Twitter folgt.

Wenn das direkte Gespräch mit den (potenziellen) Zielgruppen der Grund für den Einstieg in das Social Web ist, dann muss man denen auch folgen, sonst bekommt man gar nicht mit, worüber die Follower auf Twitter kommunizieren. Und das ist die Voraussetzung für ein Gespräch. Insofern wiederhole ich meinen Vorschlag, dass auf den #followamuseum – Tag eigentlich demnächst ein #followmyfollowers – Tag folgen müsste, an dem die Museen ihre Follower vorstellen. Sonst verkommt die eigentlich gute Idee zur billigen Marketingaktion.

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Kommt nach dem #followamuseum-Tag der #followyourfollower-Tag?

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Mehr als 1.500 neue Follower für twitternde Museen, das ist doch ein schöner Erfolg für den 1. Februar, den MuseumMarketing-Blogger Jim Richardson initiiert hat. In UK und den USA schaffte es #followamuseum sogar in die Top Trends. Insofern kann Jim Richardson berechtigterweise von einem Erfolg sprechen.

Unzählige Museen sind mittlerweile auf Twitter vertreten, JimRichardson hat für den 1. Februar sogar ein eigenes Verzeichnis erstellt, in dem die Museen nach Ländern geordnet leicht zu finden sind. Eines ist mir beim Durchklicken verschiedener Accounts allerdings aufgefallen: die große Mehrheit der Museen hat zwar relativ viele Follower, folgt aber nur wenigen. So folgen zum Beispiel dem Tate-Account, hinter dem sich Tate-Britain, Tate Modern, Tate Liverpool und Tate  St. Ives verbergen mehr als 38.000 Follower. Tate selbst folgt aber nur 570 Twitterern. Nun kann man argumentieren, dass das bei bekannten Kultureinrichtungen normal ist, aber bei eher unbekannten Museen schauen die Relationen ähnlich aus.

Wenn man sich dann noch die Tweets der einzelnen Museen anschaut, dann kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis: das ist häufig Kommunikation 1.0. Das Museum verbreitet Nachrichten und die interessierten UserInnen warten andächtig darauf. Von Dialog spürt und sieht man eher weniger. Es gibt Museen, in deren Tweets findet man nicht eine einzige Reaktion auf andere Twitterer (zu erkennen an Tweets, die mit @ beginnen). Die Sache scheint  also sehr einseitig.

Daher stellt sich für mich die Frage: was machen die Museen denn nun mit den vielen neuen Followern? Sich freuen, dass sich die Zahl der Verfolger um x% erhöht hat? Mag sein, dass sich dadurch die eine oder andere neue BesucherIn in ein Museum verirrt. Aber dafür hätte es die Aktion nicht gebraucht.

Museen, die das Social Web Ernst nehmen und am Dialog interessiert sind (vom Community-Ansatz will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen), müssten doch eigentlich froh sein, so viele neue Dialogpartner zu finden. Bei einem Verhältnis von 570:38.000 oder auch 50:1.200 kann ich mir das aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Deshalb wäre es unter Umständen ganz sinnvoll, möglichst bald für die Museen einen #followyourfollower-Tag zu veranstalten, der den Häusern die Möglichkeit gibt, ihren Followern zu folgen. Sonst war die ganze Aktion sinnlos.