All Posts Tagged ‘geschäftsbericht

Post

Museen: Der Geschäftsbericht auf dem iPad

1 comment

Apple iPad„; By John Karakatsanis (CC-Lizenz)

Ich habe mich in den letzten Tagen etwas umgesehen und versucht herauszufinden, auf welche Weise Kultureinrichtungen sich mit dem mobilen Web beschäftigen. Viele von ihnen verfügen mittlerweile über eine mobile Website oder haben Apps für die verschiedenen Smartphones. Etwas geringer fällt die Zahl der Apps für das iPad aus, wobei es sich meist um Angebote handelt, die für iPhone und iPad zur Verfügung stehen.

Christoph Deeg beschäftigt sich in seinem aktuellen Blogpost mit den Herausforderungen, die das mobile Web den Bibliotheken bringt und hat eine „Mobile-Internet-Roadshow“ entwickelt, in der er die verschiedenen Geräte vorstellt und die TeilnehmerInnen dieses Workshops die Endgeräte einfach ausprobieren lässt. Eine in meinen Augen kluge Idee, denn nur durch den Umgang mit den Geräten bekommt man ein Gespür dafür.

Wichtig ist, so denke ich, dass wir uns klar machen, dass die Angebote für Smartphones und Tablet-PCs höchst unterschiedlich sein können, denn wir nutzen beide Gerätetypen oft auf völlig verschiedene Art und Weise. Während das Smartphone meist der reinen Informationsbeschaffung dient, lassen sich auf den Tablet-PCs Informationen ganz anders aufbereiten, zum Beispiel multimedial. Wie lässt sich denn nun aber ein Tablet-PC überhaupt sinnvoll einsetzen? Ich bin bei meiner Suche auf das San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) gestoßen, das sich dazu entschlossen hat, den Geschäftsbericht für das Jahr 2011 als iPad-App anzubieten.

Der Geschäftsbericht wird als PDF oder als iPad-App angeboten

Auf der Website des Museums kann ich mich mich nun entscheiden, ob ich den Jahresbericht als PDF oder als iPad-App lesen möchte. Nichts gegen das PDF, aber Sie werden schnell merken, dass das Format nicht besonders nutzerfreundlich ist und wir es vor allem mit Informationen in Txtform zu tun haben. Auf Bilder wurde zwar nicht verzichtet, aber sie fallen recht klein aus und machen deshalb keinen großen Eindruck. Ganz anders die iPad-App.

Screenshot iPad-App

Vergleichen Sie diesen Einstieg mit der Titelseite des PDF und Sie werden zugeben müssen, dass der erste Eindruck unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Bildqualität ist hoch und durch die hohe Auflösung des Bildschirms entfalten die Fotos ihre Wirkung.

Screenshot iPad-App

Ein weiterer Punkt ist in meinen Augen wichtig: Über die App sind Sie direkt mit der Website des Museums verbunden. Sie werden an die verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen erinnert und haben sofort den direkten Link zu den jeweiligen Unterseiten, um sich zum Beispiel noch einmal genauer über eine Ausstellung zu informieren. Wichtig scheint mir dabei das Zusammenspiel von Text und Bild zu sein, das auf der Website des SFMOMA gut funktioniert.

Ich finde aber auch schnell wieder zur App zurück und kann mich weiter mit den Inhalten des Jahresberichts befassen. Ob das nun die Schenkungen der UnterstützerInnen sind oder die Ankäufe, ich bekomme jedes einzelne Objekt aufgelistet. Allerdings entspricht diese Liste 1:1 dem, was auch im PDF zu lesen ist. Hier hätte man sicher noch etwas kreativer sein und die Objekte entweder als Foto abbilden oder auch entsprechende Links zur Verfügung stellen können. Auch beim Thema Finanzen ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, die Grafik wirkt zwar auf dem iPad beeindruckender als im PDF, inhaltlich besteht aber kein Unterschied. Aber der Anfang ist gemacht.

Screenshot iPad

Post

Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert erstmals einen Geschäftsbericht

Leave a reply

Ende des letzten Jahres stellte ich in meinem Beitrag „Transparenz im Museum: ein Dashboard zeigt die Erfolgsindikatoren an“ das Indianapolis Museum of Art vor, das versucht, die Erfolgsindikatoren der eigenen Arbeit grafisch aufzubereiten und so für eine Transparenz zu sorgen, die ich bei unseren Museen vermisse. Bis jetzt, denn vor wenigen Tagen erhielt ich vom Kunsthistorischen Museum in Wien den erstmals veröffentlichten Geschäftsbericht zugeschickt.

„Wir folgen damit einer Tendenz, die seit längerer Zeit in nahezu allen Kulturinstitutionen zu beobachten ist (…)“,

schreiben Generaldirektorin Sabine Haag und der kaufmännische Geschäftsführer Paul Frey in ihrem Vorwort. Was für die BesucherInnen eines Museums in der Regel nicht so interessant sein mag, ist für KulturmanagerInnen natürlich von großer Bedeutung, um verstehen zu können, wie Kulturbetriebe, in diesem Fall ein Museum, funktionieren.

Im Geschäftsbericht erfährt man nicht nur, wie viele BesucherInnen das KHM 2009 hatte, welche Standorte (z.B. Schatzkammer oder Österreichisches Theatermuseum) sie besuchten, sondern auch, woher die BesucherInnen kamen. Lediglich 25% der BesucherInnen sind aus Österreich, während das doch ziemlich weit entfernte Japan fast 10% der BesucherInnen stellt und damit die USA (7,35%) relativ deutlich übertrifft.

Interessant wird in diesem Zusammenhang sein, ob die Einführung eines Jahrestickets zum Preis von 29 Euro dazu führt, dass mehr ÖsterreicherInnen das KHM besuchen, denn die werden damit ja in erster Linie angesprochen. Angenommen wird das Jahresticket, denn laut Geschäftsbericht konnten innerhalb der ersten sechs Wochen 12.000 Jahreskarten verkauft werden. Wobei das Ticket nicht an das Kalenderjahr gebunden, sondern jederzeit erwerb- und nutzbar ist.

Wie viele MitarbeiterInnen hat das KHM, mit welchen Ausstellungshäusern wurde 2009 kooperiert und wie sieht die Bilanz für 2009 aus, auch darüber informiert der Geschäftsbericht, der neben einer Printfassung auch als PDF zum Download zur Verfügung steht. Nun kann man natürlich in diesen Bericht noch sehr viel mehr Informationen packen. So hätte ich mir etwa im Bereich Sponsoring nicht nur eine Auflistung der Partner gewünscht, sondern weiterführende Infos, wie die Zusammenarbeit jeweils aussieht. Aber das kann ja noch werden. Begrüßenswert ist, dass es überhaupt einen Geschäftsbericht gibt. Selbstverständlich ist das nämlich noch nicht.