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Wozu brauche ich eigentlich einen Social Media Newsroom?

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Vor einiger Zeit habe ich über die Möglichkeit geschrieben, eine Social Media Press Releases online (zu) erstellen. Das dort vorgestellte Angebot von PitchEngine fand ich gar nicht so schlecht, vor allem, weil es einen dabei unterstützt, Ordnung in die ganze Sache zu bringen. Mittlerweile bin ich aber zu dem Ergebnis gekommen, dass man wahrscheinlich wesentlich besser mit der Kombination Netvibes und Posterous fährt, ergänzt durch Fotos, Video oder auch (Social) Bookmarks.

Aber egal, welche Variante man nun wählt: wozu brauchen wir so etwas eigentlich? Ulrike Schmid hat das Thema auf ihrem Blog aufgegriffen und stellt in ihrem Beitrag „Social Media Release oder einfach nur Kulturnews“ fest, dass man mit solchen Social Media Templates kaum jemanden erreichen kann. Eine Nachfrage bei einigen Journalisten hat nämlich laut Ulrike Schmid ergeben:

„Social-Media-Templates schauen sie sich gar nicht an, ebenso wenig die kostenlosen Online-Presse-Portale. Kostenpflichtige Presseportale wie news aktuell schon eher.“

Ihre Schlussfolgerung:

„Nutzt man nun also Social-Media-Templates oder kostenlose Online-Portale muss man sich im Klaren sein, dass man festangestellte Journalisten nicht erreicht. Zu den für meine Kunden entscheidenden Journalisten habe ich allerdings eh den persönlichen Kontakt und spreche sie auch individuell an. Insofern dienen mir diese Portale und Templates nur dazu, um Blogger, evtl. auch freie Journalisten, die auf der Suche nach einem Thema sind, oder andere generell am Thema Interessierte zu erreichen. Und sie sind natürlich für die Online-Reputation und die generelle Sichtbarkeit im Netz wichtig.“

Gut, festangestellte Journalisten schauen also nur in kostenpflichtige Presseportale rein. Wer nun mit dem Gedanken spielt, einen Social Media Newsroom einzurichten, wird sich sagen: ein Glück, dass es immer weniger festangestellte Journalisten gibt, denn dadurch erhöht sich die Chance, dass mein Newsroom überhaupt wahrgenommen wird. Vielleicht sinkt ihre Zahl auch deshalb, weil sie nie auf der Suche nach einem neuen Thema sind, aber das ist jetzt zugegeben eine recht böse Interpretation dessen, was Ulrike Schmid in ihrem Blogpost geschrieben hat.

Aber auch ohne böse Absicht klingt da durch: die Profis bekommen ihre Informationen im persönlichen Gespräch, für alle anderen ist der Social Media Newsroom gedacht. Richtig?

Ich sehe das etwas anders, denn mit Hilfe eines Social Media Newsrooms möchte ich nicht einfach nur für meine Presseaussendungen einen weiteren Kanal schaffen, sondern dieser Newsroom dient in meinen Augen dazu, zusätzliche Informationen zu einem bestimmten Thema bereit zu stellen. Wenn ich also als Journalist im Social Media Newsroom von Ulrike Schmid (siehe Screenshot) beispielsweise  den Hinweis finde, dass das Programmheft der 42. Würzburger Bachtage erschienen ist, dann ist es zwar für mich als Journalist sehr hilfreich, im Posterous-Beitrag das via scribd eingebundene Programm vorzufinden.

Aber ob das nun eine Geschichte wert ist, vermag ich so noch nicht abzuschätzen. Gut, nun kann ich also anrufen, aber erfahre ich so, ob das eine Geschichte wird? Eigentlich bin ich ja erst dabei herauszufinden, ob das überhaupt eine Story für mich ist. Jedes Mal irgendwo anzurufen, nur um das herauszufinden, kostet vermutlich relativ viel Zeit. Ganz abgesehen davon verfolgen meine Gesprächspartner verständlicherweise ganz andere Interessen und sind so keine wirkliche Hilfe, um meine Frage, ob das eine Story werden kann, zu beantworten. Für sie ist das bereits eine Story und so sind nicht nur die Ziele, die mein Gegenüber und ich verfolgen, höchst unterschiedlich, sondern vermutlich auch die Kriterien.

Vielleicht höre ich zum ersten Mal von den Würzburger Bachtagen? Wer steckt da dahinter? Jetzt wäre ein Link hilfreich. Oder ein Text, der kurz beschreibt, was es mit den Bachtagen in Würzburg auf sich hat. Vielleicht gibt es von den letzten Jahren Fotos oder Videos, die mir helfen, einen Eindruck zu gewinnen und die ich dann in der Online-Ausgabe der Zeitung, in der der Artikel dann erscheinen soll, einbauen kann. Ein Punkt, der häufig unterschätzt wird.

Toll, wenn ich im Social Media Newsroom alle diese Informationen finde. Und Fotos, die ich auch verwenden darf. Noch besser ist es, wenn ich dort ein paar Links (Social Bookmarking) vorfinde, die mir die Möglichkeit geben, mich über den Komponisten zu informieren. Das schaffe ich im Fall von Bach wahrscheinlich auch ohne Links, aber es gibt genügend Komponisten, bei denen ich froh bin, wenn mich jemand mit Informationen versorgt.

Wer seinen Social Media Newsroom so aufsetzt, wird, kann sich, so behaupte ich, als wichtige Anlaufstelle für all diejenigen etablieren, die auf der Suche nach Informationen sind. Damit verbunden ist, wie Ulrike Schmid völlig richtig schreibt, ein Reputationsgewinn bzw. eine generelle Sichtbarkeit im Netz. Im Idealfall beginnen Journalisten irgendwann einmal ihre Recherchen in meinem Social Media Newsroom. Auch wenn sie festangestellt sind. ;-)

Aber noch einmal zurück zum Angebot von PitchEngine. Das hat gegenüber anderen Angeboten den großen Vorteil, dass hier Agentur und Künstler sauber getrennt sind, weil die Struktur so angelegt ist. Nutzt man Netvibes, Posterous und all die anderen Social Media-Kanäle, dann muss man ohne Templates auskommen und läuft Gefahr, dass die klaren Strukturen verloren gehen. Am Ende weiß der Journalist dann nicht mehr, ob der Social Media Newsroom dazu dient, die Agentur zu bewerben oder die Künstler, die die Agentur vertritt. Das ist ein nicht unwichtiger Unterschied!

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So könnte der Pressebereich Ihrer Website aussehen

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In meinem Blogpost „Die Idee, junge Kunst zu unterstützen ist gut, aber…„, in dem es um einen Wiener Kunstverein ging, bemängelte ich das Fehlen von aktuellem Pressematerial. Matthias fragte in einem Kommentar, welche Informationen man denn für die Presse bereitstellen müsse?

In einem früheren Blogbeitrag habe ich auf das (kostenlose) eBook „How to Connect With New Media“ von Drew McManus hingewiesen. Dieses eBook ist deshalb sehr hilfreich, weil es aufzeigt, dass es neben den klassischen Printmedien, die weiterhin mit Pressetexten und Fotos bedient werden wollen, mittlerweile auch sogenannte „new media outlets“ (McManus meint damit vor allem Weblogs) gibt. Diese müssen auf ganz andere Art und Weise mit Inhalten versorgt werden, wenn man von ihnen wahrgenommen werden möchte.

Eine Möglichkeit, die eigenen Informationen entsprechend aufzubereiten, stellt der Social Media Room dar. Bevor ich jetzt mit langatmigen Erklärungen beginne, zeige ich lieber zwei Beispiele, wie so ein Bereich aussehen kann. Ich würde ja gerne auf ein paar Kultureinrichtungen verweisen, aber leider sind wir da noch nicht ganz so weit. Deshalb bin ich froh, auf dem Bernetblog zwei schöne Beispiele aus dem Unternehmensbereich gefunden zu haben.

Vor allem der Electrolux Newsroom gefällt mir, weil er so klar strukturiert ist (Bitte Bild anklicken, um zur Originalseite zu gelangen).

Was mir auf dieser Seite fehlt, sind die Links nach draußen,die inhaltliche Querverweise ermöglichen. Das wiederum bietet der Newsroom von GM Europe (auch wieder bitte das Bild anklicken):