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„Der Mann ohne Eigenschaften“: das Hörspiel zum Download

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Als ich vor etlichen Jahren noch viel mit dem Auto zwischen Wien, München und Nürnberg unterwegs war, ging es mir wie vielen anderen auch: die Zeit wurde lang, das Gedudel im Radio ging einem auf die Nerven und die eigenen Kassetten kannte man halt auch schon. Damals begann ich, Hörspiele aufzunehmen und die dann während der Fahrt zu hören. Einer der damaligen Höhepunkte war die Hörspielfassung von Umberto Ecos Roman „Das Foucaultsche Pendel“. Ich weiß noch, dass die Zeit zwischen München und Wien wie im Flug verging und die Länge des Hörspiels ziemlich genau der Fahrtzeit entsprach. Daran musste ich denken, als ich im BiblioBlog den Hinweis entdeckte, dass der Bayerische Rundfunk derzeit Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ in einer zwanzigstündigen Hörspielfassung bringt und die einzelnen Folgen als Podcast zur Verfügung stellt. Die Produktion „Der Mann ohne Eigenschaften. Remix“, die 2004 in Zusammenarbeit mit dem Robert-Musil-Institut in Klagenfurt entstand, umfasst dabei nicht nur die von Musil veröffentlichten Romanteile, sondern beschäftigt sich außerdem mit dem „labyrinthischen Nachlass“, wie es auf der Website von Bayern 2 heißt. Die jeweils etwa einstündigen Folgen können entweder wöchentlich auf Bayern 2 gehört (Zeitplan) oder im MP3-Format heruntergeladen werden. Allerdings steht jede Folge immer nur eine Woche lang zur Verfügung, wenn ich das richtig verstanden habe. Die erste nur noch bis bis zum 25.09.08. Am darauffolgenden Tag geht es dann mit Teil 2 weiter. Ergänzend zum Hörspiel bietet der Bayerische Rundfunk auf seiner Website jede Menge Informationen. Toll gemacht! Für mich sind solche Produktionen das Hauptargument für den gebührenfinanzierten Rundfunk. Hier erfüllen die öffentlich-rechtlichen Sender ihren Programmauftrag und ich würde mir wünschen, dass sich solche Angebote vielleicht gelegentlich auch mal ins Fernsehprogramm verirren. Ich habe heute zwar kein Auto mehr und bin nicht mehr stundenlang auf irgendwelchen Autobahnen unterwegs. Aber die Herausforderung, mir die ganze Produktion anzuhören, nehme ich an. Auch ohne Auto.
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Radio als Informationskanal

2 comments
Können Sie sich vorstellen, in ihrer Kultureinrichtung auf Pressemitteilungen zu verzichten? Das ist der Ausgangspunkt eines 30 minütigen Podcasts auf Social Media PReview. Im Augenblick wäre es wohl noch ungeschickt, keine Pressemitteilungen mehr zu verfassen und zu verschicken (online/offline). Die „traditionellen“ Kanäle sind immer noch wichtig und bieten uns die Möglichkeit, die Welt da draußen zu erreichen. Bei den Printmedien wird es vor allem für kleinere Kulturbetriebe immer schwieriger, Beachtung zu finden, die etablierten Häuser schaffen es aber immer noch und wären blöd, würden sie darauf verzichten. Aber es gibt ja noch andere Medien, zum Beispiel das Radio. Im Podcast wird dieser Informationskanal gar nicht angesprochen, aber für den Kunst- und Kulturbereich ist er enorm wichtig. Überlegen Sie mal, wie viele Programme es im deutschsprachigen Raum gibt, die sich sehr ausführlich und fundiert mit Kunst und Kultur beschäftigen? Nutzen Sie eigentlich den Rundfunk, um über Ihre Arbeit zu berichten?