All Posts Tagged ‘ratgeber

Post

„Mit Medienmusik erfolgreich in der Kreativwirtschaft“ (Rezension)

Leave a reply

Gleich vorweg: mit dem von Andreas Bode und Christopher Mueller verfassten Buch Mit Medienmusik erfolgreich in der Kreativwirtschaft habe ich ein Problem. Nein, das Buch ist nicht schlecht. Es ist sogar für viele äußerst hilfreich, vermute ich. Warum in diesem Buch aber das Thema Musiknutzung und Kreativwirtschaft verbunden werden, verstehe ich einfach nicht. Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass diese Kombination nicht passt. Nein, mir ist nur die Klammer nicht klar. Warum heißt es im Untertitel: „Ein praxisorientierter Leitfaden für die professionelle Musiknutzung in der Kreativwirtschaft“ und nicht einfach „Ein praxisorierientierter Leitfaden für die professionelle Musiknutzung“?

Zweiterem wird das Buch nämlich voll gerecht. Wenn es aber in einem der Kommentare auf Amazon heißt:

„Der Existenzgründerteil ist einmalig gut und ein Muß für jeden Existenzgründer!“,

dann kann sich das ja nur auf das 15 Seiten umfassende Kapitel „Existenzgründung in der Kreativwirtschaft“ (S. 148ff) beziehen (ok, es gibt auch noch einen Serviceteil), bei insgesamt 270 Seiten aber eben nur eines von mehr als 40 Kapiteln.

Aber gut, lassen wir das. Dieses Buch ist trotzdem lesenswert und hilfreich für all diejenigen, die Musik nicht an die Konsumenten, also an die Endverbraucher verkaufen wollen, sondern Musik im B2B-Bereich einsetzen möchten. Die sogenannte Medienmusik, also die Musik, die gezielt in den Medien eingesetzt wird, wird zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt:

  • sie weckt Emotionen (etwa im Bereich Werbung oder als Filmmusik),
  • sie transportiert in Verbindung mit einem Produkt Gefühle und Botschaften,
  • sie dient der Imagebildung und
  • sie hilft Produkte zu verkaufen.

Das heißt, dass der künstlerische Anspruch unter Umständen in den Hintergrund tritt, denn das Ziel von Medienmusik ist es ja,

„das entsprechende Medium und seine Inhalte musikalisch in ihrer Wirkung optimal zu unterstützen,“

wie Bode/Mueller schreiben. Dass man hierzu auf Hits zurückgreift beziehungsweise eine Komposition in Auftrag gibt, war mir klar. Interessant ist aber der Bereich der Produktionsmusik, den die beiden Autoren recht ausführlich darstellen. Hier steht nicht so sehr der Geschmack der Konsumenten im Vordergrund, sondern das Produkt. Komponisten haben hier eine Art kreative Spielwiese gefunden, auf der sie sich austoben können. Ob „Musikbetten“, „Soundscapes“ oder Jingles, die Autoren erklären, welch unterschiedliche Arten von Produktionsmusik es eigentlich gibt.

Das Feld, in dem Medienmusik eingesetzt wird, ist ein sehr weites. TV, Radio, Film und Internet sind uns allen klar, aber  Musik ist, so die Autoren, auch aus dem Hörbuch nicht mehr wegzudenken. Ein anderes Beispiel stellen die Computerspiele dar, die auch nicht (mehr) ohne Musik auskommen. Ein enormes Potenzial, wenn man bedenkt, dass der Markt für Onlinespiele nach Angaben der Autoren jährlich um 60 Prozent wächst.

Nach diesem Überblick über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Musik kommt das in meinen Augen wichtigste Kapitel, in dem die rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben werden, um Musik kommerziell nutzen zu können. Völlig richtig stellen Bode und Mueller fest, dass es für viele eine gewaltige Herausforderung bedeutet, sich die entsprechenden Rechte zu verschaffen, um später keine rechtlichen Probleme zu bekommen.

Welche Rechte hält die KomponistIn in Händen, welche die KünstlerIn? Und was ist der Unterschied zwischen Musikverlag und Tonträgerhersteller? Auf solche Fragen geben die Autoren eine klare Antwort und erklären, worin der Unterschied zwischen der UrheberIn und der Leistungsschutzberechtigten bestehen. Wer das dann noch nicht verstanden hat (obwohl die Autoren es uns wirklich leicht machen) oder das Gelesene wieder vergessen hat, der wird wahrscheinlich immer wieder mal das Buch in die Hand nehmen und Seite 217ff aufschlagen. Für jedes einzelne Medium, also etwa TV, Radio oder auch Podcast beschreiben die Autoren in aller Kürze den rechtlichen Rahmen und erklären, wie man vorgehen muss, um an die entsprechenden Rechte zu kommen. So muss beispielsweise bei Klingeltönen das Herstellungsrecht vom Musikverlag erworben werden, während die GEMA für die Vervielfältigungsrechte zuständig ist.

Ebenfalls zum Nachschlagen: die häufig gestellten Fragen als „Service für professionelle Musiknutzer (…), die mir noch einmal die Chance geben, den Unterschied zwischen Musikverlag und Tonträgerfirma in Kurzform nachlesen und hoffentlich dann auch verstehen zu können.

Oder wussten Sie, dass die GEMA bei gewerblich betriebenen Homepages für bis zu 5 Minuten Musik 25. Euro im Monat verlangt, so die Seite nicht mehr als 21.000 Visits hat? Wenn Sie das nicht glauben, können Sie das auf der Website der GEMA nachlesen, leicht zu finden über die Link- und Literaturliste, die das Buch abschließt.

Mein Fazit: wer sich mit der kommerziellen Nutzung von Musik beschäftigt und bis jetzt keine Ahnung hat, worauf man dabei alles achten muss oder gerne einen Ratgeber besitzt, in dem er nachschlagen kann, dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Ein Ratgeber für die Kreativwirtschaft bzw. für Existenzgründer ist dieses Buch in meinen Augen nicht. Es sei denn, es geht um Musik.

Post

„Das Facebook-Buch“, mehr als ein Buch

10 comments

Meist ist es ja eher unangenehm, wenn man an etwas „Schuld“ ist, in diesem Fall bin ich aber gerne daran Schuld, dass Annette Schwindt das Facebook-Buchgeschrieben hat. Denn ob jemand eine Einführung in das Thema Facebook sucht, sich für Details interessiert oder einfach ein Nachschlagewerk benötigt, in allen Fällen kann ich das Buch nur empfehlen.

Wobei Buch eigentlich der falsche Begriff ist, denn ich werde Annette Schwindt eigentlich nicht gerecht, wenn ich hier jetzt nur über das Buch spreche. Dazu gibt es nämlich etwas, was man als Rundumpaket bezeichnen könnte. Da ist auf der einen Seite – logischerweise – die Präsenz auf Facebook, über die die Autorin nicht nur über aktuelle Entwicklungen in Sachen Facebook berichtet, sondern auch für Fragen stets ein offenes Ohr hat. Und davon gibt es genug, wie wir alle wissen.

Außerdem hat die Autorin noch ein eigenes Buchblog eingerichtet, in dem ich erfahre, wenn sich bei Facebook etwas geändert hat. Was ja gerade in letzter Zeit recht häufig der Fall war. Hinzu kommt dann noch das Agenturblog von Annette Schwindt, in dem ich beispielsweise in ihrem aktuellen Beitrag lerne, dass der Like-Button nicht nur dazu da ist, eine Seite weiter zu empfehlen, sondern noch einige andere Dinge ermöglicht. Dank eines Tutorials können Sie diese erweiterten Funktionen auch gleich selbst nutzen. Sehr wichtig ist in meinen Augen die Empfehlung, den Button mit einer Datenschutzerklärung zu versehen, damit die UserInnen auch wissen, welche Konsequenzen der Klick für sie hat.

Das Buch als Teil eines ganzen Pakets, so mache ich mir um Bücher generell keine Sorgen, denn ich habe – zumindest für meine Person – festgestellt, dass es oft sehr hilfreich ist, in einem Inhaltsverzeichnis blättern zu können, wenn man ein Problem hat, das man aber noch nicht konkret benennen kann. Wenn ich nicht genau weiß, wonach ich suchen muss, kann Google gnadenlos sein. Da ist man mit so einem Buch klar im Vorteil.

Zum Buch selbst: ich muss gestehen, nachdem ich die Infos über die Privatsphäre auf Facebook gelesen habe, bin ich gleich zum PC und habe einige Einstellungen verändert. Bis jetzt waren mir die Einstellungen eigentlich ziemlich egal, weil ich ja gefunden werden will und eigentlich nichts zu verbergen habe. Nun aber habe ich zum ersten Mal verstanden, wie Facebook in dieser Hinsicht funktioniert und auch wenn man gefunden werden möchte, ist es gut, wenn man weiß, über welche Einstellungen das am besten geschieht. Und wenn ich das mal ändern möchte, weiß ich, wie das geht bzw. ich weiß, wo ich nachlesen muss, denn bis dahin werde ich das schon wieder vergessen haben. :-)

Erhellend waren für mich auch die Infos über Sinn und Zweck von Freundeslisten. Seitdem ich den Punkt „Benutzerdefinierte Einstellungen mit Freundeslisten“ (S.59) gelesen habe, gibt es ein weiteres to do auf meiner Aufgabenliste. Ach ja, dann gibt es da auch noch die zahlreichen Möglichkeiten, das eigene Profil, die eigene Seite zu gestalten. Annette Schwindt vermittelt einem das Gefühl, dass das alles ganz einfach ist. Das hat dazu geführt, dass ich bereits eine (bisher unveröffentlichte) Seite angelegt habe, um Facebook noch besser nutzen zu können.

Noch ein Tipp: das Buch eignet sich dank seines Formats gut als Lektüre für unterwegs. Störend kann es sein, wenn man dann keinen PC zur Hand hat, um das Gelesene gleich in die Tat umzusetzen.

Post

eBook: „musician 2.0 3.0 4.0..

Leave a reply

Als „psycho-spiritual-musical manifesto“ bezeichnet Peter Spellman sein eBook, das man bei Gerd Leonhard downloaden kann.

Ganz am Ende seines eBooks schreibt Spellman:

„To me, a ’successful‘ music career is a conscious alchemy of creative work, compatible comrades, good information and breaks. Sometimes the stars will line up just so and you’ll suddenly leap frog several steps to greater achievement. Mostly, you’ll be working your butt off – practicing, schmoozing, failing, feeling disappointed, landing deals, negotiating schedules and washing the dishes.“

Das, was dazwischen liegt und all die Dinge, die es zu berücksichtigen gilt, beschreibt Spellman auf insgesamt 29 Seiten. Abzüglich vieler guter Fotos. Lesens- und sehenswert!