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Thomas Pleil stellt sein Modell der Online-PR vor

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Von der digitalisierten PR zur Cluetrain-PR“ hat Thomas Pleil, der sich als Professor an der Hochschule Darmstadt seit vielen Jahren schon mit dem Thema Online-PR beschäftigt, einen Blogbeitrag überschrieben. Darin skizziert er den aktuellen Stand seines Modells der Online-PR, das nicht nur eine Typologie enthält, sondern versucht herauszuarbeiten, wann welcher Typ sinnvollerweise zum Einsatz kommen sollte.

Hier die Folien eines Vortrags, in dem Pleil sein Modell vor wenigen Tagen in Graz vorgestellt hat:

Wenn man sich die von ihm beschriebenen Typen der Online-PR anschaut (Folien Nr. 22/23), dann wird recht schnell klar, dass sich die meisten Aktivitäten im Bereich dessen bewegen, was Pleil als „digitalisierte PR“ bezeichnet. Ein Ansatz, der noch den Prinzipien und dem Verständnis der Print-Welt folgt, wie Pleil in seinem Blogbeitrag schreibt.

Aber, und das ist das Verdienst von Thomas Pleil, er verteufelt diesen Ansatz nicht, sondern versucht im nächsten Schritt ein Analysemodell zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich herausarbeiten lässt, wann welcher der drei von ihm beschriebenen Typen „digitalisierte PR, Internet-PR und Cluetrain-PR“ sinnvollerweise zum Einsatz kommen sollte.

Die strategische Entscheidung für oder gegen einen dieser Typen basiert auf einem Modell, das aus fünf Ebenen besteht (siehe Folien 30 bis 36):

  • Gesellschaft
  • Umwelten
  • Organisation
  • Personen
  • Technik

Ich habe bis jetzt immer behauptet, dass das Potenzial des Social Web nur dann ausgeschöpft werden kann, wenn die „passende“ Unternehmenskultur vorhanden ist. Pleil geht hier einen Schritt weiter und schlägt fünf Ebenen vor. Für mich stellt sich die Frage, ob es gelingen kann, auf den fünf Ebenen Kriterien zu finden, nach denen dann die Entscheidung getroffen werden kann, welcher „PR-Typ“ sinnvoll ist? Herauskommen müsste eine Art Anwendungsraster. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, ob so ein Raster wirklich sinnvoll ist, denn ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht. Sicher dürfte es dann für viele verlockend sein, mit Hilfe eines solchen Modells schnell mal zu entscheiden, wie man vorzugehen hat.

Nachdem ich schon seit einiger Zeit am Thema Unternehmenskultur in Verbindung mit Social Media-Aktivitäten arbeite, werden ich nächste Woche mal einen Versuch im Bereich der Organisation wagen. Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Modell von Thomas Pleil, der einen wesentlich komplexeren Ansatz gewählt hat.

Die Herausforderung besteht außerdem darin, einen Modus zu finden, der den fünf Ebenen gerecht wird, auch wenn diese sich durch unterschiedliche Entwicklungsstufen auszeichnen. Was ist z.B. wenn die Organisation hochentwickelt ist, aber die Umwelten noch nicht so weit sind? Wenn also beispielsweise ein Unternehmen neue Märkte erobern möchte. Ein ähnliches Problem kennen Kulturbetriebe, die den Spagat schaffen müssen zwischen dem Entwicklungsstand des eigenen Betriebes und dem ihrer Zielgruppen.

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„Theorien über den Kultursektor und ihre Relevanz für das Kulturmanagement“ (Veranstaltungshinweis)

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Der Fachverband Kulturmanagement, „ein Zusammenschluss akademisch lehrender und forschender KulturmanagerInnen im deutschsprachigen Raum“, führt am 15. und 16. Januar 2010 in Wien seine 4. Arbeitstagung durch. Dabei geht es um die Relevanz verschiedener Theorien über den Kultursektor für das „Fach“ Kulturmanagement:

„Kulturmanagement ist eingebettet in einen breiten sozialen Sektor, den Kultursektor. Gegenwärtig gibt es drei dominante Beschreibungs- und Erklärungsmodelle für diesen Sektor: der US-amerikanische Production-of-Culture-Ansatz (H. Becker, D. Crane, V. Zolberg), der weitgehend von der Institutionstheorie und dem Interaktionismus beeinflusst ist, die Feldtheorie P. Bourdieus sowie die Systemtheorie N. Luhmanns. Welche Bedeutung haben solche Modelle für das Kulturmanagement?“

So kann man in der Ankündigung lesen. Das Programm macht neugierig, z.B. der Vortrag „Kulturmanagement als Gatekeeping-Prozess, Kulturmanagement aus der Sicht des Production-of-Culture-Ansatzes“.

Zugelassen zu dieser Tagung sind „akademisch lehrende und forschende KulturmanagerInnen“. Wie ernst diese Einschränkung zu nehmen ist, vermag ich nicht zu sagen. Nachdem aber Studenten weniger zahlen (65 Euro) als die anderen TeilnehmerInnen (Mitglieder des Fachverband: 80 Euro, ansonsten 120 Euro), gehe ich mal davon aus, dass man bei Interesse an der Veranstaltung teilnehmen kann, denn StudentInnen forschen und lehren eigentlich nicht. Normalerweise zumindest ;-)