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Kulturmanagement – Quo vadis?

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Heute habe ich das aktuelle Monatsmagazin des Kulturmanagement Network erhalten. Das Hauptaugenmerk gilt diesmal dem Thema Recht. Unter anderem befasst sichChristiane Linsel mit der unterschiedlichen steuerrechtlichen Behandlung von Sponsoring und Spenden (Seite 3). Leider geht es in dem Beitrag nur um die Situation in Deutschland, was aber natürlich seine Gründe hat. Zwei Erkenntnisse nehme ich aber auch als (Wahl)-„Österreicher“ mit.
Erstens steckt Europa, was eine einheitliche Steuergesetzgebung betrifft, noch in den Kinderschuhen und insofern würde ein Beitrag, der die Situation in mehreren Ländern analysiert, schnell den Rahmen sprengen. Und zweitens schaue ich immer etwas neidisch nach good old Germany, wenn ich lese, dass Spenden für gemeinnützige Kunst- und Kultureinrichtungen in bestimmtem Rahmen von der Steuer absetzbar sind.

Die Linkliste (Seite 17) zum Thema Recht ist dann aber fast schon europäisch, denn in ihr finden sich Links aus den DACH-Ländern (D-A-CH). Danke für die Arbeit.

Interessant war für mich aber vor allem der Kommentar von Dirk Schütz über die Arbeitstagung Kulturmanagement am Nordkolleg Rendsburg. Darin stellt er fest, dass es kein einheitliches Bild von Kulturmanagement gibt. Dieses Thema beschäftigt mich auch immer wieder, wenn ich in verschiedenen Seminaren und Lehrgängen in die Runde der TeilnehmerInnen schaue und die verschiedenen Erwartungen kennenlerne.

Dieses Problem stellt sich mir aber auch hier im Weblog. Wenn ich mir die verschiedenen Beiträge anschaue, dann geht es da um ganz viele verschiedene Themen wie Projektmanagement, Selbstmanagement, Förderungen, etc. Aber sind das nicht alles Themen, die in anderen Branchen auch große Bedeutung haben? Was unterscheidet uns von „normalen“ ManagerInnen?

Beim Thema Kommerz bin ich mir nicht so sicher. Viele Bereiche in Kunst- und Kultur sind sehr wohl kommerziell und ich möchte mal provokant behaupten, dass der Kommerz von vielen nur deshalb abgelehnt wird, weil sie kommerziell nicht erfolgreich sind. Natürlich gibt es KünstlerInnen, denen es nicht ums Geld geht, aber solche Menschen gibt es auch woanders.

Schauen wir uns doch die Inhalte der vielen Ausbildungsangebote an. Da ist von Projektmanagement, von Qualitätsmanagement oder von Public-Private-Partnership (PPP) die Rede. Muss das Kulturmanagement sein? Das könnte auch ein Ausbildungsangebot für den öffentlichen Dienst sein oder für die Baubranche, die immer häufiger in PPP-Projekten Geld verdient (was ich hier gar nicht kritisieren möchte).

Die Frage ist schon berechtigt: Für welchen Markt wird da eigentlich ausgebildet? Und warum zieht es so viele Leute in einen Bereich, in dem die Diskrepanz zwischen denen da oben und denen da unten größer als in vielen anderen Branchen ist? Vielleicht wäre es interessant, hier mit der Forschung zu beginnen. Warum tun wir uns das alles an, wo wir doch wissen, dass wir nicht damit reich werden? Wenn es „idealistische“ Motive sind, wie sieht dann das Modell aus, das uns ein halbwegs „sorgenfreies“ Leben ermöglicht? Vielleicht liegt hier unsere Aufgabe als KulturmanagerIn?

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