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Kunst- und Kulturförderungen in Deutschland (Teil 2)

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Und weiter geht es mit den einzelnen Bundesländern. Wie schon im ersten Teil erwähnt, erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es geht mir vor allem darum, auf erste Anlaufstationen hinzuweisen. Ob ich in späteren Beiträgen dann noch ins Detail gehe, hängt auch vom Interesse ab, mal sehen.

Berlin

Die Struktur in Berlin kommt mir irgendwie bekannt vor. Auch in Österreich kam man auf die Idee, Kunst zur Chefsache zu machen. Das Resultat war der Verzicht auf ein eigenes Ministerium und damit auch auf ein eigenes Budget. Ähnlich die Situation in Berlin. Es gibt keinen Senator mehr für Kunst und Kultur, sondern nur noch einen Staatssekretär. Gut, Geld gab es vorher auch schon nicht im Überfluss.

Soll sein. Dafür ist die Website zum Thema Kultur ganz gut strukturiert und enthält alle notwendigen Informationen. Eine eigene Einstiegsseite gibt einen Überblick über Fördermöglichkeiten und Stipendien. Ein eigener Förderungskalender informiert darüber, welche Einreichfristen zu beachten sind und wann über eine Mittelvergabe entschieden wird. Aufgeteilt in die einzelnen Sparten landet man über die Einstiegsseite schnell bei den Merkblättern und den für eine Einreichung benötigten Formularen.

Nicht vergessen sollte man den Hauptstadtkulturfonds, der auch jedes Jahr rund 10 Mio. Euro für Projekte und Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Infos zur Antragstellung und das Formular gibt es hier.

Brandenburg

Im benachbarten Bundesland ist das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur unser Ansprechpartner für das Thema Förderungen. Über die Kultur-Startseite gelangt man zu einem umfangreichen Angebot an Informationen. Was mir gut gefällt: Gleich hier in der rechten Menüleiste befindet sich der Link zum Antragsformular, das sich zudem direkt am PC ausfüllen lässt. Wer wissen möchte, was im Einzelnen gefördert wird, schaut in den Förderrichtlinien nach, die ebenfalls gleich auf der Startseite abgerufen werden können. Ein gutes Service- und Informationsangebot!

Bremen

Ja, was soll ich sagen? Gefunden habe ich den vom Rechnungshof herausgegebenen Jahresbericht 2007. Dort heißt es auf Seite 173 (auch die folgenden Seiten sind sehr aufschlussreich):

„Der seit Jahren andauernde Reorganisationsprozess hat zu einer fortschreitenden Auflösung der Organisationsstrukturen geführt. Höhergruppierungen und Beförderungen ohne Konzept, unklare Zuständigkeiten, Arbeitsüberlastungen und mangelnde Kundenorientierung waren die Folge.“

Dieser fortschreitende Prozess der Auflösung kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass man zwar durchaus Informationen über Bremen findet, aber die Kultur versteckt sich hartnäckig. Der Senator für Wirtschaft und Häfen ist auch für die Kultur zuständig, eine eigene Website gibt es für diesen Bereich aber nicht. Ich will nicht lügen, es gibt doch etwas, nämlich hier. Nur ganz ehrlich: diese Seite hat außer der Telefonnummer des Pressesprechers nicht viel zu bieten.

update: Mittlerweile ist die Kultur bei Bürgermeister Jens Böhrnsen gelandet. Die Startseite des Senators für Kultur ist allerdings unverändert geblieben. Startseite ist allerdings etwas übertrieben, denn interessant sind höchstens noch die Dokumente wie ein Masterplan für die Kulturentwicklung Bremens, der Haushaltsplan und ein Benchmarkingbericht.

Gefunden habe ich dann noch einen Hinweis auf die Kulturmanagement Bremen GmbH. Sogar einen Link auf die Website gibt es, nur ist die Seite derzeit wegen Hackerangriffen nicht in Betrieb, wie es dort heißt (update: auch acht Monate später steht dort der gleiche – unergiebige – Hinweis). Das klingt jetzt zwar alles irgendwie sehr komisch, aber ich möchte unter solchen Rahmenbedingungen nicht in Bremen um Fördergelder ansuchen müssen. Aber zumindest findet man Informationen über das Kunst- und Kulturangebot der „Kulturstadt Bremen“.Und falls es irgendwo doch noch eine Seite geben sollte. Sorry, ich habe sie nicht gefunden.

update: Christian Holst hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Kulturmanagement Bremen GmbH aufgelöst worden ist, vielen Dank! Die Hacker können also noch länger angreifen.
Hamburg

Wie sieht es eine Hansestadt weiter, in Hamburg aus? Die dortige Kulturbehörde hat eine übersichtliche Website, die einen Newsbereich hat und auf Veranstaltungen hinweist. Auch das Thema Kulturförderung wird umfassend behandelt, die Fördermöglichkeiten sind nach Kunstsparten getrennt im linken Seitenmenü abrufbar. In den einzelnen Bereichen findet man dann sowohl die Richtlinien als auch, falls verlangt, die Antragsformulare. Sogar ein Finanzierungsplan (für Theaterprojekte) wird bereitgestellt. Wenn es den als Excel-Sheet und nicht als Word-Dokument geben würde, dann wäre die Sache perfekt.

Bleibt noch die Hamburgische Kulturstiftung zu erwähnen. Sie fördert zeitgenössische Kunst und Kultur, und das ausschließlich projektbezogen. Die Informationen über die Förderkriterien und die Antragsformulare gibt es hier.

Hier geht es zu

Teil 1
Teil 3
Teil 4

7 Comments Join the Conversation

  1. vielen Dank für die umfangreichen posts zur Kulturförderung in Deutschland – ich werde mich durch die Links wühlen!

    [… mit dem„Spielverderber” waren Sie nicht gemeint – den Link habe ich aus der Vierer-Gruppe schon rausgenommen; mir was schon klar, dass das Ganze in Ihrem Blog ein bisschen deplaziert wäre]

    Gruß

    Armin

    Reply

  2. Bin schon etwas beruhigt, dass nicht nur bei mir Unterstützungsbedarf besteht – danke noch mal für die Grenzüberschreitung nach Deutschland.
    Viele Grüße aus Sachsen
    Bettina Weiner

    Reply

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