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Wie erlernen wir Soft Skills?

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Vielleicht erinnern Sie sich noch an dieses Projektmanagement-Modell? Im letzten Mai habe ich über eine Präsentation von Philipp Schimek berichtet, in der dieser über die Komplexität von Projekten gesprochen hat. Wer sich die Grafik anschaut, wird unschwer erkennen können, dass ich als ProjektmanagerIn nicht nur jede Menge „hard facts“ kennen, sondern auch über die entsprechenden „soft skills“ verfügen muss. In einem Gespräch gestern Abend kam heraus, dass Seminare, in denen es um die „hard facts“ wie zum Beispiel Projektplanung oder Sponsoring geht, in der Regel gut besucht sind. Bei Seminaren mit „soft skill“-Inhalten hingegen ist das anders. Sie erfreuen sich nicht so großer Beliebtheit. Für mich stellt sich da die Frage: wie und wo eignen wir uns unsere Soft Skills an? Werden sie uns mit in die Wiege gegeben, eignen wir sie uns durch Nachahmung an oder erlernen wir sie in Vorträgen, Seminaren oder Workshops? Wie ist das bei mir? Ich habe viel von anderen Menschen gelernt, also nachgeahmt. Wirklich bewusst sind mir viele Dinge aber erst im Laufe meiner Trainer-Ausbildung geworden, in der dieser Bereich logischerweise eine wichtige Rolle gespielt hat. Jetzt würde mich interessieren, wie das bei Ihnen ist? Wo haben Sie sich Ihre soziale Kompetenz angeeignet? Sind Seminare dafür ungeeignet oder bedarf es bestimmter Rahmenbedingungen, damit Sie ein solches besuchen würden, bei dem es um all die Dinge geht, die sich in der unteren Hälfte der oben abgebildeten Grafik abspielen? Eignen Sie sich Ihr Wissen mit der Hilfe von Büchern oder dem Internet an? Oder bekommen wir die Soft Skills schon in der Schule bzw. der Ausbildung vermittelt? Haben Sie da eine Antwort darauf?

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  1. Ich würde nicht meinen, dass Seminare mit ’soft skill‘-Themen nicht laufen. Sie heissen einfach entsprechend anders (Stichwort: Selbsterfahrung). Ich beispielsweise gönne mir seit einem Vierteljahrhundert entsprechende Workshops und Seminare. Im wirtschaftlichen Alltags-Hamsterrad zählen jedoch (leider) immer mehr die ‚hard facts‘. Umsatzverdreifachung innert Monaten, Leute abbauen etc., etc.

    Das Schärfste übrigens, was ich je machte, war ein (schamanisches) Leadership-Training in den Wäldern Kanadas…

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  2. Danke für Deinen Kommentar, Hanspeter. Bei einem Seminar in den kanadischen Wäldern wäre mir egal, worum es geht. Der Ort würde mir schon reichen. :-) Aber trotzdem: worin unterscheidet sich ein schamanisches Leadership-Seminar von einem „normalen“ Leadership-Seminar?

    Zu Deiner ersten Anmerkung noch eine Frage: Kann es sein, dass solche Seminare dann auch von Anbietern mit dem entsprechenden Hintergrund angeboten werden müssen? Als Seminaranbieter im Kulturbereich macht es also keinen Sinn,solche Seminare anzubieten, weil ich nicht über den entsprechenden Hintergrund verfüge.

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  3. Zur ersten Frage: Das würde hier wohl den Rahmen sprengen. Ganz kurz: Das Menschenbild ist zumindest facettenreicher, auch die Grundannahme über ‚unsere Welt‘ bzw. ‚unsere Welten’…

    Zum Zweiten: Grundsätzlich tummeln sich an solchen Selbsterfarhungs-Workshops (nennen wir sie halt einmal so) sehr viele aus der globalisierten Wirtschaft. Sie erliegen jedoch nicht der Illusion, dadurch diese Wirtschaft reformieren zu können. Vielmehr brauchen sie solche Auszeiten, um überhaupt den ganzen Irrsinn zu ertragen.

    Es dürfte bestimmt nicht schaden, wenn Anbieter solcher Workshops auch über die entsprechende Ausbildung verfügen. Für mich persönlich ist solches zwingend. Sonst geh‘ ich nicht hin.

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  4. Klar, die Ausbildung musst Du haben. Aber geht es nicht auch darum, in welchem Umfeld Du dann Deine Leistungen (in den Fall Seminare, Workshops) anbietest? Und mein Selbsterfahrungsseminar mache ich dann halt nicht bei einem Anbieter im Kunst- und Kulturbereich, sondern beispielsweise bei PsychotherapeutInnen (ich musste erst mal googeln, wer so etwas anbietet, gar nicht so einfach).

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  5. Um deine Frage zu beantworten, muss ich nach langem nachdenken gestehen, dass ich meine Soft Skills eigentlich erlernt habe durch ….Erfahrung. Vielleicht war es bis heute auch meine eigene Intuition. Obwohl ich sie persönlich für sehr wichtig halte, habe ich eigentlich nie bewusst danach gesucht um z.B. einen Workshop oder ähnliches dafür zu besuchen.
    Dabei muss ich leider auch sagen, dass in meiner Umgebung (d.h. in der Slowakei) gerade für die Management-Sparte im Kulturbereich (aber nicht nur), die Soft- und Hard Skill sich fast als Gegner verhalten (etwas, was ich z.B. in den Niederlanden oder Gross Britannien ganz anders erfahren habe); Hier finde ich es sogar sehr schwierig, bei erfolgreichen Managern etwas mehr Softskills zu entdecken, weil die Soft-Skill orientierten grosse schwierigkeiten haben (mit managen) und sich kaum um-orientieren lassen (beraten schon…). Hier gilt leider das Vorurturteil, dass Hard-Skills der einziger Weg sei (was natürlich so seine Nachteile hat).

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  6. Danke Michael für Deine Antwort. Den Glauben, dass hard- und soft-skills als gegensätzliche Fähigkeiten verstanden werden, den kenne ich auch. Das läuft dann auch auf den Gegensatz Manager – Leader hinaus. In beiden Fällen müsste es aber um ein sowohl als auch gehen.

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  7. ich denke auch, dass die „Sowohl als auch“-Variante besser wäre

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