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Werden Kunst und Kultur politisch missbraucht?

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Hermann Härtel bezeichnet sich als Volkskulturförderer. Er war im Fachbeirat der Volkskulturabteilung des Landes Steiermark und in dieser Funktion an der Neubearbeitung der Förderrichtlinien beteiligt, wie er in einem Beitrag auf blog-volkskultur.ch schreibt. Die Frage, wie Volkskultur zu fördern ist, beschäftigt ihn schon lange, aber anscheinend decken sich seine Vorstellungen nicht mit denen der politisch Verantwortlichen, denn er schreibt:
„Das Thema ist für mich brandheiß, weil ich vor kurzem wegen konträren Ansichten zu diesem Thema von unserem politischen Büro fallen gelassen wurde.“
Die Konsequenz: Härtel hat seine Funktionen in Sachen Volkskultur zurückgelegt, unter anderem auch seinen Posten als Fachbeirat. Der Grund:
„War zu Anfang der 70er Jahre die “Vereinnahmung der Volkskultur” ein gerne an die Wand gemalte Warnung, um den Zugriff zum Thema durch Rechtsparteien zu unterbinden und den Fördertopf möglichst wenig mit solchen Dingen – die ja ehrenamtlich bestens funktionieren – zu belasten, ist die Marke Volkskultur nunmehr auch von den Parteistrategen anderer Parteien entdeckt worden. Das war zu befürchten und ist nunmehr Wirklichkeit geworden. Leider wird aber so die Volkskultur von der Politik zerstört.“
Nun kann ich nicht beurteilen, welches Ausmaß die Vereinnahmung durch die Politik angenommen hat. Vielleicht stimmt das ja auch gar nicht und wir haben es hier mit einer Einzelmeinung zu tun? Mag alles sein, aber wäre die Frage, ob und wenn ja, auf welche Weise die Politik Einfluss auf Kunst und Kultur nimmt, nicht eine, die es sich zu diskutieren lohnen würde? Wäre es nicht sinnvoll, so eine Frage dort zu diskutieren, wo es um das Thema Volkskultur geht? Schließlich gibt es hier konkrete Vorwürfe. Da bietet sich doch das Blog Volkskultur an, ein Blog, das von Pro Helvetia initiiert und finanziert worden ist und seit Mai vom Journalisten und Folkloreexperten Martin Sebastian geführt wird.
„Blog-Volkskultur.ch ist eine unabhängige Diskussionsplattform für alle Interessierten an der vielseitigen Schweizer Volkskultur.“
Wunderbar, dort hat mein Feedreader den Beitrag ja auch entdeckt. Nur leider ist er dort sehr schnell wieder offline gestellt worden. Genauer gesagt nach wenigen Minuten, aber dank Google verschwinden solche Sachen nicht sofort, wie man hier sehen kann. Wenn es sich bei diesem Blog wirklich um eine unabhängige Diskussionsplattform handelt, dann hätte ich gerne gewusst, warum ein Beitrag mit dem Titel „Politik zerstört die Volkskultur“ bereits nach wenigen Minuten wieder gelöscht wird? Es wäre sicher kein Schaden, hier eine Erklärung für zu liefern. Vielleicht wollte es der Autor ja selbst, alles kein Problem Nur ist das Thema meiner Meinung nach zu wichtig, um Beiträge einfach so nach wenigen Minuten wieder zu löschen und zur Tagesordnung über zu gehen. update: da war in der Überschrift einfach ein „und“ zu viel.

2 Comments Join the Conversation

  1. Eine Verständnisfrage: War das ein Beitrag oder ein Kommentar? Wenn es ein Beitrag war, wie gelangte er überhaupt durch das offenbar strenge Raster der „Aufsicht“ live?

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  2. Es war ein Beitrag. Wie er dahin gelangen konnte, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe keine Ahnung, welche „Kontrollmechanismen“ dort zum Einsatz kommen.

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