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Das Bilderhaus in Neustadt und virales Marketing

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Sicher haben Sie auch schon davon gehört, dass virales Marketing etwas ganz trendiges ist. Das müssen Sie unbedingt mal ausprobieren. Was, Sie wissen nicht, was das ist? Ganz einfach: Sie produzieren ein tolles Video und das verbreitet sich dann ganz alleine durchs Internet und Millionen von UserInnen kaufen dann Ihre Produkte oder besuchen Ihre Seite. Na gut, manchmal klappt das mit der Verbreitung nicht so ganz. Woher soll man denn auch wissen, was den Leuten gefällt und was nicht? Und manchmal sind die dann auch so dumm und schicken das tolle Video nicht an andere weiter. Oft liegt es daran, dass das Video banal ist, das ist dann was anderes als viral. Noch ist aber nichts verloren. Schließlich erfindet man da einfach ein paar Namen, zum Beispiel nennt man sich Anton, Vanessa oder Manfred, und schreibt dann in die ganzen Marketingblogs entsprechende Kommentare: wie cool virales Marketing doch sei und das größte überhaupt sei diese ichweisswasdudiesesweihnachtentunwirst.de-Seite. Tausende hätten die Seite schon angeklickt, heißt es in diesen Kommentaren, was niemand so recht glauben mag, denn wer diese Seite googelt, sieht recht schnell, dass nicht unbedingt die Zahl der BesucherInnen dieser Seite groß ist, sondern eher der Ärger über diese Art von Spam. Und das alles nur, weil das Bilderhaus in Neustadt/Aisch an Weihnachten halt auch Geschäft machen will. Na gut, so toll ist die Aktion nicht geworden, ganz im Gegenteil: als ich dann auf der Website angekommen war, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Aber ok, über Geschmack lässt sich streiten. Nicht streiten lässt sich aber darüber das solche Spam-Aktionen eher schaden als nützen, weil sie ja in der Regel innerhalb kürzester Zeit auffliegen. Bullshit-Marketing nennt man solche Aktionen, habe ich bei Martin Oetting gelernt. Und bei Mario Fischer erfährt man, dass die IP aus einer „Studentenbude aus Klagenfurt“ kommt. Aus Österreich? Gott, wie peinlich! Natürlich lässt sich zwischen dem Bilderhaus in Neustadt und der Studentenbude in Klagenfurt keine Verbindung herstellen. Die etwas dümmlichen Kommentare, um es mal vorsichtig zu formulieren, sind sicher weder vom Bilderhaus in Auftrag gegeben worden noch von der Agentur, die die Pressemeldung herausgegeben hat. Das war wahrscheinlich jemand, der dem Bilderhaus Schaden zufügen wollte, weil ja jeder weiß, dass man so etwas nicht macht. Nicht ohne Grund schreibt Martin Oetting in seinen „1o Regeln für virales Marketing„:
„Virales Marketing basiert auf Ehrlichkeit. Gehen Sie niemals in verdeckter Mission in Foren und Blogs, um Ihre Produkte als vermeintlich begeisterte Nutzer anpreisen. Das kommt fast immer heraus und wird von Bloggern wochenlang ausgeschlachtet.“
Es basiert nicht nur auf Ehrlichkeit, wenn ich das noch ergänzen darf, sondern auch auf Qualität. In diesem Fall fehlt einfach beides. Um Sie jetzt als LeserIn nicht mit diesem eher traurigen Beispiel alleine zu lassen, möchte ich noch auf das Blogpost „Yo isch kann“ von Daniel Gaßmair verweisen. Da kann man wenigstens lachen. Ganz abgesehen davon: ich brauch keine Weihnachtsgeschenke mehr. ;-)

4 Comments Join the Conversation

  1. Die Idee ist mir auch schon gekommen, daraus einen Post zu machen „Was virales Marketing nicht ist“ oder so…
    Nun bist Du mir zuvor gekommen…

    Sehr schön beschrieben, die Geschichte :-)

    Die Pressemitteilung kannte ich noch nicht, die ist ja auch scharf :-))

    Reply

  2. Pingback: NPO-Blogparade: Die Kehrseite des Web 2.0-Hypes für den Non-Profit-Sektor | Kulturmarketing Blog

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