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Der mühsame Weg zum erfolgreichen Blog

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Als ich vor fünf Jahren mit diesem Blog startete, schaute ich häufig in die diversen Blogrankings. Die Top100 waren außer Sichtweite, denn, so redete ich mir damals ein, mit einem Nischenthema wie Kulturmanagement sind die Chancen gleich Null, dort zu reüssieren. Im Mai 2007 stellte ich in einem Blogpost die Frage, ob Blogs nichts für den Kunst- und Kulturbereich seien, denn im Top100-Rankings der meistgelesenen Blogs befanden sich zwar ein Feuerwehr- oder ein Feng Shui-Blog. Der Kunst- und Kulturbereich war dort aber nicht vertreten.

Wenn ich heute mit BloggerInnen spreche und erzähle, wie sich mein Blog über die Jahre entwickelt hat, bekomme ich oft zu hören, dass sie es mit ihrem Nischenthema viel schwerer hätten als ich. Innerlich muss ich dann immer ein wenig schmunzeln, denn so dachte ich vor fünf Jahren auch. Die Frage ist doch aber, wovon der Erfolg eines Blogs wirklich abhängt und wie lange es dauert, bis der Erfolg sich einstellt?

Ist die Nische wirklich ein Nachteil, wie viele denken? Marcus Sheridan hat auf die Frage nach den Erfolgskriterien einen interessanten Aspekt ins Spiel gebracht. In seinem Blogpost „How Long Does It Truly Take For A Business Blog To Grow Big?“ gibt er sich überzeugt, dass der entscheidende Faktor der „Content Saturation Index“ (CSI) sei:

„The more content an industry/niche has written about it, the harder it is for a blog to make headway and find success in that field,“

schreibt er, was bedeuten würde, dass ein Nischenblog es eigentlich leichter hat als all die Blogs, die im Mainstream schwimmen. Sheridan bringt zwei schöne Beispiele, nämlich das von ihm geführte Blog einer Swimmingpool-Firma und sein eigenes Marketingblog „The Sales Lion„. Während es ihm in der Schwimmbadnische recht schnell gelang, mit Hilfe von guten Inhalten Spitzenplätze in den Suchmaschinen zu erobern, musste er bei seinem zweiten Blog sehr viel länger auf den Erfolg warten. Zwei bis drei Beiträge pro Woche bescherten ihm im Schwimmbadbereich bereits nach sechs Monaten einen Spitzenplatz, mit seinem Marketingblog benötigte er dafür 20 Monate.

Im Rückblick kann ich sagen, dass es bei mir ungefähr 30 Monate gedauert hat und ich eher vier bis fünf Beiträge pro Woche geschrieben habe, um in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Die mittlerweile fast 1.600 Beiträge bilden dafür eine solide Grundlage und sorgen dafür, dass die Zugriffszahlen steigen, auch wenn ich heute wesentlich weniger Beiträge als in der Vergangenheit schaffe.

Und was tue ich, wenn ich noch keine 1.600 Beiträge geschrieben habe? Sheridan gibt BloggerInnen zwei Tipps. Erstens sollten sie bei ihren Überschriften darauf achten, dass sie von den Suchmaschinen gefunden werden. Und zweitens:

„Learn to be a blogging rebel in your industry. Talk about stuff no one else is willing to talk about.“

Mit dem „Content Saturation Index“ macht Sheridan vor allem all denen Mut, die in einer Nische zu bloggen beginnen. Sie müssen also nicht neidisch auf all die schauen, die in den Bereichen Marketing oder Social Media bloggen, ganz im Gegenteil. Wenn Sie für ein Theater, ein Museum oder eine andere Kultureinrichtung aktiv werden, haben Sie alle Trümpfe in der Hand. Sie müssen nur loslegen. ;-)

Titelbild: s.media auf Pixelio

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Den Erfolg in einer Online-Umgebung messen

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Wenn Sie eine Website oder ein Blog betreiben oder sich auf Facebook ein Profil zugelegt haben, dann wird da immer eine bestimmte Absicht dahinter stecken. Privat mag es um Spaß, Unterhaltung und Kontakte gehen, nutzen Sie das Social Web beruflich, werden Sie damit wahrscheinlich andere Ziele mit Ihren Aktivitäten verfolgen. Aber: erstens ist es gar nicht so leicht, die eigenen Ziele zu definieren und zweitens ist es in der Regel noch ein Stück schwieriger, die entsprechenden Erfolgsindikatoren zu finden.

Am häufigsten müssen wohl die Besucherzahlen herhalten. Wieviele Zugriffe hat meine Website, wieviele Follower habe ich auf Twitter und wieviele Fans hat meine Facebookseite? Und natürlich ist es ein Erfolgserlebnis, wenn diese Zahlen rasant nach oben steigen. Aber ist das wirklich schon alles?

Das Australian Museum in Sidney hat sich dazu Gedanken gemacht und glücklicherweise gehört es zu den Häusern, die dafür ein Blog verwenden. „Measuring “success” in the on-line environment “ ist der Beitrag überschrieben und Lynda Kelly fast darin ein paar Gedanken zusammen, die von ihrem Kollegen Russ Weakley stammen.In einer Email an sie hält er fest:

„We need to look at methods that measure quality rather than quantity.“

Die Seite des Museums hat jährlich rund 2 Mio. Zugriffe, aber Weakley stellt sich die Frage, wieviele der BesucherInnen auch wirklich das dort finden, was sie gesucht haben? Wie nutzen die UserInnen die Website? Damit einher geht die Frage, wie die UserInnen die Seite überhaupt nutzen sollen? Ich vermute, dass ich in der Regel die Antwort erhalten würde, die Website diene dazu, interessierte Menschen zu informieren. Das ist auch ein ganz wichtiger Grund, warum Kultureinrichtungen im Web aktiv sind. Was aber ist es noch? Was erwarte ich vom Publikum und was sollen die von mir bzw. meinen Web-Aktivitäten erwarten?

Russ Weakley hat ein paar ganz interessante Kriterien aufgelistet, die für ihn in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind. Darunter sind sehr kommerzielle Aspekte, z.B. wieviele der UserInnen etwas gekauft (geht nur dann, wenn ein Online-Shop existiert) oder etwas gespendet haben? Bis dahin ist es aber (in der Regel) ein weiter Weg, die Bereitschaft dazu muss aufgebaut werden. Liest man sich seine Kriterien durch, dann fällt auf, dass es ihm vor allem darum geht, die UserInnen zu aktivieren. Kommentieren sie, laden sie Fotos rauf oder, und das ist wohl entscheidend, kommen sie miteinander ins Gespräch? Schafft es eine Kultureinrichtung, an diesen Punkt zu kommen, an dem sich die UserInnen als Teil eines größeren Ganzen verstehen, ist viel gewonnen. Aus dem Publikum wird eine Community, die nicht nur meine Angebote konsumiert, sondern sich auch aktiv einbringt. Wie schaffen Sie es, dass Ihre UserInnen miteinander ins Gespräch kommen?

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Transparenz im Museum: ein Dashboard zeigt die Erfolgsindikatoren an

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Wann ist eigentlich ein Museum erfolgreich? Den meisten von uns werden wahrscheinlich die Besucherzahlen einfallen. Und sonst? Vielleicht die finanzielle Gebarung. Sehr spannend ist der Ansatz, den das Indianapolis Museum of Art (IMA) gewählt hat. Im ersten Schritt wurden die Erfolgskriterien und ihre Indikatoren bestimmt, im zweiten Schritt wurden diese in ein Dashboard eingebaut.

Nicht nur die Zusammenstellung der Indikatoren ist hochinteressant, auch die Tatsache, dass sie öffentlich zugänglich sind und der Link zum Dashboard auf der Startseite des Webauftritts zu finden ist, ist beachtlich.

Michael Rushton, auf dessen Blog Arts Admin ich auf das IMA aufmerksam geworden bin, schreibt auch richtigerweise:

„This is more than just data for internal use; rather, the point is to make the organization transparent to all stakeholders.“

Natürlich lässt sich jetzt darüber streiten, ob das überhaupt die richtigen Kriterien sind oder ob andere sinnvoller wären? Mag sein, dass andere Museen andere Kriterien und Indikatoren finden, aber grundsätzlich scheinen mir die hier aufgelisteten Punkte plausibel zu sein. Nur die Zahl der Pflanzen ist wohl sehr speziell, ist aber im Fall des IMA verständlich.

Aber nicht nur das Dashboard lässt einen Einblicke in das Museum gewinnen, auch das Weblog liefert jede Menge Informationen und erlaubt den oft gewünschten Blick hinter die Kulissen. Wie wichtig dem Museum diese Transparenz ist, betont Rob Stein, Chief Information Officer, zum Auftakt einer vierteiligen Blogserie zu diesem Thema:

„One of the things I’ve been proud of during my time here at the IMA is the museum’s commitment to institutional transparency.  It’s always just made sense to me to concentrate on doing the right thing first, and then sharing as much as possible with others.“

Für das Museum war diese Form der Transparenz anfangs auch nicht selbstverständlich. Als vor zwei Jahren das Dashboard entwickelt wurde, mussten im Vorfeld jede Menge Vorbehalte aus dem Weg geräumt werden. Alleine schon der Versuch, Transparenz zu definieren, war, so schreibt Stein, nicht so einfach. Am Ende kam dann eine Definition heraus, in der die Begriffe Authentizität, Integrität und Exzellenz vorkommen:

„Transparency then, is the ongoing discipline of practicing radical authenticity and demonstrating to the public whatever degree of integrity and operational excellence our museum possesses at the time.“

Und wie ist es um die Transparenz in unseren Museen bestellt? Ob Albertina, Kunsthistorisches Museum Wien oder Pinakothek der Moderne in München, keines dieser Häuser stellt auf seinem Internetauftritt Informationen zur Verfügung wie das IMA. Einige der Informationen finden sich in verschiedenen Statistiken, die in Deutschland auf der Website des Instituts für Museumsforschung und in Österreich auf der des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur zu entdecken sind. Aber ganz ehrlich: die Suche gestaltet sich höchst mühsam.

Michael Rushton hat von den Stakeholdern gesprochen. Als solcher würde ich mich auch bezeichnen, wenn es um unsere Museen geht.

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Fundraising: eine Nachbetrachtung zur NPO-Blogparade

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Ich würde ganz gerne noch einmal kurz an die gestrige Zusammenfassung der NPO-Blogparade anknüpfen, da sich vielleicht einige von Ihnen die Frage stellen werden, worauf es denn nun beim Fundraising  ankomme?

Schon vor längerer Zeit habe ich in einem Beitrag die drei (möglichen) Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Kulturmanagement festzumachen versucht und bin dabei auf die Punkte

  • Qualität
  • Netzwerke
  • Reputation

gestoßen. Ich denke, Fundraising basiert ebenfalls auf diesen drei Faktoren, egal ob Sie es online und/oder offline betreiben.

Dass Ihr Vorhaben über die entsprechende Qualität verfügt, setze ich jetzt einfach mal voraus. Häufig gehen aber Kunst- und Kultureinrichtungen nur damit in den Fundraisingprozess. Nun kennt Sie niemand und vernetzt sind Sie auch nicht. Sollten Sie trotzdem erfolgreich sein, müssen Sie einen gewaltigen Aufwand betreiben.

Der lässt sich reduzieren, wenn Sie über die entsprechende Reputation verfügen. In meinem Beitrag „Reputation ist etwas Soziales“ habe ich auf ein Blogpost von Tina Guenther verwiesen, in dem sie Reputation als ein „symbolisch generalisiertes Interaktionsmedium“ bezeichnet, das ähnlich wie Geld für die eigenen Vorhaben eingesetzt werden kann. Die wichtigste Schlussfolgerung daraus:

„Der Wertmaßstab für Reputation ist das Vermögen eines Akteurs (Person, Gruppe, Organisation, Institution, Staat etc.), für seine Themen und Anliegen Konsens zu erzielen.“

Diesen Konsens benötigen Sie, wenn jemand Ihr Vorhaben unterstützen soll (es für unterstützenswert hält) . Verfügt ein Kulturbetrieb nicht über die entsprechende Reputation, könne man sich höchstens, so Guenther, Reputation von anderen leihen. Wie schreibt Karin Janner in ihrem Beitrag „Tipps und Tricks für das Online-Fundraising„:

„Genauso wenig, wie “Offline-Fundraising” mit dem Zusenden eines Zahlscheins beginnt, beginnt “Online-Fundraising” mit dem “Spenden”-Button.  Es fängt damit an, Vertrauen aufzubauen (…).“

Die Arbeit beginnt somit schon lange bevor Sie daran denken können, Geld für Ihr Vorhaben einzusammeln. Und selbst wenn Sie über eine entsprechende Reputation verfügen, reicht das unter Umständen noch nicht aus. Sie alleine erreichen nur Ihr direktes Umfeld damit. Was Sie brauchen, ist ein Netzwerk, in dem die Netzwerkknoten als Multiplikatoren fungieren und Ihre Botschaft weitertragen. Dafür sind dann die Social Media Tools, z.B. Twitter geeignet, denn hier lassen sich Botschaften wunderbar weitertragen (siehe dazu mein Blogpost „Online-Fundraising mit Hilfe von Twitter„).

Das heißt, mit Fundraising können Sie nie zu früh anfangen, aber fast immer zu spät!