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Kurzgeschichten auf dem iPad lesen

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„As more and more people look for quick, bite-sized experiences to inspire and entertain them the need for quality stories increases“, schreibt Paragraph-Gründer Ziv Navoth in seiner Beschreibung einer iPad-App, die ich mir heute näher angeschaut habe. Das Problem sei es, solche Geschichten zu finden. Mit der App Paragraph Shorts versucht Navoth hier Abhilfe zu schaffen. Jede Woche erscheint – derzeit kostenlos – eine neue Zusammenstellung von Kurzgeschichten, die sich an den unterschiedlichsten Orten im Web verstecken und für diese App in den Formaten Text, Video und Audio zusammengetragen werden.

Jede Ausgabe (derzeit sind es zwei) steht zum Download zur Verfügung und kann dann unterwegs gelesen, gehört oder angeschaut werden. Was mir gut gefällt: Hier wird nicht auf Masse gesetzt, die dann eher abschreckt, sondern jede Ausgabe enthält nur eine sehr begrenzte Auswahl an Kurzgeschichten. Das heißt, man hat eine realistische Chance, das Angebot auch nutzen zu können.

Erst später soll mit der App mit Hilfe von exklusivem Content Geld verdient werden, derzeit gibt es Kooperationen mit Zeitungen und Zeitschriften wie Paris Review oder dem Guardian.

„While the future of the book might be inquestion, the future of the story is not. Stories transport us to a different universe, only to bring us back to earth a littledifferent, a little wiser, than we were before. Let Paragraph be your rocketship“, so lautet die Vision hinter dieser App. Eine schöne Idee, reinschauen, – hören und -lesen lohnt sich.

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Museen: Der Geschäftsbericht auf dem iPad

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Apple iPad„; By John Karakatsanis (CC-Lizenz)

Ich habe mich in den letzten Tagen etwas umgesehen und versucht herauszufinden, auf welche Weise Kultureinrichtungen sich mit dem mobilen Web beschäftigen. Viele von ihnen verfügen mittlerweile über eine mobile Website oder haben Apps für die verschiedenen Smartphones. Etwas geringer fällt die Zahl der Apps für das iPad aus, wobei es sich meist um Angebote handelt, die für iPhone und iPad zur Verfügung stehen.

Christoph Deeg beschäftigt sich in seinem aktuellen Blogpost mit den Herausforderungen, die das mobile Web den Bibliotheken bringt und hat eine „Mobile-Internet-Roadshow“ entwickelt, in der er die verschiedenen Geräte vorstellt und die TeilnehmerInnen dieses Workshops die Endgeräte einfach ausprobieren lässt. Eine in meinen Augen kluge Idee, denn nur durch den Umgang mit den Geräten bekommt man ein Gespür dafür.

Wichtig ist, so denke ich, dass wir uns klar machen, dass die Angebote für Smartphones und Tablet-PCs höchst unterschiedlich sein können, denn wir nutzen beide Gerätetypen oft auf völlig verschiedene Art und Weise. Während das Smartphone meist der reinen Informationsbeschaffung dient, lassen sich auf den Tablet-PCs Informationen ganz anders aufbereiten, zum Beispiel multimedial. Wie lässt sich denn nun aber ein Tablet-PC überhaupt sinnvoll einsetzen? Ich bin bei meiner Suche auf das San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) gestoßen, das sich dazu entschlossen hat, den Geschäftsbericht für das Jahr 2011 als iPad-App anzubieten.

Der Geschäftsbericht wird als PDF oder als iPad-App angeboten

Auf der Website des Museums kann ich mich mich nun entscheiden, ob ich den Jahresbericht als PDF oder als iPad-App lesen möchte. Nichts gegen das PDF, aber Sie werden schnell merken, dass das Format nicht besonders nutzerfreundlich ist und wir es vor allem mit Informationen in Txtform zu tun haben. Auf Bilder wurde zwar nicht verzichtet, aber sie fallen recht klein aus und machen deshalb keinen großen Eindruck. Ganz anders die iPad-App.

Screenshot iPad-App

Vergleichen Sie diesen Einstieg mit der Titelseite des PDF und Sie werden zugeben müssen, dass der erste Eindruck unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Bildqualität ist hoch und durch die hohe Auflösung des Bildschirms entfalten die Fotos ihre Wirkung.

Screenshot iPad-App

Ein weiterer Punkt ist in meinen Augen wichtig: Über die App sind Sie direkt mit der Website des Museums verbunden. Sie werden an die verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen erinnert und haben sofort den direkten Link zu den jeweiligen Unterseiten, um sich zum Beispiel noch einmal genauer über eine Ausstellung zu informieren. Wichtig scheint mir dabei das Zusammenspiel von Text und Bild zu sein, das auf der Website des SFMOMA gut funktioniert.

Ich finde aber auch schnell wieder zur App zurück und kann mich weiter mit den Inhalten des Jahresberichts befassen. Ob das nun die Schenkungen der UnterstützerInnen sind oder die Ankäufe, ich bekomme jedes einzelne Objekt aufgelistet. Allerdings entspricht diese Liste 1:1 dem, was auch im PDF zu lesen ist. Hier hätte man sicher noch etwas kreativer sein und die Objekte entweder als Foto abbilden oder auch entsprechende Links zur Verfügung stellen können. Auch beim Thema Finanzen ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, die Grafik wirkt zwar auf dem iPad beeindruckender als im PDF, inhaltlich besteht aber kein Unterschied. Aber der Anfang ist gemacht.

Screenshot iPad

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Das iPad verändert unser Leseverhalten

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Über unsere Website, aber natürlich auch über die diversen Social-Media-Plattformen verbreiten wir jede Menge Informationen. Nachdem das kein Selbstzweck sein soll, sondern sie auch jemanden erreichen sollen, macht es natürlich Sinn, etwas über die Zielgruppe zu wissen. Dazu gehört auch das Leseverhalten der UserInnen, die ich mit meinen Nachrichten erreichen möchte. Zum Beispiel die Frage, wann meine Informationen eigentlich konsumiert werden? Schließlich macht es einen Unterschied, ob jemand im Büro oder in der Freizeit mein Video ansieht oder den Artikel liest. Betrachte ich mein eigenes Userverhalten, dann stelle ich fest, dass ich mich in meiner Freizeit für andere Inhalte, aber auch für andere Formate interessiere. Während ich tagsüber nur wenig Zeit habe, mir Fotostrecken anzuschauen oder etwas zu lesen, was nicht direkt mit meiner Arbeit zu tun hat, ist das etwa am Abend sehr wohl der Fall. Wer weiß, wann ich seine Inhalte konsumiere, kann sie also auch dementsprechend aufbereiten. Kurze prägnante Infos für die Zeit im Büro und die Geschichten und die Fotos für den Feierabend.

Wie aber komme ich an solche Informationen? Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Untersuchung, die ich auf dem Read it Later-Blog gefunden habe. Sie zeigt, dass sich unser Leseverhalten durch die mobilen Devices verändert, was Auswirkungen haben sollte auf die Art und Weise, wie ich meine Inhalte aufbereite.

Vorweg: Read it Later ist eine Extension, die es mir erlaubt, Webseiten mit einem Mausklick abzuspeichern, um sie dann später offline lesen zu können, eta in der Bahn oder im Flieger, wenn keine Internetverbindung zur Verfügung steht. Dieses Tool gibt es mittlerweile auch für iPhone und iPad, was die Entwickler dieses Tools auf die Idee gebracht hat, herauszufinden, wann erstens die Seiten abgespeichert werden und wann die UserInnen sie dann konsumieren.

Quelle: Read it Later

Die Grafik zeigt, dass die UserInnen, die das Tool nutzen, vor allem vormittags Webseiten abspeichern, um sie dann später lesen zu können. Wann werden diese Beiträge dann von den PC-UserInnen gelesen?

Quelle: Read it Later

Die Grafik zeigt, dass nachmittags die Bereitschaft, abgespeicherte Beiträge zu lesen, kontinuierlich abnimmt. Erst am Abend steigt die Kurve dann wieder an, aber, so die Schlussfolgerung in dem Read it Later-Beitrag:

„Overall though, this graph isn’t a dramatic departure from the times we are saving content.  It seems that while on a computer, we are more susceptible to discovering additional content throughout the day.“

Ein ganz anderes Bild zeigt sich aber bei den NutzerInnen eines iPads:

Quelle: Read it Later

Die Analyse fällt eindeutig aus:

„The graph of when users are reading on the iPad shows the biggest time for reading: personal prime time.“

Nun ist die Untersuchung nicht wirklich repräsentativ und weder Tools wie Read it Later noch das iPad sind bereits im Mainstream angekommen. Aber mögliche Trends lassen sich daraus schon ableiten. Während wir früher vor allem in der Arbeitszeit auf das Internet zugegriffen haben, weil der PC z.B. im Büro stand, können wir heute dank Smartphones und iPad jederzeit online gehen. Abends werden wir aber, das iPad auf dem Schoß, nicht unbedingt den Geschäftsbericht des Konkurrenzunternehmens analysieren, sondern uns auf die Suche nach Unterhaltung machen.

Kultureinrichtungen sollten also, so sie ihre Zielgruppen auch via iPad ansprechen wollen, überlegen, auf welche Weise sie das tun. Fotos, Videos, Interviews und Berichte rund um die Ausstellung, das Konzert, etc. erfahren hier wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als am Morgen vor dem Büro-PC. Ein schönes Beispiel, wie solche Angebote aussehen können, liefert Google gerade mit seinem Art Project, einer Seite, die nicht schnell informieren möchte, sondern zum Verweilen einlädt und genau das richtige ist, wenn man am Abend auf dem Sofa lümmelt und seinen Tablet-Computer vor sich hat.