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App-Ökossysteme für Kultureinrichtungen: Ticket Gretchen und Uber kooperieren

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Foto von Lexi Ruskell auf Unsplash

Wir als NutzerInnen digitaler Technologien verwenden immer weniger Apps, die wir aber immer länger nutzen. So lässt sich in aller Kürze mein Beitrag „Apps im Kulturbereich: Das sollten Kulturbetriebe wissen“ zusammenfassen. Wer vor diesem Hintergrund mit der Entwicklung einer App liebäugelt, muss damit rechnen, dass er bei der Umsetzung relativ viel Geld in die Hand nimmt und nicht weiß, ob sich der große Aufwand am Ende wirklich lohnt.

Dieses Schicksal droht, so denke ich, all denen, die sich bei Konzeption und Gestaltung der App ausschließlich auf ihre eigenen Inhalte konzentrieren. Vor nicht allzu langer Zeit erregte eine Kultureinrichtung  noch Aufsehen, wenn sie eine App herausbrachte. Heute ist das eher eine Selbstverständlichkeit und dementsprechend sinkt das Interesse daran. Wir sind nicht mehr so schnell bereit eine App auf unseren mobilen Endgeräten zu installieren und verzichten im Zweifelsfall lieber darauf.

War es früher oft Neugierde, die uns dazu gebracht hat eine App auszuprobieren, fragen wir heute eher nach ihrem Nutzen. Dabei spielen unsere veränderten Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Wir kommunizieren über sie, nutzen sie für Unterhaltungszwecke, aber wir kaufen auch mit ihrer Hilfe ein, erledigen unsere Bankgeschäfte und vieles mehr. Diese Entwicklung macht auch vor kulturellen Angeboten nicht halt. Für viele ist es heute unvorstellbar, dass sie zu einer Vorverkaufsstelle gehen, um sich ein Ticket zu kaufen für eine Veranstaltung, die dann noch mal 14 Tage später stattfindet. Natürlich können wir heute viele Tickets bereits online kaufen, aber oft gestaltet sich deren Erwerb trotzdem noch ziemlich mühsam.

Meistens bilden Kultureinrichtungen dabei einfach nur ihre Strukturen ab, an die Customer Experience denken wohl nur die wenigsten. Da überrascht es nicht, dass da plötzlich ganz andere Player auf diesen Zug aufspringen. In diesem Fall, der der Anlass für diesen Blogbeitrag ist, geht es um ein Wiener Startup, das mit „Ticket Gretchen“ eine App entwickelt hat, über die ich in Wien – und mittlerweile auch in einigen österreichischen Bundesländern – schnell und unkompliziert Theatertickets kaufen kann. Und noch besser: Ich muss die Tickets nirgendwo abholen, ich muss sie auch nicht ausdrucken (Print@home ist aber möglich), sondern habe sie in der App.

Vor allem für Kurzentschlossene ist das eine praktische Sache, denn die App bietet einen schnellen Überblick über das Angebot und erlaubt einem den raschen Erwerb eines Tickets, ohne die Seiten der Theater aufzurufen. Das heißt, der Kaufvorgang wird beschleunigt.

Treffe ich die Entscheidung sehr kurzfristig, muss ich sehen, dass ich rechtzeitig zum Vorstellungsbeginn im Theater bin. Wer es bequem mag, wird sich vielleicht ein Taxi kommen lassen. Auch das geht mittlerweile per App, die Zahl derer, die ihr Taxi über mytaxi oder Uber bestellen, steigt kontinuierlich an.

©Jan Frankl

In Wien haben sich jetzt Ticket Gretchen, Uber und der Wiener Bühnenverein zusammengetan und bieten noch bis Ende Juni eine 30-prozentige Ermäßigung auf Theaterkarten und Taxifahrt. Sie decken damit einen Großteil der Customer Journey ab. NutzerInnen von Uber werden so auf das Theaterangebot aufmerksam gemacht und kommen so vielleicht auf die Idee, sich eine Produktion anzuschauen. Das Angebot spricht darüber hinaus die an, die es gerne bequem haben oder die öffentlichen Verkehrsmittel aus welchen Gründen auch immer nicht nutzen möchten. Die Kooperation richtet sich aber auch an die, die ihre Abende digital organisieren und nun eine Möglichkeit haben, mit Hilfe zweier Apps einen Abend im Theater zu verbringen.

Und die Theater selbst? Sie können sich im Idealfall über mehr verkaufte Tickets und zufriedene BesucherInnen freuen. Aber Teil dieses App-Ökosystems sind sie nicht. Das muss kein Nachteil sein, wenn die Kooperationen klappen. Es kann aber ein Nachteil werden, weil sie nicht eingebunden sind, das heißt, ihnen fehlen die Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn man es böse formuliert, verkommen die Theater zum reinen Contentlieferanten. Die (Infra)-Struktur stellen andere zur Verfügung und vielleicht sind sie es eines Tages, die darüber entscheiden, ob wir ins Theater gehen (können) oder nicht. In diesem Fall sehe ich kein Problem, weil der Wiener Bühnenverein als Kooperationspartner mit im Boot ist. Die Interessen der Theater sind also gewahrt. Aber wird das immer so sein?

Gefragt ist mehr Unternehmergeist auf Seiten der Theater (aber auch seitens anderer Kultureinrichtungen), denke ich. Ob sie das Heft dabei selbst in die Hand nehmen oder für sie nützliche Kooperationen eingehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine App für eine Kultureinrichtung lohnt sich nicht, wenn man diese Aspekte nicht berücksichtigt. Es gilt, die Metaebene zu besetzen, eine Art Ökosystem rund um die Customer Journey zu entwickeln. Das ist vermutlich eine ziemliche Herausforderung für Theater und andere Kulturbetriebe, aber dahinter verbergen sich ja auch Chancen. ;-)

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Die Smartsphere als technologisches Herzstück des digitalen Erlebnisraumes

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Bild: Gasometer Package„; von wake4jake (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Am letzten Wochenende durfte ich an einem Innovationcamp in Bozen teilnehmen, ein Format, das in meinen Augen sehr spannend ist und recht schnell zu sehr guten Ergebnissen führen kann. Gastgeber waren das Südtiroler Medienunternehmen Athesia und WhatAVenture, ein junges Unternehmen, das andere dabei unterstützt, innovative Ideen in den Markt zu bringen. Von der schönen Stadt habe ich leider nichts gesehen, aber ich möchte die zwei Tage dort nicht missen. Das Ziel war es, Ideen für den Aufbau einer digitalen Medienagentur zu entwickeln, die Athesia und seinen Kunden den Sprung in die mobile Welt erleichtern soll.

In einem Team mit Stefanie Andolfato (Athesia), Moritz Schuster (Rocket Internet), Martin Adam und Frank Tentler (beide menschortweb) arbeiteten wir am Konzept des analog-digitalen Erlebnisraumes, einer Idee, die ich vor mehr als einem Jahr in einem Blogbeitrag („Der digitale Erlebnisraum)“ schon mal beschrieben habe. Martin Adam und Frank Tentler haben daraus in den letzten Monaten eine Art mobiles Raumschiff gemacht, das vor kurzem in Magdeburg gelandet ist.

Smartsphere nennen sie es und verstehen darunter eine Art App-Ökosystem, das all das kann, was sich Unternehmen, aber auch Kulturbetriebe so wünschen. Die wichtigsten Punkte:

  • Die App stellt ortsgebundene und personalisierte Inhalte zur Verfügung. Das können Informationen, aber auch Unterhaltungsangebote sein. Wir haben es also mit einer Art Contentmaschine zu tun, mit deren Hilfe sich Content nach bestimmten Kriterien filtern und veröffentlichen lässt. Abgesehen von (ur)heberrechtlichen  Fragen spielt es keine Rolle, ob es eigene oder fremde (kuratierte) Inhalte sind.
  • Multimediale Inhalte lassen sich beispielsweise mit Hilfe von Augmented Reality in analoge Räume einbauen und auf Plakaten oder in Büchern, Magazinen oder Katalogen einsetzen.
  • Die App lässt sich modular erweitern, das Citymarketing kann zum Beispiel den Kultureinrichtungen der Stadt jeweils eigene Apps zur Verfügung stellen. Als Teil der Smartsphere sind sie mit dem gesamten Ökosystem verbunden und profitieren so von der Größe des Systems, sind aber natürlich frei in der Gestaltung ihrer App.

Und warum setzen wir beim Thema digitaler Erlebnisraum auf eine App beziehungsweise ein ganzes App-System? Wer vor nicht allzu langer Zeit das Internet mobil nutzte, gehörte zu einer Minderheit. Heute ist das anders, wir verwenden in der Mehrzahl der Fälle unseren mobilen Endgeräte, insofern gilt heute schon für viele Branchen: „mobile first!“. Damit einher  geht ein verändertes Kunden-/Userverhalten mit Auswirkungen auf die Customer Experience, für die gilt: Die Unternehmen müssen, wenn sie bei ihren Zielgruppen punkten wollen, die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stellen. Mit Hilfe der entsprechenden Technologien (Beacons, GPS, NFC, etc.) lassen sich so nicht nur Informationen am gewünschten Ort abrufen, möglich ist auch gleich der nächste Schritt, zum Beispiel der Erwerb eines Tickets.

Personalisierung, die Offline-/Onlineintegration oder das Bespielen verschiedener Kanäle und die Nutzung unterschiedlichster Formate, das sind die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Nur so können Veranstalter, Einzelhandel, aber natürlich auch die Kulturbetriebe ihre Zielgruppen noch erreichen. Aber so eine App kostet einerseits Geld und garantiert mir andererseits nicht, dass ich die gewünschte Aufmerksamkeit auf mich lenken kann. Zwar nutzen wir auf unseren mobilen Endgeräten meistens Apps, aber unser Interesse konzentriert sich auf wenige von ihnen. Wie kann es uns gelingen, zu diesem erlauchten Kreis zu gehören?

Ich denke, es macht wenig Sinn, als Einzelkämpfer um Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zu ringen. Aber ein Medienunternehmen wie Athesia hat eine gewisse Größe, verfügt außerdem über Unmengen an Inhalten und kann genau so eine Plattform aufbauen und diese dann seinen (Werbe)-Kunden anbieten. Genau das war eigentlich der interessante Aspekt bei diesem Innovationcamp in Bozen. „Think big“ als Voraussetzung für den Erfolg. „Think big“, das können Kultureinrichtungen auch, oder? Auch im Kulturbereich gibt es Unternehmen, die eine entsprechende Größe haben oder als eine Art Holding funktionieren. Denken wir an das Universalmuseum Joanneum, das in der Steiermark über 12 Standorte verfügt  oder die Pinakotheken in München. Aber es geht auch anders, regionale Zusammenschlüsse können eine interessante Alternative sein, etwa die Metropolregion Rhein-Neckar oder das Ruhrgebiet. Und es gibt außerdem die Möglichkeit, sich an der Customer Journey zu orientieren. So könnten beispielsweise Kultureinrichtungen in Wien, die für ausländische Besucher interessant sind, versuchen herauszufinden, was ihr Publikum vor und nach dem Besuch macht. Wie so etwas funktioniert, zeigt die von den Weitzer-Hotels angebotene App „Graz Secrets„, die die Nutzer die unbekannten Seiten der Stadt entdecken lässt.

Für „Athesia Peak – The Mobile Web Agency“, so der Name für unser am letzten Wochenende entwickeltes Baby, haben wir ein recht umfangreiches Konzept erarbeitet, das nicht nur auf Content, sondern auch auf Interaktion und Kommunikation setzt, denn wir haben es hier mit sozialen Räumen zu tun, die einer gewissen Dynamik unterliegen. Vor allem dann, wenn es um die Verbindung analoger und digitaler Räume geht. Damit umzugehen und zu wissen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es eigentlich gibt, das ist die große Herausforderung, nicht ohne Grund sprechen wir von digitalen Erlebnisräumen.

Ob es diese Web Agency jemals geben wird, wissen wir noch nicht. Aber dieses Modell lässt sich, so denken wir,  übertragen, auch auf den Kunst- und Kulturbereich. Hier die passenden Ideen und Konzepte zu entwickeln, ist die Aufgabe der nächsten Zeit. Erste Projekte in diese Richtung gibt es schon, davon später mehr.

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Treffpunkt KulturManagement am 22. Mai 2013: Mobile Marketing im Kunst- und Kulturbereich

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Wenn man etwas über die Entwicklung des mobilen Webs schreiben möchte, fängt man wohl am besten bei sich selbst an und rekapituliert, wie sich das eigene Userverhalten in den letzten Monaten verändert hat. Nicht ganz überraschend komme ich dabei zu dem Ergebnis, dass ich immer häufiger mobil im Internet unterwegs bin. Dabei bin ich kein Einzelfall, wie zum Beispiel die letzten Quartalszahlen von Facebook zeigen. Bei einer monatlichen Nutzerzahl von 1,11 Milliarden weist das Social Network 751 Mio. mobil aktive Nutzer auf, was einer Steigerung von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Entwicklung führt dazu, dass der Anteil der mobilen Anzeigen am Gesamtumsatz des Unternehmens bei mittlerweile rund 30 Prozent liegt. Mobiles Marketing liegt also voll im Trend und wenn ich mir dann noch das Blogpost „Mobile Marketing in internationalen Museen“ auf dem LiveQR-Blog durchlese und dort erfahre, dass QR-Codes das beliebteste Angebot der Museen in den USA und UK sind, dann greifen wir beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 22. Mai 2013 mit dem Thema „Mobile Marketing im Kunst- und Kulturbereich“ vermutlich so etwas wie ein Trendthema auf. ;-)

Wie seinem Vorgänger, dem 1949 erfundenen Strichcode, gelang auch dem QR-Code der Durchbruch erst, als es das passende Lesegerät dazu gab. Im Fall des QR-Codes – QR steht für Quick Response – ist das das Smartphone, dessen Verbreitung dazu geführt hat, dass dieser zweidimensionale Code uns heute nicht mehr ganz unbekannt ist. In Deutschland wurde der erste QR-Code am 16. Oktober 2007 auf der Titelseite des Magazins Spex veröffentlicht (Diese Information habe ich Wikipedia zu verdanken), seitdem ziert er Plattencover, Plakate und viele andere Dinge.

Während der QR-Code früher vor allem in den Bereichen Warenwirtschaft und Logistik eingesetzt wurde, kommt er heute sehr häufig im Marketing zur Anwendung und liefert – hoffentlich – wertvolle Zusatzinformationen, die meist auf einer Website liegen. Mit entsprechenden Apps lässt sich der QR-Code auslesen und der Browser mit den gewünschten Inhalten öffnen.

Bleibt die Frage, wie der Kunst- und Kulturbereich die QR-Codes nutzen kann? Klaus Wolfrum hat schon 2009 auf QR-Codes gesetzt, um die mobile Version seines Veranstaltungsportals Frankentipps zu bewerben (siehe dazu mein Beitrag „Mit QR-Codes den Medienbruch überwinden„) und die Verbindung zwischen Veranstaltungsplakat und Website herzustellen.

Die Entwicklung ist nicht stehengeblieben und dank modernster Technologie gibt es heute sehr viele Möglichkeiten, den QR-Code zu nutzen. Warum ihn Kunst- und Kultureinrichtungen nutzen sollten und wie sie dabei am besten vorgehen, das erklären Jochen Färber, Laura Geissler und Lisa Lietz im nächsten Treffpunkt KulturManagement. Sie haben gemeinsam das Unternehmen LiveQR gegründet, das Leistungen in den Bereichen QR-Code Marketing und Mobile Tagging anbietet.

Der technologische Fortschritt macht natürlich viele Dinge möglich, offen bleibt aber die Frage, ob und wenn ja, in welcher Form die NutzerInnen der kulturellen Angebote den QR-Code verwenden? Mit dieser Frage beschäftigen sich Lisa Lietz und Laura Geissler in ihrer Masterarbeit. Die beiden studieren an der PH Ludwigsburg den Masterstudiengang „Kulturwissenschaft & Kulturmanagement“ und wollen nun herausfinden,  wie die BesucherInnen von Kultureinrichtungen den QR-Code nutzen und welche Inhalte auf diese Weise transportiert werden sollen? Langer Rede kurzer Sinn, Sie sollen, da ich davon ausgehe, dass die große Mehrheit von Ihnen künstlerische und kulturelle Veranstaltungen besucht, bitte einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Klar, dass ich Ihnen den Link dorthin in Form eines QR-Codes anbiete. ;-)

Wenn Sie ganz konventionell zur Umfrage gelangen wollen und/oder QR-Codes noch gar nicht nutzen, dann ist hier der Link. Falls Sie den QR-Code einfach mal ausprobieren wollen, empfehlen Ihnen Lisa Lietz und Laura Geissler den QR-Reader i-nigma.

Die Ergebnisse der Arbeit werden zum Abschluss als Handlungsempfehlungen für erfolgreiches QR-Code Marketing im Kulturbetrieb zusammengefasst und im Blog von LiveQR veröffentlicht.

Aber zurück zum Treffpunkt KulturManagement. Mobiles Marketing besteht nicht nur aus QR-Codes, weshalb die beiden am 22. Mai auch auf Augmented Reality und Web Apps eingehen und herausarbeiten, welches Instrument für welche Zwecke am besten geeignet ist. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie sind herzlich dazu eingeladen, wir fangen wie immer um 9 Uhr an.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 22. Mai, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 22. Mai dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 22.05.2013 von 09:00 bis 10:00
Thema: Mobile Marketing im Kunst- und Kulturbereich
Gäste: Jochen Färber, Laura Geissler und Lisa Lietz

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Lohnt sich eine App für Kultureinrichtungen?

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To App or Not to App: That is the Question“ ist auf „Technology in the Arts“ ein Beitrag überschrieben. Vor dieser Frage stehen wohl derzeit viele Kultureinrichtungen, denn das mobile Web gewinnt immer mehr an Bedeutung. Damit einher geht die verstärkte Nutzung von Apps, deren Zahl tagtäglich zunimmt und einen schon fast unüberschaubaren Mix aus kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten entstehen lässt.

Die Bereitschaft, sich eine App zuzulegen, ist groß, schließlich liegen Apps derzeit voll im Trend. Ob so eine App aber die richtige Lösung ist, sollte herausgefunden werden, bevor die Entscheidung fällt. Marc van Bree steht den Apps eher skeptisch gegenüber, in seinem Blogpost „Why performing arts organizations are not app-ropriate“ kommt er zu dem Ergebnis, dass Apps gegenüber dem Responsive Design einige Nachteile haben, vor allem im Hinblick auf den Aufwand und die Kosten. Lediglich im Bereich User Experience überwiegen die Vorteile, so van Bree. In der folgenden Grafik hat er App, mobile Website und Responsive Design gegenübergestellt und zeigt, welche Kriterien überhaupt eine Rolle spielen:

Letzten Endes kommt es aber natürlich darauf an, welche Ziele mit einer App erreicht werden sollen. Michelle Cheng weist in ihrem Beitrag auf „Technology in the Arts“ darauf hin, dass sich die Funktionen von App und Website häufig überlappen würden:

„Many performing arts organizations in particular have already deployed highly functional and well-designed apps, some of which even boast convenient in-app ticket purchasing features, but overall there is substantial content overlap between apps and websites.“

Auch Florian Heigl ist vor kurzem auf dem mobileAPPS-Blog der Frage nachgegangen, welche Variante die beste ist? „Responsive, Adaptive, Mobile oder App?

„Aufgrund der Vielfalt an mobilen Endgeräten und den damit verbunden nahezu unendlich vielen verschiedenen Auflösungen, die auch enorme Unterschiede in der Darstellungsgröße bedeuten, wird diese Methode von vielen Entwicklern bevorzugt gewählt, um eine möglichst breite Masse an Endgeräten möglichst effizient abzudecken,“

schreibt er, hält aber zugleich fest, dass Verallgemeinerungen unsinnig seien und jeder Fall einzeln bewertet werden müsse.

Entscheidend ist wohl sein Rat, dass man anhand der Zugriffsstatistiken erst einmal herausfinden sollte, welche mobilen Endgeräte am häufigsten genutzt werden. Denn klar ist auch: eine mobile Website ist wesentlich günstiger zu haben als eine App.

Für mich persönlich stellt sich die Frage, ob man nicht auch noch zwischen einer Smartphones-App und einer App für Tablets unterscheiden sollte? Ich nutze das iPad sehr gerne, um Hintergrundinformationen zu erhalten, mir Bilder oder Videos anzuschauen, während das Smartphone eher dazu dient, wichtige Informationen zu erhalten (sieh dazu auch: „Das iPad verändert unser Leseverhalten“ und: „Museen: Der Geschäftsbericht auf dem iPad„).

Fazit: es gibt viele Möglichkeiten, mobile UserInnen zu erreichen, die App ist nur eine davon.

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Das neue Marketingdreieck

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Die Marketingagentur eROI hat in den USA eine Umfrage durchgeführt, welchen Stellenwert Email, Social Networks und das mobile Web im Hinblick auf die Marketingaktivitäten der Unternehmen besitzen. Die Ergebnisse dieser Befragung, die hier auch zum Download zur Verfügung steht, hat Dan Martell auf dem Flowtown Blog grafisch aufbereitet (die Grafik steht dort in Originalgröße zur Verfügung, bitte Grafik anklicken):

Zwar handelt es sich hier um Zahlen aus den USA, wie Stefan Pfeiffer, dem ich diese Entdeckung zu verdanken habe, richtigerweise anmerkt, aber wir haben es hier in Europa wohl mit einer ähnlichen Entwicklung zu tun. Erstaunt war ich, dass bereits zwei Drittel der befragten Unternehmen eine mobile Version ihrer Website anbieten. Auf die Frage „Does your company offer mobile versions of your websites and/or landing pages?“ antworteten laut der Grafik 67,6% mit Ja. In der Studie selbst habe ich aber diese Tabelle gefunden (Seite 4):

Ich denke, hier ist bei der Erstellung der Grafik ein Fehler passiert, denn sonst wäre das ein in meinen Augen schon sehr ungewöhnliches Ergebnis und wir müssten uns im Hinblick auf die Schwerpunktthemen der stARTconference die Frage stellen, ob wir mit dem mobilen Web nicht viel zu spät dran sind. ;-)

Fragt man nach den Zielen, die mit Hilfe von Social Media erreicht werden, dann geht es in erster Linie darum, die eigene Marke bekannter zu machen. Vor diesem Hintergrund ist es dann auch nachvollziehbar, dass der Erfolg dieser Aktivitäten vor allem quantitativ gemessen wird. Primär zielen die Aktivitäten darauf ab, möglichst viele Fans bzw. Follower zu gewinnen (Facebook und Twitter sind die derzeit beliebtesten Social Networks) und die dann dazu zu bringen, die Unternehmenswebsite zu besuchen.

Social Media sind für Marketingaktivitäten ein interessantes Betätigungsfeld, denn entsprechend der Grafik sind 75% der mit einem Internetzugang versehenen Haushalte auch in den Social Networks aktiv. Zwar ist es schwierig, hier Vergleiche anzustellen, aber wie die ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt, ist ein Großteil der deutschen Internetnutzer dort auch anzutreffen.

Auffallend ist die Verzahnung von Email- und Social Media-Marketingaktivitäten:

„Nearly two-thirds of marketers responded that they are integrating social media with their email marketing efforts and 59.1% are integrating ‚Share With Your Network‘ links. When respondents who weren’t integrating social media into their email campaigns were asked why, they cited lack of resources and knowledge ( 35.2% and 21.4%, respectively)— the same reasons given for not using mobile.“

Interessante Verbindungen, die bei (zukünftigen) Marketingaktivitäten zu berücksichtigen sind, denn nicht nur die Verknüpfung Email – Social Media ist von Bedeutung, wichtig ist auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen über ihre mobilen Devices auf ihre Social Networks zugreifen. Womit sich dann der Kreis (beziehungsweise das Dreieck) schließt.

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Technologieeinsatz im Museum: ersetzt Google Goggles bald die Audioguides?

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Vor kurzem war ich wieder mal im Pergamonmuseum in Berlin und habe mich mit einem der dort zur Verfügung gestellten Audioguides auf den Weg gemacht. Der Content, der sich darauf befindet, ist qualitativ hochwertig und sorgt dafür, dass man mit den einzelnen Ausstellungsobjekten etwas anfangen kann. Leider sind auf den Geräten aber keine Informationen zu den Sonderausstellungen verfügbar, d.h. die gerade laufende Dionysos-Ausstellung musste ich ohne Infos bestreiten.

Abhilfe schafft da vielleicht in nächster Zeit Google Goggles, eine Applikation, die Google derzeit leider nur den Besitzern von Android-Smartphones zur Verfügung stellt. Vereinfacht gesagt hält man einfach seine Kamera auf das Objekt, Google versucht es zu indentifizieren und liefert einem über seine Suchmaschine die entsprechenden Informationen. D.h. wir haben es mit einer visuellen Suchmaschine zu tun.

Das Video zeigt schon, dass diese Anwendung natürlich nicht nur für Museen interessant ist, eigentlich sind dem Einsatz keine Grenzen gesetzt. Auf Techcrunch finden sich zwei Anwendungsbeispiele, die allerdings nicht aus dem Kunst- und Kulturbereich kommen:

Im Unterschied zu den Audioguides ist das ein offenes System, das allerdings nur funktionieren kann, wenn dann auch die gelieferten Suchergebnisse die entsprechende Qualität aufweisen. Wer Google bzw. Suchmaschinen generell nutzt, weiß, wie wenig hilfreich die Ergebnisse ausfallen können. Insofern bin ich skeptisch, ob so ein Tool die Audioguides überflüssig macht. Zumindest derzeit sehe ich Google Goggles lediglich als Ergänzung zu den Angeboten der Museen. Zum Beispiel, wenn ich keine Audioguides zur Verfügung habe und dann auf dieses Angebot zurückgreifen kann.

Via Twitter (Johan Oomen)

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Kunst, mobiles Web und Augmented Reality

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Vor nicht allzu langer Zeit ging es hier in einem Blogpost um das Thema Mobile Tagging. Klaus Wolfrum hat die mobile Variante seiner Plattform Frankentipps fast ausschließlich mit Hilfe von QR-Codes bekannt gemacht, wie er auf seinem Blog schreibt.

Interessant ist der QR-Code, weil er hilft, den Medienbruch zu überwinden und mich schnell zu (Online)-Informationen kommen lässt. Das heißt, wenn ich irgendwo vor einem Plakat stehe, das auf eine Veranstaltung hinweist und einen QR-Code enthält, dann kann ich diesen Code mit meinem Handy (so mein Handy das kann bzw. über die entsprechende Software verfügt) einscannen, die URL, die sich dahinter verbirgt herauslesen und über mein Handy direkt auf die Website zugreifen. Dort finde ich dann die gewünschten Informationen und im Idealfall kann ich gleich noch das entsprechende Ticket kaufen.

Was das alles genau funktioniert, hat Wilko Hartz in Basiswissen QR-Code ausführlich und leicht verständlich beschrieben. Dort habe ich übrigens auch den Hinweis auf das Firefox Add-on Mobile Barcoder gefunden, mit dessen Hilfe sich in Sekundenschnelle die URL einer Website in QR-Code umwandeln lässt.

Wenn Sie über ein Handy verfügen, das den QR-Code scannen kann, dann probieren Sie es doch einfach mal aus. Alle anderen sei verraten, dahinter verbirgt sich die URL dieses Blogs.

Links, Telefonnummern oder Kontaktdaten lassen sich auf diese Weise umwandeln und digital weiterverwenden. Aber die Entwicklung geht in Riesenschritten weiter, wie das New Curator Blog berichtet. Statt einer URL lassen sich virtuelle Welten entwickeln. Augmented Reality auf dem Handy, darum geht es im Beitrag „Mobile AR„. Zu sehen ist dort unter anderem das folgende Video:

Nicht dass ich Sie jetzt für solche Spiele begeistern will, aber das Video zeigt, mit welchem Content man den Markteintritt am ehesten schaffen kann. :-(

Interessant ist aber nicht das Spiel selbst, sondern die Entstehung der virtuellen Welt auf dem Handy. Laut  New Curator kommen hier Barcodes zum Einsatz. Der Spieler hat eigentlich nur ein „Blatt Papier“ vor sich und generiert aus den darauf vorhandenen Codes eine dreidimensionale Welt, die nun nicht unbedingt nur für solche Spiele, sondern natürlich auch für Museen, Theater bzw. generell für den Kunst- und Kulturbereich genutzt werden kann.

Möglich machen das sogenannte Augmented-Reality-Browser, die für Handy bzw. Smartphones entwickelt werden. Das niederländische Unternehmen SPRXmobile habe mit „Layar“  gerade den weltweit ersten derartigen Browser für Smartphones vorgestellt, heißt es in einer erst heute erschienenen Pressemeldung.

„Die Anwendung überlagert das Blickfeld der Handy-Kamera in Echtzeit mit digitalen Informationen“ und benötigt statt Barcodes GPS-Daten. Auch hier lässt das Video erkennen, welches Potenzial in solchen Entwicklungen steckt:

Aber zurück in die Gegenwart. Bis jetzt schöpfen wir ja noch nicht einmal das Potenzial von QR-Codes wirklich aus.