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Mit „STEP Beyond Travel Grant“ unterstützt die European Cultural Foundation die Mobilität im Kunst- und Kulturbereich

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Mit Sitz in Amsterdam unterstützt die European Cultural Foundation seit 1954 Projekte im Kunst- und Kulturbereich, die eine europäische Ausrichtung haben und im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend sind. Neben dem Förderbereich Collaboration Grants und dem Balkan Incentive Fund for Culture gibt es noch einen dritten Fördertopf, der für einzelne KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen interessant ist:

STEP Beyond Travel Grants are awarded to up-and-coming artists and cultural workers (priority is given to individuals up to 35 years and/or in the first 10 years of their career) travelling between EU and countries directly bordering the EU,“

ist auf der Website der Stiftung zu lesen. Seit 2003 wurden 261 Förderanträge positiv beschieden, die AntragstellerInnen erhielten jeweils zwischen 250 und 700 Euro. Das mag nicht nach großem Geld klingen, aber in meinen Augen ist das eine wichtige Förderschiene vor allem für einzelne KünstlerInnen, die keine Chance haben, an die großen Summen aus dem EU-Kulturförderprogramm zu kommen oder eben nur einen kleinen Betrag benötigen.

Einen Zuschuss zu den Reisekosten erhält, wer

  • zum ersten Mal ein Networking-Treffen, ein Festival oder eine Konferenz besucht, um das eigene Netzwerk zu erweitern,
  • den Wunsch hat, neue Projektpartnerschaften aufzubauen,
  • die eigenen Aktivitäten von der lokalen auf die internationale Ebene heben möchte oder
  • in Ausnahmefällen an einer Weiterbildung oder einem Training

teilzunehmen beabsichtigt. Eine Unterstützung gibt es höchstens einmal pro Jahr und maximal zweimal innerhalb von fünf Jahren. Alle weiteren Informationen zu diesem Programm sind in den Leitlinien zu finden, der Antrag kann online gestellt werden.

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Stiftungen: in Österreich regiert der Eigennutz

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„Stiftungen haben eine lange Tradition“ heißt es im entsprechenden Eintrag auf Wikipedia, der zeigt, welch vielfältige Ziele Stiftungen verfolgen können. In der jüngeren Vergangenheit haben Stiftungen sich vermehrt dadurch hervorgetan, gesellschaftliche Entwicklungen anzustoßen bzw. voranzutreiben. Dies geschieht in den verschiedensten Bereichen, zu denen natürlich auch der von Kunst und Kultur gehört. So gibt es in Deutschland beispielsweise die Körber-Stiftung, die über ein Stiftungsvermögen von 510 Mio. Euro verfügt und jedes Jahr ca. 15 Mio. für die operative Arbeit zur Verfügung stellt. Das Geld fließt unter anderem in den Bereich Junge Kultur, denn, so heißt es auf der Website:

„Kunst ist einer der wichtigen Impulsgeber unserer Gesellschaft. Mit ihrem kulturellen Engagement ermöglicht die Körber-Stiftung die Begegnung mit kreativen Utopien und fördert den Austausch zwischen Künstlern und Publikum.“

In der Schweiz kennen viele wahrscheinlich das Migros-Kulturprozent, eine Idee, die auf den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zurückgeht und die Genossenschaft verpflichtet, Institutionen und Projekte unter anderem im Kunst- und Kulturbereich finanziell zu unterstützen.

Macht man sich in Österreich auf die Suche nach dem entsprechenden Pendant, dann wird man leider nicht fündig. Ganz im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Ländern, in denen Stiftungen sich für gesellschaftliche Ziele einsetzen, sind die Stiftungen in Österreich eher eigennützig. Weniger als zehn Prozent der Stiftungen sind gemeinnützig, heißt es in einem vor kurzem veröffentlichten Working Paper, das im Rahmen des an der Wirtschaftsuniversität angesiedelten Forschungsprojektes „Stiftungen in Österreich“ von den drei AutorInnen Michael Meyer, Hanna Schneider, Reinhard Millner veröffentlicht worden ist.

Während also, so haben die AutorInnen herausgefunden, in Deutschland von den rund 17.000 Stiftungen etwa 95% gemeinnützig sind, ist die Situation in Österreich fast umgekehrt: hier sind von 3.141 Privatstiftungen lediglich 210 gemeinnützig.  Dank eines sehr stifterfreundlichen Umfelds werden in Deutschland 15 bis 20 Mrd. Euro von den Stiftungen ausgeschüttet und in Initiativen und Projekte gesteckt. Ganz anders die Situation in Österreich:

„Durch das gemeinnützige Engagement von Privatstiftungen werden jährlich Projekte und Initiativen in der Höhe zwischen 10 und 40 Millionen Euro gefördert. Umgerechnet pro Kopf (der österreichischen Wohnbevölkerung) sind das zwischen 1 und 5 Euro pro Jahr,“

heißt es im Executive Summary auf Seite 3 (in der Schweiz sind es übrigens 850 Mio. Euro, die ausgeschüttet werden) . Den 1 bis 5 Euro Pro Person stehen in Deutschland 180 bis 230 Euro pro Person gegenüber, eine in anderen europäischen Ländern durchaus übliche Summe.

Warum das so ist?

„Restriktiv empfundene steuerliche Regelungen, die bisher vernachlässigte mediale Thematisierung, eine geringe Anzahl an Vorzeigebeispielen, mangelnde Transparenz im Stiftungssektor sowie ein Selbstverständnis, dass soziale Agenden vom Staat wahrgenommen werden, sind zentrale Hemmfaktoren,“

heißt es in dem Working Paper weiter. Liest man sich die insgesamt 29 Seiten durch, dann erfährt man, dass die Stiftungsgelder in Österreich vor allem in die Bereiche Bildung, soziale Dienstleistungen und Kultur fließen. Kultur, das bedeutet aber auch oft, dass sich der Stifter eine eigene Kunstsammlung finanziert, insofern profitiert der Kunst- und Kulturbereich nur indirekt von diesen Geldern.

In Österreich herrscht also der Eigennutz vor, wenn man sich die Stiftungen ansieht. Aber, so konstatiert Der Standard in seinem Artikel über das Working Paper, auch das Spendenaufkommen fällt in Österreich eher bescheiden aus:

„Den 295 Mio. Euro an Privatspenden stehen 522 Mio. der Schweizer und 4,3 Mrd. der Deutschen gegenüber.“

In Österreich redet man sich also gerne auf den Staat raus. Sich auf den zu verlassen, geschieht aber auf eigenes Risiko.

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Die Allianz Kulturstiftung: Unterstützung für multinationale und interdisziplinäre Kooperationsprojekte in den Bereichen Bildung und Kunst

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Häufig haben wir zwar gute Ideen, scheitern dann aber bei der Realisierung des Vorhabens, weil es am Geld fehlt. Wer international arbeitet, kann neben den Förderungen auf der nationalen Ebene auch versuchen, Mittel aus den EU-Fördertöpfen zu erhalten. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit, denn es gibt einige Stiftungen, die sich in der Unterstützung von Kunst und Kultur genau auf diese internationale Ebene konzentrieren.

Zu diesen gehört auch die Allianz Kulturstiftung, die vor 8 Jahren vom Allianz Versicherungskonzern ins Leben gerufen worden ist und das Ziel verfolgt, grenzüberschreitende Bildungs- und Kulturprojekte zu unterstützen,

„die dem europäischen Integrationsprozess und der Herausbildung einer europäischen Identität förderlich sind.“

Die wohl wichtigste Zielgruppe stellt der akademische und künstlerische Nachwuchs dar, für den man, so heißt es auf der Website, eigene Austausch- und Begegnungsprojekte entwickele.

Die Stiftung sieht ihre Aufgabe also nicht nur darin, Projekte zu fördern, sondern ist selbst operativ tätig.

„Einerseits nimmt die Stiftung Anregungen von außen auf, die als Förderanträge eingehen und dem Stiftungsziel entsprechen; andererseits setzt die Stiftung selbst Impulse und initiiert Projekte, die in Zusammenarbeit mit internationalen Partnereinrichtungen weiterentwickelt und realisiert werden.“

Die Bereiche ihrer Tätigkeit sind:

  • europäische Bildungsarbeit
  • Literatur und Übersetzung
  • Neue Musik
  • Zeitgenössische Kunst

In der Imagebroschüre, die einen sehr umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Stiftung liefert und auch zeigt, was für Projekte in der Vergangenheit gefördert wurden, werden die Voraussetzungen für zu unterstützende Projekte noch etwas präzisiert. Dort heißt es:

„Der Förderschwerpunkt liegt auf gattungs- bzw. medienübergreifenden, zeitgenössischen Konzepten und Initiativen. Besonderes Augenmerk verwendet die Allianz Kulturstiftung dabei auf die Unterstützung von Projekten, die innovativ in Inhalt oder Methode sind und die neue Ansätze in Kunst, Kultur und Bildung im Moment ihrer Entstehung aufnehmen. Die Projekte der Allianz Kulturstiftung haben daher oftmals Werkstattcharakter. Aktive Wissensproduktion und Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Professionalisierung stehen dabei im Vordergrund. Die geförderten Projekte sollen dazu geeignet sein, langfristige Breitenwirkung zu erzielen.“

Wichtige Kriterien, um eine Unterstützung zu erhalten, sind als der innovative und der nachhaltige Charakter des Vorhabens.

Wie wichtig für die Allianz Kulturstiftung das nachhaltige Arbeiten ist, kommt auch in ihrer Idee eines Alumni-Netzwerks zum Ausdruck, das aus den ehemaligen Projektpartern besteht und auf der Website als „Invisible College“ bezeichnet wird. Immer wieder werden für diesen Kreis dann Seminare oder andere Veranstaltungen angeboten. Das scheint mir ein sehr guter Ansatz zu sein, denn in der Regel ist der Kontakt zu einem (öffentlichen oder privaten) Geldgeber mit der Abrechnung des Projektes beendet. Mit ihrem Alumni Netzwerk bietet die Stiftung einen Rahmen, mit den Projektpartnern und -trägern in Kontakt zu bleiben. Außerdem besteht so natürlich auch die Möglichkeit, dass sich die KünstlerInnen untereinander austauschen und vernetzen.

Wie gehen Sie vor, um an eine solche Förderung zu kommen? Die Projektanträge müssen jeweils bis zum 30. April für das Folgejahr gestellt werden. Das heißt, der nächste Einreichtermin ist der 30. April 2009. Ihr Projekt müsste dann 2010 stattfinden.

Ein standardisiertes Verfahren oder ein Formblatt gibt es nicht, die einzige Vorgabe besteht in der Beschränkung auf eine fünfseitige Darstellung Ihres Projektvorhabens. Gefordert wird außerdem ein Budgetplan, aus dem die konkrete Summe hervorgeht, die bei der Allianz Kulturstiftung beantragt wird.

Wichtig zu wissen: die Stiftung finanziert Projekte nicht aus, das heißt, es handelt sich nur um eine Teilfinanzierung. Über die Höhe der Summen, die dort vergeben werden, finden sich auf der Website leider keine Informationen. Am Telefon wurde mir aber gesagt, dass ein Projekt mit einem Gesamtbudget von 30.000 Euro schon eher die Ausnahme ist. Mit einem Budget von insgesamt 10.000 bis 20.000 Euro hat man also wahrscheinlich größere Chancen, wenn wir mal die Qualität des Vorhabens nicht berücksichtigen.

Offen ist auch, wie hoch die Unterstützung der Stiftung sein darf oder kann. Ein Verhältnis 80:20 ist theoretisch ebenso möglich wie 50:50 oder 20:80.

Ihren Antrag schicken Sie dann sowohl per Email als auch per Post nach München zur Allianz Kulturstiftung. Knapp 11 Monate haben Sie nun Zeit bis zum nächsten Stichtag. Auf der Website finden Sie eine Vielzahl von Projekten, die von der Kulturstiftung in der Vergangenheit unterstützt worden sind. Vielleicht bringt Sie das ja auf eine Idee, so Sie nicht eh schon eine haben.

Wie

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Kulturförderung: an die Zukunft denken

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So etwas würde ich mir auch wünschen: „The Foundation for the Culture of the Future„. Ihr Anspruch:

„The purpose of the Foundation, which will exist for at least ten years, is to financially support long-term and innovative cultural projects, thus stimulating regional culture in a wide sense. One of the underlying aims of this is to encourage economic growth and development in the regions.“

Schade, dass die Stiftung ihren Sitz in Schweden hat.

Via Social & Cultural Entrepreneur