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Höherer Lohn oder mehr Vertrauen?

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Die NZZ berichtete am Freitag über eine kanadisch-amerikanische Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass Zufriedenheit am Arbeitsplatz vor allem auf nichtmonetären Faktoren beruht.

„Nebst einer abwechslungsreichen, anspruchsvollen Tätigkeit ist ganz besonders das Vertrauen in die Unternehmensführung ausschlaggebend für die Mitarbeiterzufriedenheit“,

heißt es in dem Artikel (leider habe ich den Beitrag online nicht finden können). Die Forscher hätten berechnet, dass eine Erhöhung des Vertrauens in das oberste Management um 10% für die Mitarbeiter gleichbedeutend sei mit einer Lohnerhöhung von 40%.

Welche nichtmonetären Faktoren führen einen denn in den Kunst- und Kulturbereich? Die Bezahlung kann es ja eher nicht sein. Aber wie ist es mit dem Vertrauen in das Führungsteam? Spielt das eine Rolle oder gibt es ganz andere Gründe?

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Welchen Nutzen haben Kunst und Kultur?

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Hanspeter Gautschin hat den Begriff „Herzensbusiness“ kreiert. „Den beruflichen Heimathafen finden“ ist sein Beitrag überschrieben, in dem er erklärt, was er damit meint:

„Ich glaube daran, dass wir zur Ausübung unseres Herzensbusiness einen uns entsprechenden Heimathafen brauchen, wo wir mit allen Sinnen, mit all‘ unserem Denken und Fühlen dabei sein können (Hingeben).“

Aus diesen inneren Werten heraus schaffen wir einen Wert bzw. Nutzen, der mit ihnen korreliert.

„Diese Werte (Nützlichkeit) gilt es also zu kommunizieren“,

schreibt Hanspeter Gautschin weiter. Welche Nutzen bzw. Wert haben eigentlich Kunst und Kultur? Wie gestern möchte ich auch heute dazu Armin Klein aus seinem Buch „Der exzellente Kulturbetrieb“ zitieren. Klein spricht darin von mindestens „vier verschiedenen Nutzen-Dimensionen“ kultureller Produkte (S.108ff). Es geht für ihn um den

  1. Kernnutzen, sprich die Qualität des Konzerts, der Austellung oder des Buches;
  2. sozialen Nutzen (das geht in Richtung Adam Thurman, der Kunst als eine Art Hub bezeichnet; mehr dazu hier);
  3. symbolischen Wert, was heißt, meine Entscheidung ins Theater zu gehen, hängt auch davon ab, wer den Faust inszeniert;
  4. Servicenutzen, das „Drumherum“, wie es Klein nennt.

Um ihrem Publikum einen Kernnutzen bieten zu können, verfügen Kunst- und Kultureinrichtungen häufig über entsprechende Konzepte. Auch in Sachen Service passiert mittlerweile sehr viel. Die Punkte 2 und 3 haben aber meist noch nicht den Stellenwert, den sie haben sollten oder könnten. Dabei werden viele unserer Kaufentscheidungen ganz maßgeblich vom symbolischen Nutzen beeinflusst. Welches Image hat Ihre Kultureinrichtung? Möchten Sie auf dieser Ebene etwas ändern, dann werden Sie sich mit Themen wie Image und Reputation auseinandersetzen müssen, denn, wie Klein richtig schreibt,

„(d)er ständige Verweis der Kultureinrichtung darauf, wie gut man doch ‚eigentlich‘ sei, wird da nicht viel weiterhelfen (…).“

Das heißt, wir müssen eigentlich vier Marketingkonzepte – denn darum geht es letzten Endes – entwickeln und nicht nur eines. Um die zu erarbeiten, gilt es aber erst einmal zu überlegen, was wir in den einzelnen Bereichen zu bieten haben. Welches Bild geben wir dabei ab? Stimmen Selbst- und Fremdbild überein? Womit wir wieder bei Hanspeter Gautschin und seinem Herzensbusiness wären. Kommt das, was wir tun, nicht aus uns selbst heraus und wirken wir dabei nicht authentisch, helfen uns die besten Konzepte nichts.