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Twitter: Worin liegt der Mehrwert für den Kunst- und Kulturbereich?

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Wenn wir vom Thema Social Media sprechen, dann meinen wir damit meist Facebook, Twitter, Foto, Video und Blogs. Alle anderen Tools und Plattformen tauchen eher selten auf, aus welchen Gründen auch immer. In Gesprächen mit Kunst- und Kultureinrichtungen stelle ich immer wieder fest, dass Facebook-Aktivitäten mittlerweile fast selbstverständlich geworden sind, während viele skeptisch sind, wenn es um das Thema Twitter geht. Was bringt mir das, wo doch klar ist, dass das Grundrauschen enorm laut ist und ein Tweet nach wenigen Stunden schon so weit in der Timeline nach unten gerutscht ist, dass ihn vermutlich niemand mehr wahrnimmt? Axel Kopp hat da ganz klar Position bezogen. In seinem Blogpost „Echtzeit: Weniger Twitter, mehr Livestreams!“ fragt er sich, ob Twitter als Kanal zur Echtzeitkommunikation für den Kunst- und Kulturbereich einen Nutzen hat. Zwar versieht er die Überschrift „Twitter als Datenmüllhalde“ noch mit einem Fragezeichen, aber seine Haltung ist klar:
„Für alle, die an der Kunst interessiert sind, bieten (.) ‚Live Events‘ wie ‚Twittern im Museum‚ keinen Mehrwert.“
Statt live aus einem Konzert oder einer Theateraufführung zu twittern, erwartet sich Axel Kopp eine gepflegte Nachberichterstattung, zum Beispiel in Form eines Blogposts. Und wenn es schon live sein muss, dann bitte mit Hilfe eines Livestreams und vor allem deshalb, weil der Long Tail dafür sorgt, dass zumindest die Aufzeichnung irgendwann jemanden erreicht, der sich dafür interessiert. Aber Twitter, das ist für ihn nur Small Talk, wie er dann in einem seiner Kommentare schreibt, denn Informationen bezieht er aus seinen rund 70 RSS-Feeds. Nun spricht nichts dagegen, dass jemand seine Informationen via RSS organisiert und auf Twitter verzichtet. Aber dass das nun für den gesamten Kunst- und Kulturbereich gelten muss, bezweifle ich dann doch, denn letzten Endes geht es doch um die Frage, welche Ziele ich überhaupt mit Twitter erreichen kann und welche ich erreichen will? Axel Kopp bemängelt die Nachhaltigkeit von Twitter und betrachtet es als einen Kanal, auf dem nur Small Talk stattfindet. Ich sehe das gänzlich anders, denn Twitter bietet mir durchaus die Möglichkeit, mich mit anderen Twitterati zu unterhalten. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Plattform, auf der unendlich viele Informationen zu finden, die ich allerdings finden muss. Dies geschieht aber nicht, indem ich 24 Stunden am Tag live auf Twitter bin und alle Tweets lese, die auf diese Weise über meinen Bildschirm laufen. Insofern habe ich nicht das Problem „langweiliger“ Tweets, wie Hagen Kohn in seinem Kommentar schreibt. Denn ob die Liveberichterstattung via Twitter langweilig oder spannend ist, das muss ich als UserIn selbst entscheiden. Und man kann davon ausgehen, dass das „Live-Twittern“ vor allem für die interessant ist, die aktiv dabei sind. Zumindest mir geht es so. Alles andere lese ich dann nach und entscheide, in welcher Ausführlichkeit ich verfolge, wer was twittert. Oder ich lese es gar nicht, weil es für mich nicht relevant genug ist. Ich schreibe bewusst relevant und nicht langweilig, denn diese Unterscheidung ist wichtig, wenn man Twitter nutzt. Ich habe vor einiger Zeit über „Relevanz als Schlüsselbegriff in der digitalen Welt“ gebloggt und mich dabei auf den von Jeff Jarvis verwendeten Begriff der „unerwarteten Relevanz“ bezogen. Es gibt kein Tool im Social Web, mit dem ich leichter auf Inhalte stoße, die für mich von unerwarteter Relevanz sein können. Und genau darauf werde ich als Kultureinrichtung spekulieren, wenn ich Twitter nutze. #Operaplot ist nur deshalb so erfolgreich gewesen, weil die Möglichkeit des Retweet so vielen die Chance gegeben hat, davon zu erfahren (wobei vermutlich niemand auf der Suche nach einem Wettbewerb war, bei dem es darum ging, den Inhalt einer Oper in 140 Zeichen wiederzugeben). Und ähnlich ist es natürlich mit der Aktion „Twittern im Museum“ und anderen Aktionen. Für die einen ist es Small Talk, für die anderen ein plötzlicher und interessanter Einstieg in ein für sie unerwartet interessantes Thema. Twitter ist aber nicht nur ein Tool, das Kommunikation in Echtzeit ermöglicht. Es ist etwas, was Mark Drapeau schon vor drei Jahren in seinem Blogpost „Twitter is Not a Conversational Platform“ als eine Art Wiki in Echtzeit bezeichnet hat (siehe dazu meinen Beitrag „Twitter: Wiki in Echtzeit?„). Für Drapeau funktioniert Twitter auf zwei Ebenen. Einerseits auf der Ebene der Gespräche, des Small Talks, wie Axel Kopp schreibt. Andererseits aber
„as a knowledge-sharing, co-creation platform that produces content and allows its consumption“.
Mark Drapeau vergleicht Twitter in dieser Hinsicht mit Wikipedia und weist darauf hin, dass die Inhalte in beiden Fällen von einer Minderheit der UserInnen zur Verfügung gestellt wird, während die große Mehrheit passiv bleibt und die Inhalte nur konsumiert. Das heißt, die meisten stehen vor der Herausforderung, die für sie relevanten Inhalte zu finden, was nicht ganz so einfach ist. Aber dafür gibt es Tools (zum Beispiel Twilert), deren Einsatz aber voraussetzt, dass man sich überlegt, wonach man sucht. Wenn Axel Kopp sich nur genervt über den Small Talk auf Twitter äußert und in Aktionen wie „Twittern im Museum“ keinen Mehrwert erkennen kann, dann mag das seine persönliche Meinung sein. Ich selbst schätze Twitter wesentlich höher ein als zum Beispiel eine Facebookseite. Vorausgesetzt ich weiß, wie Twitter funktioniert und was ich davon haben kann.
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Twitter: Wiki in Echtzeit?

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© Gerd Altmann; Pixelio Ich beobachte, dass in letzter Zeit viele Kultureinrichtungen und Dienstleister in deren Umfeld sich einen Twitter-Account zugelegt haben. Mit ein Grund für diese Entwicklung ist sicher der Hype rund um die Plattform. Die Nutzerzahlen sind in den letzten Monaten explosionsartig in die Höhe geschossen. Ein TechCrunch-Artikel zeigt, dass das Rad immer mehr an Schwung gewinnt. Im März lag die Zahl der „unique visitors“ in den USA bei 9,3 Mio, was einem Wachstum gegenüber dem Februar um 131% entspricht. In den Vormonaten waren es „nur“  jeweils 33% (Januar) und 55% (Februar). Was aber mache ich nun mit meinem Twitter-Account? „Twittern ist Bloggen für Arme“ hat Jens Uehlecke in seinem ZEIT-Artikel „Schluss mit dem Geschnatter!“ geschrieben. Das würde  dann ja gut passen, schließlich zeichnet sich der Kunst- und Kulturbereich gerade dadurch aus, dass er über wenig bis gar kein Geld verfügt. Ich denke, Twitter macht vor allem dann Sinn, wenn man über Informationen verfügt, die verlinkbar sind, so dass man auf sie verweisen kann. Das heißt, ich kombiniere Twitter mit verschiedenen anderen Kommunikationskanälen im Web. Ob das die eigene Website, das Blog, die Foto- oder die Videoplattform ist, spielt dabei keine Rolle. Sinn macht der Verweis auf die an anderer Stelle deponierten Informationen nur dann, wenn ich damit eine unbeschränkte Öffentlichkeit erreichen möchte. Wenn Sie nun noch keine Erfahrungen bei Twitter gesammelt haben und auch noch keinen Account besitzen, aber zu dem Ergebnis kommen, dass Sie gerne Informationen unter die Leute bringen würden, dann empfehle ich Ihnen den „ultimative(n) Newbie-Guide zur Twitter-Kompetenz„, den Heide Liebmann vor wenigen Tagen auf ihrem Blog veröffentlicht hat. Darin finden Sie alle Basics, die notwendig sind, um mit dem Twittern zu beginnen. Und dann? Wie gehen Sie die Sache an, wenn Sie angemeldet sind? Bei Twitter geht es um Gespräche, das Weitergeben bzw. den Austausch von Informationen. Aber mit wem sollen Sie diese Gespräche führen und woher wissen Sie, welche Informationen interessieren und welche nicht? Und dann soll das Gezwitscher oder „Geschnatter“ auch noch Spaß machen. Das Ergebnis ist vorhersehbar. Sie kommen nicht in die Gänge, wissen nicht, worüber Sie schreiben sollen, folgen will Ihnen auch niemand und so verwaist Ihr Twitter-Account zusehends. Ein gescheiterter Einstieg in Sachen Twitter? Viele würden diese Frage jetzt mit einem Ja beantworten. Aber vielleicht stimmt das gar nicht? Vielleicht funktioniert Twitter ganz anders als wir bis jetzt angenommen haben? Vielleicht müssen Sie gar nicht zur Gruppe derer gehören, die über tausende Follower verfügt und noch mal soviele Tweets unter die Leute bringt?
„Perhaps the most common reason given for joining the microsharing site Twitter is ‚participating in the conversation‘ or some version of that“,
schreibt Mark Drapeau auf O’Reilly Radar. Aber sein Beitrag ist überschrieben: „Twitter is Not a Conversational Platform“ und darin versucht er aufzuzeigen, dass Twitter gar nicht so sehr der Kommunikation und der Unterhaltung dient, sondern einen übergeordneten Nutzen hat. Twitter entspreche nämlich in seiner Dynamik gar nicht so sehr den Kommunikationsformen, wie wir sie von den Social Networks wie etwa Facebook kennen, sondern eher Wikis, in denen durch Kollaboration gemeinsames Wissen entsteht.
„Wikis are causally thought of as platforms for ‚collaborative‘ document creation. But on Wikipedia, while many people share knowledge to co-create pages, the process is not formally collaborative in the sense that contributors are not cooperating with each other ways that form group identity“,
stellt Drapeau fest und weist darauf hin, dass es im Fall von Wikipedia einige wenige sind, die das wohl bekannteste Wiki mit Inhalten füllen, während die große Masse überhaupt keinen Beitrag dazu leistet, also nur konsumiert. Ein ähnliches Bild ergibt sich auf Twitter, wie eine Harvard Business School Studie zeigt: 90% der Tweets kommen von 10% der Twitter-User. Auf Social Networks sehen die Zahlen etwas anders aus, erklärt Brian Solis: dort produzieren 30% der User 90% der Inhalte. Während Twitter auf der Ebene der einzelnen User aus Gesprächen und dem Austausch von Links besteht, funktioniert die Plattform auf der übergeordneten Ebene ähnlich einem Wiki:
„as a knowledge-sharing, co-creation platform that produces content and allows its consumption. Conversation is perhaps the most simple and obvious form of collaboration, but would anyone claim that Wikipedia is a conversational platform? Despite the presence of information sharing, co-creation of an end product, and even discussion pages, Wikipedians on the whole aren’t having conversations“,
stellt Drapeau fest und behauptet:
„Twitter is no more a conversational platform than Wikipedia is.“
Außerdem entspreche das Userverhalten nicht dem von Social Networks, wie die oben erwähnte Studie zeigt:
„On a typical online social network, most of the activity is focused around women – men follow content produced by women they do and do not know, and women follow content produced by women they know. Generally, men receive comparatively little attention from other men or from women“,
zitiert Mark Drapeau Studienautor Mikolaj Jan Piskorski. Auf Twitter sieht die Sache etwas anders aus, wie die Studie zeigt: Für Drapeau heißt das: Twitter ist genauso wenig ein Social Network wie Wikipedia:
„Wikis have user accounts and discussion pages, and it is possible for relationships to form. Twitter has user handles and direct messaging, and relationships can form. But social relationships on Wikipedia and Twitter are not a prerequisite for satisfaction and success.“
Wenn Twitter mehr einem Wiki als einem Social Network entspricht, was bedeutet das für den Umgang mit diesem Tool? Ähnlich wie bei Wikipedia können wir auch auf Twitter als passive Nutzer einen direkten Nutzen daraus ziehen. In diese Richtung geht auch Brian Solis, der meint, dass es manchmal durchaus sinnvoll sein könne, einfach präsent zu sein und von den Informationen, die auf Twitter zu finden sind, zu profitieren. Seine Schlussfolgerung:
„But, perhaps its importance, at this moment in time, is more closely aligned with a powerful, new, and seemingly engaging one-way broadcasting ecosystem rather than a two-way dialogue channel we initially suspected.“
Das heißt, wenn Sie dabei sein wollen, sollten Sie sich gar nicht unbedingt dem Stress aussetzen, nun unbedingt mitzwitschern oder mitschnattern zu müssen. Wikipedia nutzen Sie ja auch, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Aber: auch wenn die aktive Teilnahme keine Voraussetzung dafür ist, von Twitter zu profitieren. Die Herausforderung besteht darin, die wichtigen Player und die wichtigen Informationen zu identifizieren. Dabei helfen Ihnen mittlerweile jede Menge Tools. Was für Sie aber wichtig ist, das müssen Sie selbst herausfinden.
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Warum brauchen wir ein Kulturmanagement Wiki?

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Karin Janner vom Kulturmarketing Blog hat die Idee geboren, ein Kulturmanagement Wiki einzurichten. Das Ziel beschreibt sie so:
„Eine gute und aktuelle Sammlung aller Themen, die für Kulturmanager wichtig sind.“
Eine wie ich finde gute Idee, denn Informationen zum Thema Kulturmanagement sind im Internet nach wie vor dünn gesät. Nachdem wir uns bis jetzt darüber nur in den Kommentaren zu verschiedenen Blogposts unterhalten haben und ich mittlerweile Mühe habe, den Überblick zu behalten, unternehme ich hier den Versuch, meine Überlegungen dazu noch einmal zusammen zu fassen. Was ein Wiki ist, hat Karin ja ausführlich beschrieben, warum brauchen wir aber ein Wiki für den Bereich Kulturmanagement? Die Infos, die im wohl bekanntesten Wiki, nämlich Wikipedia zum Thema Kulturmanagement zu finden sind, kann man getrost vergessen. Aber gerade dieser Eintrag führt für mich zu der Frage, welche Informationen eigentlich relevant sind? Geht es um Informationen über den Bereich Kulturmanagement oder geht es um Informationen für KulturmanagerInnen? Ersteres heißt für mich verkürzt gesagt, über Kulturmanagement nachzudenken, im zweiten Fall geht es eher um die Praxis. Jetzt kann man natürlich sagen, beides ist wichtig. Das ist auch nicht so verkehrt und wenn es gelingt, ein Wiki aufzubauen, in dem beide Arten von Information enthalten sind, dann ist das sicher eine tolle Geschichte. Ich bin aber davon überzeugt, dass eine kleinere Variante, die sich dann erweitern lässt, zielführender ist. Im Sinne des agilen Projektmanagements würde ich damit beginnen, die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, damit es gelingt, in möglichst kurzer Zeit eine möglichst hohe Akzeptanz zu erhalten. Welches sind die wichtigsten Informationen? Den Mails nach zu schließen, die ich bekomme, gibt es zwei Bereiche: erstens das Thema Kulturfinanzierung und zweitens das Thema Kulturmanagement Ausbildung. Die Finanzierungsmöglichkeiten von Kunst und Kultur sind natürlich ein wichtiges Thema hier im Blog, aber es fehlt die Systematik, was einfach am chronologischen Aufbau von Weblogs liegt. Daher habe ich damit begonnen, ein Förderwiki einzurichten, um zumindest das Fördersystem systematisch darzustellen. Das Grundgerüst steht, aber bei den Details, z.B. lokalen und regionalen Fördermöglichkeiten, stoße ich natürlich an meine Grenzen. Das Förderwiki in einem Kulturmanagement Wiki aufgehen zu lassen, wäre eine feine Sache und kein großes Problem. Zweiter Punkt Ausbildung: hier habe ich ja schon vor längerer Zeit angekündigt, die unterschiedlichen Angebote hier im Blog vorzustellen, zuletzt an dieser Stelle. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich in Kürze damit beginnen werde, die einzelnen Angebote vorzustellen. Bei diesem Thema bin ich mir aber nicht sicher, ob es in einem Wiki besser aufgehoben ist als im Blog, denn in meinen Augen ist es da ganz wichtig, dass StudentInnen bzw. AbsolventInnen in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichten. Sonst reicht ja eine Linkliste. Welche Themenfelder haben noch eine so große Bedeutung, dass sie von Beginn an im Wiki behandelt werden sollen? Hanspeter Gautschin hat vor kurzem in seinem Blog Bodeständigi Choscht auf das Google Keyword Tool hingewiesen. Gibt man dort den Begriff Kulturmanagement ein, dann sieht man recht schnell, dass vor allem Infos zum Thema Ausbildung und Studium gesucht werden, gefolgt von Jobangeboten. Um über Jobangebote zu informieren, ist ein Wiki ganz sicher nicht das richtige Instrument, außerdem hat sich das Kulturmanagement Network dieses Themas schon angenommen. Auch bei ähnlichen Begriffen wie z.B. Kulturmarketing steht die Aus- und Weiterbildung im Vordergrund, da hilft Google also nicht wirklich weiter. Bleibt die Frage an Sie, welche Themen für Sie im Bereich Kulturmanagement von Interesse sind? In meinen Augen sind das die klassischen Bereiche Management, Marketing, PR. Und sonst?
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Wikis: die Arbeit beginnt erst danach

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Vielleicht gehören Sie ja auch zu denen, die sich schon mal an einem Forum oder einem Weblog versucht haben. Sie haben darüber gelesen, wie toll das alles ist und nachdem sich die Kosten in Grenzen halten, haben Sie es halt mal ausprobiert. Installiert ist so was sehr schnell, aber dann… :-( Da ist also Ihr Forum online und kein Mensch diskutiert. Dabei haben Sie doch extra darauf hingewiesen, dass hier diskutiert werden soll. Und ein paar provokante Inputs haben Sie auch gegeben. Bei Weblogs verhält es sich ähnlich. So ein paar Zeilen sind schnell geschrieben. Aber nach der ersten Euphorie hat man dann auch andere Dinge zu tun und außerdem funktioniert das mit der Verlinkung überhaupt nicht, von den Kommentaren, die da auftauchen sollten, ganz zu schweigen. So ähnlich verhält es sich auch mit Wikis. Was das ist und wozu sie verwendet werden können, gerade im Kunst- und Kulturbereich, darüber hat Karin Janner im Kulturmarketing Blog einen höchst informativen und umfassenden Beitrag geschrieben. Auch hier gilt: so ein Ding ist schnell ins Leben gerufen (kostenlos und webbasiert zum Beispiel hier und hier). Aber auch hier taucht das Problem auf: wie bringe ich so ein Wiki zum Laufen. Ich habe selbst vor mehr als einem Jahr hier im Blog das Förderwiki angekündigt, in dem Links zu verschiedenen Förderstellen zu finden sind. Die Idee dahinter war, und das ist die Idee aller Wikis, dass möglichst viele Menschen ihr Wissen zusammen tragen und es anderen zur Verfügung stellen. Nachdem die öffentlichen Fördertöpfe ja im Kunst- und Kulturbereich nicht so ganz unwichtig sind, bietet sich da ein kollaboratives Instrument wie ein Wiki eigentlich an. Funktioniert hat es aber nicht wirklich. Warum? Weil ich genau das gemacht habe, was die meisten machen: ich habe das Wiki eingerichtet, mit Inhalten versehen und dann darauf gewartet, dass was passiert. Viel ist aber nicht passiert, denn ich habe all das vernachlässigt, was danach passieren muss. Und ich habe nicht bedacht, dass Wikis für die allermeisten etwas ganz neues sind, womit sie sich erst vertraut machen müssen. Maish Nichani hat auf PebbleRoad einen ganz gutes Blogpost dazu verfasst, indem er darauf hinweist, dass ein Wiki nicht nur geplant und eingerichtet, sondern eben auch betreut werden muss. Denn:
„There are many who jump start wiki-based collaboration projects by directly setting up the wiki and inviting others to contribute. While this might work for groups where the wiki concept is already well-grounded, our experience tells us that this approach does not work for groups that are new to the concept of collaboration, let alone wiki-based collaboration. Hence the need for some guidance and structure.“
Daher geht es in einem ersten Schritt darum, den Umgang mit einem Wiki zu lernen. Wie schreibt man darin, was schreibt man darin und welche Möglichkeiten der Darstellung gibt es? Brigitte Reiser, die das Blog Nonprofits-vernetzt.de betreibt, hat in einem Kommentar zu Karins Wiki-Beitrag einen sehr guten Vorschlag gemacht. Sie meint:
„Um Erfahrungen mit Wikis zu sammeln, macht es Sinn, sich ein persönliches Wiki aufzusetzen, um mit diesem Format zu üben. Über diesen persönlichen Weg kann man auch Mitarbeiter, die von Wikis noch nie gehört haben, eher für diese Anwendung gewinnen.“
Ich finde diese Idee ziemlich gut, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich genau auf diese Weise gelernt, mit Wikis umzugehen und sie entsprechend meinen Bedürfnissen zu nutzen. Ich habe zwei längere Artikel nicht mit Hilfe von Word oder einer anderen Textverarbeitung geschrieben, sondern ein Wiki genutzt. Ich verwende außerdem ein Wiki, um Links zu sammeln und mir gleich ein paar Notizen dazu zu machen. Da stoße ich mit del.icio.us, Diigo oder Mister Wong doch an Grenzen. Ein weiterer Vorteil: diese Wikis bekommt kein Mensch zu sehen und darin kann ich ausprobieren und schreiben was ich will. Versuchen Sie es doch einfach mal aus. Eingerichtet ist so ein Wiki, wie gesagt, sehr schnell. Sie müssen sich allerdings überlegen, wofür Sie es dann verwenden. Linksammlung, Zettelkasten, Recherchetool, alles ist möglich. Karin Janner hat vorgeschlagen, ein Wiki zum Thema Kulturmanagement einzurichten. Eine gute Idee, es wäre der nächste Schritt, heraus aus der Privatheit in die Öffentlichkeit, denn das würde bedeuten, jede/r kann mitschreiben. Das gilt übrigens auch für das Förderwiki. Es ist natürlich immer noch online und enthält viele Links zu Förderstellen. Ich werde es in der nächsten Zeit wieder verstärkt nutzen und daran arbeiten, daraus ein kollaboratives Tool oder Angebot zu machen. Sie sind herzlich eingeladen. :-) Und falls Sie selbst in Ihrer Organisation ein Wiki einrichten möchten, hilft Ihnen unter Umständen diese Checkliste weiter.
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Netcipia vereint Blog und Wiki

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Die Idee, ein Projekt mit Hilfe eines Blogs oder eines Wikis zu begleiten und zu dokumentieren, ist nicht mehr ganz neu. Vor allem, wenn die ProjektpartnerInnen räumlich getrennt sind, kann es hilfreich sein, alle wichtigen Informationen, Dokumente, etc. online zur Verfügung zu haben. Bis jetzt musste man sich dabei entscheiden, ob man ein Blog oder ein Wiki wählt. Um gemeinsam Dokumente zu erstellen und sie dann strukturiert abzulegen, ist wahrscheinlich ein Wiki ganz hilfreich. Um den Verlauf eines Projektes darzustellen, bietet sich ein Blog an. Die Frage, ob Wiki oder Blog, müssen wir uns jetzt nicht mehr stellen. Netcipia vereint beide Tools auf einer Plattform. Ich habe gleich mal einen „Place“ bei Netcipia eröffnet und werde in den nächsten Tagen damit experimentieren. Mal sehen, was sich damit alles machen lässt. Bevor ich jetzt die ganze Feature-Liste runterbete, hier ist die Original-Tabelle: Da bleiben eigentlich keine Wünsche offen, wenn man sich das so durchschaut. Sogar die GoogleAdsense-Einnahmen gehören einem zu 100 Prozent. Bei meinen ersten Versuchen habe ich versucht herauszufinden, wo der Haken an der Sache ist. Bis jetzt habe ich ihn allerdings noch nicht gefunden. Jetzt bin ich am Überlegen, wie man diese Kombination nutzen kann. Eine Idee, die mir eingefallen ist: Man könnte dort ein Gemeinschaftsblog einrichten für all diejenigen, die sich z.B. für das Thema Kulturmanagement interessieren, aber den Aufwand scheuen, ein eigenes Blog zu betreiben. Oder sich alleine nicht trauen. Und im Wiki könnte man die Infos zum Bloggen zusammenstellen, also so etwas wie ein Tutorial. Ideal ist Netcipia aber eigentlich auch für Seminare. Naja, mal sehen.