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Warum brauchen wir ein Kulturmanagement Wiki?

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Karin Janner vom Kulturmarketing Blog hat die Idee geboren, ein Kulturmanagement Wiki einzurichten. Das Ziel beschreibt sie so:
„Eine gute und aktuelle Sammlung aller Themen, die für Kulturmanager wichtig sind.“
Eine wie ich finde gute Idee, denn Informationen zum Thema Kulturmanagement sind im Internet nach wie vor dünn gesät. Nachdem wir uns bis jetzt darüber nur in den Kommentaren zu verschiedenen Blogposts unterhalten haben und ich mittlerweile Mühe habe, den Überblick zu behalten, unternehme ich hier den Versuch, meine Überlegungen dazu noch einmal zusammen zu fassen. Was ein Wiki ist, hat Karin ja ausführlich beschrieben, warum brauchen wir aber ein Wiki für den Bereich Kulturmanagement? Die Infos, die im wohl bekanntesten Wiki, nämlich Wikipedia zum Thema Kulturmanagement zu finden sind, kann man getrost vergessen. Aber gerade dieser Eintrag führt für mich zu der Frage, welche Informationen eigentlich relevant sind? Geht es um Informationen über den Bereich Kulturmanagement oder geht es um Informationen für KulturmanagerInnen? Ersteres heißt für mich verkürzt gesagt, über Kulturmanagement nachzudenken, im zweiten Fall geht es eher um die Praxis. Jetzt kann man natürlich sagen, beides ist wichtig. Das ist auch nicht so verkehrt und wenn es gelingt, ein Wiki aufzubauen, in dem beide Arten von Information enthalten sind, dann ist das sicher eine tolle Geschichte. Ich bin aber davon überzeugt, dass eine kleinere Variante, die sich dann erweitern lässt, zielführender ist. Im Sinne des agilen Projektmanagements würde ich damit beginnen, die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, damit es gelingt, in möglichst kurzer Zeit eine möglichst hohe Akzeptanz zu erhalten. Welches sind die wichtigsten Informationen? Den Mails nach zu schließen, die ich bekomme, gibt es zwei Bereiche: erstens das Thema Kulturfinanzierung und zweitens das Thema Kulturmanagement Ausbildung. Die Finanzierungsmöglichkeiten von Kunst und Kultur sind natürlich ein wichtiges Thema hier im Blog, aber es fehlt die Systematik, was einfach am chronologischen Aufbau von Weblogs liegt. Daher habe ich damit begonnen, ein Förderwiki einzurichten, um zumindest das Fördersystem systematisch darzustellen. Das Grundgerüst steht, aber bei den Details, z.B. lokalen und regionalen Fördermöglichkeiten, stoße ich natürlich an meine Grenzen. Das Förderwiki in einem Kulturmanagement Wiki aufgehen zu lassen, wäre eine feine Sache und kein großes Problem. Zweiter Punkt Ausbildung: hier habe ich ja schon vor längerer Zeit angekündigt, die unterschiedlichen Angebote hier im Blog vorzustellen, zuletzt an dieser Stelle. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich in Kürze damit beginnen werde, die einzelnen Angebote vorzustellen. Bei diesem Thema bin ich mir aber nicht sicher, ob es in einem Wiki besser aufgehoben ist als im Blog, denn in meinen Augen ist es da ganz wichtig, dass StudentInnen bzw. AbsolventInnen in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichten. Sonst reicht ja eine Linkliste. Welche Themenfelder haben noch eine so große Bedeutung, dass sie von Beginn an im Wiki behandelt werden sollen? Hanspeter Gautschin hat vor kurzem in seinem Blog Bodeständigi Choscht auf das Google Keyword Tool hingewiesen. Gibt man dort den Begriff Kulturmanagement ein, dann sieht man recht schnell, dass vor allem Infos zum Thema Ausbildung und Studium gesucht werden, gefolgt von Jobangeboten. Um über Jobangebote zu informieren, ist ein Wiki ganz sicher nicht das richtige Instrument, außerdem hat sich das Kulturmanagement Network dieses Themas schon angenommen. Auch bei ähnlichen Begriffen wie z.B. Kulturmarketing steht die Aus- und Weiterbildung im Vordergrund, da hilft Google also nicht wirklich weiter. Bleibt die Frage an Sie, welche Themen für Sie im Bereich Kulturmanagement von Interesse sind? In meinen Augen sind das die klassischen Bereiche Management, Marketing, PR. Und sonst?

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  1. Hallo Christian,

    gute Idee, einen eigenen Beitrag für das Kulturmanagement-Wiki zu machen und das hier zu bündeln, was wir in verschiedenen Blogposts diskutiert haben!
    Wurde ja wirklich schon ein wenig unüberschaubar, vor allem für Leute, die nicht von Anfang an mit diskutiert haben…

    Ich werde also auch meine Überlegungen hier noch mal zusammenfassen:

    Als Ziel für die Inhalte sehe ich (wie Du ja auch schon in Deinem Beitrag erwähnt hast):
    Eine gute und aktuelle Sammlung aller Themen, die für Kulturmanager wichtig sind.

    Für mich schließt sich das nicht aus – Informationen für Kulturmanager und Informationen über den Bereich Kulturmanagement.
    „Informationen für Kulturmanager“ wäre für mich das übergeordnete Thema, über den Bereich Kulturmanagement wollen sich ja Kulturmanager oder angehende Kulturmanager (Studenten, Interessenten am Studium) auch informieren…
    Es gibt da ein Buch von Werner Heinrichs + Armin Klein, das kennst Du bestimmt: „Kulturmanagement von A-Z – 600 Begriffe für Studium und Praxis. Vielleicht kann man die Inhalte des Wikis da ein bisschen anlehnen…

    Zu den Themen: Mir ist auch bewusst, dass „Kulturmanagement“ ein sehr weites Themengebiet ist, schwer einzugrenzen.
    Leichter ist es bestimmt, ein Wiki zu einem Gebiet ins Leben zu rufen, das sich besser eingrenzen lässt. Aber je spezieller das Thema, desto schwieriger ist es, Mit-Autoren zu finden. In Verbindung mit meinem Blog werde ich ein Kulturmarketing-Wiki aufsetzen, wo ich einfach die Beiträge in anderer Reihenfolge hineinschreibe bzw. darauf verlinke (da die umgekehrt chronologische Reihenfolge eines Blogs nicht immer ideal ist; für aktuelle Themen ja, aber zeitlose verlieren sich dann gerne im Nichts und sind schwer zu finden…)

    Dazu und zu Deiner Idee, das Förderwiki in ein Kulturmanagement-Wiki zu integrieren: Ich plädiere eher dafür, Fachwikis zu speziellen Themen wie z.B. Fördermitteln oder Kulturmarketing als eigene Wikis zu führen und als Ergänzung zum Hauptwiki Kulturmanagement zu sehen. Natürlich vom Hauptwiki aus verlinken. Das finde ich übersichtlicher. Außerdem finde ich es unlogisch, in Teilbereichen eines Kulturmanagement-Wikis extrem in die Tiefe zu gehen, in anderen sehr oberflächlich zu bleiben. Bei Spezialwikis zu diesen Themen kann man mehr in die Tiefe gehen, denke ich.
    Natürlich muss man dann mehrere Wikis bewerben, das macht auf der einen Seite mehr Arbeit, auf der anderen Seite bewerben sich die Wikis ja auch gegenseitig (durch Verlinkungen) und fallen gemeinsam stärker auf in der Blogosphäre.

    Ein Kulturmanagement-Wiki würde ich als ein Wiki sehen, das einen Überblick gibt über alle Themen, die für Kulturmanager von Bedeutung sind, und neben Erklärungen im Wörterbuchstil und Literaturhinweisen sollte es wertvolle Linktipps geben – auf Blogs, einzelne Blogbeiträge, Blogkommentare und Blogdiskussionsstränge, Fachartikel, andere Fachwikis zu spezielleren Themen, Portale, Diskussionsforen, einzelne Threads in Diskussionsforen…
    Das wäre der große Unterschied zu Wikipedia – dort kann man nämlich nicht auf Blogs, Blogbeiträge oder Portale verlinken – also kann man nie wirklich topaktuelle Themen einbringen. (außerdem kann man bestimmt mehr Leute motivieren, mitzumachen, wenn sie auf ihre Blogeinträge verlinken können…)

    Deine Serie zu Ausbildungsmöglichkeiten finde ich in Deinem Blog besser aufgehoben als in einem Wiki – wie Du ja auch schon erwähnt hast – wegen der Kommentarmöglichkeit, die ich bei diesem Thema als essentiell erachte.
    Aber: Natürlich gibt es dann im Wiki eine kurze Beschreibung der Uni bzw. des Studienganges (von Dir oder von der Uni selbst) und einen Link auf Deinen Blogbeitrag.

    Zu Deinem Rückschluss vom Google Keyword Tool auf die Interessen von Kulurmanagern: Ich glaube gerne, dass Ausbildungsmöglichkeiten zur Zeit am meisten gesucht werden – Studenten oder welche, die es gerne werden möchten, sind einfach aktiver im Netz als gstandene Kulturmanager, die bei ihrer Recherche nicht immer das Internet benutzen, sondern auch auf andere Quellen zurück greifen.
    Aber ich denke, das wird sich ändern. Es gibt so viele Kulturmanagement-Studiengänge; schon während des Studiums müssen die Studenten über alle möglichen Kulturmanagement-Themen recherchieren, und wenn sie mal das Internet als Rechercheinstrument kennen gelernt haben, werden sie es weiter nutzen, wenn sie im Berufsleben stehen.

    Was hältst Du denn eigentlich von meiner Idee, Wiki und Community zu kombinieren und zu versuchen, über das Kulturmanagement-Wiki einen Anknüpfungspunkt zum Austausch über Kulturmanagement-Themen zu schaffen?
    Meine Überlegungen dazu habe ich in
    diesem Kommentar auf meinem Blog gepostet.
    In „einem Aufwasch mit dem Wiki“ mehr Kulturmanager ins Netz holen und sie sich vernetzen lassen? Wie siehst Du das??

    Puuuh, das ist lang geworden.
    Da hätte ich auch einen eigenen Beitrag draus basteln können… :-)
    Aber dann wäre sie ja wieder zerpflückt, unsere Diskussion über das Kulturmanagement-Wiki…

    Ich bin gespannt auf Deine Antwort und werde in meinem nächsten Beitrag drüber dann einfach das Endergebnis unserer Diskussion posten…

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  2. Jetzt wollte ich so schön auf meinen Kommentar verlinken, in dem ich die Wiki-Community-Überlegungen angestellt habe, aber irgendwie hat das nicht funktioniert, man kommt einfach auf den Blogbeitrag statt auf den Kommentar :-(
    Daher nun nochmal unelegant: http://tinyurl.com/568k92
    Ich hoffe, so klappt es…

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  3. Danke für Deinen langen Kommentar, der ja wirklich Beitragslänge erreicht hat.

    Ich stimme eigentlich in den meisten Punkten mit Dir überein. Nur denke ich, sollten wir uns anfangs auf einige wenige Themenbereiche beschränken, um in diesen Feldern dann möglichst schnell so etwas wie eine kritische Masse zu erreichen.

    Sonst sieht das sehr dünn aus und wir müssen permanent darauf aufmerksam machen, dass da noch Beiträge kommen werden. Von daher: drei Themenbereiche auswählen und dann so mit Inhalten ausstatten, dass man mit den Infos was anfangen kann.

    Und es müssen die Inhalte sein, für die ein entsprechendes Interesse da ist. Warum soll jemand auf das Wiki zugreifen? Wenn wir diese Frage nicht beantworten können, dann wird das Wiki nicht funktionieren. Reiner Selbstzweck ist zu wenig.

    Noch eine Frage dazu: ist es wirklich schlimm, wenn manche Bereiche detaillierte Informationen enthalten und manche nicht? Ein Wiki ist doch nie „fertig“ und insofern werden die Infos in manchen Bereichen mehr in die Tiefe gehen, in anderen weniger.

    Deine Frage, ob wir ein Wiki und eine Community kombinieren sollen, würde ich im Augenblick eher mit einem Nein beantworten. Es gibt so viele Möglichkeiten der Vernetzung, daher glaube ich nicht, dass das was bringen würde. Das kann sich aber natürlich ändern, schließlich tauchen im Internet laufend neue Tools auf, die sich für so etwas nutzen lassen.

    Vielleicht steht uns in ein paar Monaten die Kombination aus Friendfeed, Diigo und Ning zur Verfügung, die sich beliebig mit Wikis und Blogs verknüpfen lässt und es uns erlaubt, die diversen Kommunikationsstränge zusammen zu führen? Dann müssen wir gar nicht mehr viel tun. :-)

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  4. Danke für den Hinweis, Michael.

    Zu Netvibes. Wenn ich mich nicht täusche, arbeitest Du doch damit, oder? Ich habe es auch mal eine Zeit verwendet, aber meiner Erfahrung nach wird die Oberfläche unübersichtlich, wenn man zu viele Feeds abonniert. Irgendwann hatte ich dann den Überblick verloren. Wie siehst Du das bzw. worin bestehen Deiner Meinung nach die Vorteile von Netvibes?

    PS: ich musste Dich erst freischalten, weil Du zwei Links im Kommentar hast. Blöd, WordPress bietet zwar eine Black-List, über die man UserInnen sperren kann. Aber eine Positivliste fehlt. :-(

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  5. Also bei Netvibes bin ich noch ganz Grün hinter den Ohren.
    Hab nur bemerkt dass Assistant Professor Michael Wesch scheinbar erfolgreich damit arbeitet. Wenn du so willst ein „Qualitätsvermutungseffekt“. Aber ich seh im Moment einen Nutzen darin, Kunden zu visualisieren was RSS kann. Hab bisher mit iGoogle geschafft.

    Zu den Kommentaren:
    Ich persönlich moderiere sowieso alle Kommentare.

    Reply

  6. „Qualitätsvermutungseffekt“. Das klingt gut. Mich hat diese Form der Visualisierung eher verwirrt. Aber das Prinzip der Layer (heißt das so?) hat mir gut gefallen.

    Was die Kommentare angeht, bin ich ein Verfechter des ungehinderten Kommentierens. Ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen damit gemacht und eigentlich noch nie einen Kommentar gelöscht, von zwei reinen Werbeeinschaltungen abgesehen. Deshalb habe ich großes Vertrauen in diejenigen, die hier kommentieren. „auf Holz klopf“ :-)

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  7. @Michael: Buch klingt interessant!

    @Christian:
    Ich bin zwar eher ein Fan von einem Übersichtswiki und mehreren Spezial-Wikis, aber ich sehe Deine Argumente ein, und drum kann ich damit leben, wenn wir`s so machen ;-)

    Ich glaube, man kann ja auch normalerweise Kategorien anlegen in einem Wiki. Dann könnten wir uns ja erstmal ein paar wichtige Themen überlegen und dazu jeweils die Kategorien anlegen.

    Was mir wichtig ist: Es gibt x Wiki-Anbieter, die Vor- und Nachteile sind schwer zu überblicken (für mich zumindest), auf manches kommt man sicher erst beim Ausprobieren drauf, und vielleicht gibt es ja in ein paar Monaten, wie Du schon sagtest, die ultimative Wikisoftware…

    Drum möchte ich mich nicht festlegen auf einen Anbieter (wie z.B. Netcipia), indem ich das Wiki von denen hosten lasse.
    Also meine Bedingung, pass auf, jetzt kommts…Ich will das auf einer eigenen Domain laufen lassen, damit man die Software wechseln kann, wenn man draufkommt, dass eine andere besser ist, ohne alle Links zu verlieren. (das ist mir nämlich bei meinem Blogumzug von Blogspot zu WordPress passiert)

    Leider kostet Netcipia dann 150 Euro im Monat, wenn selber gehostet :-(
    Aber MediaWiki ist z.B. gratis und etliche andere auch…

    Übrigens: hier kann man Wikis vergleichen:
    http://www.wikimatrix.org/
    Kennst Du das schon?

    So, was meinst Du?

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  8. @ Karin: Wir können ja mal ein Wiki einrichten, wo wir das alles festhalten und ein Konzept für das Kulturmanagement Wiki einrichten. Das kann gleich das „richtige“ sein, das wir dann, wenn es soweit ist öffentlich zugänglich machen. Das kann aber auch irgendein webbasiertes kostenloses Angebot sein.

    Dein Vorschlag, das Wiki auf einer eigenen Domain laufen zu lassen und bspw. MediaWiki dafür zu verwenden, gefällt mir. Die Argumente, die dafür sprechen, hast Du ja aufgelistet. Hinzu kommt, dass sich das Wiki mit einer eigenen Domain (statt einer Subdomain) besser in den Suchmaschinen finden lassen wird.

    Inhaltlich sollten wir dann Nägel mit Köpfen machen, indem wir dem Baby mal eine erste Struktur geben. Aber das können wir ja dann im Wiki machen. :-)

    Wenn wir dann Ideen haben, mit welchen Inhalten wir starten, dann drehen wir eine Runde durch Blogs und Foren, um herauszufinden, ob wir Themen gefunden haben, die interessieren. Und dann geht es los.

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