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Sind Verwertungsgesellschaften noch zeitgemäß?

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Wenn man sich das 32-seitige Dossier „Verwertungsgesellschaften“ durchliest, das der aktuellen Ausgabe von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, beigefügt ist, kann man diese Frage mit einem Ja beantworten. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, sieht die Verwertungsgesellschaften an einer „Weggabelung“:
„Gehören sie eher zur Kultur oder eher zum Kommerz, sind sie ganz normale Unternehmen wie tausende andere auch, sind sie Unternehmen besonderer Art, weil sie in besonderer Weise sozialen und kulturellen Zwecken verpflichtet sind oder sind sie Selbsthilfeeinrichtungen der Künstler, die auch wirtschaftliche Zwecke verfolgen?“
Auf der EU-Ebene tendiert man in Richtung Kommerz und wünscht sich Wettbewerb in diesem Bereich. Das Ziel ist es, so Zimmermann weiter,
„dass die Urheber frei wählen können, welche der Verwertungsgesellschaften ihnen die besten Konditionen, sprich den größten Ertrag verspricht“.
Dem Selbstverständnis der Verwertungsgesellschaften entspricht diese Sichtweise nicht unbedingt, sehen sich diese doch eher noch als „Solidargemeinschaften“. Und als solche unterstützen sie auch jedes Jahr eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte. Auch aus diesem Grund lohnt es sich, einen Blick in das Dossier zu werfen. Ein weiteres wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang natürlich die zunehmende digitale Verbreitung der Produkte (Musik, Hörbuch, etc.), Stichwort Digital Rights Management. Gut gefällt mir an dem Dossier, dass man, um bei diesem Beispiel zu bleiben, mit Bernhard Rohleder (Hauptgeschäftsführer BITKOM) und Ferdinand Melichar (geschäftsführendes Vorstandsmitglied VG Wort) sehr unterschiedliche Standpunkte zu Wort kommen lässt. So bekommt man einen guten Überblick über die unterschiedlichen Sichtweisen. Wer sich in Österreich für das Thema Verwertungsgesellschaften interessiert, bekommt leider kein so gut aufbereitetes Dossier angeboten. Immerhin stellt die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH), die die Verwertungsgesellschaften beaufsichtigt, eine Liste sämtlicher Gesellschaften zur Verfügung. Wer sich über Fördermöglichkeiten informieren möchte, kann das also gleich direkt auf den Websites der Verwertungsgesellschaften tun. In der Schweiz gefällt mir die Seite copyright.ch ganz gut. Die Links zu den fünf Verwertungsgesellschaften findet man hier. Danke an Elke Fleing, in deren Blog selbst und ständig ich den Hinweis auf das Dossier gefunden habe.

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